Ein Jahr wie kein anderes

In dieser Fanfiktion geht es um eine Gruppe von Schülern, die ihren Abschluss an der Zauberschule Hogwarts erreichen wollen. Im Mittelpunkt stehen James Potter und Lily Evans, zwei Jungendliche, die erst noch zueinander finden müssen. Es geht um die Beziehungen der Jugendlichen untereinander und ihre Gefühle.

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31. Zum letzten Mal

Es war der Morgen des 30. Juni, als Lily langsam aufwachte. Sie lag heute zum ersten Mal seit langem wieder in ihrem eigenen Bett. Gestern Abend hatte sie noch lange mit James draußen auf dem Balkon gesessen und die Sterne beobachtet. Sie hatte dann vorgeschlagen, in dieser letzten Nacht bei ihr zu schlafen. Neben ihr bewegte sich James im Schlaf, und das brachte ihr zu Bewusstsein, dass sie bald aufstehen mussten. „Auf, auf! Ich will noch frühstücken, bevor wir Hogwarts verlassen müssen.“ James grummelte etwas in sein Kissen, und sie rüttelte ihn sanft wach. Er setzte sich auf und fragte sich, wo er war. Lily stand auf und begann, sich anzuziehen. „Du befindest dich in meinem Bett, mein Schatz. Das würde ich jetzt gern in Ordnung bringen, also steh bitte auf.“ James stöhnte. „Nur noch fünf Minuten?“ Lily ging zur Tür und sagte: „Dann gehe ich jetzt rasch duschen. Bis gleich!“ Als sie zehn Minuten später das Zimmer betrat, war auch ihr Freund endlich aufgestanden. Nachdem er geduscht hatte, gingen sie zum letzten Frühstück ihrer Schulzeit.

In der Großen Halle fragte Connal seine Schwester gerade nach dem Ring an ihrem Finger. Sie lächelte. „Das ist ein Verlobungsring, liebster Bruder. Graeme hat ihn mir gestern Abend gegeben –und ich habe ihn angenommen.“ Connal strahlte und sagte glücklich: „Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich für euch!“ Er klopfte ihr auf den Rücken und fragte dann: „Wo ist eigentlich dein Verlobter?“ „Das solltest du besser wissen als ich! Theo hat mir erzählt, dass er immer noch im Bett liegt und nicht wachzukriegen ist. Wenn er nicht bald hier erscheint, wecke ich ihn mit einem Schwall kalten Wassers!“ Sie grinste, und Connal fürchtete für seinen Freund. Er wusste, dass Angelica durchaus in der Lage war, mit solchen Drohungen ernst zu machen. „War wohl spät gestern Abend?“, fragte er liebevoll spottend. Angelica lachte. „Vielleicht hat Graeme im Traum noch unsere Hochzeit zu planen? Aber im Ernst: Es wird Zeit, sich fertigzumachen.“ Beide widmeten sich nun wieder ihrem Frühstück. Eine so große Auswahl an leckeren Sachen würden sie morgens wohl so bald nicht wieder bekommen. „Ein Hoch auf die Hogwarts-Hauselfen!“, sagte Connal, während er sich noch einmal Würstchen und gebratene Tomaten auf seinen Teller lud. „Da stimme ich mit ein!“, erwiderte Angelica und hob ihren Becher mit Kürbissaft zu einem Toast.

Lily hatte sich für dieses letzte Frühstück noch einmal zu ihren Freundinnen gesetzt, während James bei den Rumtreibern war. Gerade fragte Kitty: „Als du vor zehn Monaten Hogwarts erreicht hast, hättest du da gedacht, dass du es heute so verlässt?“ Erstaunt fragte Lily, was sie meine. Lea lachte und antwortete an Kittys Stelle: „Ist doch klar, sie will wissen, ob du dir hättest vorstellen können, es mit James zu verlassen.“ Lily grinste. „Ich konnte mir nicht einmal vorstellen, gut mit ihm zusammenzuarbeiten, und weiter hätte ich in Zusammenhang mit ihm nie denken können.“ Kitty kicherte, und nun fragte Lily sie, ob sie sich denn hätte vorstellen können, das Schloss an der Seite eines Slytherin zu verlassen, mit dem sie vorher kaum je ein Wort gewechselt hatte. Kittys Gesicht wurde weich. „Ich hätte mir nie vorstellen können, dass mich jemand auf diese Art und Weise lieben könnte! Aber gegen Slytherins im Allgemeinen hatte ich nie etwas.“

Langsam ging das Frühstück zu Ende. In der Eingangshalle warteten die Koffer – und der Schulleiter. Freundlich grüßte er zu allen Seiten und beobachtete, wie die Schule langsam leerer wurde. Einige Schüler verabschiedeten sich noch einmal persönlich von ihm. Zu ihnen gehörten auch die Schulsprecher und alle ihre Freunde. „Ich wünsche Ihnen allen Glück für Ihre Zukunft“. Albus Dumbledore sah einen nach dem anderen nachdenklich an. „Ich freue mich sehr, dass Sie gelernt haben, ohne Vorurteile auf Menschen zuzugehen! So mancher versteht sein ganzes Leben lang nicht, wie wenig uns alle in Wirklichkeit unterscheidet.“ Die Freunde sahen sich an. Waren sie wirklich ohne Vorurteile? Alle nahmen sich vor, die gute Meinung ihres Lehrers nicht zu enttäuschen. Spontan trat Lily einen Schritt auf Professor Dumbledore zu und umarmte ihn herzlich. „Wir werden Sie so vermissen! Sie und die ganze Schule! Auf Wiedersehen, Professor.“ Rasch nahm sie ihren Koffer schritt entschlossen ins Freie. Ein verhangener Himmel erwartete sie. Pünktlich zu den Sommerferien schien sich das strahlende Wetter fürs Erste verabschiedet zu haben. Viele Schüler hatten sich schon auf den Weg gemacht, und eine Kutsche nach der anderen kehrte aus Hogsmeade zurück. Die McPherson-Geschwister setzten sich zusammen mit Graeme und Kitty in eine von ihnen. Graeme erzählte Angelica – nicht zum ersten Mal – von der kleinen Wohnung, die er gemietet hatte. „Sie liegt direkt unter dem Dach und hat einen großen Balkon, da können wir zusammen sitzen und etwas trinken.“ Angelica schaute träumerisch vor sich hin. „Du könntest meine Schwester kaum leichter in Versuchung bringen, auf der Stelle bei dir einzuziehen!“, erklärte Connal. „Wie oft habe ich in den letzten sieben Jahren gehört, dass sie es vermisst, direkt aus ihrem Zimmer hinausgehen zu können. Dass Slytherin in den Kellern untergebracht ist, hat deinem Wohlbefinden nicht gerade auf die Sprünge geholfen“, ergänzte er, zu seiner Schwester gewandt. „Stimmt“, bestätigte sie trocken. „Diese Aussicht aus den magischen Fenstern ist zwar sehr überzeugend; diese Dinger aber nie öffnen zu können und frische Luft zu atmen, tut dem Ganzen schon einigen Abbruch.“ Graeme lächelte. „Da habe ich einen guten Griff getan mit meiner … mit unserer Wohnung! Aber alles andere bespreche ich in Zukunft zuerst mit dir.“ Angelica erwiderte sein Lächeln und griff nach seiner Hand. An ihrer schimmerte der Verlobungsring; und als Connals Blick darauf fiel, fasste er unwillkürlich an die Tasche seines Umhangs, in dem immer noch gut verpackt ein kleines Päckchen ruhte. Bis zu ihrer Ankunft in London würden sie mit Sicherheit nicht mehr allein sein – warum hatte er nur gestern nicht nach einer Gelegenheit gesucht!

Im Zug suchten drängten sie sich alle zusammen in ein Abteil. Immer bewusster wurde ihnen, dass es ein solches Zusammensein nicht so bald wieder geben würde. Connal, Angelica und Graeme gehörten jetzt ebenso zum Freundeskreis der Rumtreiber wie Kitty und Lea. Die Paare saßen nebeneinander, und die beiden Plätze am Fenster hatten Remus und Sirius. Nachdem sie schon einige Zeit unterwegs waren, fiel James etwas ein. „Eigentlich hatten wir Rumtreiber noch einen Abschlussstreich machen wollen. Das haben wir nun wohl endgültig verpasst.“ Er sah enttäuscht aus, doch Lily schien sich zu freuen: „Das ist auch gut so, ihr seid doch nicht mehr fünfzehn, oder?“ James nickte ergeben, sagte jedoch noch: „Es wäre schon lustig gewesen, ein letztes Mal.“

Sirius grinste. „Ich kann dich beruhigen. Ich habe Peeves in alles eingewiesen, was wir geplant hatten. Vielleicht wird er den Streich im nächsten Jahr ausführen. Ganz sicher ist das natürlich nicht – du kennst ja Peeves.“ Alle sahen ihn mit großen Augen an, die einen aus Überraschung und die anderen aus Bewunderung. Lily allerdings sah eher ärgerlich aus. „Das hast du nicht wirklich getan, oder?“ Sirius lachte sie an und sagte mit Unschuldsmiene: „Tut mir leid, Lily, aber ich konnte nicht widerstehen.“ Lily sah zu James und stellte erzürnt fest: „Du hast das heimlich mit Sirius vorbereitet, oder?“ Er nickte, ergänzte aber rasch: „Es ist kein schlimmer Streich, eher was Aufmunterndes.“ „Etwas Aufmunterndes?“ Wieder nickte James: „Wegen Voldemort und so.“ Lily war nicht wirklich überzeugt. „Das musst du schon genauer erklären.“ James erklärte, dass sie alle bestimmt im September im Tagespropheten davon lesen würden. „Bis dahin ist es ein Geheimnis.“ Lily gab sich zufrieden und nahm ein Buch aus der Tasche. James wünschte, dass er das Thema Abschlussstreich nicht aufgebracht hätte, denn nun war Lilys bisher so entspannte Stimmung etwas getrübt, und eigentlich hatte er ihr später noch den Ring geben wollen. Nun schien es ihm besser, das zu verschieben.

Als sie einige Stunden später am Gleis Neun Dreiviertel ankamen, stiegen die zehn jungen Erwachsenen aus und verließen ein letztes Mal den Hogwartsexpress. Am Bahnsteig verabschiedete sich zuerst Kitty. Sie versprach Lily und Lea, sehr bald zu schreiben. Dann umarmte sie Connal und gab ihm einen Abschiedskuss. „Wir sehen uns wie verabredet“, flüsterte sie ihm zu. Connal nickte und winkte ihr nach, als sie nach einem herzlichen Abschied von allen anderen auf ihre Eltern zulief. Nun wandte sich Angelica an James: „Ich wünsch dir fürs Erste alles Gute! Wir sehen uns hoffentlich bald wieder. Und das wollte ich dir noch sagen: Dass du deine Vorurteile gegen Syltherin begraben hast, hat nicht nur mich gefreut!“ Mit einem Lächeln und ein paar freundlichen Worten für die anderen verabschiedete auch sie sich und Graeme tat es ihr gleich. Connal folgte ihnen. „Euch allen einen schönen Sommer“, rief er der Gruppe noch zu. Im Weggehen ärgerte er sich über seine Feigheit. Warum war er nicht in der Lage gewesen, Kitty den Ring zu geben. Dieser drückte in der Tasche in seine Seite, als wäre er ärgerlich, dass er jetzt nicht an ihrem Finger steckte.

Als nächstes machten Peter und Lea sich auf den Weg zu ihren jeweiligen Eltern. Noch ein rascher Kuss und ein: „Wir sehen uns demnächst!“, zu den Freunden und schon waren auch sie verschwunden. Jetzt standen nur noch Sirius, Remus und die beiden ehemaligen Schulsprecher zusammen. Remus machte den Abschied kurz: Er nickte seinen Freunden zu und apparierte vom Bahnsteig weg. James sagte leise zu Sirius: „Geh schon mal zu Euphemia und sag ihr, dass ich gleich nachkomme.“ Sirius nickte grinsend und meinte im Weggehen, zu Lily gewandt: „Du bist echt nett, wenn du mal nicht so streng bist.“ Er ging auf die Absperrung zu und begegnete kurz vor der Mauer zwischen den Welten Catherine. Er lächelte sie an und sagte freundlich: „Ich wünsche dir einen schönen Sommer!“ Sie musterte ihn kritisch und erinnerte ihn an sein Versprechen. Lachend warf Sirius den Kopf in den Nacken: „Erstens ist das Schuljahr zu Ende und zweitens war das kein Anmachspruch.“ Ihre Mundwinkel zuckten. „Na gut. Dann wünsche ich dir das auch!“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und ging durch die Absperrung. Er folgte ihr, um seinen Zieheltern auszurichten, dass ihr Sohn später kommen würde.

Am Bahnhof blieben nun nur noch James und Lily zurück. Beide standen sich wortlos gegenüber. Dann nahm James ihre Hände: „Das war ein Jahr, oder?“ Lilys Augen strahlten. „Man könnte sagen, es war ein Jahr wie kein anderes!“ Mit einer kurzen Umarmung, die ihr ein bisschen den Atem nahm, drückte er seine Zustimmung aus. Nun standen sie einander wieder gegenüber. Ernst sah er sie an. „Jetzt erwartet uns unser Leben. Bist du bereit, mit mir diesen Weg zu gehen?“ Lily lächelte und nickte. „Komm!“, sagte sie und hielt ihm ihre Hand hin. „Uns erwartet ein Leben wie kein anderes!“ James ergriff die Hand und zusammen schritten sie durch die magische Absperrung in ihre gemeinsame Zukunft.

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