Süße Liebe

Es war ein Schultag wie viele zuvor, doch der Duft von Schokolade kann vieles verändern...

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1. Süße Liebe

Süße Liebe

Es war ein kühler Herbsttag, als er zur Schule aufbrach. Die Sonne war noch nicht richtig aufgegangen, und ein leichter Hauch wehte durch die Straßen. Er knöpfte sich den Mantel zu und sah zur Kirche, an der er gerade vorbei ging. Heute würden sie eine Klassenarbeit schreiben; zum Glück hatte er sich gut vorbereitet.

Während er über die Klassenarbeit gebeugt grübelte, wanderten seine Gedanken zu dem Mädchen, das genau vor ihm saß. Sie hatte lange, dunkelblonde Haare und er mochte sie gern. Er ließ den Stift aufs Papier sinken und betrachtete ihren Rücken. Sie war schön, sogar von hinten – bei diesem Gedanken musste er lächeln – und er wünschte sich, ihr näher kommen zu dürfen, doch da standen seine Chancen wohl schlecht.

Die Schule war für heute vorbei, er verließ den Klassenraum und hoffte, dass er nicht allzu schlecht abgeschnitten hatte. Jemand schob sich an ihm vorbei und auf einmal spürte er weiche Haare in seinem Gesicht. Sie war schon im Gang verschwunden, als er noch wie verzaubert dieser kurzen Berührung nachspürte.

Als er zu Hause ankam, bat ihn seine ältere Schwester darum, Schokolade zu zerkleinern, weil sie noch einkaufen müsse. Er erkundigte sich, was sie zu backen beabsichtige, und bekam zu hören, dass es Pralinen werden würden. Er lächelte und begann mit seiner Arbeit.

Als die Schokolade fein genug gehackt war, formte er ein Herz daraus und betrachtete zufrieden sein Werk. Auf einmal klingelte es an der Tür. Schnell ging er öffnen. Ihm blieb fast das Herz stehen. In der Tür stand sie.

Sie erklärte entschuldigend, dass sie hier sei, um ihn nach den Hausaufgaben zu fragen, denn, so sagte sie, sie sei ja gestern krank gewesen. „In der Schule hab ich vergessen zu fragen, und jetzt kann ich niemanden erreichen!“ Er schluckte seine Nervosität hinunter und suchte schnell nach den Blättern.

Währenddessen kam sie herein und folgte dem Geruch der guten Schokolade. Er hatte die Aufgaben gefunden und ging zurück zur Tür. Als er merkte, dass sie in der Küche war, wurde er rot im Gesicht, sie musste doch nun das Herz sehen.

Sie fragte ihn, für wen das Herz sei? Sie lächelte ihn an, fest drückte er die Blätter an seine Brust. Kurz entschlossen antwortete er: „Für dich!“

Alles war für einen Moment still, die Geräusche der Welt drangen nur gedämpft an seine Ohren. Seine Sinne waren komplett auf das Mädchen vor ihm gerichtet; gespannt wartete er auf ihre Reaktion.

Sie ging zu ihm und griff nach seinen Händen: „Für mich?“, fragte sie keck. Er nickte stumm und sah in ihre Augen, in denen nun etwas zu leuchten begann. „Dann ist das...“, sie gab ihm einen Kuss auf die Wange „… für dich!“ Sie ging an ihm vorbei und verließ die Wohnung.

Er blieb starr stehen, und als ihn seine Schwester kurze Zeit später so fand, fragte sie ihn, was ihm denn passiert sei. Er grinste glücklich und sagte dann: „Alles ist gut.“ Dann ging er in sein Zimmer und blickte aus dem Fenster auf die Bäume, die ihre Blätter fallen ließen, und dachte zufrieden:

ALLES IST GUT!

 

 

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