Rose

Maria erzählt über ihr tägliches Leben als 16 jährige. Ihre Gedanken erwachsen und sie beschreibt alles mögliche, das einem im Leben begegnet. Der Alltag steht im Fokus und sie geht auf viele Schichten im Leben ein.

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2. The scents

Dieser absolut wunderschöne Morgen. Ein Vogelzwitschern weckt uns und es heißt es ist Frühling. Die Sonne strahlt durch die Fenster auf unser Gesicht und kitzelt unsere Nasen. Es wirkt so warm und unsere Herzen flattern. Wir fühlen uns wohl und geborgen. Frühling. Die Zeit der Liebe. Die starke Wirkung auf einen. Unzählige Blumen in den unzähligen Gärten, die wir am Tag sehen. Der Rosenduft, der uns verführt. Rosen. Meine Lieblingsblume. Rote Rosen. Sie wirken so verführerisch, aber gleichzeitig so voller Liebe. Dieses dunkelrot zieht mich in ihren Bann und dieser Duft vernebelt meine Sinne. Ein Gefühl als stände man in einem Garten voller Rosen. Rosen die um dich wachsen. Rosen die dich verzaubern. So ein Gefühl vergisst man niemals. Es ist wie ein Gefühl der Liebe. Sie strahlen es aus.

 

Mein Wecker zerstörte meinen Traum und was mir auffiel, war der grauenvollste Morgen. Grau im wahrsten Sinne des Wortes. Es regnete und gewitterte. Das was meine Nase kitzelte war nicht der Sonnenstrahl, sondern der Geruch des Regens. Ich mochte diesen Geruch nach Mutter Natur nicht. Jedenfalls speziell diesen nicht. Der Geruch nach Rosen zog mich in die Natur wieder zurück. Ich mochte die Natur an sich nicht und ich war auch eher ein Stubenhocker. 24/7 mein Bett und ich. Jedoch gibt es auch Tage wie diese in meinem Traum. Das sind Tage an denen ich mich in die Natur traue. Anfang des Frühlings. Es ist morgens noch kühl von der Nacht und die Luft ist klar. Man riecht leicht den Blütenduft und der Sauerstoff fließt sanft durch die Nase. Es ist ruhig, bis auf die Vögel die zwitschern. Je nach dem wie früh man nach draußen geht um so schöner ist es. Es ist schön die Natur alleine zu geniessen und über Felder oder große Gärten zu gehen. Natürlich die Gärten, die nicht privates Eigentum sind. Große Felder oder große Gärten zeigen ein Bild von einer komplett neuen Welt. Es ist nicht der Alltag. Auch der Duft aus den Gärten ist das komplette Gegenteil zu dem Duft aus dem Alltag. Jeden Tag riecht es nach CO2. Stress liegt in der Luft, wenn die Leute morgens zu den öffentlichen Verkehrsmitteln hetzen. Diese Menschen sehen genauso interessant aus. Gestresste Gesichter. Schneller Atem. Verschwitzte Menschen. Der Gestank von Schweiß ist nicht zu überdecken. Man sagt alle Menschen waschen sich morgens. Zu 50% unserer Bevölkerung trifft es nicht zu. Die Busse am Morgen sind die Wahrheit und die Wahrheit kann man riechen. Deutlich riechen. Am besten sind sogar die alten Männer die morgens schon auf beiden Seiten einen See unter den Armen haben und dann die Arme hoch heben um sich festzuhalten. Würde ich frühstücken, wäre mein Frühstück überall im Bus verteilt. Zum Glück bin ich einer der letzten die einsteigt und einer der ersten die wieder aussteigt, weswegen das einzige was mich nervt kleine Kinder mit überdimensionalen Schultaschen sind.

 

Dieser faszinierende Geruch von Kaffee. Jeden Morgen am Bahnhof, genauso wie im Zug. Besonders im Winter hat jeder zweite Erwachsene einen vollen Kaffeebecher in der Hand, der bei jeder Bewegung zu fallen droht. Kaffee erinnert mich immer an Wärme, aber auch an Arbeit. Jeder würde denken es ist negativ gemeint, aber ich meine es positiv. Der Gedanke morgens aufzustehen und mich an meinen Tisch zu setzen mit einer Decke um meinen Körper und dabei einen Kaffee zu trinken während ich aus dem Fenster ins düstere nichts gucke macht mich glücklich. Der frühe Morgen ist eine der schönsten Tageszeiten. Die Welt ruht und mir ist bewusst das ich eine der ersten bin die wach ist. Es ist angenehm diese Stille. Wenn die Bäume im Frühling schon Blätter haben, dann sieht man sie wie sie morgens dem Wind folgen. Sie wehen wie Haare im Wind. Sanft. Ruhig. Leicht. Dieses Gefühl von Ruhe wenn man vor diesem Fenster sitzt und dann kitzelt der Kaffeegeruch meine Nase und nicht der Geruch der nassen Natur.

 

Dieser Geruch von Zimt und Tee. Es erinnert an Weihnachten. Der Geruch von Weihnachtsgebäck benebelt die Sinne. Es ist wieder warm und auch hier duftet oftmals der Kaffee. Der Geruch von Weihnachten gibt einem das Gefühl von Liebe und Zusammenhalt. Die Familie sitzt am Tisch und isst das wohlduftende Weihnachtsmahl. Ein Tischgebet als Dank für das gute Mahl an diesem Tag. Eine Familie die glücklich zusammen sitzt und sich über alles mögliche unterhält. Sie wachsen jeden Tag ein bisschen mehr. Die Liebe wächst immer mehr. Winter als eine Familienjahreszeit? Da stimme ich vollkommen zu. Weihnachtsfilme zeigen die Klischeefamilien. Familien die sich streiten, die jedoch bis ans Ende zusammenhalten und dann sitzen die Kinder vor dem Weihnachtsbaum. Sie packen ihre Geschenke aus die der Weihnachtsmann ihnen gebracht hat. Währenddessen sitzen die Verwandten auf der gut gepolsterten Couch. Alle Verwandten unterhalten sich und trinken nebenbei immer wieder hier und da ein Schlückchen aus ihrer Teetasse.

Die gestressten Gesichter wegen der Plannung der Weihnachtszeit sind nun verflogen und sie entspannen sich. Der Rücken ist nicht angespannt nach oben gestreckt, sondern in einer angenehmen Position haltend. Selbst die strengsten Tanten mit einem streng zusammengebunden Knoten auf dem Kopf sind keine geraden Stöcke mehr, sondern die liebevollen Tanten, die mit ihren Nichten und Neffen spielen. Die Weihnachtszeit ist eine Zeit die viele mögen, denn es sind nicht nur materielle Geschenke die auf einen warten, sondern auch das größte Geschenk der Welt wartet auf einen. Die Familie. Nicht die anstrengende Familie die man über das ganze Jahr kennt, sondern die Familie die nur so entspannt in der Weihnachtszeit ist.

 

Gerüche speichern Erinnerungen. Jeder Geruch hat seine eigene Bedeutung. Positiv oder negativ. Wir sind erfreut und glücklich wenn wir unsere Lieblingsgerüche riechen. Immer erinnern wir uns an die Sachen die uns glücklich machen. Meine Lieblingsgerüche: Rosenduft, Weihnachten und Kaffee. Das komplette Gegenteil zu unserem Alltag.  

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