Rose

Maria erzählt über ihr tägliches Leben als 16 jährige. Ihre Gedanken erwachsen und sie beschreibt alles mögliche, das einem im Leben begegnet. Der Alltag steht im Fokus und sie geht auf viele Schichten im Leben ein.

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3. The past

Dieser Geruch von Männerduft. Ein bestimmtes Männerparfüm. Es steht dort auf seinem Schrank. Er ist gerade duschen. Ich sitze nass vom Regen auf dem Boden. Auf seinem Boden. Er hat eine Bodenheizung und sein Zimmer ist klein. Es ist etwas unordentlich, jedoch ist sein Bett gemacht. Das Wasser rauschte im Badezimmer und ausserhalb. Ich war nass vom Regen. Mein Pullover und meine Leggins waren durchnässt. Ich hatte ein T-Shirt in meiner Tasche, aber ich wollte es nicht anziehen. Der Regen er beschrieb meine Stimmung an diesem schrecklichen Tag. Heute war es dieser Tag. Einer meiner schlimmsten Tage des Jahres. Meine Freunde wollten mich beschützen vor ihm. Ich wollte nicht. Mein schlimmster Fehler. Ich saß auf dem Boden. Mein Englischvortrag auf meinen Karteikarten über Nickelback in meiner Hand. Ein Song von ihnen. Ich sollte ihn vorstellen und daher arbeitete ich in der Zeit, wo er duschte. Er kam rein. Halbnackt. Ich sah 1 Sekunde hin und direkt auf den Boden. Was war das? Dieser Zeitpunkt, der mir hätte sagen sollen, dass es das beste wäre zu gehen. Einfach zu verschwinden. Im Regen zu trauern und beten. Mit ihr zu reden. Meinem Schatz. Meinem Alles. Nicht mein Freund. Damals hatte ich ihn noch nicht. Aber sie sie war da schon tot. Er wusste es und nutzte es aus. Ich wollte rennen. Einfach weg. Ich konnte es nur nicht. Ich ließ mich fallen und er fing mich auf. Er bat mich auf seinem Bett mich zu setzen. Ich schüttelte den Kopf. Entschlossen mich nicht auf seinem Bett niederzulassen sagte ich zu ihm, dass ich nass bin wegen des Regens und deshalb mich nicht setzen kann. Er gab mir eine Hose und ein T-Shirt von sich. Ich nahm sie an mich. Er sagte ich könne mich umziehen. Ich wollte aber nicht. Nicht vor ihm. Ich mochte es nicht. Meinen Körper zu zeigen war nichts was ich tun wollte. Ich hasste es. Meine Haut so weiß wie Schnee. Ich fragte nach dem Bad und er verließ das Zimmer. Dankbar zog ich mich um. Meine Beine unrasiert. Ich fühlte mich unwohl. Er war so besonders. Trotzdem fühlte ich mich unwohl. Ich fühlte mich immer unwohl in seiner Nähe. Ignorierte dieses Gefühl und begann mich weiter in den Mist zu reiten. Mitlerweile saß ich mit seinen Klamotten an der Ecke von seinem Bett. Während er schon wieder im Zimmer war. Er hatte endlich etwas angezogen und trocknete sich die Haare. So selbstüberzeugt er doch war sprühte er noch Parfüm auf seinen Hals. Er setzte sich zu mir. Ich war rot. Schüchtern. Verängstigt. Ich wusste nicht was jetzt kommt. Werden wir jetzt reden? Kuscheln? Oder was? Er sagte mir seine Bettdecke wäre weich. Ich musste lächeln. Er war anders. Ich musste lachen als mir wieder auffiel wie sehr er versuchte mich aufzumuntern. Er gab mir ein Lächeln. Als ich vorher durch die Tür gekommen bin umarmte er mich direkt. Ihm war es egal, dass ich nass war. Ihn interessierte es nicht. Er nahm mich einfach in den Arm. Kurz vorm Sturz hielt er mich fest. Seine Decke war weich. Ich fühlte es als er sie auf mich geschmissen hatte. Dann lag er auf mir. Mein Herz raste und ich wollte weg. Mir ging das zu schnell. Ich hatte Angst. Mein Zittern spürte er. Er sagte ich solle mich entspannen und ihm vertrauen. Menschen spielen mit dem Vertrauen anderer. Ich habe ihm vertraut. Er küsste mich. Stark. Wild. Es tat schon beinahe weh. Ich schloss die Augen und erinnerte mich an den Stress und Schmerz der letzten Tage. Es konnte nicht schlimmer werden. Ich ließ mich auf ihn ein und erwiederte diesen schlechten Kuss. Er konnte nicht küssen. Seine Hände wussten gefühlt nicht was sie tun. Es fühlte sich an als wäre ich das erste Mädchen, das er küsste. Er war von sich selbstüberzeugt. Sehr von sich selbstüberzeugt. Als wir kuschelten und er versuchte mich anzufassen, wollte ich nur noch mehr wegrennen. So schnell wie möglich. Ich stieß ihn weg und ging auf Toilette. Ich sah in das Spiegelbild und sehe nicht mich. Das was ich sah war ein Mädchen. Sie sah jung aus. Verzweifelt. In sich gekehrt. Verschlossen. Sie zitterte. Sie hatte leicht nasses Haar. Ihre Haare waren etwas verknotet und sahen daher ungekämmt aus. Ein blasses Gesicht. Augenringe. Sie sah aus wie ein Skelett. Einfach tot. Ich musste gehen. Aber wollte ich gehen? Er nahm mich so herzlich in den Arm. Er gab mir ein Gefühl von Sicherheit. Trotzdem hatte ich Angst. Das Mädchen, das erschreckender Weise ich war, ging zurück. Er lag auf seinem Bett. Sein Handy in seiner Hand. Ich musste gehen. Seine Eltern würden bald zurückkehren. Er schmiss mich raus. Entschuldigte sich für sein Verhalten. Mir war klar, dass seine Eltern nicht so plötzlich zurück kommen würden. Ich war dankbar, dass er meine Entscheidung übernommen hat. Er hat mich gehen gelassen. Es stellte sich heraus. Ich bin eine Schwester für ihn. Er brach mein Herz. Ich mochte ihn. Mochte ich diese Nähe oder mochte ich ihn? Etwas besonderes zu sein? Sein Charakter ist der schlimmste überhaupt. Körperlich war er auch nicht mein Stil. Er war eigentlich ein kompletter Fehler in Beziehung zu mir. Ich ging in den Regen. Es war abkühlend. Ich ging meine trauernde Runde im Regen und atmete durch. Sein T-Shirt immer noch tragend. Dieser Geruch ging mir nicht aus der Nase. War der Tag positiv oder negativ? Wieso hat er das gemacht? Was war das überhaupt? Dies ist nun eine Weile her. Jedoch eine Begleitung für den Tag. Dieser Tag erinnert mich immer an meine erste große Liebe. Ich war enttäuscht und in irgendeiner Art und Weise wütend auf mich selbst. Mir ist aufgefallen, dass wenn Menschen wütend sind dann sind sie es meistens auf sich selbst. Sie sind sauer, weil sie einen Fehler gemacht haben, den sie nicht rückgängig machen können. Menschen begehen Fehler. Wie gehen sie damit um? Können sie es ertragen was passiert ist? Holt die Vergangenheit einen ein? Verstecken wir uns hinter unserer Vergangenheit? Ist die Vergangenheit unsere größte Schwäche?

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