Rose

Maria erzählt über ihr tägliches Leben als 16 jährige. Ihre Gedanken erwachsen und sie beschreibt alles mögliche, das einem im Leben begegnet. Der Alltag steht im Fokus und sie geht auf viele Schichten im Leben ein.

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5. The help

Heute ist ein Schulfest. Zu dem müssen wir Schüler verkleidet kommen. Mein Outfit entsprach einem Rock, hohe Schuhe, Kniestrümpfe, T-Shirt und einer Cap. Alles war abgestimmt auf die Farben rot, blau und weiß. Meine Freunde und ich saßen auf einer Tischtennisplatte, so wie die anderen aus unserem Jahrgang auch. Heute waren wir nur die Hälfte an Schüler, weil die andere Hälfte nicht anwesend war aus verschiedenen Gründe. Aber der Grund der absolut 100% bei jedem nicht anwesenden Schüler zutraf war das Schulfest. Wir alle hatten keine Lust. Wieso auch? Wir machen ja nichts. Wirklich gar nichts. Wir bauen ein bisschen auf, aber mehr auch nicht. Spätestens wenn wir abbauen sollen sind wir alle schon verschwunden.

Wir saßen immer noch auf der Tischtennisplatte, als ich auf einen guten Freund von mir wartete. Er wollte mit mir über seine Gefühle für mich reden. Ich aber nicht mit ihm. Ich hasse über solche Sachen zu reden. Liebe macht mich nur noch aggressiv. Egal wie man es macht, man verliert. Wenn ein Freund sich in einen verliebt, versucht er es solange bis man sich so stark streitet, dass man den Menschen einfach nicht mehr sehen will. Dann gibt es auch den Moment, wenn man sich in einen Freund verliebt, er versteht meistens auch nicht, dass man daran kaputt geht seine Gefühle ständig zu hören für ein anderes Mädchen. Man wird egal wie eifersüchtig. Das ist normal! Nur man versteht es einfach nicht. Aber wenn man selber darüber nachdenkt, ist man selber so. Man schreibt über den Partner oder Ex-Partner, weil man manchmal auch einfach keine Ahnung hat wie man mit dem Menschen umgehen soll oder auch kann. Es vibrierte in meiner Schultasche und ich nahm mein Handy raus. Der besagte Freund rief mich gerade an. Entweder er sagt, dass er doch nicht kommt oder dass er nicht weiß wo er hin soll. Wieso kann er nicht einfach den Weg gehen den ich ihm beschrieben habe? So schwierig ist dass eigentlich nicht. Ich sah ihn sogar auf dem Weg zu mir, somit kann ich von dem zweitem Geschehen ausgehen. Der Depp ruft mich trotzdem an. Ich bin genervt. Die Sonne kotzt mich an. Das Wetter ist so schwül. Ich hasse den Sommer und besonders wenn man eigentlich für Prüfungen lernen muss, aber in der Schule hockt um sich  zu langweilen und dann besonders wegen einem Schulfest. Die Menschen sollten einfach einmal verstehen, dass für manche dieser Abschluss wichtig und entscheidend für unser Leben ist. Es gibt auch Menschen, die sich nicht alles erkaufen können. Geld spielt so eine große Rolle, dabei sollte man eher auf sein soziales Leben gegenüber anderen achten. Nur weil der eine Mensch arm ist heißt es ja nicht, dass er weniger verdient einen guten Abschluss zu haben. Unsere Gesellschaft sieht nur auf den Status. Wer viel Geld hat und dumm ist, besitzt einen höheren Status, als die wirklich schlauen Menschen die kein Geld haben. 

Er läuft lächelnd auf mich zu und ich will weg rennen. Mein Inneres schreit Neiiiiiiiiiiiin!!!! Ich brauche Zeit. Ich weiß nicht was ich sagen soll. Wie soll ich mit ihm umgehen? Soll ich ihn hassen dafür, dass er mich mag? "Hey Maria" schrie er. Ich verdrehte schon meine Augen. Meine Beine ließen mich in seine Richtung laufen. Ich wollte immer noch nicht reden. Seine Anwesenheit kann ich genauso wenig gerade ertragen. Ich schaffe es gerade nicht. Mein Handy vibrierte schon wieder. Auf den Display stand der Name des Jungen den ich nie wiedersehen wollte. Ich hasste ihn und liebte ihn gleichzeitig. Es ist nun gute 2 Jahre her, dass was zwischen uns passiert ist. Wir haben uns ab und zu gesehen. Oberflächlich waren wir Freunde. Das die Spannung zwischen uns war merkte jeder und natürlich auch wir beide. Es hieß zu ignorieren. Er hatte eine Freundin und bei mir ist es jetzt ein halbes Jahr her, dass ich mit meinem Freund Schluss gemacht habe. Es hat nicht geklappt. Wir waren beide nicht bereit dafür. Ich ging an das Telefon ran, aber ich sagte nichts. Er meldete sich: "Maria? Kannst du zu mir kommen. Ich brauche dich gerade! Bitte!" Er weinte. Er weinte nie. Ich wusste nicht was zu tun und antwortete mit: "Wo?" Ich wusste, dass das keine gute Idee ist. Er wird mich brauchen. Ja mit anfassen und so. Dafür bin ich gut genug. "Komm zu mir, wenn du kannst. Keine Sorge ich mache nichts." Schön, dass er mich darauf auch so offen anspricht. Er kann es wenigstens. Ich kann es nicht. Er war wie eine Droge für mich. Ich brauchte meine regelmäßige Dosis von ihm.

Ich rannte los und ließ meinen verliebten Kumpel einfach so stehen. Verabschieden tat ich mich auch nicht. Ich rannte zur U-Bahn. Sofort kam die Bahn um zu ihm zu fahren. Die 40 Minuten, die ich zu ihm fuhr waren schlimm. Ich zappelte die ganze Zeit und konnte mich nicht mal auf die Musik konzentrieren, die mich normalerweise beruhigte. An der Station angekommen rannte ich in den Regen. Ich werde komplett nass. Der Weg zu ihm kam mir so lange vor. Es raubte mir die letzte Kraft. Die hohen Schuhe waren auch nicht wirklich bequem zum Rennen. Ich drückte die Klingel und wartete darauf, dass er mich rein ließ. Ich lief die Treppen hoch und sah ihn da. Er war vollkommen aufgelöst. Er sah echt schlecht aus. Was sollte ich machen? Ich umarmte ihn und er weinte. Was war mit ihm? So kannte ich ihn echt nicht. Er war nie so. Immer der arrogante Typ, der immer stark aussah und jetzt nicht mehr. Eins was ich schon immer wusste war, dass er nicht so ist sondern auch so eine Seite hat, aber sie nie zeigt. Ich versuchte ihn zu trösten.

Wir saßen in seinem Zimmer und ich wusste nicht was ich machen sollte. Er schlief auf meinem Schoß. Ich strich mit meiner Hand über seinen Kopf und spürte die weichen Haare. Sie waren immer noch so schön weich. Wieso ging es ihm so? Was ist mit ihm passiert? Plötzlich vibrierte auf dem Tisch sein Handy. Ich versuchte seinen Kopf von meinem Schoß zubekommen , so dass er nicht aufwacht. Sein Kopf bettete ich vorsichtig auf den Platz wo ich vorher saß und ging zum Handy. Es war seine Freundin. Was soll ich machen? Ich ging dran. "Hey, können wir nochmal reden? Ich verstehe nicht wieso du dass gemacht hast!" sagte eine weinerliche Stimme. "Tut mir leid! Leon ist am Schlafen. Ich kann ihm Bescheid sagen, dass du angerufen hast." sagte ich mit piepsiger Stimme. Mir war das merklich unangenehm. Wieso rief er mich an und nicht seine Freundin? "Wer bist du?" kam nur von der anderen Leitung. "Er kennt mich aus der Kirche. Wir sind gute Freunde und ihm ging es nicht gut, deswegen wollte ich mal nach ihm schauen" sagte ich ihr. Kannte sie mich? Hat sie heraus gefunden was mit  mir war vor 2 Jahren? Es ist lange her und sie sind immer noch zusammen, dabei ist er ihr ständig fremdgegangen. "Bist du das Mädchen weswegen er mich verlässt?" fragte sie. Was?! Sie trennen sich? Und dass weil er ein anderes Mädchen gefunden hat? "Nein. Ich bin eine Schwester für ihn. Wir sind einfach gute Freunde, die einander helfen. Ich sage ihm später, dass du angerufen hast." Mein letzter Satz, denn ich legte direkt auf. Was ist hier denn los? Ein anderes Mädchen? Das tat schon irgendwie weh. Mit wem betrog er jetzt? Ich bin vollkommen verwirrt. Seine Eltern kommen bestimmt gleich nach Hause. Ich tue einfach mal so, als hätte er mir mit der Gitarre geholfen oder so ähnlich. Schulsachen kann ich auf dem Boden verteilen und dann sieht es so aus, als hätte ich gelernt während er geschlafen hat. Ich kochte ihm einen Tee und wollte diesen ihm gerade bringen, als seine Eltern nach Hause kamen. Seine Mutter, die mich aus der Gemeinde schon kannte guckte mich erschrocken an. Sein Vater wirkte wie immer sehr gelassen. "Maria, was machst du denn hier?" fragte sie mich vollkommen überfordert mit der Situation. Was muss wohl im Kopf einer Mutter los sein, wenn der Sohn ein Mädchen zu sich nach Hause lässt? "Ich bin noch nicht lange hier, aber Ihrem Sohn ging es anscheinend nicht gut. Er wollte mir eigentlich mit der Gitarre helfen, aber ist dann auf dem Bett eingeschlafen. Ihm ging es ziemlich schlecht und er sah auch nicht so gut aus, deswegen wollte ich warten bis Sie wieder hier sind damit mal jemand nach ihm schaut. Ich werde dann jetzt gehen." Ich verbeugte mich leicht vor seiner Mutter. Notlügen. Nicht toll, aber wie der Name schon sagt zur Not. Sie meinte, dann das ich ruhig hier bleiben kann. Es wäre besser wenn jemand hier wäre. Ganz verstanden habe ich das nicht, aber ich stellte mich zur Verfügung mit ihr zu kochen. Wir machten Maultaschen und frittierten diese. Dazu machte sie Sushi und einen Salat. Ich ging später mal nach ihm gucken. Er lag da. Schlafend wie ein Baby. Er sah so ruhig und lieb aus. In seiner Traumwelt gefangen bekam er nichts mehr mit. Träumen ist so schön...

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