Rose

Maria erzählt über ihr tägliches Leben als 16 jährige. Ihre Gedanken erwachsen und sie beschreibt alles mögliche, das einem im Leben begegnet. Der Alltag steht im Fokus und sie geht auf viele Schichten im Leben ein.

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1. The boy

Er starrte mich an. Meine Muskeln verkrampften sich und mein Körper versteifte sich komplett. Die Luft wurde schwerer. Meine Finger kribbelten. Mein Mund war trocken, weswegen es schwierig war zu schlucken. Keine Reaktion von ihm. Nur ein einfaches Angucken seinerseits. Dieser neue  Junge in unserer Stufe machte mich verrückt. Ich fühlte immer eine Hand um meinen Hals. Sie drückte immer mehr zu. Es war keine Angst, aber er war unheimlich. Ich wusste nicht was er mit mir anstellte. Er wirkte wie ein Geheimnis. Ein Buch das man öffnen und lesen möchte. Ich hatte ihn noch nie reden gehört. Keinen anderen Gesichtsausdruck. Kein neues Bild. Jeden Tag wirkte er gleich. Schwarz. Geheimnisvoll. Einfach anders.

               „Mrs. Tompson! Würden sie bitte dem Unterricht folgen!“ Mein Lehrer stand vor mir und schaute mich mit ernsten Blicken an. Ich schreckte hoch und merkte wie ich wieder in meinen Tagträumen verschwunden war. Ich drehte mich um. Eine Reihe hinter mir und 2 Plätze von Lehrersicht nach links. Da saß er. Der Junge der mich aufwühlt. Keine Liebe. Es ist einfach dieses geheimnisvolle an ihm. „Mrs. Tompson, geht es Ihnen gut?“ fragte mich unser Englischlehrer Mr. Brownel. Ich schüttelte innerlich den Kopf. Ach Maria was machst du schon wieder? Du wolltest dich dieses Jahr anstrengen. Schule ist wichtig und nicht die Löserei von Rätseln deiner Mitschüler. „Ja, Sir. Ich war etwas abwesend.“ Sagte ich. Ich war eindeutig zu müde. Dieser Schultag ging wie ein schneller Zug an mir vorbei. Mein Leben fährt wie ein Zug an mir vorbei. In Höchstgeschwindigkeit. Es sind nun 2 Wochen des neuen Schuljahres vergangen. Es fühlte sich nicht an wie die letzten 2 Jahre an unserer Schule. Es wirkt wie früher. 7.Klasse. Wir waren alle noch kleine Kinder. Wir Mädchen schwärmten von unserem Märchenprinzen und die Jungs träumten von ihrer Fußballkarriere. In der 11. Klasse sitzen wir nun. Wir planen unsere Zukunft und leben ein Leben eines Teenagers, wo es heißt verlieren oder gewinnen. Wir müssen kämpfen von Anfang an. Nach den Lehrern heißt es wenn wir dies nicht tun wird aus uns nichts. Wer weiß denn schon mit 16 Jahren was man in 2- 3 Jahren studieren will? Träumen die meisten nicht davon irgendwas zu machen was mit ihren Hobbies zu tun hat? Die Jungs und Mädchen die sportlich unterwegs sind arbeiten auf ein Sportstipendium hin. Andere versuchen es mit musikalischen Dingen oder sonstigem Schwachsinn. Das sind die Entscheidungen von ihren Eltern früher, die damals zu  ihren Kindern sagten, dass sie mit diesem Hobby anfangen sollen. Meine Eltern waren nie so. Sie ließen mich das machen was ich wollte. Ich habe so gut wie alles probiert und finde alles auch interessant, nur nichts wurde zu meiner Leidenschaft. Tanzen. Schwimmen. Singen. Zeichnen. Schreiben. Klavier. Gitarre. Theater. Lesen. Sprachen. Ich könnte noch mehr aufzählen. Mein Leben ist langweilig. So normal. Ich habe einen Freund. Ich sehe wie jedes andere Mädchen auf dieser Welt aus, aber finde trotzdem (wie alle anderen Mädchen auch) das ich zu dick bin. Dabei ist mir bewusst, dass ich es nicht bin. So wie jedem anderem Menschen auf dieser Welt auch. Uns ist allen bewusst was wir tun. Wir wissen es alle, aber sagen trotzdem dass wir es nicht wussten. Die Logik des komplizierten Menschen. Wir sind alle so gleich, aber auch so verschieden. Das einzige was mich schon immer faszinierte waren die Menschen. Diese Menschen die dich ansehen und man sieht sie an. Sie denken nicht über dich nach, aber man sieht durch ihre Augen direkt in die Seele. Man sieht die Verzweiflung. Den Verstand. Die Angst. Alles Negative. Meiner Meinung nach steht der Mensch auf seinen Beinen wegen des Negativen in ihm. Er wächst an Schwächen. Der Mensch wächst daran die Schwächen zu verheimlichen und die Stärken groß aussehen zu lassen. Dabei werden viele einfach davon verschluckt. Das Böse und Gute. Ich beschäftigte mich mit der Frage ob der Mensch gut oder böse sei. Weder noch. Wir werden vom Bösen verführt, weil das Böse menschlich ist. Wir sind alle Menschen. Alles was in unserem Interesse steht verführt uns. Sei es er Neid der uns zu einem Monster macht und uns Menschen hassen lässt nur weil sie mehr haben als wir. Sei es die Angst, die wir vertuschen. Sei es die Eifersucht. Die Macht über jemanden. Egal was uns Tag täglich gegenüber tritt. Wir haben immer ein Gefühl, das uns leitet. Das sind Gedanken einer 16 jährigen, die wie jeder andere Mensch menschlich ist. Mit diesen Gedanken habe ich eine innerliche Leidenschaft. Das stille analysieren von Menschen. Eine Leidenschaft die mir meiner Meinung nach nichts bringt. So normal ich doch bin, wünsche ich mir einfach wie alle anderen Mädchen zu sein, die eine Leidenschaft haben die sie allen zeigen. Die eine möchte ihr ganzes Leben tanzen. Die nächste will weltbeste Schwimmerin werden.  Was will ich? Spezialisieren konnte ich mich nie. Ich habe nie ein Hobby gefunden das ich länger als 2 Jahre gemacht habe. Was dazu bedeutet, dass ich viele Sachen auf einmal versucht habe. Vielleicht war das mein Fehler.

                                       Menschenanalyse. Mein nächstes Opfer wird der neue sein. Mein Freund weiß davon nichts. Er würde mich als Psycho bezeichnen, aber wenn wir mal alle ehrlich miteinander sind. Wer findet Mensch nicht interessant? Wir alle interessieren uns für die neusten Infos über Mitschüler. Alle wollen wissen was in der Welt abgeht und zu was die Menschen fähig sind. Dieser Junge ist geheimnisvoll. Seine Augen sind so schwarz. Generell sieht er aus wie ein Vampir. Er trägt schwarze Kleidung und seine Haut ist so hell. Ein Ebenbild von mir. Der große Unterschied er wirkt wie ein Geist. Niemand kennt ihn. Niemand sieht ihn. Niemand interessiert sich für ihn. Mit Ausnahme von mir. Er wirkt auf mich besonders. Ich bin einfach wie jede andere. Ein normales Mädchen, das 16 Jahre alt ist. 

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