Warum Er?!

Rin Mazuoka ist ein siebzehn jähriges Mädchen, dass in der Nähe von Kyoto in Japan lebt. Sie möchte in Ruhe ihre Schule beenden und in die Welt der Erwachsenen starten. Doch die Ruhe wird durch den beliebtesten Jungen der Schule gestört. Haru Tanaka versucht unermüdlich mit ihr befreundet zu sein, was Rin überhaupt nicht passt. Sie hat viel mehr mit anderen Problemen zu tun...

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1. Eine unangenehme Begegnung

Rin Mazuoka ist 17 Jahre alt und wohnt in einer Kleinstadt, in der Nähe von Kyoto.Sie hat mittellanges, braunes Haar und ein freches Gesicht. Sie geht ab heute in die zweite Klasse der Kamiyota Oberschule. Ihre Interessen beschränken sich auf Mangas und darauf nicht ihrer Mutter zur Last zu fallen.

 

Rin dreht sich langsam in ihrem Bett um. Sie öffnet verschlafen die Augen, blinzelt zweimal und deckt sich nochmal zu. ,,Dieses Schuljahr wird alles anders!“, murmelt Rin und schaut dann auf ihren Wecker. Erst kann sie die Zahlen nicht erkennen. Rin kneift die Augen zusammen, bis sie sich an die Helligkeit der Sonnenstrahlen gewöhnt haben, die durch einen Spalt der Gardinen fallen. Dann reißt sie die Augen auf und stößt einen kurzen Schrei aus :,,Es ist schon so spät?! Ich habe schon wieder verschlafen!“ Mit einem Satz springt Rin aus ihrem Bett und zieht sich ihre Schuluniform an. Die Uniform besteht aus einem karierten Rock, einer weißen Bluse, einen beige farbigen Pullunder, weißen Socken und einer roten Krawatte.

Danach legt sie einen kurzen Sprint in das Badezimmer zurück. Dort putzt sie schnell ihre Zähne, kämmt ihre Haare und spurtet wieder auf den Flur. Rin schnappt sich ihre Schultasche und rutscht auf dem Treppengeländer runter. Ihre Mutter ist schon zur Arbeit und hat ihr noch zuvor ein Bento (Lunchbox) für sie gemacht. Rin nimmt die Bentobox vom Küchentisch und stopft sie in ihre Tasche. Gerade will sie die Küche verlassen, als sie mit ihrer Socke an einer Bodendiele hängen bleibt und wie ein Baum in Zeitlupe nach vorne auf den Boden klatscht. Alle Viere von sich gestreckt, liegt sie mit dem Bauch nach unten auf dem Boden.

Rin will sich gerade aufrichten, als es an der Tür klingelt und Stimmen in das Haus dringen :,,Rin! Wo bleibst du, wir kommen noch zu spät!“ Rin rappelt sich auf und reibt sich den Kopf. Sie zieht sich hastig die Schuhe an und verlässt das Haus.

Vor dem Gartentor warten schon ihre Freundinnen. ,,Hiyorin, Kana, Hanabi und Kagura! Guten Morgen!“, ruft Rin ihnen freudig zu. Sie eilt zum Gartentor, dass sich quietschend öffnet. Kana hebt ihren Kopf von ihrem Buch über Naturwissenschaften und mustert Rin. ,,Ach Rin, kannst du nicht einmal vernünftig aussehen?!“, beschwert sie sich. Erst jetzt bemerkt Rin, dass ihr Kragen und ihre Krawatte total schief sitzen. Kana richtet ihr die Kleidung und widmet sich wieder ihrem Buch. Kana ist die beste Schülerin an Rins Schule und könnte eigentlich auf eine Eliteschule gehen. Jedoch möchte sie nicht ihre Freunde verlassen. Zusammen machen sie sich endlich auf den Weg zur Bahnstation. Auf dem Weg konzentriert sich Kana nur auf ihr Buch. Hiyorin spricht sie genervt an :,,Kana, kannst du nicht einmal das Buch zur Seite legen?“ Doch Kana ignoriert sie vollkommen. Hiyorin hat ungewöhnlich rote Haare und fällt immer und überall auf. Doch jetzt haben ihre Haare und ihr Gesicht keinen Farbunterschied, da sie so wütend ist, dass Kana sie ignoriert. ,,Sag mal Rin,“, unterbricht Kagura Hiyorin bei ihrem Wutanfall :,,hast du nicht gesagt, du willst nie mehr verschlafen?“ Kaguras Vater kommt aus dem Ausland. Irgendwo aus einer Gegend in Spanien. Deshalb hat sie eine dunklere Haut und lange braune, gewellte Haare. Verlegen kratzt sich Rin am Hinterkopf wegen dieser Bemerkung und lacht etwas peinlich berührt. Doch jetzt schreitet Hanabi ein :,,Du kennst sie doch! Rin wird sich so schnell nicht ändern.“ Hanabi ist Rins aller beste Freundin. Sie kennen sich zwar noch nicht so lange, aber sie haben sich auf Anhieb verstanden. Hanabi ist eher schüchtern. Doch wenn sie unter Freunden ist, ist sie sehr selbstbewusst.

Lachend erreichen die Freundinnen die Bahnstation. Während der Bahnfahrt unterhalten sich die Mädchen über die Geschehnisse in den Ferien.

An der Haltestelle, in der Nähe der Schule, steigen sie schwatzend aus. Draußen am Schultor hängt ein Eisenschild, worauf Kamiyota Oberschule steht. Sie durchschreiten das Tor und stehen auf dem Schulhof. Auf der linken Seite kann man den Sportplatz erkennen und auf der Rechten die Schwimmhalle. Der Weg zum Eingang des Schulgebäudes ist gesäumt von Kirschbäumen. Jetzt im Frühling stehen sie in voller Pracht. Und wenn manchmal ein laues Windchen aufkommt, fallen rosa Blütenblätter langsam zu Boden. In Gedanken beobachtet Rin die zu Boden fallenden Blüten. Doch da stupst sie Hiyorin von der Seite an :,,Ja, der traumhafte Weg versperrt die Sicht auf den Eingang zur Hölle!“ Alle müssen los lachen und wir setzen uns weiter in Bewegung. Je näher sie an den Eingang kommen, desto mehr Schüler drängen sich aneinander. Im Eingangsbereich wurden Zettel an eine Wand gehängt. Auf denen stehen wie die Klassen dieses Jahr aufgeteilt sind. Rin geht die Listen für den zweiten Jahrgang durch. Doch bevor sie ihren Namen finden kann, spricht sie jemand von hinten an. Ihr Freundinnen strahlen sie an. Hanabi verkündet dann die frohe Botschaft :,,Ob du es glaubst oder nicht, wir haben es alle in die gleiche Klasse geschafft!“ Schnell suchen sie sich ihren Spind, wechseln ihre Schuhe gegen die Hausschuhe und fangen an ihren Klassenraum zu suchen. Nach vier Treppenaufstiegen japst Hiyorin vor sich hin und will erst mal eine Pause machen. ,,Heul nicht rum!“, meint Rin: ,,Wir sind doch schon da.“ Am Ende des Ganges kann man das Schild mit den Zahlen 2-2 (Klasse 2 des Jahrgangs 2) erkennen. die Gruppe nährt sich dem Raum, bei dem schon die Schiebetür offen steht. Im Raum befinden sich schon vereinzelt Klassenkameraden, die sich unterhalten. (In Japan gibt es in Klassenräumen nur Einzelplätze)  Hiyorin eilt zu einem freien Platz in der Mitte hinten. Rechts, vor und hinter sie setzten sich Hanabi, Kagura und Kana, die immer noch in ihr Buch vertieft ist. Für Rin bleibt der linke Platz am Fenster. Jedoch denkt sie sich, dass dies einer der besten Plätze ist, um im Unterricht auch mal abzuschalten.

Kurz vor dem Klingeln haben sich alle ihre Klassenkamerad im Klassenraum versammelt. Nach dem Klingeln öffnet sich die Tür und die Klassenlehrerin kommt rein. ,,Oh nein!“, murmelt Kagura :,,Das ist die Lehrerin, die sich immer über ihr Leben beklagt.“ Rin prustet los. Zum Glück hat die Lehrerin davon nichts mitbekommen.

Die Klasse steht auf, verbeugt sich und setzt sich wieder. ,,Schönen guten Tag! Ich heiße Frau Sonoko und bin eure neue Klassenlehrerin. Ich möchte euch nun die erste Weisheit von mir an euch verkünden: Denk bitte immer daran, das Leben ist ein fieser Gegenspieler!“, Frau Sonoko guckt nach oben und hält ihre Tränen zurück. Sie holt ein Taschentuch aus ihrer Tasche und schnaubt wie ein Elefant hinein. Die Klasse starrt verwundert sie an. Kana verdreht stirnrunzelnd ihre Augen. Hiyorin hört nicht zu und kritzelt in ihrem Block rum. ,,Wir begeben uns gleich in die Turnhalle, um uns die Begrüßungszeremonie anzuhören. Verlasst also geordnet den Klassenraum!“, fährt die Lehrerin fort.

Alle Schüler der Schule sammeln sich in der Turnhalle. Die Schüler stellen sich Klassenweise in eine Reihe. Wobei Mädchen und Jungen getrennt stehen. Auf der Tribüne stellt sich nun der Direktor vor das Mikrophon. Er erzählt wie Hoffnungsvoll er auf das neue Jahr schaut und das sich die Schüler für gute Noten anstrengen sollen. Rin interessiert sich nicht dafür. Sie war letztes Jahr Klassenbeste. In ihrer Mittelschulzeit sah es so aus, als würde es für sie nicht so gut laufen. Doch in den Ferien hat sie die meiste Zeit mit lernen verbracht, um die Beste an der Schule zu werden. Jedoch war Kana wie immer besser.

Noch eine halbe Ewigkeit müssen die Schüler das Geschwafel von dem Direktor anhören und können dann endlich in ihre Klassenräume zurückkehren.

Die nächsten Stunden werden für Organisation, Klassensprecherwahl und Wahl für das Organisationskomitee geopfert. Für das Organisationskomitee fehlt noch eine Person, aber keiner meldet sich. Rin hebt genervt die Hand :,,Gut, dann mach ich es halt!“ Sie geht nach vorne und stellt sich zu den anderen.

In der Mittagspause schieben ein paar Schüler ihre Tische zusammen, um ihre Bentos zu essen. Andere gehen zur Mensa oder an den Kiosk, um sich etwas zu essen zu besorgen. Manche essen mit Freunden aus den Prallelklassen draußen. Kana, Hanabi, Hiyorin, Kagura und Rin schieben drei Tische im Klassenraum zusammen und packen ihre Bentos aus, die sie mitgebracht haben. Rin will gerade anfangen zu essen als sie bemerkt, dass sie ihr trinken vergessen hat. Sie wühlt in ihrer Jackentasche und holt ein paar Münzen heraus. Rin steht auf und läuft zur Tür. ,,Rin, wo willst du hin?“, fragt Kana. ,,Ich gehe kurz zu den Automaten. Ich habe mein Trinken in der Eile heute Morgen vergessen.“, antwortet sie. ,,Soll ich mitkommen?“, fragt Kagura. ,,Ach was! Ich bin gleich wieder da.“, meint Rin und eilt davon.

 

Im Eingangsbereich stehen drei Automaten. Zwei enthalten Getränke, einer ein paar Snacks. Rin schiebt die Münzen in einen der Getränkeautomaten und drückt auf einen Knopf. Ein Trinkpäckchen fällt nach unten und Rin entnimmt es dem Automaten. Sie schlendert in Richtung Treppe und schaut sich einige der aufgehängten Plakate an. Sie werben Schüler an, den verschiedensten Clubs beizutreten. Rin bleibt vor einem stehen. Darauf wird für den Kunstclub angeworben. ,,Im letzten Jahr hatte ich keine Zeit für Clubs. Vielleicht mache ich dieses Jahr bei einem mit.“, sagt sie zu sich und steigt dann die Treppen empor.

Oben am letzten Treppenabsatz, biegen plötzlich zwei Jungen um die Ecke. Rin erschreckt sich und lässt ihr Trinkpäckchen fallen. Wie in Zeitlupe versucht sie danach zu greifen, doch verliert das Gleichgewicht und droht die Treppe hinab zu stürzen. Auf einmal greift eine große, starke Hand nach ihrem Arm und hält sie fest. Eine Sekunde später landet das Trinkpäckchen unten am Treppenende. Rin dreht sich zu ihrem Retter um. Er hat schwarze, strubbelige Haare und grüne Augen, die wie Smaragde schimmern. Rin findet, dass er sehr sympathisch aussieht und fragt sich in welche Klasse er geht. Sein Freund wendet sich aufgeregt an sie :,,Alles okay bei dir Mazuoka-san (-san bedeutet so viel wie Herr ... oder Frau ...)?“ ,,Ja, danke für die schnelle Rettung.“, bedankt sich Rin und verbeugt sich (macht man als Bedankung) :,,Du hast echt gute Reflexe!“ ,,Nichts zu danken! Pass beim nächsten Mal besser auf du kleiner Tollpatsch!“, lacht der schwarzhaarige Junge. Von einem Schlag auf den anderen ist die erste Sympathie für ihn bei Rin verflogen. Sie hasst es, wenn jemand sie Tollpatsch oder der Gleichen nennt. ,,Wie dem aus sei! Danke und auf wiedersehen!“, meint sie, macht auf dem Absatz kehrt und marschiert wütend Richtung Klassenraum.

Die Jungen bleiben verwirrt an der Treppe stehen. ,,Was war das denn?!“, fragt der eine. Der Junge mit dem struppigem Haar schaut die Treppe hinunter und grinst.

 

Mit Schwung reißt Rin die Scheibetür zum Klassenraum auf. Alle Schüler im Raum schauen sie verwundert an. Danach reden sie weiter, als wäre nichts passiert. Rin stampft auf ihren Platz zu und lässt sich auf ihren Stuhl fallen. ,,Eingebildeter Schnösel!“, murmelt sie. ,,Ist etwas passiert?“, erkundet sich Kagura. ,,Nichts besonderes. Ich bin nur einem riesen Vollpfosten begegnet!“, schimpft Rin. Jetzt wollen ihrer Freundinnen aber alles genau erfahren. Sie muss alles bis ins kleinste Detail erzählen. Als Rin nach ihrem Getränk greifen will merkt sie erschrocken :,,Es ist weg!!“ Hiyorin wird ganz blass und sinkt in ihrem Stuhl zusammen. ,,Was ist jetzt los?“, fragt Hanabi. Da geht plötzlich die Tür auf und die Jungen von eben stehen in der Tür. ,,Ahh, der Vollpfosten!“, springt Rin auf und erstarrt im selben Moment. Sie kann nicht glauben, dass sie das gerade laut gesagt hat. Der Junge mit den grünen Augen kommt zu ihr und stellt das Trinkpäckchen vor ihre Nase. Rin folgt ihm nur mit ihren Augen. ,,Beim nächsten Mal solltest du dich bedanken, kleiner Tollpatsch!“, meint er lächelnd und verlässt den Raum. Rins Freundinnen starren ihm nach.

Nun reißt ihr endgültig der Geduldsfaden :,,Oh, dieser eingebildete Schnösel, kann der sich nicht einfach raus halten?! Und diese gespielt Freundlichkeit. Er kotzt mich an!“ ,,Äh, Rin? Du weißt, dass das der beliebteste Junge der Schule ist, oder?“, fragt Kagura. Erst jetzt bemerkt Rin wie alle anderen Mädchen im Raum sie mit glühenden Augen anstarren. Sie hätte ihren Mund halten sollen.  Wenn Blicke töten könnten...

Bis zum Ende des Schultages regt sich Rin weiter über den Typen auf. Mittlerweile weiß sie, dass der ,,Vollpfosten“, Haru Tanaka heißt und in ihre Parallelklasse geht. Er wird von fast allen Mädchen in der Schule angehimmelt und verehrt. Bis zum Nachmittag hat sich auch die Nachricht mit Rins Wutausbruch über Haru in der Schule verbreitet. Auf dem Schulhof wird sie von den Mädchen wütend angestarrt und die Jungen zeigen auf sie. Jeder flüstert, wenn sie vorbei geht. ,,Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen!“, murmelt Rin. Nur ihre Freundinnen verhalten sich normal. ,,Kann ich verstehen, wenn dich alle angaffen und flüstern.“, sagt Kagura. Aufgebracht dreht sich Rin zu einer Gruppe von Schülern, die flüsternd auf sie zeigen. ,,Was glotzt ihr so!“, schreit sie fast und geht weiter. ,,Ich hab es gesagt! Sie ist seltsam!“, meint einer der Jungen und die Schüler gehen davon. ,,So machst du es nicht besser!“, beteuert Kana.

Bald trennen sich die Freundinnen, um zu ihren Clubaktivitäten zu gehen. Kana geht zum Matheclub. Hanabi und Rin machen sich auf zum Theaterclub. Kagura besucht keine Clubaktivitäten und geht nachhause. Hiyorin geht alleine zum Kunstraum, um sich mal im Kunstklub umzuschauen.

Als sie die Tür aufschiebt, bemerkt sie große Staffeleien und Leinwände, die an die Wände angelehnt sind. Hinten an der Wand ist ein langes Regal, worin Farben und Ähnliches aufbewahrt wird. Durch Fenster fällt warmes Sonnenlicht, das den Raum erhellt. Alles was der Club braucht ist da außer, die Clubmitglieder. Rin schaut sich verwundert um. Dann zuckt sie mit den Ackseln, geht in den Raum und schließt die Tür. Sie öffnet ein Fenster und stellt daneben eine Staffelei auf. Danach stellt sie eine Leinwand darauf und einen Hocker davor. Rin sucht sich Farben und Pinsel aus dem Schrank zusammen und setzt sich auf den Hocker. Einige Zeitlang beobachtet sie die Gardine, die sich im Wind durch das geöffnete Fenster windet. Rin tunkt den Pinsel in die Farbe und beginnt zu malen.

Als sie fertig ist, zeigt das Bild ein geöffnetes Fenster, wodurch man die Krone einer rosa Kirschblüte sehen kann. Die Gardinen vor dem Fenster wehen im Wind. ,,Gute Arbeit Rin!“, freut sie sich. Sie stellt die Farbe und Pinsel auf einem Tischchen ab und stellt sich an das offene Fenster. Von dort kann sie den Sportplatz sehen, wo einige Schüler ihrem Training nachgehen. Eine Zeitlang beobachtet Rin die schwitzende Meute und räumt dann die Farbe und die Pinsel weg. ,,Das ist seltsam. Die Clubmitglieder sind kein einziges Mal aufgetaucht.“, wundert sie sich. Rin packt das getrocknete Bild in eine Tüte und schließt das Fenster. Sie nimmt ihre Tasche und das Bild und verlässt den Kunstraum.

Es ist schon spät geworden und die Sonne fängt an hinter den weit entfernten Bergen zu verschwinden. Der Himmel hat sich orange und rot gefärbt. Rin geht alleine den Gang entlang. Draußen auf dem Schulhof bemerkt sie, dass kein einziger Schüler mehr da ist. Ihre Freundinnen dachten wahrscheinlich, dass sie schon gegangen ist. Langsam verlässt sie das Schulgelände und lenkt ihre Schritte Richtung Supermarkt.

Im Supermarkt kauft sie Gemüse und Fisch fürs Abendessen. Als Rin raus kommt ist es dunkel. Sie geht auf der von Laternen erleuchteten Straße nachhause. Sie hat keine Lust mit dem vielem Gepäck sich in die Bahn zu setzten.

Sie durchschreitet das quietschende Gartentor und schließt die Haustür auf. ,,Ich bin zurück!“, ruft sie in das dunkle Haus :,,Mama?“ Rin zieht ihre Schuhe aus, legt ihre Tasche und das Bild ab und geht in die Küche. Auf dem Küchentisch liegt ein Zettel. Rin hebt ihn hoch und ließt ihn sich durch : Rin, ich bin schon bei meinem Zweitjob. Hab dich lieb, Mama.

Rin schaut traurig auf den Zettel. Seit ihr Vater abgehauen ist, muss ihre Mutter hart arbeiten um die Miete bezahlen zu könne. Deshalb hat sie kaum Zeit für ihre Tochter und kommt erst spät abends nachhause. Rin nimmt es ihrem Vater richtig übel, dass er sie verlassen hat. Deswegen mag Rin aus Prinzip keine Jungs. Sie meint, Jungs bringen nur Leid.

Sie legt die Einkäufe auf die Arbeitsplatte und macht den Herd an. Nach dem Essen wäscht sie das Geschirr ab, nimmt ihre Sachen und geht nach oben. Sie lägt das Bild zur Seite und die Tasche auf den Schreibtisch. Dann macht sich Rin an ihre Hausaufgaben und lernt. Erst um zwei Uhr nachts geht sie Zähneputzen und legt sich ins Bett. Kurze Zeit später öffnet sich die Haustür. Ihre Mutter stapft die Treppe hoch und fällt im Nebenzimmer in ihr Bett. ,,Sie arbeitet viel zu viel!“, denkt sich Rin. Sie dreht sich in ihrem Bett um und schläft ein.

In ihrem Traum wird sie von riesigen Haru-Köpfen verfolgt, die sie als Tollpatsch beschimpfen. Rin zieht ein Schwert und schlägt um sich. Nachdem alle Gruselköpfe verschwunden sind, kann sie endlich in Ruhe schlafen.

 

 

Bemerkung der Autorin:

Ich werde versuchen jede Woche  ein Kapitel hochzuladen. Ich hoffe Euch gefällt meine Geschichte und ich würde mich über eine Bewertung freuen.

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