Das leise Summen

Nach dem Tot ihres Vaters will Elli (Elisa) zusammen mit ihrer hochschwangeren Mutter in einem Haus am anderen Ende des Bundestaates Arizona einen Neuanfang starten. Doch früh wird ihnen klar, dass dieses Haus eine Vorgeschichte hat, welche ihr Leben und das ihres ungeborenen Bruders gefährdet.

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1. Ein Neuanfang

"Warte ich helfe dir", rief ich und rannte stürmisch zu meiner hochschwangeren Mutter, welche versuchte eine schwere Kiste ganz alleine zu tragen. "Lass mal, das schaff ich schon", entgegnete sie mir mit einem Lächeln, doch schon hatte ich ihr den Karton schon abgenommen. Ich sah deutlich die Erleichterung in ihren tiefgrünen Augen, diese Kiste war ja auch echt schwer. "Ich sagte doch wir hätten uns Hilfe holen sollen". "Nein das schaffen wir schon alleine, es sind nur noch ein paar Kisten übrig", wieder lächelte sie mich an, ich sah ihr besorgt in die Augen. "Wie wär´s wenn du uns etwas zu essen bestellst, ich hab echt Hunger", schlug ich vor. Natürlich war das nur eine Ausrede, damit sie sich etwas ausruhen konnte. Wahrscheinlich wusste sie das, doch sie war anscheinend wirklich hungrig gewesen, da sie später fast die ganze Pizza im Alleingang verschlang während ich an meinem Stück nur lustlos herumkaute. Irgendwann machte ich mich wieder an die Arbeit und fing an die Kisten fürs Schlafzimmer reinzutragen. Als ich dann mit der ersten Bürokiste ins Haus kam entdeckte ich meine Mutter im schlafend auf dem Wohnzimmersofa. Ich deckte sie wortlos zu und schlich mich wieder raus. Es hatte bereits zu dämmern begonnen, als ich endlich alles ins Haus geräumt hatte. Ich schaute noch einmal nach meiner Mutter, welche sich nun ins Schlafzimmer gelegt hatte. Sie hatte mich wohl gehört, denn sie murmelte leise meinen Namen: "Elli?". "Ja Mum?", entgegnete ich sanft. "Es tut mir leid" "Was tut dir leid?", fragte ich obwohl ich wusste was sie meinte. "Es ist alles meine Schuld" "Sowas darfst du nicht sagen..." ich bekam keine Antwort mehr. "Gute Nacht Mum, hab dich lieb.", flüsterte ich noch ehe ich die Tür schloss.

Ich rollte mich stundenlang im Bett hin her aber wollte einfach keinen Schlaf finden. Also wollte ich schon mit dem einräumen beginnen, bis ich auf ein altes Album staß. Komischerweise hatte ich das noch nie im Leben gesehen und bald fand ich auch heraus weshalb, ganz vorn auf der ersten Seite stand geschrieben: "Zu deinem 16. Geburtstag in Liebe Mum und Dad." Ich musste das nicht einmal lesen um zu erkennen wer das geschrieben hat, Dad. Mir versetzte es einen Stich auf meiner linken Brust, genauer gesagt, dort wo mein Herz saß, ich wollte in Tränen ausbrechen, doch schaffte es nicht, so sehr ich es auch versuchte, die Tatsache, dass ich seit seinem Tod vor 3 Monaten kein einziges Mal geweint hatte, machte mich noch trauriger, was lief bloß falsch mit mir? Ja wir standen uns nicht sehr nahe und hatten in letzter Zeit, vor dem Unfall fast nur gestritten, aber er war doch mein Vater und kein schlechter, er hat mir immer zugehört und war da, und das ist es doch was im enddefekt zählt oder?

Ich blätterte um das erste was ich sah war ein Ultraschallbild, darauf folgten noch etliche weitere Bilder, sie hatten eins von all meinen Geburtstagen bis zu meinem 14., Meinen 15., vor einem Monat, hatten wir nicht gefeiert. Ich entnahm das letzte Bild, auf dem wir alle ( Mum, Dad und ich) abgebildet waren, es war kein besonders schönes Foto aber es war, keine Ahnung,... Es war vollständig. Ich legte das Album wieder zurück und starte das Foto noch eine halbe Ewigkeit lang in meinem Bett an. Bis endlich der Schlaf über mich kam.

Kurze Zeit später wachte ich jedoch wieder auf ich hatte ein ungutes Gefühl. Durch einen Blick aufs Handy erfuhr ich, dass es schon fast 3 Uhr war. Ich wollte aufstehen doch ich fühlte mich so schwer als ob es mich zu viel Kraft kosten würde mich nur aufzusetzen, also blieb ich so liegen, bis ich es hörte. Ein leises Summen, es klang wie ein Schlaflied, doch ich war in keinster weise beunruhigt eher empfand ich es als einschläfernd und ich verfiel nach kurzer Zeit wieder dem Schlaf.

Am nächsten Morgen konnte ich nicht mehr sagen ob das nur ein Traum war oder es wirklich passierte, aber warum sollte ich von einem Lied träumen, welches ich noch nie gehört habe? Doch ich war fest davon überzeugt alles nur geträumt zu haben, bis ich wieder nach meiner Mum sehen wollte und auf dem Schaukelstuhl  in ihrem Zimmer diese Stoffpuppe fand...

 

 

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