Die Killer des Paten - Die Wölfe II

Seit gut einem Jahr arbeitet Enrico nun schon für die italienische Mafia und kann sich noch immer nicht an seinen Job als Killer gewöhnen. Dafür ist alles andere genau sein Ding:
Schnelle Motorräder - super
Klauen was nicht niet und nagelfest ist - kein Problem
Beim Pokern betrügen - leichteste Übung
Im Midnigtsclub von den hübschen Frauen verführen lassen - nein Danke
Sein heißer Leibwächter Antonio ist ihm lieber. Wenn da nur nicht der Mist mit der Alibi-Freundin wäre. Ob die Tochter des Paten zu schwängern, da wirklich eine gute Idee ist?

Nicht abgeschlossen - in Arbeit:
10. Kapitel: ~Böses Erwachen~ [in Planung ...] - Status: 0%

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2. 2. Kapitel ~Der gute und der böse Cop~

Irgendwas muss sein Chef gegen ihn haben, ausgerechnet diesen Grünschnabel zu seinem Partner zu machen. Genervt sieht Lui den jungen Polizisten auf dem Beifahrersitz an. 
„Jetzt sag schon ja! Ich weiß das dich der Gedanke reizt“, redet Jan schon die ganze Zeit auf ihn ein. 
„Ich geh nicht auf solche Partys und jetzt Schluss, wir sind im Dienst!“, mahnt Lui doch der junge Asiat gibt keine Ruhe.
„Na schön, ich mach dir einen Vorschlag: Wenn du den Fall bis heute Abend lösen kannst, dann nerve ich dich nie wieder. Wenn nicht, kommst du heute Abend mit.“
Lui sieht von seinem Partner zu der Lagerhalle. Etliche Beamte in weißen Kitteln sind dort unterwegs und sichern den Ort des Geschehens und mögliche Spuren. Die Größe des Falls, kann er noch nicht abschätzen. Bisher war nur von einer Schießerei die Rede. Betreten schweigt er. 
„Was denn? Zweifelst du etwa an deinen Fähigkeiten? Dabei hält der Chef doch immer so große Stücke auf dich.“ 
Genervt rollt Lui mit den Augen. „Na schön! Wenn du dann endlich die Klappe hältst“, lässt er sich auf den Deal ein und steigt aus. Die Wagentür schlägt er laut nach sich zu und vermeidet jeglichen Blickkontakt mit seinem Partner. Mit dem Kerl in die Kiste gestiegen zu sein, war eindeutig ein Fehler gewesen, den wird er nie wieder los. Zu allem Überfluss ist er auch noch der Sohn des Polizeichefs. Sicher hat Jan dafür gesorgt, dass sie nun Partner sind. Lui seufzt und fährt sich durchs Gesicht. Von diesen sündigen Gedanken, muss er sich unbedingt ablenken. Konzentriert hält er auf seine Kollegen zu und spricht den erst Besten an: „Was haben wir hier?“
Der Mann im weißen Kittel, hält ein Klemmbrett in der Hand und liest die Notizen darauf vor: „Fünf männliche Opfer, vier mit direkten Kopfschüssen getötet, einer hier“, der Mann deutet auf den Leichtnahmen vor seinen Füßen. Ein junger Einwanderer mit südländischem Teint. Neben ihm liegen etliche Patronenhülsen und eine Pistole. „Zwei da hinten“, der Kollege in Weiß, deutet mit ausgestrecktem Arm zu zwei Holzkisten, vor denen ebenfalls zwei junge Männer und ihre Revolver liegen. Der Kittelträger steigt über die Leiche und führt Lui und Jan an einigen Holzkisten vorbei zu einem Pfeiler. Etliche Einschusslöcher haben ihn durchsiebt. Putz liegt in einer großen Blutlache am Boden. „Und hier noch mal zwei, der eine ist allerdings kein besonders schöner Anblick.“ Neben einem weiteren Opfer mit einer Schussverletzung mittig im Gesicht, liegt noch eine Leiche, die von einer Plane bedeckt ist. Der Kollege hebt sie vom Kopf des Opfers. Das Gesicht ist nur noch eine offene Fleischwunde, in der Brust klaffen etliche Löcher. Lui geht vor dem Opfer in die Knie und betrachtet den schaurigen Anblick einen Moment lang, dann wandert seine Aufmerksamkeit zu den übrigen Opfern. „Das waren zwei Täter“, stellt er fest.
Jan bleibt mit den Händen in den Hosentaschen neben ihm stehen und sieht sich ebenfalls prüfend um: „Sicher, dass es nur zwei waren? Die Typen scheinen mir bis an die Zähne bewaffnet gewesen zu sein. Sieht für mich eher nach einem Bandenkrieg aus.“
„Ich denke es handelt sich eher um Cleanertraining.“ Lui erhebt sich und lässt seinen Blick zurück zum Pfeiler schweifen. Jan schaut ihn fragend. 
Seufzend versucht sich Lui an einer Erklärung: „Die drei Opfer da hinten, sind alle mit gezielten Kopfschüssen getötet worden. Alle aus einer Richtung.“ Lui läuft die gedachte Linie ab, aus der die Schüsse gekommen sein müssen. Er findet eine Stelle, in sicherer Deckung zweier übereinander gestapelter Holzkisten. „Hier muss sich unserer erster Schütze aufgehalten haben. Von hier aus ist jedes der drei Opfer gut zu sehen.“ 
Jan folgt seinem Partner und stellt sich neben ihn. Er versucht zu sehen, was Lui erklärt und ist noch immer skeptisch: „Schön und gut, aber um so um die Ecke zu ballern und dann noch mittig in den Kopf zu treffen, hältst du das nicht für ziemlich unmöglich?“
„Nicht wenn es ein ausgebildeter Scharfschütze war.“
„Ja klar! Und der ballert dann dem anderen Typen das ganze Gesicht weg?“
„Das bringt mich ja darauf, dass es zwei gewesen sein müssen.“ Lui geht zum Pfeiler zurück und erklärt weiter, „Der Andere muss hier in Deckung gegangen sein und wurde von seinem Gegner überrascht.“ Lui lehnt sich mit dem Rücken an den Pfeiler und stellt die Szene nach. „Er hat Panik bekommen und einfach nur abgedrückt. Das würde die unzähligen Schüsse aus nächster Nähe erklären.“
„Und dann tötet er den anderen wieder mit einem gezielten Kopfschuss?“ Jan kniet sich zu der zweiten Leiche, neben dem Opfer unter der Plane.
„Ich schätze mal, das war wieder unser erster Schütze, um seinen Kumpel zu helfen.“
„Mhm …“, meint Jan nur und sieht sich noch einmal gedankenverloren um. Schließlich erhebt er sich und verstaut die Hände in den Taschen seiner Hose. „Gute Theorie, aber warum sollte sich ein Profi mit einem Anfänger zusammen tun? Da ist doch das Risiko viel zu groß, dass wir was verwertbares finden.“
„Nun, in der Ausbildung lässt sich das wohl nicht vermeiden.“
„Killertraining mit echten Menschen. Das ist wirklich krank!“  
„Nun willkommen beim NYPD. Hier wirst du noch viel schlimmere Dinge zu Gesicht bekommen!“, lacht Lui.
„Ach spiel dich nicht so auf, nur weil ich erst einen Monat dabei bin. Ich bin immerhin in den Straßen hier groß geworden.“ Jans Aufmerksamkeit folgt einer Treppe, die den ersten Stock. Einige blutige Schuhabdrücke führen dort hinauf. Fragend wendet er sich an den Weißkittel: „Habt ihr da oben schon nachgesehen?“
„Nur ein paar leere Büroräume.“
„Na, wenn die hier nicht mal auf der Flucht waren und alles zusammengepackt haben“, murmelt Jan in sich hinein und betrachtet die toten Männer eingehend. Schließlich wendet er sich wieder an den Mann, mit dem Klemmbrett: „Hatten sie irgendwas bei sich? Papiere, Wertsachen?“
„Nein, nichts. Obwohl die hellen Stellen an einigen Fingern darauf hindeuten, dass sie einen Ring getragen haben. Die Brieftaschen, die sie bei sich haben, waren alle leer.“
„Raubmord in dem großen Stil? Irgendwie ungewöhnlich, oder?“
„Tja unser Mörderduo brauchte wohl dringend Geld. Aber irgendwie ist das zu einfach.“ Lui verschränkt die Arme und läuft noch einmal die ganze Halle ab. Schließlich kommt er wieder bei der Treppe an und folgt ihr in den ersten Stock. Jan schleicht ihm gedankenverloren nach. Beide erreichen das leere Büro, in dem es nichts weiter als einen Tisch und ein leeres Bücherregal gibt. Auf dem Boden verteilen sich leere Ordner und einzelne Papiere.  
„Sieht wirklich so aus, als wenn sie Hals über Kopf, das Weite suchen wollten“, stellt Lui fest und sieht die verteilten Papiere durch. Alles Rechnungen und Verträge, auf den ersten Blick harmlose Geschäftsabrechnungen und Kaufunterlagen für Fahrzeuge. „Vielleicht bekommen wir ja darüber heraus, was diese toten Kerle für Geschäfte getätigt haben“, entscheidet Lui und nimmt die Unterlagen an sich. 
„Zeig mal!“, Jan nimmt ihm die Papiere aus der Hand und sieht sie selbst durch. „Na gut, damit erfahren wir vielleicht was über die Opfer, aber bisher hab ich noch nichts, was uns zu ihren Mördern führt. Wenn das so weiter geht, musst du heute Abend doch mit mir auf die Party.“ Jan grinst breit und siegessicher.   

Am späten Nachmittag sitzt Lui noch immer über den Akten und kann die Nummer der Fahrzeuge, in den gefunden Papieren, nicht zuordnen. Je mehr er sich in seinen Nachforschungen verliert, um so deutlicher erscheint es ihm, als wenn es diese Kennzeichen nie gegeben hat. Verzweifelt rauft er sich die Haare und greift nach seiner Tasse, die neben dem Stapel an Akten steht. Als er sie zu sich zieht und hinein sieht, ist sie bereits leer. Genervt stellt er sie wieder ab. 
„Hängst du immer noch an dem Fall von heute Morgen?“, fragt Jan hinter ihm. Ein gewisser Spott liegt in seiner Stimme. Lui murrt nur in sich hinein und gibt seinem Partner keine Antwort, stattdessen öffnet er eine weiter Akte und sieht den Inhalt durch. 
Jan umrundet seinen Schreibtisch und hält zwei dampfende Tassen in den Händen. Es duftet unwiderstehlich nach frischem Kaffee. Eine der beiden Tassen stellt er vor Lui ab und sieht ihn aufmunternd an. „Mach doch Schluss für heute“, rät er und setzt sich in den Stuhl vor dem Schreibtisch.
Angespannt blättert Lui weiter und nimmt sich die gefüllte Tasse. Für den Kaffee ist er dankbar, für die Aussicht auf die Party nicht. Doch Jan hat recht, er wird auch in dieser Akte nicht fündig. Das ist schon der fünfte Fall, in dem er diese präzise Art zu töten, zu Gesicht bekommen hat, doch erst seit kurzem ist dieser Anfänger dabei. Die ganze Zeit hat Lui auf einen Fehler gehofft, um die Beiden endlich dingfest zu machen, doch auch dieses Mal ist nichts brauchbares zu finden gewesen. Die Hülsen haben zwar in allen Fällen das selbe Muster, also müssen sie aus ein und der selben Waffe abgefeuert worden sein, doch viel mehr weiß er nicht. So lange die Tatwaffe nicht auftaucht, haben sie nichts in den Händen. Zum verzweifeln ist das. Wieder rauft Lui sich die Haare und greift nach der nächsten Akte. Er will sie gerade öffnen, als Jans Hand ihn stoppt. 
„Mach Feierabend Lui. Du hast schon mehr als genug Überstunden auf deinem Konto und bist heute auch schon wieder elf Stunden hier. Du musst echt mal lernen abzuschalten, sonst endest du wie Need.“ Jan deutet auf einen Polizisten zwei Tische weiter. Er hat tiefe Augenringe und schleicht heute schon zum gefühlt hundertsten Mal zum Wasserkocher, um sich einen neuen Kaffee aufzubrühen. Lui folgt seinem Blick auf den Kollegen und betrachtet Need mitleidig. Der Kerl hat erst vor kurzem eine Scheidung hinter sich gebracht und Haus und Kinder verloren. Sicher haben seine vielen Überstunden im Departement, ihren Teil dazu beigetragen. 
„Du musst hier echt mal raus kommen. Ein bisschen Spaß hat noch keinem geschadet!“ Auf Jans Gesicht bildet sich ein verschwörerisches Lächeln. Lui ist sich sicher, dass er auf ihre gemeinsame Nacht anspielt. Ein fetter Kloß zwingt sich ihm in die Kehle und lässt ihn schwer schlucken. Wenn das raus kommt, kann er seinen Job an den Nagel hängen und sich gleich selbst einsperren. Bei dem Gedanken läuft es ihm eiskalt den Rücken hinab. Noch ein Grund mehr, nicht mit ihm auf eine Party zu gehen.
„Jetzt schau doch nicht, wie sieben Tage Regenwetter!“, murrt Jan und beugt sich über den Tisch vor zu ihm. So leise, das nur Lui es hören kann, sagt er: „Ich bin doch genau so dran, wenn jemand von uns erfährt, also mach dir mal nicht ins Hemd. Ich kann schweigen wie ein Grab.“ 
Lui würgt den Kloß im Hals hinunter und lehnt sich zurück, um Jan nicht mehr so nah sein zu müssen. Eine passende Antwort will ihm nicht einfallen, also schweigt er betreten. 
Jan erhebt sich, noch einmal sieht er Lui auffordernd an. „Ich kann dich nicht zwingen mitzukommen, aber du solltest echt mal unter Leute. Die Sache dort ist safe und im Notfall ermittelst du eben nur verdeckt.“ Im Vorbeigehen, hält Jan noch einmal neben Luis Stuhl an. Er beugt sich zu ihm herab und flüstert ihm ins Ohr: „Dort gibt es echt verdammt gemütliche Betten und wenn du mitkommst auch mich nackt.“ Ein breites Grinsen begleitet Jans Tun. Er klopf ihm einmal auf die Schulter, dann lässt er ihn allein zurück. Lui spürt einen neuen Kloß im Hals, den er dieses Mal nicht hinunter würgen kann. Mit aller Mühe versucht er die Bilder, der einen Nacht zu verdrängen, doch sie sind ihm zu allgegenwärtig. Es ist überhaupt das erste Mal gewesen, dass er dieser dunklen Seite in sich nachgegeben hat und so sehr er sich auch dagegen zu wehren versucht, reizt ihn der Gedanke, an noch einen Abend mit diesem Grünschnabel. Einen verstohlen Blick wirft er ihm nach. Besonders provokant schwingt Jan mit dem Hintern, während er das Präsidium verlässt. Dieser elende Mistkerl. Lui wendet den Blick schnell ab und sieht sich scheu um. Keiner seiner Kollegen achtet auf ihn. Erleichtert atmet er durch und zwingt seinen Blick zurück auf die Akten. Verzweifelt versucht er sich auf die Buchstaben und Worte des Textes zu konzentrieren, doch immer wieder spukt ihm Jans Körper durch den Kopf. Schließlich gibt er es auf und kappt alle Akten zu. Er greift sich seine Jacke vom Stuhl, dann folgt er Jan.

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