Gone

Ein Mädchen mit zu vielen Geheimnissen. Ein unverschämt gutaussehender FBI-Agent, der alles dafür tun wird, damit sie am Leben bleibt.

Vor einem Jahr ist Hailie Jenkins Bruder entführt worden. Seit jener Nacht im Frühling ist es ihr unmöglich ein normaler Teenager zu sein. Sie kennt den Namen des Entführers, doch niemand will ihr Glauben schenken, bis ein weiterer Junge in Oak Creek verschwindet. Nun liegt es an Hailie und dem sarkastischen FBI-Agenten Chace Matthews die Wahrheit herauszufinden, bevor es weitere Opfer gibt.

1Likes
0Kommentare
71Views
AA

2. Chace

Ein brennender Schmerz wie tausend kleine Einstiche durchkreist meinen Kopf, als ich diesen auf den Schreibtisch lege und meine Augen für eine Weile schließe. Ich genieße solche Momente wie keine anderen. Momente der vollkommenen Stille. Der Fall des verschwundenen Jungen wird mich für eine Weile beschäftigen, und ich werde nicht aufgeben, bevor ich Devlin Jenkins gefunden habe. Ich unterdrücke ein entnervtes Aufstöhnen, als jemand die Tür öffnet.

»Wer hat in deinen Kaffee gepisst, Chace?« Andrew ist ein großgewachsener Mann mit einem Kinnbart. Seine blonden Haare stehen in sämtliche Richtungen ab, und sein muskulöser Körper ist von einem dunklen Mantel bedeckt. Vorsichtig hebe ich meinen Kopf, um meinen Bruder anzusehen.

»Niemand. Was willst du hier, Drew?« Erneut fallen meine erschöpften Lider zu.

»Kann ein Mann denn nicht seinen Bruder bei der Arbeit besuchen?«

»Nein.«

»Okay, fein. Dad ist in der Stadt. Ich dachte, du solltest das wissen«, sagt Andrew. Sein Tonfall verdeutlicht, dass er alles andere als angetan davon ist davon zu sprechen.

»Und das hätte nicht warten können?«

»Was ist wirklich los mit dir, Chace? Ich weiß, dass es nichts mit meinem Besuch zu tun hat. Also, wirst du es mir erzählen?«

»Fein, du hast sicher von Hailie Jenkins gehört, richtig?« Ich richte den Ärmel meines weißes Hemdes, während ich versuche meine Gedanken zu ordnen.

»Das Mädchen, dessen Bruder verschwunden ist?«

»Ja.«

»Was ist mit ihr? Weiß man endlich, wer dafür verantwortlich gewesen?«, fragt Andrew.

»Sie hat einen Namen genannt.«

»Und du glaubst ihr nicht?«

»Das ist es nicht. Ich denke nicht, dass sie lügt.«

»Was ist dann das Problem?« Ein Hauch von Irritation liegt in Andrews Stimme und seine Gesichtszüge verändern sich.

»Dass ich ihr glaube«, ist meine einfache Erwiderung, bevor ich meine Hand auf dem Schreibtisch ablege. Einige Zeit vergeht. Andrew ist längst gegangen, um sich mit seiner Verlobten Sam zu einem romantischen Frühstück zu treffen, und auch ich bin bereit nach Hause zu gehen.

Ohne Vorwarnung wird die Bürotür aufgestoßen. Zu behaupten Richard Grant wäre aufgebracht, wäre eine wahre Untertreibung. Der teure Designeranzug an seinem beleibten Körper ist mit frischen Schweißflecken übersät und das rundliche Gesicht des Anwalts offenbart, dass er ganz und gar nicht zufrieden ist.

»Sie! Tun Sie etwas dagegen.« Die dunklen Augen des Mannes bohren sich in die meinen. Seine flache Hand schlägt mit voller Kraft auf den Tisch ein.

»Wogegen genau soll ich etwas unternehmen, Mr. Grant?«, frage ich. Meine Stimme ist ruhig, doch innerlich baut sich Zorn auf. Richard muss zu mir gekommen sein, weil man seinen Sohn zu einer Befragung herangezogen hat, doch noch warte ich darauf, dass Mr. Grant diese Vermutung bestätigt. Ich ahne bereits, dass ich schon bald etwas tun werde, was ich für eine sehr lange Zeit bereuen werde.

Melde dich bei Movellas anFinde heraus worüber alle reden. Registriere dich jetzt bei Movellas und teile deine Kreativität und deine Passion
Lade ...