Streuner

Eine schüchterne Streunerin bekommt dank einer schicksalhaften Begegnung endlich die Chance, den Ort ihres leidens hinter sich zu lassen und neue Freunde kennen zu lernen, die sie so akzeptieren wie sie ist.

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2. Die Begegnung

Am nächsten Morgen wurde ich von dem schönen Gesang der Vögel geweckt. Leider weiß ich nicht wie spät es ist, aber die Straßen sind voll befahren wie ich mit meinen eingerissenen Ohren hören konnte.

Ich verließ meinen Pappkarton und schaute mich nach möglichen Gefahren um.

Da gerade niemand in der Nähe war, beschloss ich einen kleinen Spaziergang zu machen. Wohin wusste ich auch sofort. Ich huschte durch die Schatten, von Gasse zu Gasse, bis ich schließlich am Rand des Ortes bei einem kleinen See ankam. Zum Glück war hier noch niemand, weshalb ich mich unbesorgt an das wunderschön klare Wasser setzen konnte. In der Luft lag der süße Duft von den Blumen die am See blühten. Ich schloss meine Augen um diesen Augenblick der Stille zu genießen, bis ich plötzlich Hundegebell wahrnahm.

Hundegebell? Wie kann das sein? Weder höre noch rieche ich einen Menschen.

Langsam und mit angst gefüllt öffnete ich meine Augen und tatsächlich: Auf der anderen Seite des Sees tollten zwei Hunde miteinander, aber es war nirgends ein Mensch in Sicht.

Was hatte das zu bedeuten? Ist das ein Trick um mich anzulocken und zu Quälen? Ich habe diese Hunde noch nie gesehen. Es dauerte nicht lange bis meine Neugier größer war als meine Angst und mich schließlich dazu überredete näher an die fremden Hunde heran zu gehen. Je näher ich ihnen kam desto panischer wurde ich. Ich hörte mein Herz lauter klopfen als alles andere um mich herum.

Als ich nur noch ungefähr 30 Meter von ihnen entfernt war, hoben die noch immer miteinander tollenden, fremden Hunde ihre Köpfe und schauten mich an. Sie waren beide ziemlich groß und ich machte mich bereit weg zu rennen.

Wäre ich ein Mensch hätte ich in diesem Moment wohl einfach losgeheult. Einerseits wollte ich zwar sterben, aber ich hatte so große Angst... panische Angst! Ich dachte wirklich mein Leben wäre jetzt vorbei. In meinem Kopf spielten sich die schlimmsten Szenarien ab, während ich mich langsam versuchte zu entfernen. Noch immer schauten die Hunde mich nur an, bis plötzlich einer der beiden auf mich zu kam. Ausgerechnet der größere. Es war ein Rüde. Sein Fell war schwarz wie die Nacht und dutzende Narben zierten seinen Körper.

Je näher er mir kam desto mehr schnürte mir meine Panik die Luft ab.

Wie erbärmlich ich wohl in diesem Moment aussehe...? Genau das denken diese Hunde bestimmt auch gerade. Vielleicht stellen sie sich auch gerade vor wie wohl mein Fleisch schmeckt.

Ich wollte eben zum Sprint ansetzen, als plötzlich ein sanftes „Guten Morgen“ von dem ach so gefährlich aussehendem schwarzen Hund ertönte.

Warte, was? Hat er gerade Guten Morgen gesagt? …?

 

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