Ten- Superheldenroman

" Was mich nicht umbringt, macht mich stärker."
- Friedrich Nietzsche-

So viel Macht. So viel Macht lag da um sein Handgelenk. Er fühlte sich wie ein Gott- unbesiegbar. Jedoch musste er bald lernen, wie schnell diese Macht sein Leben verstören konnte. Wie sie es zerfraß... wie ein Maden in einem Apfel.
Sein Leben war einmal so normal gewesen. Er hatte keinerlei Verlangen gehabt, hervorzustechen. Aber das Schicksal sucht einen nicht immer auf Wunsch heim. Bens leben änderte sich schlagartig, als er in den Besitzt eines uhrartigen Gerätes kommt, das ihm die Kraft verleiht, sich in bis zu 10 Aliens mit unterschiedlichen Kräften zu verwandeln. Er versucht sich als Superheld... träumt von Ruhm und Berühmtheit. Am Ende jedoch, ist er nur ein einsamer Wolf, dessen Rücken sich unter dem Gewicht seiner Taten beugt. Aber vielleicht gibt es doch noch Hoffnung auf ein Morgen?
- Superheldendrama-
Eine erwachsenere Version der Cartoonserie "Ben 10". -

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3. Kapitel 3: giftgrüne Murmeln

~~Er wachte mit Kopfschmerzen auf.

Sein Wecker piepte laut und aufdringlich, um ihn für einen weiteren Tag in der High-School auf die Beine zu hohlen.

Wie das Netz einer Spinne schoss sein Arm hervor und knallte auf den Lärmmacher, damit er endlich Ruhe gab.
Er richtete sich langsam auf. Er versuchte die Wärme seines Betts so lang wie möglich auszukosten.
"Verdammt", brummte er
"Schon wieder morgen"
Er richtete sich auf. Kalte Luft tötete die Wärme auf seinem Körper wie ein konzentrierter Eisstrahl. Jetzt war er hellwach. Ben ging aus seinem Zimmer und die Holztreppe hinunter ins Wohnzimmer, wobei er beinahe auf dem glattlakierten Holz ausrutschte. Gerade rechtzeitig konnte er sich am Geländer festklammern- das Glück war ausnahmsweise mal auf seiner Seite.
Als er die Wohnzimmertür öffnete bot sich ohm ein Bild, das sich für ihn anfühlte, als würde er in einenen großen Bildschirm sehen, der in einer Endlosschleife ein und den selben Clip zeigte:
Seine Mom mit verschlafenen Augen, die die Körner in ihrem Kaffe zählte und am Tischkopf, sein Vater, der mit seinem immerernsten Blick die Zeitung durchlass, dabei immer wieder  genervt den Kopf schüttelnd.
Genau das sah er immer. Jeden Morgen.
"Guten Morgen", unterbrach er mit seiner verschlafenen Stimme die Endlosschleife. Seine Mutter blickte auf, sein Vater ließ die Zeitung sinken.
"Guten Morgen", antwortete sein Vater mit gespielter Fröhlichkeit. Ben konmte in seinen Augen sehen, das er die Sache von gestern immer noch nicht ganz verdaut hatte.
"Guten Morgen", sagte seine Mutter ebenfalls. Etwas überraschte Ben daran. Ihre Stimme war nicht wütend. Eher klang sie traurig. Er konnte sie verstehen. Er war ihr einziges Kind. Er würde einmal die Familie Miller weiterführenden. Mit seinen Zensuren würde die Familie einmal auf wackligen Beinen stehen.
Er setzt sich zu ihnen, gegenüber von seiner Mutter an den Tisch, nahm sich ein Toast und beschmierte es mit Erdbeermarmelade. Er hatte es eilig. Wohl etwas zu eilig, da beim herausholen der Marmelade etwas auf die weiße Tischdecke ging. Dafür erntete er einen bösen Blick von seiner Mutter.
" ' tschulding ",murmelte er, stand auf und holte ein Tuch um es wegzuwischen. Er bekam den Fleck jedoch nicht ganz heraus und ein roter Abdruck blieb zurück, wie ein Brandmal seiner Unfähigkeit Marmelade mit einem Messer auf seinen Teller zu befördern. Ben versuchte es nicht weiter. Er hatte gar keine Zeit dazu. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, das er noch eine halbe Stunde hatte bis der Schulbus zwei Straßenblocks weiter abfuhr.  In wenigen Bissen verschlang er sein Marmeladentoast, verließ den Raum und ging seiner Morgenroutine nach.

Als er fertig war,  verabschiedete  er sich von seinen Eltern und machte sich auf, seinen Bus nicht zu verpassen wie es ihm ab und zu passierte. Ben musste sich durch die langsam erwachende Rush-hour  Torontos kämpfen, schien jedoch mit seinem Zeitplan im Gleichgewicht zu sein. Er schlängelte sich zwischen wartenden Autoschlangen und anderen Hindernissen hindurch, dabei immer wieder böse Blicke der Fahrer erntend. Wie erhofft war er jedoch pünktlich an der Bushaltestelle. Einige andere, unter anderem auch einpaar seiner Klassenkameraden waren schon um das grün, gelbe Schild versammelt wie ein Indianerstamm bei einer Zeremonie. Er brauchte sich keine Hoffnungen zu machen, das Gwen da war. Sie wurde jeden Morgen von ihren Eltern gefahren. Oft schon hatte er sie gefragt, ob sie ihn nicht einmal mitnehmen könnten, da sein Haus sogar auf deren Strecke lag.

"Sorry Ben.", hatte sie schulterzuckend geantwortet. "Du weißt ja was meine Eltern von dir halten..."

Ihre Eltern wollten ihren Kontakt so gering wie möglich halten. Sie hielten auch sonst nicht viel von ihm. Sie sahen ihn als eine Gefahr für Gwens schulische Laufbahn an, dachten er würde sie ablenken und ihr damit ihren Erfolg zerstören.

"So ein Quatsch.", dachte er. Aber so wie er ihre Eltern kannte, würden sie niemals nachgeben. Nicht einmal durch stundenlanges flehen konnte Gwen sie überreden. So blieb ihnen nur übrig, sich im Geheimen zu treffen, wie etwa gestern. Aber irgendwann müssten ihre Eltern ja nachgeben. Da war er sich sicher.

Plötzlich bog ihr gelb-schwarzer Schulbus von einem der rechten Straßenzüge auf ihre Straße ab und kam auf sie zu. Die meisten Schüler drängten sich an dem Busparkplatz zusammen, wo sie die Tür vermuteten. Ben sah durch die Fenster des Wagens bereits einige Schüler aus den anderen Vierteln im Bus sitzen. Viele freie Plätze schien es nicht mehr zu geben. und natürlich wollte niemand stehen müssen. Er sah kopfschüttelnd auf seine Schulkameraden, die sich durch die schmale Tür drängelten als ginge es um Leben und Tod. Er wartete kurz, bis der Strom von Menschen abgeklungen war, dann trottete er durch die Tür.

Der Bus war bereits so voll wie eine U-Bahn in Shanghai. Er ließ seinen Blick schweifen. Keine Chance. Alles war besetzt. Selbst an den Griffen waren so viele Hände, dass Ben die schwarze Plastikstange nicht mehr sehen konnte.

"Hey du kannst dich neben mich setzten wenn du willst.", hörte er plötzlich eine Mädchenstimme aus der linken Sitzreihe. Er richtete seinen Blick auf die Stelle, von der die Stimme gekommen war. Dort saß eine Klassenkameradin von ihm, Julie Yamamoto.  Er erkannte sie sofort. Die japanischen Züge in ihrem Gesicht unterschieden sie stark vom Rest.  Sie hatte einmal erzählt, dass ihre Eltern  vor 10 Jahren aus geschäftlichen Gründen aus Japan nach Kanada umgesiedelt waren. Damals war Julie erst ein Kleinkind gewesen, weshalb sie fließend Englisch sprach. Sie nahm ihren Rucksack vom Sitz und deutete auf den freien Platz.

"Hier setzt dich.", sagte sie warmherzig, mit einem Lächeln auf den Lippen.

"Oh...Danke Julie.", sagte er etwas überrascht.

Eigentlich sollte ihre Schüchternheit ihn nicht besonders unerwartet treffen. Schon seit sie in seine Klasse gekommen war, war sie trotz ihrer Startschwierigkeiten immer freundlich und hilfsbereit gewesen. Viele Freunde schaffte ihr das aufgrund ihrer Schüchternheit jedoch nicht. Er ließ sich neben sie auf den braunen, abgesessenen  Bussitz fallen.

"Kann ganz schön ätzend sein wenn man immer nur ignoriert wird...", seufzte sie, den Blick staar  auf ihren Rucksack gerichtet, der nun auf ihrem Schoß lag.

Sie schien erkannt zu haben, das Ben gerade für ein Gespräch zu haben war. Noch dazu hatte sie ihn in eine Zwickmühle gesteckt. Wie herzlos wäre es gewesen, auf so etwas nicht zu antworten? "Ja das glaub ich dir. Aber manchmal ist es besser niemand zu sein als jemand schlechtes." Seine eigenen Worte überraschten ihn. Was wusste er denn schon darüber ein Niemand zu sein...? Schließlich hatte er Gwen. Julie hatte niemanden.

"Wo du recht hast hast du Recht Ben. Es heißt ja immer schlechte Menschen haben viele Freunde. Sieht so aus als waren die Guten immer graue Wölfe."

Schulterzuckend fügte sie hinzu: "Wie es scheint sind arrogante Menschen charismatischer als nette, hilfsbereite Menschen..."

In ihrer Stimme lag kalte Akzeptanz. Ja... dachte Ben schweigend. So war die Welt. Sie war  verrückt und ungerecht. Soziales Verhalten war eine Sisyphosarbeit. Anstatt dadurch ein höheres Ansehen zu erhalten, steinigte ein das Leben mit der kalten Realität. Jeden Tag. Immer und immer wieder. Ben suchte nach Argumenten, wo bei sein nachdenklicher Blick ihn verriet.

"Und jetzt komme mir bitte nicht mit irgendwelchem Gotteskram.", warnte sie ihn vor.

"Wenn es einen Gott gäbe würde er das doch richten oder? Ich meine warum beten die Menschen einen Gott an, wenn dieser sie nur hängen lässt?"

Na super, dachte Ben, von einem tiefen Thema zum nächsten. Seine Stirn fing bereits an, warm zu werden. Sein Motor namens Gehirn war am überhitzen. Ich fühle mich wie bei Mr Brownfield in Mathematik, dachte er angespannt. Mathe... wie Geister flogen die Erinnerungen an dieses grässliche Fach auf einem Schlag in seinem Kopf herum. Er hörte ihr nur noch halb zu. Sie redete und redete. Jetzt wurde ihm klar, weshalb ihre Freundschaften immer zerbrachen. Sie redete viel. Viel zu viel. Sie war in so einem Redefluss, dass es ihre Schüchternheit von ihr abwusch wie Schweiß. Nach sicherlich fünf Minuten des Redens, so genau wusste er es nicht, hielt sie inne. Sie wurde rot und ihr  fröhliches Gesicht fiel in sich zusammen. Nun hatte sie Bens Abwesenheit bemerkt und war sichtlich gekränkt.

"Tut mir leid.", sagte sie leise. Mit diesen letzten Worten drehte sie sich geschämt von ihm weg und schwieg. Ben packten Schuldgefühle wie die bekrallte Hand eines fetten Ungeheuers.

"Nein mir tut es leid Julie... ich hätte dir zuhören sollen... ich war nur... ich habe zur Zeit privat Stress.", log er, dabei immer wieder stockend auf sein Gewissen aufschlagend. 'Du verdammtes Arschloch!', verfluchte er sich selbst und seinen schwachen, verkorksten Charakter. Von ihr kam keine Antwort. Das einzige was er sah waren die Ellenbogen ihrer verschränkten Arme und ihre pinke Strickjacke, über deren Kapuze ihr schwarzer Bob herunterfiel. Wenn ein Mädchen einem Jungen so eine Gestick entgegenbrachte war es zu spät. Das wusste Ben ganz genau. Und das trotz seiner 16 jahre langen Singlezeit. Er sparte sich weitere Versuche und konzentrierte sich auf etwas anderes.                                                                                                                                                                                                                                      

Ben blickte über sie hinweg aus dem Fenster des Buses und sah nichts als Hochhäuser und die jetzt voll tobende Rush-Hour. Es kam ihm vor, als hätte Gott  versehentlich seinen allmächtigen Morgenkaffee auf der Stadt ausgekippt und ihr damit mit einem Schlag Energie und Tatendrang in einer Überdosis verpasst. Vor und hinter ihnen drängelten Autos. Niemand kam in diesem Chaos besonders schnell voran. Abgesehen von den kleinen, wendigen Mopeds, die auf den kleinen Zwischenräumen wie Fliegen an ihnen vorbeisausten.  In ihrem Stress bewirkten die Menschen genau das Gegenteil ihrer Bemühungen. Damit weckten sie ihren größten Feind, damit sprachen sie den Zauber gegen Produktivität und Leistung aus : zähe, angespannte, wie in Eis gefangene Langsamkeit. Nicht etwa die Langsamkeit eines verpeilten Tagträumers... nein. Bei dieser Langsamkeit verfluchte jeder Fahrer die Person vor sich bis aufs Zahnfleisch. Hier lag immer Stress in der Luft. Genau wie der Abgasgeruch, der nicht einmal durch die Türen des Buses aufgehalten werden konnte.

Ben rümpfte die Nase, um den Geruch zu verscheuchen. Plötzlich fiel ihm auf, das sich der Verkehr um einiges verdünnt hatte. Vermutlich waren sie bald da. Auch die Lindebäume am Straßenrand waren ein Zeichen ihrer nahenden Ankunft.

 Diese Bepflanzung war typisch für das Bildungsviertel. Dort war alles schön sauber und ordentlich und in einer auffallenden Symmetrie angeordnet. Genau wie Gwens Tisch in jeder Schulstunde, dachte er, wobei seine Mundwinkel kurz nach oben zuckten. Aber was wollte man anders erwarten? Dieses Viertel war das Vorzeigetablett der Stadt. Immer war die Bildung eines der Hauptkriterien wenn es um den Vergleich zweier Städte ging. Ben konnte das nicht wirklich nachvollziehen. Eine Stadt hatte doch schönere Dinge zu bieten als Schule. Wie gerufen tauchte ihre Schule am Straßenende auf. Sie war ein  großes, backsteinernes Gebäude mit einem Vorhof, zu dessen Seiten sich die weiter vorne liegenden Außengebäude hervorhoben wie fette Denkfalten. Der Bus rollte langsam  in den Busparkplatz ein. Kurz darauf hielt er mit einem Ruck an. Jetzt drängelte niemand. Wie wandelnde Tote trotteten die Schüler zur Bustür hinaus und verschwanden nach einem kurzen Weg über den ordentlich gepflasterten Hof in der weit geöffneten Doppeltür des Gebäudes.

 Ben lief in der Mitte des Stroms, die Hände daumenfrei in die Hosentaschen gesteckt. Julie hatte sich inzwischen schon wieder in Luft aufgelöst und war nur wieder das schüchterne japanische Mädchen das man schnell  mal bei Anwesenheitsüberprüfungen übersah. Sie war nirgends mehr zu finden. Zu viele Schulterpaare verdeckten ihm die Sicht. Als sie das Schulgebäude betraten, teilte sich der Strom von Schülern auf. Die eine Klasse hatte Chemie bei Mr. Buktu, wieder andre gingen in den Werkraum zu Mr. Billings. Ben machte sich auf zum Physikraum von Mr. Hackett, dessen Klassenzimmer in der dritten Etage lag. Er sah die Treppen und fühlte sich, als müsse er den Mount Everest besteigen.

Als er dann endlich im dritten Stock ankam fühlte er sich auch wie ein Bergsteiger. Seine Beine taten weh, weshalb er sich erst einmal an der blau-weißen Wand des Ganges abstützte. Neben ihm erstreckten sich die langen, dunkel-olivgrünen  Saves, an denen die Schüler standen wie Schweine an einem Futterkrug. Er musste sich zwischen zwei Footballspieler quetschen um an seinen Spind zu gelangen. Er drehte an dem metallischen Zahlenschloss. 12...27...0..5 und das Schloss öffnete sich klickend. Im Inneren seines Saves waren seine Sporttasche, Bücher und anderer Kram der Ben gelegentlich zur Last fiel. An der Innenseite der Tür jedoch war etwas schönes. Ein Kindheitsfoto von Gwen und ihm. Sie zogen beide eine Grimasse und blickten mit fröhlichen Augen in die Kamera. Sie waren zum Zeitpunkt dieses Bildes beide Acht Jahre alt gewesen. Die Zeit verging so schnell... es fühlte sich an, als wäre ihre erste Begegnung erst vor einem Augenblick passiert.

Es war ihr erster  Schultag. Ben verabschiedete sich vor dem Grundschulgebäude von seiner Mutter und ging mit wackligen Knien auf dieses große Unbekannte zu. Die Schule kam ihm riesig vor, ja schon fast bedrohlich. Er musste sich selbst überwinden, durch die Tür ins innere zu gehen, unzählige Treppenstufen hinauf, bis zu seinem Klassenzimmer. Noch ein letztes mal tief Luft holend schritt er durch den Türrahmen. Sein Blick hatte nicht einmal genug Zeit sich seine Mitschüler anzusehen. Wie Fliege in einer Insektenfalle klebte sein Blick an diesem rothaarigen Mädchen, das ganz rechts in der vordersten Reihe am Fenster saß. Er konnte den Blick einfach nicht abwenden. Dabei wusste er selbst in diesem Moment nicht mal genau was sich so an ihr fesselte. Zumindest konnte er dieses Gefühl nicht beschreiben, das sein kleines Kinderherz mächtig schlagen ließ wie das Herz eines Blauwales. So etwas hatte er noch nie zuvor gefühlt.

"Was guckst du denn so blöd?", fragte sie plötzlich genervt. Das holte ihn aus seiner Starre  als hätte sie ihm einen Eimer Eiswasser ins Gesicht gekippt.

"Oh...ehm...ich", floss es aus seinem Mund. Er wusste nicht was er sagen sollte.

"Schön das du da bist Ben.", sagte eine warme Frauenstimme, vor gespielter Freundlichkeit triefend,  neben ihm. Als er den Kopf drehte sah er seine Klassenlehrerin Ms. Backer, die sich von ihrem mittig stehenden Lehrerpult schräg zu ihm herüberbeugte. "Jetzt suche dir bitte einen Sitzplatz. Später gibt es keine Änderungen mehr.", fügte sie nun in einem strengeren, aufforderndem Ton hinzu. Jetzt oder nie. Er ging zitternd zu dem Platz neben dem Mädchen. Zwar verzog sie etwas das Gesicht, als sie bemerkte das er sich neben sie setzen wollte, hielt ihn jedoch nicht ab.

"Ja setzt dich ruhig.", sagte sie gleichgültig , dabei bewusst von ihm wegblickend, den Kopf auf eine Hand gestützt. Wie es schien interessierten die Bäume des Schulhofes sie mehr als ihn. Sein Herz krampfte sich zusammen als er sich neben sie fallen ließ.

"Ich heiße übrigens Ben. Na gut...eigentlich Benjamin... aber du kannst mich Ben nennen.", sagte er

"Das habe ich gehört.", sagte sie nun genervt von seinem Annäherungsversuch. Ben steckte ihr Desinteresse weg wie Muhammed Ali. Er versuchte es weiter.

"Und wie heißt du?", fragte er nun mit einem besonderen Interesse in der Stimme. Nun drehte sie ihm zu ersten mal das Gesicht zu. Erst jetzt sah er was für schöne Augen sie hatte. giftgrün leuchtende Murmeln , wie bei einer schwarzen Katze.

 Sie antwortete kurz und knapp: "Gwendolyn. Aber meine Freunde nennen mich  einfach nur Gwen."

"Freunde ja?", lachte er, "Dann muss ich dich wohl Gwendolyn."

"Nein Gwen ist okay."

Jetzt klang ihre Stimme viel weicher als vorher. Ben wusste, das er endlich zu ihr durchgedrungen war.

"Gwendolyn klingt komisch.", sie musste grinsen, "Fast schon wie ein Alien."

"Vielleicht bist du ja eins.", sagte Ben lachend. Für einen Bruchteil einer Sekunde dachte er, es überrissen zu haben. Er warf ihr einen entschuldigenden Blick zu.  Sie jedoch lachte nur. Ihm fiel ein Stein vom Herzen

"Blödman", sagte sie und boxte seine Schulter. Dann sahen sie sich lange an. Sie wussten beide nicht, das das der Beginn einer schönen, jahrelangen Freundschaft mit Höhen und tiefen werden würde. Jedoch waren die Höhen niemals so hoch, das sie das Wolkenmeer namens Friendzone durchbrachen und in die warme, wolkenlose Stratosphäre abhoben. Ben war der Pilot dieses Flugzeugs ... nein das waren sie beide. Sie waren einfach nie dazu imstande, den Geschwindigkeitshebel durchzudrücken, bis die Turbinen glühten und sie in dem blauen Meer versanken, in dem der Sonnenball ungestört auf sie herunterbrannte. Zumindest waren sie es noch nicht.

Und genau wie damals war es auch heute. Nur das sie ihn heute sofort mit Freuden begrüßte. Eher gesagt mit einem freundschaftlichen Handschlag. Sie setzten sich an ihren Tisch und leierten einen klassischen Smalltalk herunter. Nach einer ganzen Weile tauchte jedoch ein interessantes Thema auf:

"Hast du auch davon in den Nachrichten gehört? Die NASA soll Zeichen einer außerirdischen Zivilisation entdeckt haben."

"Zeichen? Du meinst aber nicht wieder diese langweiligen Kornkreise, oder?"

Sie verdrehte genervt die Augen. "Nein natürlich nicht. Ich meine echte Hinweise. Angeblich sollen sie auf einem weit entfernten Planeten eine Stadt fotografiert haben.", ihr Blick wurde nachdenklicher, "Aber ob man das Stadt  nennen kann...? Es ist ein extrem verpixeltes Bild eines Planeten. Auf seiner Oberfläche kann man grüne Linien sehen, die wie bei der Luftaufnahme einer Großstadt In einem Zentrum zusammenlaufen. Seit dieses Bild geleakt wurde, sagen manche es sei Fake, andere spekulieren von irgendwelchen Flüssen bis hin zu riesigen Gebirgen aus grünen Kristallen. Ich traue der Sache auch nicht ganz und bin ja auch so kein wirklicher Fan von Verschwörungstheorien. Aber was meinst du?"

Er zuckte mit den Schultern. "Klingt interessant aber... Aliens? Ich glaube das ist etwas zu weit hergeholt. Wenn das echt ist, ist es sicher irgendwas anders."

Ihr Gespräch wurde von Mr. Hackett unterbrochen, der den Unterricht begann. Sie standen auf und starteten in einen normalen, Unspektakulären Schultag wie sie es jedesmal taten.

 

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