Woods of Blood

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  • Jugendschutz:
  • Veröffentlicht: 28 Dez 2017
  • Aktualisiert: 9 Jan 2018
  • Status: Fertig
George McVan ist ein sehr beschäftigter Mann. Jeder der ihn kennt sagt, dass er doch mal Ferien machen sollte. Doch daran denkt der - mit italiänischen Wurzeln - angehende Psychologe gar nicht. Bis eines Tages, zu seinem 22. Geburtstag, sein Freund Tom ihm ein Wochenendhaus schenkt. Nun kann er da endlich entspannen.

Doch die wundersöne Idylle trügt. In Wirklichkeit ist der Ort ein einziges Höllenparadies ...

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3. Waldbegehung

Der Regen war eine seltsame Begebenheit.
Einmal brachte er Freude und einmal Schwierigkeit.
Doch der Wald war ein noch größerer Feind.
Er brachte Grusel und Dunkelheit.

Ich las in meiner Studienzeit einige Bücher von Poe und Nietzsche und war von der Schreibweise der Poesiealben begeistert.

So beschloss ich am 16. Oktober 1976 einen Gedichtband zuschreiben. Ich hatte da jedoch (wie nennt man das eigentlich - Schreibblockade eines Poeten?) einige Probleme beim Erfinden der Dichtungen und Reime.

Also nahm ich mir noch einmal den Prospekt hervor und suchte mir ein wunderschönes Haus aus. Im Wald. Ich wusste, dass es eine schwachsinnige Idee war, aber ich musste die Schreibblockade loswerden. Ich lebte in der Stadt und hatte eigentlich noch nie weite Landschaft gesehen. Ich fühlte mich auf der Hinfahrt wie ein nacktes Schaf, das durch ein Wolfsrevier streifte und hoffte, dass es nicht von einem dieser Biester verspeist wurde.

Herrgott, dachte ich und fuhr die lange Landstraße zur Bird-Long-Lodge lang. Und ja ... so hieß dieser kleine Haufen Scheiße, der sich als Wochenendhaus ausgab. Ich traute damals dem Frieden noch nicht. Ich mochte keine Häuser, die außerhalb der City lagen. Desto schlimmer fand ich’s, dass solche Häuser immer seltsame Menschen mit sich bringen. So hat mir mal eine alte Schulfreundin von ihrem Wochenendhaus berichtet. Sie schwärmte von diesem Haus – sie war Schriftstellerin und brauchte einen Platz um ihre kreativen Gedanken freien Lauf zulassen. Passend für einen schmierigen – dennoch sympathischen – Hausmeister, der alles für eine so wundervolle Person, wie es meine alte Schulfreundin war tun würde. Wie sie mir von diesem Kotzbrocken erzählte, war dieser sehr alt – leider hatte sie das genaue Alter nicht in ihrem kreativen Kopf gespeichert – und hörte gerne Bill Haley; sie wissen schon diese Schmalzlocke aus Highland Park, Michigan, die dann als Sänger durchstartete.

Wie sie weiter berichtete, hatte der Hausmeister, etwa eine halbe Meile, sich eine alte Blockhütte zugelegt. Sie lebte in dem Wochenendhaus fünf oder sechs Monate und hörte jeden gottverdammt Tag fast, das Gebrabbel und die Trompeten von Bill Haley und seiner blöden Band His Coments. Sie konnte deswegen nicht ihre kreative Ader freien Lauf lassen und so zog sie mit ihrer Familie in die Rocky Mountains.
Ich hatte persönlich Angst, dass mir dasselbe geschah. Doch nicht jede Lodge hatte seinen seltsamen Hausmeister.

Landstraße war etwas verwildert und hatte einige Schlaglöcher, doch ich konnte sie gut mit meinem Cameron befahren. Vor etwa fünfzehn Minuten war ich an einem kleinen Kiosk ... Tankstelle ... Gebrauchtwarenladen ... ich wusste es nicht. Ich hatte mir da eine Schachtel Peter Stuyvesant und eine Flasche Coca Cola gegönnt. Peter Stuyvesant, war die Zigarettenmarke, die meine Mutter immer nach der Arbeit oder wenn sie mich mit meiner älteren Schwester mal bekämpfen musste. Die Geschichte von der Marke ist Euch doch auch bewusst, oder?

Die Firma Reemtsma stellte das erste Mal, diese bekannte und beliebte Zigarettenmarke 1958 her. Wie wir Alle, in vielen Talkshows und bekannten Serien und was auch immer, den bekannten Slogan geliebt und gelebt haben: »Der Duft der großen weiten Welt: Peter Stuyvesant.«

Den Satz wollte ich, in einem meiner Gedichte irgendwie unterbringen. Doch mein jetziger Verleger Paul Johnson meinte, dass das Plagiat sei. Gottverdammt er hatte Recht.
Warum also, zum Teufel durfte ich dann 1983 in meinem 17. Gedichtband »Flowers Wild« den neuen und auch produktiveren Slogan mit einbauen. Herrgott, ich liebte es, ein Poet zu sein, doch man konnte eben nicht alles abschreiben und kopieren. Das ist Bullshit und ein großer Haufen Dreck, der sich über meine dichterischen Gedankenzüge einnistet.

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