Woods of Blood

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  • Jugendschutz:
  • Veröffentlicht: 28 Dez 2017
  • Aktualisiert: 9 Jan 2018
  • Status: Fertig
George McVan ist ein sehr beschäftigter Mann. Jeder der ihn kennt sagt, dass er doch mal Ferien machen sollte. Doch daran denkt der - mit italiänischen Wurzeln - angehende Psychologe gar nicht. Bis eines Tages, zu seinem 22. Geburtstag, sein Freund Tom ihm ein Wochenendhaus schenkt. Nun kann er da endlich entspannen.

Doch die wundersöne Idylle trügt. In Wirklichkeit ist der Ort ein einziges Höllenparadies ...

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8. Verhasste Töne

Es war ein leises und unangenehmes Röcheln. Ich drehte mich ruckartig zur Couch um, doch da stand niemand.

Ich bekam es langsam aber sicher mit der Angst zutun. Dieses Röcheln hörte sich manchmal, wie eine alte Kaffeemaschine, die immer einen seltsamen Pfeifton von sich gab.

Gottverdammt! Was ist das bloß?, dachte ich mir und wollte, es schon aussprächen, doch etwas hinderte mich. Ich ging zu der Stereoanlage und drehte das Volumen auf volle Pulle.
Mir war in dem Moment, scheißegal ob sich jemand beschweren würde oder es bleiben ließe. Ich wollte einfach nur meine Scheißruhe haben ... doch dieses Röcheln hörte nicht auf. Es klang ja, wie nee alte Kaffeemaschine, doch ich hörte den Atem eines alten Mannes, der bereit war zustreben. Ein Mann, der die ganze Zeit seines verschwendeten Lebens, auf einer Farm rumgammelte und Rinderfleisch produzierte. Der alte Mann war Onkel und hatte einen kleinen Neffen, der es regelrecht verabscheute, dieses Leid zu sehen.

Die Tante arbeitete als Immobilienmaklerin und verdiente eigentlich das meiste in dieser »Familie«. Sie war arrogant und ein wahrer Leitwolf, was das Kommandieren und das Zusammenscheißen anging. Sie mochte keine Menschen, die so überfällige Sachen übergehen und sich an dem Hauptthema festbeißen. Sie hasste, deshalb hatte sie sich ihre Eierstöcke ... ist ja auch jetzt egal, oder?

Sie war aber nicht nur auf Arbeit das hohe Tier, das gerne mal Wutattacken bekam und gerne Dusty Springfield hörte. Sie war auch zu Hause ein richtiger Arsch; und nun, als sie auch noch den kleinen Georgie an der Backe hatte, war ihre Laune endgültig im Keller.

Ja, ich war der kleine Bengel, der sich nicht gerade mit seinen netten Verwandten verstand.

Der fette Pisser, der tagelang – manchmal – in  seinem Kellerlein hockte und an etwas neuem herum schraubte, hasste mich aufs Gemeinste. Ich war kein Kind, das gerne an der frischen Luft war. Ich wollte lieber, Poesiealben schreiben. Die beiden Idioten hatten doch keine Ahnung, was ich da eigentlich machte. Noch weniger, hatten die beiden einen umworbenen Musikgeschmack. Die eine hörte bloß eine verrauchte Frauenstimme. Der hörte am liebsten Tom Waits ›Goin’ Out West‹. Toller Geschmack und ich durfte natürlich nichts hören! Mann o Mann, ich durfte bloß in der Schule – beim Klassenchor – mitsingen. Konnten sich ja vorstellen, was meine Kammeraden mich andauernd fragten: »Hä, du hast noch nie Bob Dylan gehört? Kann ich mir gar nicht vorstellen!«

Tja, so war das früher. Heute höre ich fast immer und überall Musik.

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