Woods of Blood

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  • Jugendschutz:
  • Veröffentlicht: 28 Dez 2017
  • Aktualisiert: 9 Jan 2018
  • Status: Fertig
George McVan ist ein sehr beschäftigter Mann. Jeder der ihn kennt sagt, dass er doch mal Ferien machen sollte. Doch daran denkt der - mit italiänischen Wurzeln - angehende Psychologe gar nicht. Bis eines Tages, zu seinem 22. Geburtstag, sein Freund Tom ihm ein Wochenendhaus schenkt. Nun kann er da endlich entspannen.

Doch die wundersöne Idylle trügt. In Wirklichkeit ist der Ort ein einziges Höllenparadies ...

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12. Der letzte Brief

Die Tür des Arbeitszimmers stieß ich langsam auf und eigentlich hätte ich da nur die Türklinke benutzen brauchen. Doch wusste man nun, ob sie heiß oder kalt war, nein! Das Mädchen sprach keinen Ton. Ich sah sie kurz an und sie deutete dann auf meinen Schreibtisch. Ich ging hin ...

Mir wird immer noch kalt, wenn ich darüber reden muss, aber ist egal ... ich will ja Ihnen etwas lehren.

... ich ging also zu dem alten – nun auch schon –, verbrannten Schreibtisch und nahm ein Stück Papier, das unmittelbar auf diesem lag.

Gottverdammt., dachte ich und nahm den schön gefalteten »Brief« und las auch diesen; das Mädchen starrte mich die ganze Zeit dabei an.

In diesem Stück Papier oder »Brief« – nennen sie es, wie sie es nennen wollen – stand drin, dass ich sofort aus diesem Wald flüchten sollte, denn wenn ich dies nicht tat, entstände ein riesiger Waldbrand, dass das kleine Mädchen Luna erwischen würde.

Ich wollte dies nicht glauben, ich schnappte mir Luna – immer noch kein Ton von mir gegeben – und rannte aus dem Haus raus. Ich hatte sie auf meinen Armen und als wir draußen waren, explodierte die ganze schöne Lodge.

Die Feuerwehr traf eine Stunde später am »Tatort« ein. Ich kümmerte mich um den Zeugenbericht und ließ Luna dabei aus dem Spiel, denn was zum Teufel, sollte ein so kleines Mädchen etwas so verwirrendes erklären. Trotzdem kam mir die Sache mit ihr etwas suspekt vor; nicht nur, dass sie mir immer den Weg deutete, auch mit diesen Halluzinationen, die ich wehrend dieser seltsamen Situation hatte.

Als die Befragung vorüber war, ging ich zu Luna und fragte sie, was los war? Keine Antwort. Die Feuerwehr hatte ihr eine Wolldecke umgelegt und der dickliche Hausmeister hatte ihr einen Kakao gemacht. Ich dachte, sie wäre bloß benebelt von allem und ließ da, auf dem Feuerwehrauto, Luna sitzen.

»Das war Mummy.«, sagte sie auf einmal und sah mich mit diesem liebevollen Blick an. Ich drehte mich um und entgegnete ihr: »Wer ist Mummy, Luna?« Sie sah mich mit diesen großen süßen Augen an und sagte dann, dass ich es wüsste. Bloß scharf nachdenken, sollte ich; dann sah sie mich mit diesem unangenehmen Blick an. Sie wissen, welches ich meine ... das mit dem Lächeln.

»Rachel Peterson ist meine Mum, Georgie. Sie hat gewollt, dass Sein mein neuer Vater werden. Jetzt hat sie ihre ewige Ruhe!«, sagte sie und ich erinnerte mich an die Sätze des Hausmeisters, dass Rachel wohl die neuen Bewohner ihre Tochter aufschwatzen wollte. Sie fand deswegen nie ihre Ruhe. Sie brauchte eine Familie; erst dann konnte Mum sich zur Ruhe setzen – wortwörtlich. Ich überlegte sehr lange und am Abend, als ich mit Luna zum Essen in der Hausmeisterhütte saß, beschloss ich das Kind aufzunehmen. Sie hatte mich in ihren Bann genommen. Sie war doch auch n putziges Mädchen. Der Hausmeister und ich wurden richtig gute Freunde und er sagte, dass er der Patenonkel für die Kleine werden will. Ich stimmte dessen zu und so wollten wir noch am späten Abend zurück nach New York zurückfahren.

Als ich mit Luna in meinen kleinen Ford einstieg, stellte ich fest, dass wohl Rachel’s Geist mein Manuskript zurückgelegt hatte. Es war auf dem Beifahrersitz und ich lachte Luna an.

Wir waren glücklich und ein Jahr später hatte ich meinen Psychologieabschluss in der Taschen. Luna saß mit Mike (herrgott, jetzt ist die Geschichte fast zu Ende und nun fällt mir auch der Name des Hausmeisters wieder ein) in der Zuschauermenge und ich nahm mein erstes Examen als Doktor, der Psychologie entgegen. Fünf Jahre arbeitete ich als Psychologe und dann fing ich endlich an, meine Poesiealben und die Kurzgeschichtenbände zu veröffentlichen. Drei von den Kurzgeschichtenbänden wurden Bestseller und Luna und ich redeten nie wieder über den Vorfall ... damals in den Wäldern.

ENDE

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