The House

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  • Jugendschutz:
  • Veröffentlicht: 10 Jan 2018
  • Aktualisiert: 18 Jan 2018
  • Status: Fertig
Frank und Rita Greenwood konnten ja nicht ahnen, das mit dem neuen Haus - in das sie 1975 einzogen - etwas nicht stimmte. Aus Idylle wurde urplötzlich eine wahre Hölle. Und dann tauchte auch noch Pete Glover auf.

Nach 29 Jahren, will die Polizei den Fall von damals wieder aufrollen. Kommissar Jenkins will Frank zu dem damaligen Horror befragen. Wird er seine Erfahrungen wieder preisgeben oder sich in tiefes Schweigen hineinversetzen ...?

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2. KAPITEL 1 - Liebe und Tod

»Das Leben ist voller Leid, Krankheit, Schmerz – und zu kurz ist es übrigens auch ...«
- WOODY ALLEN

Als wir uns kennenlernten, war meine Mutter einen Monat vorher, an Brustkrebs gestorben. Sie trug diese Krankheit schon länger mit sich und verabscheute sie. Ich war damals noch ein kleiner, mickriger Medizinstudent.

Unser Vater, hat uns verlassen, da war ich neun und mein Bruder noch ein Baby. Heute ist er Immobilienmakler in Toronto. Ich hab mir schon auf dem gottverdammten Weg ins Gericht geschworen, dass ich nach dieser Verhandlung zu meinem Bruder fahre.

Nun denn, er ist nun schon über zwanzig Jahre dort, doch ich glaube, ich kann diesen lieben – jedoch alten – netten Mann, mal besuchen., dachte ich mir so als ich mir auf den untersten Treppenstufen, des Gerichtes eine Zigarette anzündete. Die Marke konnte ich nun nicht mehr besagen, denn ich rauchte sehr viele – unterschiedliche – Marken. Sprich, ich hatte keine Lieblingsmarke.

Es war an einem wundervollen Sommerabend im Juli 1967. Ich verbrachte diesen Abend nicht in der – nicht nun mehr gehörigen – Appartements meiner Mum; sondern nun in meinem eigenen Appartement. In dem Wohnviertel wo ich lebte, waren sehr viele Afroamerikaner. Diese verhielten sich wie der letzte Dreck. Doch ich will nun nicht jede gottverdammte Sache, aus meinem damaligen Wohnviertel, schlecht reden. Die Elma-North-Street hatte nämlich auch gute Seiten. Es war kein Ghetto oder Assiviertel! Es gab sogar einen großen Spielplatz und es gab, genau neben meinem Appartement, einen kleinen Kindergarten.

Nun, ich musste damals, wehrend des Krieges in ein Asylheim in Laos. Dort lernte ich Trauer und Hass gegen Schwarze kennen. Ich würde mich nun nicht als kompletter rassenfeinlicher Saufsack outen.

Ich kenne mich schon gut genug mit der Politik aus. Was? Warum ich dort in das Asylheim musste? Nun, als ich 1963 der Vietnamkrieg im vollen Gange war, musste ich schön nach Laos – und nun passen Sie bitte ganz genau auf – mussten dort, eingeteilt werden, in welche »Lager« wir gehen sollten. Und weil ich damals Medizin studierte, musste ich also ins örtliche Krankenhaus und Asylheim South Laos.

Sechs Monate war ich da der Arzthelfer. Doch eines Tages kam ein gottverdammter »Attentäter« in die Station und knallte mit einem Sturmgewehr alle Patienten, Pfleger und sogar drei Ärzte ab.

Ich konnte mich damals verstecken und später holte ich Hilfe. Ich löste den Alarm aus und genau um 16.29 eine – verdammter Mist, wie nennt man die SWAT-Einheit von Vietnam? Seitdem hasse ich alle Nigger und anderes Gesindel, dieser beschissenen Welt. Sie können mich dafür verurteilen, doch ich war es nicht, der 29 US-Soldaten den Schädel oder die Gedärme rausgefickt hat.

 

Nun aber wieder zu der blöden Frage: Wie haben Sie Ihre Frau kennengelernt? Wissen Sie, ich bin nicht hier, um ihre beschissenen Fragen mir anzuhören, Sie gottverdammtes Rindvieh. Okay, okay, ich werde meinen Ton besänftigen, aber herrgott, lassen Sie Ihre blöden Fragen, Mr Jenkins.

Also: Es war eben in einem Café im Juli 1975. Ich saß da und rauchte eine Zigarette. Nein, ich habe die keinen blassen Schimmer, was ich damals für nee Kippe gepafft habe und nun halten Sie den Mund, Jenkins!

Ich saß da und rauchte. Machte mir Gedanken was nun mit Mums »Erbe« wird und vermisste sie. Gut die Möbel die wir besessen, war Sperrmüll. Mein Dad hatte diese wohl mal aus Colorado mitgebracht. Kein Wunder, das Timmy damals auszog. Wie unser Onkel immer sagte, wir waren die besten und liebsten Kinder im ganzen Viertel. Ich hatte von meinem Onkel sehr viel mitbekommen. Er war – nach Vaters »Verschwinden« – wie ein zweiter Papa. Er las mir vor, spielte mit mir im Park Baseball und hatte nicht so viel übrig an meinen Bruder. Am 17. Januar 1971 stürzte der nette Mann, mit dem ich fast mein ganzes Leben verbracht hatte, die Treppe seiner Arztpraxis hinunter. Von da an, beschloss ich, Kinderarzt zu werden. Nicht nur weil ich Kinder sehr mochte, auch wegen meines Onkels Willen.

Ich saß da nun also im Café und machte mir Vorwürfe, wegen dem Tod meiner Mutter. Natürlich wusste ich, dass es nicht meine Schuld war. Dennoch tat ich es.

»Gibst du mir mal ein paar Rosinen, Schätzchen?«, quetsche sie am Tag ihres Todes hervor. Ich wusste, dass es bald zu Ende gehen würde, doch ich wusste nicht wann. Sie war die letzten Wochen bettlägerig. Am Abend kam ich in das damalige Schlafzimmer, um ihr die – eine halbe Stunde früher – gewünschte Suppe zubringen.

...

Danke, aber ihr Beileid können Sie sich sonst wo hinstecken. Ich bin nun schon 58 und habe einen Tumor, der eigentlich nächsten Monat in Philadelphia City rausoperiert werden soll. Tja, nun muss ich wohl im Knast verrecken, was Jenkins?

Ich war in tiefer Trauer und war so in meine Arbeit vertieft, dass ich sie gar nicht mitbekam. Ich wurde erst auf sie aufmerksam, als sie mir das Sonnenlicht nahm. Ich schielte zu ihr hoch und konnte sie erst gar nicht erkennen. Doch das Gesicht kannte ich irgendwo her. Tja, ich konnte mich noch nicht erinnern, doch sie hatte mich wohl schon in der Ferne – was sie mir auch später berichtete – wiedererkannt. Es war meine alte Schulfreundin Rita Greenwood. Ich war schon damals in sie verschossen, als wir noch in die Schule gingen. Damals, wie auch Heute, sah sie wunderschön aus.

Wir hielten etwas Smalltalk und es war wundervoll. Ich erzählte ihr, dass ich bald Kinderarzt werden würde und sie, dass sie einen Job bei einer Modeagentur hat. Woods & Power hieß diese unbekannte Modekollektion, die mit Chinesen arbeitete. Der Gründer war Taylor Greenwood. Ja, Jenkins, es war Rita’s Vater. Doch dann starb er und Rita musste mit Paul Power – auch einem ehemaligen Klassenkammeraden (den ich übrigens nie leiden konnte) –, den Laden selbst schmeißen.

Paul kam aus New York und hatte eigentlich gar keinen Sinn für Mode. Mehr fürs Essen. Doch als Rita mir ihn vorstellte, bekam ich beinah einen Schlaganfall. Paul war richtig durchtrainiert. Er hatte nun braunes – kein blondes – Haar mehr und dieses war im Mittelscheitel gekämmt. Er nahm für seine Haut eine – mir bewusste – teure Hautcreme – die sein Gesicht – nochmehr verunstaltete, als vorher. Er mochte auch Rita, doch sie ihn nicht. Also tat der damalige Fett-Pauli das, was wohl jeder – nicht so beliebte Mann – machen würde. Er hat Rita immer wieder sexuell belästigt. Po grapschen, dumme Machosprüche und immer diese »zufälligen« Ausrutscher. Sprich, er hat ihr mal zwischen die Beine gefasst. Dies Alles geschah, als er noch richtig fett war. Doch irgendwie, hatte er dann kein Bock mehr und hat sie abblitzen lassen. Er nahm ab und wurde der Nachfolger von Greenwood Enterprise.

Ich lernte diesen Kotzbrocken, der mich – mit Billy Hurden und den anderen Boys – damals in die Kloschüssel reinsteckten. Wundervolles Gefühl. Sehr schickes Gefühl. Ich glaubte der schmierige Lackaffe, hatte doch schon damals in der Vorschule, ein Problem mit seinen Mandeln.

»Tag, wie gehts?«, fragte der PR-Profi und schüttelte mir die Hand. Er hatte mich nicht erkannt. Müssen Sie sich mal vorstellen, der dumme Pisser, hatte keinen blassen Schimmer, wer gerade mit ihm sprach. Ich witterte fette Beute und fühlte dem Taugenichts auf den Zahn: »Na, wieder am Mädchen ficken, Pauli?«

Natürlich war es falsch und natürlich, hatte ich auch Angst. Aber nun mal ganz aufrichtig Jenkins, sehe ich aus wie ein wahrer Draufgänger?

...

Sie Arschloch!

Nein, also damals im Motorrad Club, hätten sie mich als – wortwörtlich – fünftes Rad am Wagen, einstecken können. Was passierte? Nun, der liebe gute alte Pauli hat mir einen weiteren feuchten Händedruck verpasst und ist dann mit Rita weggegangen. Sicherlich nicht, Sie Idiot! Der Wichser war wahrscheinlich auch im Boxen oder so was ... eh ich es wahrnehmen konnte, hatte ich schon eine blutende Nase.

Noch am selben Tag packte Rita ihre Koffer und verließ die gemeinsame Suite, die sie belegten. Und wer hätte es sich denken können, Jenkins? Rita und ich heirateten nach 14 Tagen und verbrachten die Jahre in meinem kleinen Appartement im Ghetto.

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