The story of my child

Mila ist 16 Jahre alt und sie wurde vergewaltigt. Sie muss mit den Folgen dieser schrecklichen Tat Tag für Tag leben und die größten Herausforderungen stehen ihr noch bevor.

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1. ZuVor

40 Tage zuvor.

Wie jeden Tag ging nach der Schule nach Hause. Wie jeden Tag ging entlang der Straße vorbei an den vereinzelten Häusern die am Straßenrand stehen. Wie jeden Tag grüßte ich die alte Dame aus dem kleinen Bauernhaus, und wie jeden Tag sagte sie ich solle am Waldweg auf mich aufpassen. Das Haus der alten Dame ist das letzte Haus bevor ich dem Waldweg ca. 10 Minuten entlang gehe und an meinem Haus an komme. Den ganzen Waldweg entlang wohnt niemand. Es steht dort kein einziges Haus nur eine kleine alte Holzhütte. Normalerweise machten mir all diese Fakten nichts aus, aber an diesem Tag hatte ich ein ungutes Gefühl. Ich wüsste nicht woher es kam weshalb ich es ignorierte und wie gewohnt weiter ging. Im nachhinein betrachtet ein großer Fehler.

Also ging ich wie immer die den Weg entlang als ich plötzlich das Gefühl hatte verfolgt zu werden. Automatisch ging ich schneller und als ich dann Schritte hören konnte fing mein Herz an wie verrückt zu schlagen. Ich verfiel in einen Laufschritt und wurde immer panischer. Mein Verfolger bemerkte das und fragte mit einer ekelhaft penetranten Stimme wo ich den so schnell hin wolle. Ich wollte einfach weiter gehen. So tun als hätte ich es nicht gehört. Doch da backte er mich am Arm und umfasste mit seinen rauen groben Händen mein Gesicht. Er zog mich nah an sich und sagte : " Ich bin sicher du wolltest zu mir?". Ich versuchte mich aus seinem Griff zu befreien und bat ihn mich gehen zu lassen doch es war hoffnungslos. 

Er zerrte mich zu der Holzhütte und ignorierte meine Schreie. Er schmiss mich hinein, verband mir den Mund und fesselte mich an vier Holzpfähle. Die Seile mit denen er mich an sie band schmerzten so sehr das ich dachte das ich sterben müsste, doch das war erst der Anfang.

Er begann mich auszuziehen und erniedrigte  mich dabei durch Beschimpfungen. Ich fühlte mich dreckig und hilflos, in dem Moment wünschte ich tot zu sein. Als er mir jegliche Kleidung vom Körper gerissen hatte begann er sich selbst zu befriedigen und mir dabei ins Gesicht zu spücken. Als er dann versuchte in mich einzudringen und ich mich wehrte nahm er ein Stück Holz und schlug mir damit solange ins Gesicht bis ich bewusst los war.

Als ich wieder zu mir kam lag ich sperrlich jedoch bekleidet am Wegrand neben der Hütte. Meine Körper schmerzte und ich hatte eine riesige Platzwunde am Kopf, meine Hände waren zerkratzt und man konnte die Spuren der Seite noch erkennen, meine Haare waren zerzaust und voll Spucke. Ich fühlte mich ekelhaft und wertlos. Ich brauchte einige Minuten um aufzustehen und nach Hause zugehen.

Dort rande ich direkt ins Bad und duschte mich 5 mal. Ich waschte meine Haare immer und immer wieder aber dieses ekelhafte, dreckige Gefühl wollte nicht verschwinden. Ich verzweifelt und war kurz davor mir das Leben zu nehmen. Ich hatte die Rasierklinge schon an meine Pulsader gelegt doch ich konnte es nicht. Auch wenn ich dieses Leben nicht mehr leben wollte ich wollte es auch nicht so und nicht jetzt beenden, immerhin würden meine Elten sich meinen Tot nicht erklären können, da mein leben bis zu diesem Tag wundervoll war. Ich hatte einen Freund er mich über alles liebte, eine Familie die mich immer unterstützte, tolle Freunde und gute Noten. Sie würden es nicht verstehen. Sie würden möglicherweise sich die Schuld geben. Aber es ich nicht ihre Schuld es ist seine Schuld er hat mir mein Leben und meine Würde genommen und mich mit meiner leblosen Seele hier zurück gelassen. Also legte ich die Rasierklinge weg und versuchte mich auf andere Gedanken zu bringen bevor ich zu meinen Eltern ginge. Doch es gelang nicht. Egal was ich dachte oder tat immer wieder erschienen mir Bilder von ihm über mir. 

Ich ging in mein Zimmer und schrieb meinen Eltern, dass ich schlafen ginge um ihnen nicht begegnen zu müssen. Danach schloss ich die Zimmertür ab. Erneut versuchte ich das Geschehnis zu vergessen doch als dies nicht gelang hoffte ich das ich mit dem Thema abschließen könne wenn ich mich mit den hinterbliebenen Malen auseinander setzte. Deshalb zog ich mich bis auf die Unterwäsche aus und betrachtete mich im Spiegel. Erneut überkam mich ein Gefühl der Scharm. Ich hatte Würgemale am Hals, an den Armen Abdrücke seiner Hände, eine Platzwunde von den Schlägen mit dem Holz im Gesicht, Kratzer am Rücken und überall Blaueflecken. Mein Körper würde benutzt und kaputt gemacht und ich fühlte mich als könne nichts auf dieser Welt ihn jemals wieder heilen. Weinend legte ich mich ins Bett und schlief dort kurze Zeit später ein. Doch der Schlaf war nicht erholsam. Immer wieder wachte ich schweiß durchnässt und schluchzend auf und niemand könnte mir helfen.

 

33 Tage zuvor.

Eine ganze Woche lang versuchte ich allen Menschen aus dem Weg zugehen. Ich ging zur Schule um nicht mit meiner Mutter über die Grunde sprechen zu müssen warum ich nicht zur Schule gehen wollte. In der Schule sprach ich mit niemanden. In den Pausen versteckte ich mich auf der Toilette um niemanden sehen zu müssen. Meine Freunde machten sich unglaubliche Sorgen doch all ihre Versuche mit mir zusprechen lies ich abprallen. Mir war klar das ein solches Verhalten alle meine sozialen Kontakte für immer zerstören könnte doch ich war nicht bereit so zu tun als wär ich ok, denn das war ich nicht.

Doch an diesem Tag musste ich aus meinem Schutzbunker, denn ich mir, unter Schmerzen und Sorge, aufgebaut hatte verlassen, den mein Freund, Thomy, kam heute vorbei. Die Verabredung war schon lange ausgemacht weshalb ich ihn auch nicht einfach so stehen lassen konnte. Thomy wohnt ungefähr 1 1/2 Stunden (mit dem Auto gefahren) von mir entfernt, was unsere Beziehung nicht unbedingt  einfacher machte, aber es funktionierte bis dahin ziemlich gut. Ich war verdammt froh ihn wieder zu sehen und wusste das ich in seinen Armen sicher war, und doch war ich verunsichert. Sollte ich ihm erzählen was mir passiert war und somit unsere gemeinsame Heiterkeit zerschlagen oder stillschweigen und so tun als wäre alles gut. Ich wusste es nicht und hatte auch noch keinen Entschluss gefasst als er an meiner Tür läutete. 

Meiner Mutter öffnete ihm die Tür während ich von meinem Zimmer zur Haustür stürmte. Ich weiß nicht was sie ihm sagte doch als sie mich erblickte wechselte sie das Thema. Wahrscheinlich irgendetwas über mein komisches Verhalten und das wenn er herausfindet was ich habe er es ihr sagen soll, aber egal. Thomy nahm mich in den Arm und drückte mich ganz fest. Das erste Mal  seit einer Woche fühlte ich mich sicher und wie ich selbst. Er gab mir das Gefühl das alles gut ist und, dass mich der Vorfall nicht verändert hatte. Doch das hatte er. Und genau deshalb fühlte es sich gut aber trotzdem irgendwie falsch an. 

Ich ignorierte das Gefühl in anzulügen und wir gingen in mein Zimmer. Wir lagen im Bett und Tratschten über dieses und über jenes aber ich brachte es nicht zusammen ihm von den Ereignissen zu erzählen. Damit ich nichts sagte was ihm Sorgen bereiten könnte lies ich ihn reden und stellte nur gelegentlich Fragen. Es war ein gutes Gefühl er lies mich alles vergessen. Seine Stimme beruhigte mich und die Sachen die er erzählte brachten mich sogar zum lachen. Er war mein Lichtblick. Die einzige Person die mich aus meiner Trauer heraus reisen konnte und mir eine unbeschwerte Zeit ermöglichte. Ich wünschte mir das er für immer bei mir bleiben konnte. Doch ich wusste, dass es nicht möglich war, dass er bei mir bleibt weshalb ich beschloss die wenige Zeit mit ihm zu genießen und mich nur auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Kurz bevor er gehen musste nah er mich in den Arm und fragte mich wie es mir geht, so wie er es immer tat kurz bevor er gehen musste. In seinen Armen fühlte ich mich so geborgen dass ich zu weinen begann und leise sagte : " Mir geht es scheiße. Mir ist etwas schreckliches passiert aber ich kann noch nicht darüber reden. Ich will das du verstehst, dass es mir nicht gut geht, ich will das du weißt, dass etwas passiert ist das mein Leben gerade ziemlich auf den Kopf stellt, aber bitte sag es niemanden. Und ich versprecht dir, sobald ich die Kraft gefunden habe es laut auszusprechen was mir passiert ist wirst du der Erste sein der es erfahrt." Er lehnte sich zurück sah mir in die Augen und sprach ganz leise aber mit einer unglaublichen Sicherheit: "Ich werde warten bist du bereit bist es mir zusagen und niemand wird von mir erfahren, dass es dir nicht gut geht. Ich werde warten und dir dann so gut ich kann mit all meiner Kraft helfen." Diese Reaktion war besser als ich sie mir je erträumen hätte können und in dem Moment wusste ich wieder warum ihm mein Herz gehört und warum ich es nie wieder zurück haben möchte.

 

430 Tage zuvor

Schon seit langer Zeit hatte ich versucht mit meinem Schwarm in Kontakt zu treten. Nicht unbedingt mit dem Ziel das wir zusammen kommen, ich wollte ihn einfach nur besser kennen lernen und wissen ob sein Charakter auch nur ungefähr so schön wie sein äußeres ist. Sollte dieses Kennenlernen auf eine Beziehung hinauslaufen würde es mir jedoch auch nichts ausmachen. Leider wollte mein Schwarm mich aber offensichtlich nicht kennen lernen da er jeglichen Kontakt immer und immer wieder abbrach. An  diesem Tag ging ich auf einen Ball. Ich wusste dass er auch dort sein würde, machte mir jedoch keine Hoffnungen ihm bei diesem Event näher zu kommen, trotzdem war ich irgendwie aufgeregt ist das falsche Wort sagen wir erfreut ihn zu treffen. Am Ball sah ich ihn und aufgrund meiner besten Freundin kamen wir ins Gespräch. Endlich lernte ich ihn ein wenig kennen und alles was ich erfuhr machte ihn noch anziehender. Als er mich dann an lächelte war ich endgültig Hals über Kopf in ihn verliebt. Dieses Lächeln. Dieses Strahlen. Ich könnte den ganzen Tag nur über diesen kurzen jedoch großartigen Moment reden. Ich und meine Freundin verließen ihn und seine Freunde jedoch kurz darauf um zu unseren Freunden zugehen. 

Zu späterer Stunde, als ich schon etwas betrunken war und all meine Freunde verloren hatte, traf ich ihn wieder. Auch er war bereits etwas angetrunken aber noch immer sehr charmant. Wir unterhielten uns und lachten viel und beschlossen schlussendlich tanzen zu gehen und das ist wirklich sehr untypisch für mich. Es war schon ein kleines Wunder dass ich mich mit ihm unterhalten habe ohne das mich meine Freunde dazu gezwungen haben aber das ich mit ihm tanze gehe das hätte wirklich niemand jemals erahnen können. Wir tanzten eine Zeit lang voller Schwung und Elan doch irgendwann standen wir nur noch aneinander gekuschelt dar und wippten ein wenig zur Musik. In dem Moment haben wir wahrscheinlich alle Menschen die wirklich tanzen wollten behindert aber es war uns egal es war unser Moment und er war wunderschön. Nach einigen Minuten begannen wir erneut zu tanzen. Er drehte mich aus, er drehte mich ein und küsste mich. Er küsste mich.Es war mein erster Kuss. Ich dachte ich träume. Thomy, mein Schwarm, der mich seit ewiger Zeit ignoriert hatte, hat mich geküsst. Ich war das glücklichste Mädchen auf der ganzen Welt und konnte einfach nicht aufhören zu grinsen. Mein Traum war in Erfüllung gegangen. Thomy hatte mich nicht nur gesehen und mit mir gesprochen, nein, er hatte mich geküsst.

Danach gingen wir nach draußen und verbrachten dort noch eine Zeit lang eng umschlungen. Als mir kalt wurde und ich auf die Toilette musste ging alleine hinein und suchte dort nach meinen Freunden. Als mich meine beste Freundin mit diesem riesen Grinsen im Gesicht sah wusste sie sofort das mir etwas wunderschönes passiert sein musste. Sie wusste jedoch nicht wie großartig es wirklich war.

 

 

416 Tage zuvor

Thomy und ich hatten uns seit unserer ersten Begegnung immer wieder getroffen und wir hatten uns in der zwischen Zeit auch schon ziemlich gut kennen gelernt weshalb ich mich in seiner Nähe geborgen und wohl fühlte. Klar 2 Wochen sind eine ziemlich kurze Zeit aber ich hatte meine Gefühle seit dem Ball nicht mehr unter Kontrolle.

An diesem Tag lud er mich zu einem Piknik ein. Ich fand die Idee total süß und aufmerksam von ihm. Kurz bevor er mich abholte spürte ich diese Nervosität die ich immer in seiner Nähe verspürte. Ich war gespannt wie die gemeinsame Zeit wohl sein wird und ob wir uns so gut wie die letzten Male verstehen würden. Er holte mich ab und wir gingen gemeinsam zu einem nahe gelegenen ruhigen Ort mitten im Wald. Thomy hatte ganz viele leckere Sachen mit. Wir aßen, sprachen und lachten die ganze Zeit es war toll. Doch auf einmal wurde er still er sah mich an und sagte: " Weißt du ich finde die Zeit mit dir immer richtig toll. Du bist hübsch, lustig und du bist die süßeste Person die ich kenne. Du bist so liebenswert und freundlich. Du bist einfach großartig. Und ich wollte dir nur sagen das ich dich mag. Sehr sogar. Man könnte auch von Liebe sprechen aber Liebe ist so ein großes Wort das es mir irgendwie Angst macht. Aber auf jeden Fall wollte ich dich hiermit offiziell fragen ob du meine Freundin sein möchtest." Ich fiel ihm in die Arme und flüsterte eine leises Ja in sein Ohr. Nie im Leben hätte ich mir erträumen lassen, dass ich und Thomy jemals zusammen sein würden. Nie. Aber jetzt hatte er mich gefragt und ich hab ja gesagt und ich habe meine allerersten Freund. Ich war im siebten Himmel.

 

26 Tage zuvor

"I don't know what i'm supposed to do haunted by the ghost of you."

Das ist eine Text Zeile aus einem wunderschönen und auch sehr romantischen Lied. Einst liebte ich das Lied doch heute nicht mehr. Seit Tagen geht mir diese Textzeile nicht mehr aus dem Kopf.

Sie erinnert mich an meinen großartigen Freund. Wir haben immer zu diesem Lied in meinem Zimmer getanzt und dabei so viel gelacht dass uns danach die Bäuche weh taten. Aber das ist nicht der einzige Grund warum mich das Lied an ihn erinnert. Wann immer ich an die Ereignisse von vor 2 Wochen denke, fühl ich ein Stechen in meinem Herzen, weil ich ihm noch nichts davon erzählt habe. Aber wie, wie soll man jemanden erzählen was einem passiert ist, wenn man es noch nicht mal selbst aussprechen kann. Ich weiß doch noch nicht mal was mir da überhaupt passiert ist.

Das Lied geht mir aber auch nicht mehr aus dem Kopf weil ich nun weiß wie es sich anfühlt von den Erinnerungen an einen Person und an ein mit ihr verbundenes Ereignis verfolgt zu werden. Jedoch nicht im positiven Sinne. Es ist egal was ich mache, immer und immer wieder holt mich die Erinnerung ein und zieht mich in ein schwarzes Loch. Es fühlt sich an als gäbe es kein entkommen. Dazu kommt noch, dass ich jeden Tag den gleichen beschissenen Weg gehen. Jeden Tag an dem Ort des Geschehens vorbei gehen muss und alle meine in mir aufsteigenden Ängste unterdrücken muss.

Noch immer hatte ich mit niemanden über mein Erlebnis gesprochen. Niemanden außer meinem Freund war aufgefallen, dass etwas anders ist. Niemanden. Und das sollte auch gerne so bleiben. Niemand sollte wissen wie schmutzig und ekelhaft meine Geschichte ist. Auch ich nicht. Deshalb versuchte ich noch immer den Dreck der seit diesem Tag an mir haftet abzuwaschen. Aber den Dreck den ich meine, den der für andere unsichtbaren Dreck ist, kann man nicht abwaschen. Er bleibt. Wahrscheinlich für immer aber ich versuche trotzdem jeden Abend diesen Dreck loszuwerden.

 

23 Tage zuvor

Ich war heute wie immer in der Schule, nur heute hat mich jemand nach der Wunde auf meinem Kopf gefragt. Ich sagte, dass ich die Stiege hinunter gefallen war und deshalb auch noch einige Blaueflecken hatte und das Gespräch war beendet. Ich war froh, dass es vorbei war aber irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass sie weiter nachfragen so lange bis ich ihnen die Wahrheit verrate.

Am Nachmittag kam Thomy wieder zu mir. Wie verbrachten einen tolle Zeit miteinander aber er fragte nie weshalb ich das letzte Mal geweint hatte. Aber nicht weil er nicht wollte, ich hab es ihm angesehen, dass er mich fragen wollte, aber wusste, dass wenn ich bereit bin ich ihm alles erzählen würde.

Als Thomy gegangen war ging ich in mein Zimmer um Englisch zu lernen. Da kam mir das Wort "abuse". War ich ein Opfer von "abuse" geworden? Nein, dass war doch etwas anderes. "Abuse" ist eine sehr starkes und ernst zunehmendes Wort, das verwendet man nicht nur weil man einen unglücklichen Vorfall erlebt hat. "Abuse" ist ein Verbrechen. Und ich weiß nicht warum aber ich habe das Gefühl dass an mir kein Verbrechen begangen wurde.

 

19 Tage zuvor

Ich fing an zu vergessen. Es fühlte sich gut an nicht mehr dauerhaft an alle die Dinge denken zu müssen. Ich konnte wieder lachen wieder fröhlich sein, und sorgenfrei durch den Tag gehen. Nur wenn ich den Weg alleine gehen musste wurde mir bang. Immer bevor ich den Weg entlang gehe höre ich die alte Frau wie sie mir an besagten Tag sagte ich solle auf mich aufpassen und immer zitterten meine Knie. Wenn ich die Hütte passierte wurde mir immer noch übel und der Angstschweiß stand mir auf der Stirn. Aber dann nach beruhigte ich mich rasch. Immerhin waren nun schon 21 Tage vergangen und ich musste schön langsam mein Leben wieder in den Griff bekommen. Auch in der Nacht lies mich der Vorfall noch nicht ganz in Ruhe. Oft und oft wachte ich von meinen eigenen Angstschreien auf und zitterte am ganzen Körper. Aber es war ok, immerhin konnte es niemand sehen.

 

5 Tage zuvor

An diesem Tag war ich verdammt wütend. Ich hatte keine Lust unter Mensche zugehen und alles zu verdrängen. Ich hatte keine Lust so zu tun als wär ich ok. Ich wollte heulen und schreien und alles um mich herum zerstören, ohne einen Grund dafür zu haben. Ich wollte einfach nicht dass alles so wie immer ist, außer mir. Auch wenn mich die Gedanken nicht mehr immer verfolgen, sie sind noch da und das machte mich so sauer. Alles sollte so schwarz und zerstört sein wie ich. Niemand sollte fröhlich sein und alle sollten mein Leid sehen können. Doch niemand sah es.

 

DER TAG

Es war eigentlich ein sehr schöner Tag. Die Sonne schien und ich war bei bester Laune. Da es so schön war beschlossen ich und meine Freundinnen, mit denen ich erst seit kurzem wieder richtigen Kontakt hatte, nach der Schule Eis essen zu gehen. Wir fuhren in die Stadt, zu dem Eissalon den wir "Home" nannten. Wir nannten ihn Home weil wir uns als Familie ansahen und dies unser Treffpunkt also unser Zuhause war. Als wir dort waren roch ich etwas. Ein Parfum. Der Geruch machte mich unsicher und verängstigt. Ich kannte den Geruch. Langsam begriff ich woher ich den Geruch kannte. Es war sein Geruch. Er roch so. Alle meine Ängste stiegen in mir auf und das Atmen fiel mir schwer. Ich schluckte alle meine Ängste hinunter. Ich konnte nicht zu lassen das er sich schon wieder zwischen mich und meine Freunde drängte und somit alles zerstörte. Also blieb ich stark und atmete so ruhig wie nur irgendwie möglich.

Als wir den Eissalon verließen sah ich ihn. Ich erkannte ihn an seiner ekelerregenden Stimme die uns zurief das wir auf uns aufpassen sollten. Es war eine bewusste Provokation an mich. Er wusste, dass ich ihn erkannt hatte und er wusste, dass es mich innerlich auffraß in seiner Nähe zu sein. Es war nur eine weiter grausame Art mir zu zeigen, dass ich ihm nicht entkommen konnte und ein Teil von mir immer mit ihm in Verbindung sein würde, egal wie sehr ich mir wünschte dass dies nicht der Fall wäre.

Zuhause rief ich Thomy an und bat ihn zu mir zu kommen. Ich musste ihm alles erzählen. Ich konnte es nicht mehr für mich behalten. Als er an der Tür läutete wusste ich noch nicht wie ich es ihm sagen sollte. Sollte ich es ihm gleich sagen oder noch ein bisschen warten? Kann ich ihm die Geschichte überhaupt so erzählen oder soll ich sie verharmlosen? Ich wusste es nicht. Ich hörte ihn die Stiege herauf gehen und mein Herz pochte rassentschnell. In wenigen Sekunden würde er vor mir stehen und ich wusste noch immer nicht was ich ihm sagen wollte. Als er die Tür zu meinem Zimmer öffnete beruhigte ich mich. Er kam herein umarmte mich und gab mir wieder diese Sicherheit. Er nahm mir all die Angst und ich wusste, dass es egal ist wie ich es ihm sage er würde für mich da sein.

Ich bat ihn sich hinzusetzen. Er setzte sich auf mein Bett. Ich stand ihm gegenüber. Wir sahen uns in die Augen. Ich wollte gerade anfangen ihm zu erklären, dass ich ihm jetzt von dem schrecklichsten Ereignis erzählen werde das mich nun schon seit mehr als einem Monat belastet, als es plötzlich aus mir heraus brach und ich sagte :...

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