Dear Diary...

Eine Fanfiktion nach den Lyriks von Rock Me :)

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4. Kapitel

 

 

 

 

Do you remember summer '09?
Wanna go back there every night
Just can't lie it was the best time of my life
Lying on the beach as the sun blew out
Playing this guitar by the fire too loud
Oh my my they could never shut us down
I used to think that I was better alone
Why did I ever want to let you go
Under the moonlight as we stared at the sea
The words you whispered I will always believe...

Rock Me – One Direction

 

 

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Kapitel 4

 

 

 

„Mom, gehen wir heute noch schwimmen?“, fragt Phil und klebt an ihrer Hand. „Hm, ich weiß nicht, es ist nicht so warm und das heißt, dass das Wasser noch viel kälter ist. Außerdem sieht der Himmel so aus, als würde es heute noch regnen.“ Wer schaut heutzutage noch in den Himmel, wenn die Regenwahrscheinlichkeit bis auf ein Tausendstel genau bestimmt werden kann? So etwas machen nur noch Mom und Dad. Steinzeit. „Ich will aber schwimmen gehen.“ Augenverdrehend nahm ich meinen Koffer aus dem Kofferraum und zog ihn auf dem Steinweg hinter mir her bis zur Haustür. Dad warf mir seinen Schlüsselbund zu, damit ich nicht auf alle anderen warten musste, damit ich endlich hinein konnte. Ich legte den Schlüsselbund auf den Fenstersims zwischen Haustür und Treppe und ging gleich nach oben, um meinen Koffer auszupacken. Aber es gelang mir nicht, mich weiter auf das Auspacken zu konzentrieren, als ich erst mal das Buch wieder in den Händen hielt.

 

 

Ich hab Basti von Niall erzählt und dann hat er meine Hände genommen und gesagt, er müsse mir auch etwas erzählen. Ich hatte eine schlimme Vorahnung … 

 

 

 

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01. September 2009

 

 

Kates Sicht

 

 

 

„Kate, ich muss dir was sagen.“ „Ja?“ Bei dem Blick auf unsere miteinander verbundenen Hände bekam ich eine kleine Vorahnung, von der ich stark hoffte, dass sie nicht der Wahrheit entsprach. „Also es war im Urlaub. Ich war bei meinen Großeltern, ganz allein und du hast mir gefehlt, da bin ich ausgegangen und da hab ich es zum ersten Mal so ganz bewusst gemerkt.“ Ich hob eine Braue leicht an. „Was denn gemerkt?“ „Du musst mir versprechen, dass sich, wenn ich dir das sage, zwischen uns nichts ändert und wir trotzdem noch beste Freunde sind.“ „Okay.“ Meine Vorahnung fing an, sich immer mehr zu bestätigen. „Versprich es.“ „Ich verspreche, dass sich, egal was du gleich sagen wirst, zwischen uns gar nichts ändern wird.“ Er ließ eine meiner Hände los, um mir seinen kleinen Finger hinzuhalten, mit dem ich mein Versprechen besiegeln sollte. Ich verhakte meinen kleinen Finger mit seinem und er blickte mir ernst in die Augen, während wir nach ein paar Sekunden immer noch so da standen. „Ich bin schwul.“ Mein Mund öffnete sich einen Spalt weit. Ich sah ihn kurz etwas bedröppelt an, dann ließ ich seinen Finger los und umarmte ihn stürmisch und fest. „Du Vollidiot, ich hab schon gedacht, du sagst mir gleich, du wärst verliebt in mich.“ „Du bist wie eine kleine Schwester für mich.“ „Du bist nur zwei Monate älter als ich.“

„Trotzdem.“ Es ist kurz still. „Ich bin so erleichtert“, gestand er mir leise. „Ich auch.“

 

 

Ich blätterte einige Seiten weiter, hoffend darauf, irgendeinen Hinweis darauf zu finden, was Niall getan hatte. Die Tagebucheinträge waren nicht mehr so regelmäßig. Wahrscheinlich waren nur noch wichtigere Ereignisse festgehalten.

 

 

01. Juli 2012

 

Dear Diary,

 

Ich war heute bei Starbucks, da hat Basti mich eingeladen, zu ihm zu kommen. Ich hab ihm noch schnell was gekauft, damit ich endlich mal ein bisschen meiner Schulden abarbeiten konnte. Er hat mir seit drei Jahren fast ausnahmslos jeden Frappuchino bezahlt, aber darum geht es nicht. Auf dem Weg nach draußen ist jemand ganz Bestimmter rein gekommen …

 

 

 

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01. Juli 2012

 

 

Katies Sicht

 

 

 

Wo bist du?

Chels hat gesagt

du bist nicht zuhause

xx

 

 

Bin bei Starbucks

Ich komm gleich zu dir

Bring dir was mit

Bis gleich xx

 

 

Ich stand auf und kaufte noch einen Kaffee für Basti, damit er mir nicht vorhalten konnte, dass er nie etwas von mir zurückbekommen würde. Er hatte mir schon ungefähr Fünfhundert bezahlt und ich ihm mit diesem jetzt ganze … Vier. Da im Moment nicht besonders viel los war, musste ich nur kurz anstehen und bekam meine Bestellung auch schnell. „Danke“, murmelte ich und nahm den kalten Becher an mich. Noch im selben Moment schallte ein Lachen durch den Raum, das mir verdammt bekannt vorkam. So ansteckend und meistens lustiger als der Grund, aus dem er lachte. Es war Niall, der gerade lachend die Tür öffnete, als ich das Lokal verlassen wollte. Ich erstarrte und konnte ihn einfach nur ansehen. Er hielt die Tür auf für ein Mädchen, das hinter ihm eintrat. Wahrscheinlich seine Freundin. Beide Gesichter waren tief hinter Kapuzen verborgen und auf der Nase saßen ihnen dunkle Sonnenbrillen. Ich war immer noch völlig erstarrt und auch er erkannte mich nun wieder. Sein Mund war einen Spalt weit geöffnet, von seinem Lächeln war kein Rest mehr übrig. Seine Begleitung schien etwas verwirrt von Nialls Starren zu sein, folgte seinem Blick und musterte mich. Keiner sagte ein Wort, bis das Mädchen neben Niall schließlich die Stille brach. „Soll ich euch allein lassen?“, fragte sie und sah von mir zu ihm rüber und dann wieder zu mir.

 

„Nicht nötig“, sagte ich kühl und drängte mich zwischen den Beiden hindurch nach draußen. Ich war wütend und gleichzeitig traurig. Nach drei Jahren, gerade wo ich die Trennung irgendwie verarbeitet hatte und vielleicht die Chance bestand, dass mich jemand anderes so glücklich machen konnte wie Niall es getan hatte, genau da kam er wieder in mein Leben und stellte alles auf den Kopf, riss die so langsam verheilten Wunden erneut auf. Es fing an zu regnen. Gut, denn so sah man nicht, dass ich heulte. Unter Tränen der Verwirrung und des Schmerzes kam ich bei Basti an, der mich unmittelbar nachdem er die Tür geöffnet hatte in eine Umarmung zog. „Oh, du bist ja ganz nass, armes Ding“, murmelte er und strich wärmend meinen Rücken hoch und runter. Es war ihm völlig egal, dass so auch er nass wurde, und das war eins der Dinge, für die ich ihn so sehr mochte. Ich schnappte nach Luft und schniefte an seiner Schulter. Meine Hände hingen kraftlos an meinem Körper herab. „Weinst du, Süße?“, fragte mein bester Freund, bekam aber keine Antwort. „Kate?“ „Oh. Hey, Katie“, begrüßte mich seine Mutter, die im Eingangsbereich, wo wir noch immer standen, zu uns stieß. Ich löste mich schnell von Basti, wischte mir die Mischung aus Tränen und Regentropfen von den Wangen und versuchte, wenigstens halbwegs gut gelaunt auszusehen. „Hi, Mrs. Evans“, grüßte ich mit heiserer Stimme und einem gekünstelten Lächeln zurück und ihr schien nicht aufzufallen, wie dreckig es mir ging, denn sie verschwand mit einem Lächeln in der Küche. Der Brünette nahm mich an der Hand und zog mich mit sich nach oben. „Du duschst jetzt, bevor du noch krank wirst, und dann sagst du mir, was los ist, hm, Süße?“ „Aber ich hab gar nichts zum Anziehen dabei“, warf ich ein. „Du kriegst was von mir“, bot er an und schob mich ins Badezimmer meines zweiten Zuhauses. Ich kannte mich hier besser aus als bei mir selbst Zuhause und besser als Basti, der wiederum wusste, wo sich alles bei mir daheim befand.

 

Knapp zwanzig Minuten saß ich in einer weiten Jogginghose und einem mir drei Nummern zu großem Pulli mit Basti und einer Schachtel Taschentücher auf dessen Bett. „So, erzähl. Was macht meine Süße so traurig?“ „Passt das Ash eigentlich schon, wenn du mich Süße nennst?“, fragte ich und versuchte mich an einem Lächeln. „Nicht ablenken!“, sagte er todernst. „Süße“, hängte er noch provozierend an. „Okay also auf dem Weg hier her da … da hab ich“, druckste ich herum und pulte an meinen Fingernägeln herum. „Sag schon!“, forderte er ungeduldig. „Ich hab Niall gesehen“, nuschelte ich und sah von meinen Händen auf, in zwei funkelnde Augen. „Und, hast du ihm endlich den Tritt in die Eier verpasst, den er verdient hat?“, wollte er mit einem hämischen Grinsen wissen. „Ich konnte nicht … seine Freundin war dabei“, schniefte ich und ließ mir von Basti ein Taschentuch reichen, mit dem ich mir die Nase putzte und es dann in irgendeine Ecke seines Zimmers warf. Ja, ich fühlte mich hier wie zuhause und benahm mich auch dementsprechend. Dass er eine Freundin hatte, war wie ein Dolch in meinem Herzen, das mehrfach herausgezogen und dann wieder in meine Brust gerammt wurde. Ich spürte den Kloß in meinem Hals noch weiter anschwellen und wie ein nächster Schwall der salzigen Flüssigkeit meine Augen zum Überschwappen brachte. Widerstandslos ließ ich mich von meinem besten Freund an dessen Brust ziehen und durchnässte sein Shirt mit meinen Tränen. „Das ist so ein beschissenes Gefühl!“, heulte ich, mehrmals nach Luft schnappend und schluchzte vor mich hin, die Finger in sein Shirt gekrallt, als würde er mich vorm Ertrinken bewahren.

 

 

 

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„Charleen, wir gehen jetzt einkaufen. Kommst du mit?“, rief Mom von unten.

„Nein“, antwortete ich und verfluche sie wieder einmal dafür, mich beim Lesen unterbrochen zu haben. Ich hatte auch wirklich nie Ruhe vor meiner Familie.

„Sollen wir dir was mitbringen?“„Joghurt.“ Mom wusste, welchen Joghurt ich gerne esse, deshalb musste ich meinen Wunsch nicht präzisieren. Weil mir klar war, dass ich jetzt auch nur eineinhalb Stunden meine Ruhe haben würde, ging ich mit dem Buch unterm Arm über die Veranda raus auf den Strand, kaum war meine Familie weg. Ich setzte mich an die Kante der Mauer zwischen Gras und Strand, die die Häuser nah an der Küste bei Hochwasser vorm Überfluten schützte. Zwischen den Ritzen der Mauersteine wuchs Unkraut empor und auf den Steinen war Moos gewachsen.

 

 

 

28. August 2010

 

Dear Diary,

 

Nicht zu fassen, was heute passiert ist! Basti kam vorbei, damit wir wieder zusammen „The X-Factor“ anschauen konnten, und wollte hier übernachten. Na ja, wie auch immer. Ich hatte gerade aufgehört, an ihn zu denken und dann so etwas ...

 

 

 

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28. August 2010

 

 

Katies Sicht

 

 

 

„Bereit?“, fragte ich Basti und setzte mich mit einer monströsen Schüssel Popcorn dicht neben ihm aufs Sofa. Er zog die Decke über mich und legte seinen Arm um mich. Chelsea saß mit einer Tüte Chips auf dem Sessel. „Wenn du nicht schwul wärst, könnte man meinen, ihr wärt ein Paar“, sagte sie mit einem Seitenblick auf uns. Ich rollte mit den Augen. Das dachte und sagte jeder, ob in der Schule oder auch sonst irgendwo. Sogar meine Eltern dachten das, denn sie wussten nicht, dass Basti mich selbst nicht zur Freundin wollen würde, wäre ich das einzige weibliche Menschenwesen auf Erden. Aber es störte mich nicht, dass das jeder dachte, schließlich musste nicht jeder wissen, dass Basti auf Jungs stand. Nach endlosen Werbespots wurde endlich der Einugsspot von „The X-Factor“ abgespielt. Heute kamen die nächsten Auditions, die aus Dublin. Der zweite Nachwuchssänger war ziemlich schnuckelig, da waren wir drei uns alle einig. Er hatte noch dazu einen niedlichen irischen Akzent. „Seine Haare gefallen mir“, nuschelte mein bester Freund hinter dem Popcorn, das er sich gleich darauf in den Mund stopfte. Ja, seine dunkelbraunen, zu einem Quiff hoch gestylten Haare sahen ziemlich gut aus. Gitarrespielen konnte er auch einigermaßen, singen war aber nicht seine Stärke, da war sich die Jury einig. Man sah ihm an, dass er den Tränen nahe war, als er von der Bühne ging. Es traten weitere Kandidaten auf, manche jünger, manche schon etwas älter, manche gutaussehend und manche eher nicht, manche mit mehr Talent und manche mit weniger. Und dann kam ausgerechnet er auf die Bühne. Niall. 

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