Dear Diary...

Eine Fanfiktion nach den Lyriks von Rock Me :)

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3. Kapitel

 

 

 

 

Do you remember summer '09?
Wanna go back there every night
Just can't lie it was the best time of my life
Lying on the beach as the sun blew out
Playing this guitar by the fire too loud
Oh my my they could never shut us down
I used to think that I was better alone
Why did I ever want to let you go
Under the moonlight as we stared at the sea
The words you whispered I will always believe...

Rock Me – One Direction

 

 

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Kapitel 3

 

 

 

Wie Mom und Dad sich nun kennengelernt hatten, wusste ich jetzt, also übersprang ich die folgenden Seiten und blätterte gleich weiter vor. Vielleicht war da ja noch irgendwas Interessantes.

 

 

01. September 2009

 

 

Dear Diary,

 

Heute ist der erste Schultag und ich bin etwas aufgeregt, weil ich nicht mehr mit Chelsea in eine Klasse gehe, nicht einmal auf dieselbe Schule gehen wir noch. Ich hab sie beim Frühstück auch nur kurz gesehen, weil sie einen weiteren Weg zur Schule hatte. Aber an ihrer Stelle hätte ich auch die Schule gewechselt. Und dann ist mir aufgefallen, dass sie nicht schon so früh gegangen ist, weil ihr Weg weiter ist. Ich war nämlich selbst zu spät dran. Am ersten Schultag. Das konnte dann ja nur besser werden. Und das wurde es auch … 

 

 

 

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01. September 2009

 

 

Kates Sicht

 

 

 

Das erste Trimester des neuen Schuljahrs würde heute beginnen. Da ich viel zu spät dran war, hetzte ich regelrecht durch die Flure meiner neuen, viel zu verwinkelten Schule. Nebenbei setzte ich noch das fort, wofür ich vorhin nicht mehr richtig Zeit gefunden hatte, kämmte mir mit den Fingern durch die Haare und zupfte mir meine Kleidung zurecht, was sich aber sogleich als überflüssig herausstellte, da ich umgerissen wurde und auf dem Boden landete. „Au! Verdammt!“, fluchte ich und versuchte mich unter dem zu bewegen, der auf mir gelandet war. „Sorry“, entschuldigte sich eine mir nur allzu bekannte Männerstimme, weshalb ich die Augen aufriss. „Basti!“, quietschte ich und drehte mich unter ihm herum. „Katie!“, rief er im selben Ton zurück und grinste mich schief an. Er nickte nur grinsend und ich erinnerte mich an unsere erste Begegnung. „Du bist schwer“, stellte ich fest und er rollte sich augenblicklich von mir. „Sorry, ich hab mich bei meinem Opi durchgefuttert“, erklärte er. „Sieht man“, grinste ich und tätschelte das kleine Bäuchlein. „Hey!“, beschwerte er sich empört und piekte mir in den Bauch. Wir brachen beide in lautes Gelächter aus. Dass wir auf dem Boden im Schulflur lagen und eigentlich längst im Klassenzimmer sein müssten, blendeten wir dabei vollkommen aus. Immer noch lachend ließ ich mir von Oliver, meinem besten Freund aufhelfen. Anschließend räumten wir wieder unsere Schulsachen in die jeweiligen Taschen und setzten unseren Weg in unser Klassenzimmer fort. „Ich hab dich echt vermisst“, lächelte ich, zufrieden darüber, dass er wieder da war. „Ich dich viel mehr“, meinte er und wuschelte mir durch die Haare, die ich daraufhin vergeblich versuchte, wieder einigermaßen ordentlich zu richten.

 

„Tut mir leid, dass wir so spät sind wir … ähh …“ Erst da fiel mir ein, dass ich mir noch gar keine passende Ausrede einfallen gelassen habe. Fuck. „... hatten noch einen Fick auf dem Klo“, beendete Brian meinen unvollständigen Satz Augenbrauen wackelnd und erntete Todesblicke dafür. Eigentlich war es mir egal, dass Basti und ich als Paar abgestempelt wurden, aber wenn es unter die Gürtellinie ging, ging es meiner Meinung nach zu weit. „Setzt euch“, meinte meine Lehrerin, die sich als Mrs. Rivers vorstellte, genervt, verdrehte die Augen und deutete mit dem Kopf auf die letzte freie Bank, die wir belegten. Unsere Mitschüler, von denen mir nur recht wenige bekannt waren – Chelsea war also anscheinend in meine Parallelklasse gekommen –, tratschten munter weiter. Basti und ich taten es ihnen gleich, weshalb wir alle von der Lehrerin um Ruhe gebeten wurden. Nein, das war zu nett ausgedrückt. „Ruhe jetzt! Ihr könnt euch später über eure ach so spannenden Ferien unterhalten!“, schrie sie schon fast und es herrschte sofort Stille. 3 p.m. bei Starbucks?, schrieb ich auf einen kleinen Papierfetzen, den ich zuvor von meinem College-Block abgerissen hatte und schob ihn unauffällig Basti zu. Seine Augen wanderten über die krackelige Schrift, dann nickte er mir lächelnd zu. Im Laufe der nächsten fünf Stunden bekam ich meinen neuen Studenplan, meine Bücher, den Schlüssel zu meinem Spind und eine endlos lange Liste mit Schulsachen ausgehändigt.

 

Zum Glück durften wir dann auch schon nachhause, denn ich hatte mal wieder mächtigen Hunger. Und weil das Glück wohl heute irgendwie auf meiner Seite zu stehen schien, nahm mir Basti meine Bücher ab und trug sie für mich bis zur Haustür, da er gleich in der Nachbarschaft wohnte. „Danke, Basti“, lächelte ich, nahm den Stapel Schulbücher aus seinen Händen und drückte ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange. „Ihh!“, machte er gespielt wie ein Siebenjähriger und wischte sich übertrieben über die Wange. „Mädchenbakterien!“ „Stell dich nicht so an“, lachte ich über sein Verhalten und er grinste mit. Er hatte heute schon die ganze Zeit vergeblich versucht, mich zum Lachen zu bringen, denn mir war so gar nicht danach. Der Grund war Niall. So ein dreckiges Arschloch. „Soll ich etwa in Ohnmacht fallen?“, fragte er und unterbrach so den Gedankengang, der sich gerade in eine ganz falsche Richtung bewegte. Ich sollte nicht an ihn denken.. Aber das ließ sich leider so schlecht verhindern, denn er spukte in meinem Kopf herum wie ein Geist. „Nein! Ich brauch dich noch“, giggelte ich. „Damit du eine passende Shoppingbegleitung hast, die sich nicht anstellt, deine Taschen zu tragen und einen guten Geschmack hat“, sagte er augenrollend. „Genau“, bestätigte ich. „Also dann, bis später.“ „Bis später“, erwiderte er, zog mich in eine kurze Umarmung, wobei mir die Bücher fast heruntergefallen wären, und wandte sich dann zum Gehen um, den Hausschlüssel aus seiner Tasche fischend. Ich machte mir gar nicht erst die Mühe, meinen in meiner Tasche zu suchen, und drückte einfach auf die Klingel.

 

 

 

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„Moooooom, mein Akku ist leer!“, quengelte Phil, als der Screen seines Tablets erlischt. Es hat schon viele Kratzer. „Dann spiel doch wieder mit deinen Lego-Robotern“, schlug sie vor und nahm es ihm ab, um es an der Steckdose der Autobatterie anzuschließen. „Das sind keine Roboter, Mum.“ Er rollte mit den Augen. „Das sind Scrutchers und ich will jetzt lieber mit dem Tablet spielen.“ „Tja, das geht jetzt aber nicht. Hättest du es zuhause geladen, wäre es jetzt noch nicht leer. Du bist selbst schuld.“ „Mooom“, jammerte er. „Ich kann den Akku nicht voll zaubern, das muss jetzt erst einmal eine Stunde laden.“ Phil schob die Unterlippe vor und natürlich kann es Dad keine Minute ertragen, ihn so todtraurig zu sehen, und reicht ihm deshalb sein Handy hinter, damit er daran weiterspielen kann. Ich öffne meine Chipstüte und vertiefe mich wieder in meiner Welt. Oder eher in der von Mom.

 

 

Zuhause war nur Chels, also haben wir zusammen Lasagne gegessen und ich bin dann in die nächste Drogerie gefahren, um meine Schulsachen zu kaufen. Dann war es schon fast drei, also bin ich direkt zu Starbucks gefahren und nicht noch zuerst nachhause … 

 

 

 

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01. September 2009

 

 

Kates Sicht

 

 

 

Mit der Tasche voll mit Heften und Schreibzeug öffne ich die Tür zum nächstgelegenen Starbucks. Es ist der, in dem ich mich immer mit Basti treffe, deshalb weiß ich, dass ich hier richtig bin. Und mein bester Freund ist schon da, sitzt am Tisch und schlürft an seinem Getränk. Vor ihm auf dem Tisch steht noch ein zweiter Becher mit Karamellfrappuchino. Für mich, das weiß ich sofort. Er steht auf, als er mich sieht und gibt mir den zweiten Becher. „Danke. Was schulde ich dir?“ Ich nehme einen Schluck. Er ist noch kalt, also habe ich ihn nicht so lange warten lassen. „Nichts, geht auf mich.“ Er lächelt. „Okay, nächstes Mal zahle ich für dich mit.“ „Dann hoffe ich, dass ich nächstes Mal sehr hungrig bin“, lacht er. „Komm, wir gehen ein Stück die Themse entlang“, schlage ich vor. „Okay.“ Schon auf dem Weg nach draußen beginnt Basti von seinen Termferien zu erzählen. Davon, wie es bei seinem Granddad war, dass er mit seinen kleinen Cousinen zusammen im Zoo und im Freizeitpark waren, dass er nach einer Achterbahnfahrt gekotzt hat, dass ihm im Streichelzoo eine Ziege an der Hose herum geknabbert hat, dass ihm seine Cousinen aus seiner Justin-Bieber-Frisur – das war ein Newcomer-Sänger – Zöpfe geflochten haben und so weiter und so weiter.

 

Und als ihm die Geschichten ausgingen und wir schon ein gutes Stück weit gelaufen waren, fragte er mich: „Wie waren deine Ferien?“ Das einzige spannende Ereignis, das an seine überhaupt heranreichte, war, dass ich Niall kennengelernt hatte, aber eigentlich wollte ich das sofort wieder vergessen. „Der Anfang war nichts Besonderes, du warst ja meistens dabei. Na ja, und in Plymouth bei meiner Tante ist auch nicht so viel passiert.“

„Nicht so viel? Du verschweigst mir doch was?“ Er würde jede meiner Lügen durchschauen. „Ja, okay, ich hab da einen Jungen kennengelernt. Er heißt Niall und irgendwie waren wir zusammen. Und er war so süß und ich dachte, er wäre anders, aber er ist genauso ein Arschloch wie alle anderen auch. Nick hatte so recht mit ihm.“ Ich sah auf das graue Wasser heraus, schüttelte die Gedanken an ihn ab. „Warum? Was hat er dir getan?“ Bastis Augen waren vor Neugier etwas geweitet. „Ich will nicht drüber reden“, murmelte ich. „Bist du noch Jungfrau?“ Seine Augen wurden noch ein Stück größer. Ich zögerte kurz, wünschte mir, ich könnte seine Frage verneinen, und antwortete schließlich erneut und diesmal mit Nachdruck: „Ich will nicht darüber reden.“ „Du kannst mir so etwas Lebensveränderndes nicht verschweigen“, entrüstet er sich.

 

„Ich bin noch nicht bereit dazu, mit dir darüber zu reden, okay? Vielleicht ändert sich das und vielleicht auch nicht und dann erfährst du es eben nie. Aber es ist kaum eine Woche her und ich kann noch nicht darüber reden.“ „Kaum eine Woche seit was? Seit du keine Jungfrau mehr bist?“ Er ging rückwärts laufend vor mir her, um ein Ja oder Nein aus meinem Gesicht herauslesen zu können. „Vergiss es, aus mir kriegst du nichts raus.“ Er konnte nicht sofort verbergen, wie zerknirscht er war, schien es dann aber akzeptiert zu haben, bleibt stehen und breitet die Arme aus, um mich in eine Umarmung zu ziehen. Ich schloss meine Arme ebenfalls um ihn und genoss den Moment seiner trostspendenden Umarmung, die jedoch, solange sie auch gewesen sein mochte, für mich viel zu schnell vorüber war. Wir gingen ein Stück weiter, entsorgten unsere inzwischen leer gewordenen Starbucksbecher und erreichten irgendwann den Abschnitt des Flussufers, der nicht gepflastert war, sondern mit Kies bedeckt. Und die sonst überall dicken Mauern, die das Wasser vom Fußweg abtrennten, waren an dieser Stelle ersetzt durch einen Zaun aus Metallpfosten, die durch dicke Ketten miteinander verbunden waren. Er nahm meine Hand und zwang mich durch einen leichten Ruck, an dieser Stelle stehen zu bleiben. Dann nahm er auch meine andere Hand in seine. „Kate, ich muss dir was sagen.“

 

 

 

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Der Motor stoppte. Ich klappte mein Buch schnell zu und ließ es in der Tasche verschwinden. „Wir sind daaaaaa!“, krächzte Phil und sprang aus dem Auto. Dad öffnete mir die Autotür, aber ich war noch dabei, meine Kopfhörer und die halbvolle Chipstüte einzupacken. Erst dann konnte ich aussteigen und mich von den Chipskrümeln befreien, die ich auf der Kleidung hatte. Dad schloss die Tür hinter mir wieder, während ich meine Tasche schulterte und auf das Ferienhaus zuging. Erst jetzt erkannte ich die wesentliche Bedeutung dieses Ortes. Hier irgendwo an diesem Strand hatten sich Mom und Dad kennengelernt und ineinander verliebt. Aber in Gedanken war ich noch beim letzten Abschnitt des Buchs, den ich eben gelesen hatte. Am Ende des Urlaubs hatte Dad irgendetwas gemacht, das es anscheinend rechtfertigte, dass Mom ihn als Arschloch bezeichnet hatte. Ich bin mir völlig unschlüssig, ob ich zuerst an dieser Stelle weiterlesen soll, wo ihr Basti doch etwas so Wichtiges erzählen will, oder weiter vorn, um herauszufinden, was Dad getan hat. 

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