Weihnachtliche Sorgen

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  • Jugendschutz:
  • Veröffentlicht: 9 Mai 2015
  • Aktualisiert: 9 Mai 2015
  • Status: Fertig
_____ Navy CIS Fanfiktion_____
Tonys Tag fängt schon schlecht an. Ausgerechnet an Weihnachten wird der Bundesagent anscheinend vom Pech verfolgt. Ob sich dies noch bessert wird sich zeigen.

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1. Weihnachtliche Sorgen

Weihnachtliche Sorgen

Tony stöhnte laut auf, als ihn das schrille Klingeln seines Weckers aus dem Schlaf riss. Schlaftrunken wälzte er sich auf die andere Seite seines Bettes und guckte auf seine Uhr.
7:30 Uhr.
Für seinen Geschmack war es noch viel zu früh, um überhaupt ans Aufstehen zu denken. Doch wenn er jetzt liegen blieb, dass wusste er, konnte er sich auch gleich selbst eine Kopfnuss geben und nicht erst auf Gibbs warten.
Obwohl sie gestern endlich mal wieder pünktlich Feierabend machen konnten, war Tony nicht gleich in sein gemütliches Apartment gefahren.
Die kleine Bar, nur fünf Minuten von seiner Wohnung entfernt, hatte ihn dieses Mal einfach mehr gelockt.
Er wollte noch ordentlich Entspannen, bevor morgen der ganze Arbeitsstress erneut anfing.
Die Entspannung kam dann auch kurze Zeit später in Gestalt einer wunderschönen, jungen Frau. Mit ihren langen, braunen Haaren und ihren ebenso braunen Augen ähnelte sie ein bisschen Ziva, doch das schlug er sich ganz schnell wieder aus dem Kopf.
Nach ein paar Drinks und einem nicht ganz uninteressanten Gespräch über die besten Oldtimer war sie mit ihm nach Hause gegangen und sie hatten eine großartige Nacht miteinander verbracht.
Jetzt jedoch war die linke Seite seines Bettes leer. Die Frau, er konnte sich partout nicht mehr an ihren Namen erinnern, musste schon gegangen sein.
Tony quälte sich aus seiner Bettdecke und ging in das angrenzende Badezimmer. Als er die zerzauste Gestalt im Spiegel betrachtete, kam ihm eine Regel in den Sinn, die er für sich selbst aufgestellt hatte: Begegne den Personen bei der Arbeit immer mit Respekt und angemessenem Aussehen!
Und so wie er jetzt aussah, konnte er auf keinen Fall zur Arbeit gehen. Mechanisch putzte er sich die Zähne und kämmte sich die Haare. Während Tony eine schwarze Hose, Jackett und ein weißes Hemd aus seinem Kleiderschrank heraus nahm, machten sich langsam pochende Kopfschmerzen in ihm breit. Er hatte wohl doch einige Drinks mehr getrunken als er dachte.
Mit einer Kopfschmerztablette bewaffnet, ging er zum Wasserhahn und goss sich ein Glas Wasser ein.
Nachdem er die Schmerztablette genommen hatte, nahm er seine Waffe und seinen Dienstausweis und wollte gerade seine Autoschlüssel nehmen, als er laut anfing zu fluchen. Sein geliebter 1966 Ford Mustang stand immer noch auf dem Parkplatz der kleinen Bar. Da seine Wohnung nicht zu weit entfernt liegt und sie gestern schon genug getrunken hatten, waren Tony und seine Begleitung gelaufen. Jetzt jedoch war er so spät dran, dass er es nicht mehr schaffte seinen Wagen zu holen. So musste er wohl oder übel den Bus nehmen. Mit einem letzten Blick auf die unaufhörlich tickende Uhr ging er schließlich hinaus und blieb erstaunt stehen. Die ganze Nachbarschaft um ihn herum glitzerte in einem strahlendem Weiß. Über Nacht hatte es anscheinend angefangen zu schneien und hatte bis jetzt nicht aufgehört. Funkelnde, kleine Eiskristalle fanden ihren Weg und segelten seelenruhig zu Boden, während um sie herum ein geschäftiges Treiben stattfand.

Heute war der 24. Dezember. Heiligabend.

Tonys Nachbarn waren gerade auf dem Weg um die letzten Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Eine Gruppe von vier Jungen, alle im Alter zwischen Zehn und Zwölf, hatten schon Ferien und veranstalteten eine Schneeballschlacht.
Tony drehte sich um und hob die Hand grüßend zu einer älteren Dame, als ihn plötzlich ein harter Schlag in den Nacken traf. Überrascht machte er einen Schritt nach hinten, rutschte aus und schlug sich den Kopf an einem runden Stein an. Benommen blieb er einige Zeit liegen.
„Oh du meine Güte. Ist ihnen etwas passiert? Diese Bengel heutzutage. Hecken nur noch böse Scherze aus und verschwinden dann sofort.“
In Tonys Blickfeld geriet die alte Dame, die er gerade noch hatte grüßen wollen. Jetzt streckte sie eine behandschuhte Hand aus und half dem Bundesagenten mehr oder weniger auf die Beine.
Etwas schwankend stand er nun da und betastete mit der linken Hand eine kleine Beule an seinem Hinterkopf. Klebriges Blut war an seinen Fingern und die Kopfschmerzen, die ihn ohnehin schon gequält hatten, wurden noch etwas schlimmer.
„Es geht schon. Vielen Dank für ihre Hilfe, Miss Queen. Mir ist nichts passiert.“ Tony wusch mit dem Schnee das Blut von den Händen und hob seine Schlüssel vom Boden auf. Er versicherte der alten Dame noch einmal das ihm nichts fehle und eilte dann zur nächsten Bushaltestelle. Von den Kindern war nichts mehr zu sehen.

McGee arbeitete gerade an einem Bericht, als Ziva mit einem Bleistift nach ihm warf. Erschreckt blickte er auf und sah in ihre fragenden Augen.
„Kommt Tony etwa schon wieder zu spät zur Arbeit?“ In Zivas Stimme konnte man schon die Vorfreude darüber hören, dass Tony mal wieder eine von Gibbs berühmten Kopfnüssen zu spüren bekam.
McGee zuckte nur seine Schultern. Er hatte gestern das Angebot von Tony, noch in eine Bar zu gehen, dankend abgelehnt. Endlich mal wieder hatte er ein bisschen Zeit vor seiner Schreibmaschine haben wollen. Seine Lektorin hatte ihn schon gedrängt, wann es endlich weiter gehen würde, bei dem Team rund um L. J. Tibbs und ihren Fällen. Und so hatte er dann mehrere Stunden an seinem Manuskript weiter gearbeitet. Jetzt jedoch musste er ein erneutes Gähnen unterdrücken.

Oberhalb des Großraumbüros beobachtete Gibbs, Ziva und McGee. McGee war wie immer ambitioniert bei der Arbeit, während Ziva zwar geflissentlich ihrer Arbeit nachging, doch insgeheim freute sie sich darüber, dass Tony mal wieder Ärger bekommen würde.
Ein Außenstehender würde die Beziehung zwischen der Israelin und dem Halbitaliener wohl niemals verstehen. Doch wer die beiden kannte, wusste, dass diese Sache zwischen ihnen etwas ganz besonderes war. Für Gibbs` Geschmack ein bisschen zu besonders.

Tony hechtete zu dem Fahrstuhl und schaffte es gerade noch seine Hand zwischen die Fahrstuhltüren zu schieben. Langsam glitten sie wieder auf und ließen den völlig erschöpften Bundesagenten eintreten.
Die Bushaltestelle, bei der Tony aussteigen musste, war noch einen halben Kilometer vom NCIS-Hauptquartier entfernt gewesen. Da er sowieso schon spät dran war, war er die letzten Meter gesprintet.
Jetzt lehnte er sich erschöpft gegen die Wand des Fahrstuhls und schloss für einen kurzen Augenblick die Augen. Die Kopfschmerztablette hatte nicht wirklich etwas bewirkt und so waren sie noch ein bisschen schlimmer geworden und jetzt, da das Adrenalin aufgebraucht war, fühlte Tony einen leichten Schwindel. Zum Glück war er gleich im Büro. Dort waren bestimmt irgendwo ein Glas Wasser und eine zweite, stärkere Kopfschmerztablette.
Ein leichtes Räuspern lenkte die Aufmerksamkeit des Halbitalieners auf die Person hinter sich.
Mit einem Mal stellte sich Tony aufrecht hin und nahm insgesamt eine bessere Haltung ein.
„Guten Morgen Director.“ Tony könnte sich selbst eine Kopfnuss verpassen. Wieso hatte er auch nicht darauf geachtet, wer noch in dem Fahrstuhl stand?
Mit einem demonstrativen Blick auf seine schwarze Armbanduhr und einem tadelnden Unterton in seiner Stimme antwortete der Director: „Agent DiNozzo, ihre Schicht ist vor einer halben Stunde angefangen!“ Tony wollte gerade zu einer passenden Antwort ansetzten, als das erlösende Geräusch des aufgehenden Fahrstuhls signalisierte, dass sie auf der richtigen Etage angelangt waren. Schnell nahm der Bundesagent seine Tasche, die er auf den Boden stehen hatte, in die Hand und verschwand zu seinem Schreibtisch. Zu seinem Glück war Gibbs nicht an seinem Platz und so konnte er sich erst einmal in Sicherheit wissen.

Ziva sah auf, wie jedes mal in den letzten zehn Minuten, als das signifikante "Pling" des Fahrstuhls ertönte. Sie wollte auf keinen Fall Tonys verspätetes Auftauchen verpassen.
Sie sah wie Tony schnellen Schrittes aus dem Fahrstuhl kam und sich, ohne große Worte zu verlieren, auf den Platz hinter seinem Schreibtisch setzte.

Mit einem erleichtertem Seufzen erkannte Tony, dass Gibbs gerade nicht an seinem Platz zu sein schien. Mit einem schnellen Griff in die oberste Schublade seines Schreibtisches, nahm er die Verpackung mit den Kopfschmerztabletten heraus. Er ignorierte die Wasserflasche vor sich und nahm die Tablette so, in der Hoffnung diese wirke besser, als die Kinderaspirin von Zuhause.
Was Tony nicht wahrnahm, war, dass Gibbs schon seit einigen Sekunden lautlos hinter ihm stand.
Er hatte eigentlich vorgehabt ihm eine leichte Kopfnuss für die Verspätung zu verpassen, ließ es dann jedoch bleiben. Gibbs fiel die Medikamentenverpackung sofort ins Auge und er machte sich ein wenig Sorgen um den Bundesagenten. Auch wenn er dies gegenüber Tony niemals zugeben würde.

„Alle in den Videokonferenzraum.“ Gibbs Stimme so nah hinter sich zu hören, erschreckte Tony so sehr, dass er mit dem rechten Knie hart gegen die Unterseite des Schreibtisches stieß. Laut fluchend stand Tony da, während Ziva gehässig grinste und sie mit McGee an ihm vorbei, Richtung Treppe, ging.
Um nicht wieder als letztes anzukommen, ging Tony mit schnellen Schritten den anderen nach.

Auf der Treppe wurde Tony auf einmal langsamer und hielt sich mit verkrampften Fingern an dem Geländer fest. Ihn hatte ein plötzlicher Schwindelanfall inne halten lassen.
Der erste der dies bemerkte war McGee.
„Was ist los Tony?“ McGees Frage hatte auch Ziva und Gibbs zu dem Halbitaliener schauen lassen.
Dieser reagierte allerdings nicht und kniff gequält die Augen zu. Das sterile Licht der Lampen brannte furchtbar. Der Schwindel wurde immer schlimmer und zwang Tony in die Knie. Er nahm die anderen nur noch am Rande war, als sich schwarze Flecken vor seinen Augen bildeten und immer größer wurden, bis er schließlich bewusstlos zusammen brach.

Das Team sah mit Schrecken, wie Tony zusammenbrach. Gibbs kam zügig die wenigen Treppen zu seinem Agent hinunter und überprüfte als erstes seinen Puls. Mit Erleichterung stellte er fest, dass er ziemlich schnell schlug.
„McGee …?“ Gibbs brauchte den Satz gar nicht zu Ende sprechen, der junge Bundesagent wusste auch so was er zu tun hatte.
„Ducky. Ich ruf ihn an.“ McGee nahm immer zwei Stufen gleichzeitig, um schnellstmöglich zu seinem Schreibtisch zu gelangen, damit er Ducky von dort aus anrufen konnte.
Gibbs wandte sich wieder Tony zu und schlug ihn leicht auf die Wangen, damit er wieder zu Bewusstsein kam.

Mit einem leisen Stöhnen kam Tony wieder zu sich. Im ersten Moment wusste er nicht wo er sich befand oder weshalb er auf dem Boden lag. Sein Blick war immer noch verschwommen und die Personen, die sich über ihn beugten konnte er noch nicht richtig erkennen.
Nach zwei Minuten, in denen sich Tony noch orientieren musste, versuchte er aufzustehen. Dies gelang ihm jedoch nur, weil ihn Gibbs auf der einen und Ziva auf der anderen Seite stütze. Mit vorsichtigen Schritten gingen sie langsam die Treppe wieder runter und ließen Tony auf seinem Bürostuhl langsam Platz nehmen.

Eine Minute später kam Ducky mit einer kleinen Tasche aus der Pathologie. Er blieb vor dem Bundesagenten stehen und nahm einige Utensilien heraus.
„Was ist denn mit dir los, mein lieber Anthony?“ Den besorgten Unterton konnte man nicht überhören. Mit einer kleinen Taschenlampe leuchtete er abwechselnd in Tonys grüne Augen, um die Pupillenfunktion zu testen. Danach sah Ducky sich Tony nochmal von Kopf bis Fuß an und bemerkte die dicke Beule an Tonys Hinterkopf. Vorsichtig betastete er die Schwellung, als Tony plötzlich scharf die Luft einsog und leicht zusammenzuckte.
„Oh Anthony, kein Wunder das du zusammengebrochen bist. Kannst du bitte mal deine Augen kurz schließen und sie dann wieder öffnen? “ Tony tat was ihm geheißen, schloss für einige Sekunden die Augen, um sie kurz danach wieder zu öffnen. Ducky notierte sich etwas und forderte Tony auf den Unfallhergang kurz zu erläutern.
„Ein paar Kinder fanden es wohl lustig mit einem Schneeball nach mir zu werfen. Ich habe mich erschreckt und bin ausgerutscht.“ Tonys kurze Ausführung war ein bisschen unverständlich. Auch das notierte Ducky sich. Abschließend nahm er die Flasche Wasser, die noch auf Tonys Tisch stand und beobachtete den Jüngeren genau, wie er die Flasche nahm und einen Schluck trank.
„Es sieht so aus als hättest du eine schwere Gehirnerschütterung von dem Sturz davon getragen. Als dein Arzt empfehle ich dir deshalb, nach Hause zu gehen und dich die nächsten Tage auszuruhen. Mit so etwas ist nicht zu spaßen Tony. Es sollte außerdem die nächsten 24 Stunden jemand bei dir sein. Ist dein Vater nicht über die Weihnachtstage in Washington?“
„Normalerweise schon. Doch dieses mal ist er auf Geschäftsreise in London.“ Dieses mal konnte man Tony schon besser verstehen.

Während die anderen überlegten was sie jetzt tun sollten, machte Ziva einen Vorschlag: „Tony kommt zu mir. Ich habe sowieso über die Feiertage Urlaub und ich könnte noch ein paar Überstunden abbauen. Du bleibst über Nacht bei mir und ich koche dir eine leckere Hühnerbrühe. Wie klingt das?“
Tony wusste gar nicht was er sagen sollte. Das Ziva eine so fürsorgliche Seite besaß wusste er gar nicht. Kurz überlegte er es sich noch, nahm dann aber das Angebot dankend an.
Ziva schnappte sich ihre Jacke und gemeinsam gingen sie und Tony zu Zivas Auto.

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