Ein Jahr wie kein anderes

In dieser Fanfiktion geht es um eine Gruppe von Schülern, die ihren Abschluss an der Zauberschule Hogwarts erreichen wollen. Im Mittelpunkt stehen James Potter und Lily Evans, zwei Jungendliche, die erst noch zueinander finden müssen. Es geht um die Beziehungen der Jugendlichen untereinander und ihre Gefühle.

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29. Eine alte Tradition

Schon sechs Tage waren ins Land gezogen, seitdem sich Angelica mit Graeme versöhnt hatte, und noch immer hatte sie sich noch nicht wirklich an die neue Situation gewöhnt. Es war einfach ungewohnt, sich bei den Mahlzeiten wieder neben Graeme zu setzten und ihre Freizeit mit ihm zu verbringen. Ihr Bruder fand es wunderbar, dass die beiden wieder zusammen waren: Jetzt konnte er wieder häufiger mit seinem besten Freund und seiner Schwester gleichzeitig am Tisch sitzen. Seine Freizeit verbrachte er jedoch nach wie vor zum größten Teil mit seiner Freundin.

Es war der 24. Juni, und Anfang der Woche waren die Prüfungen zu Ende gegangen. Die Schüler genossen ihre letzten Tage auf Hogwarts und lagen stundenlang draußen in der Sonne. Gerade hatte das Mittagessen geendet und die meisten Schüler gingen wieder nach draußen. Auch Angelica wollte auf das Portal zugehen, doch Graeme legte seine Hand auf ihre Schulter und bat sie, ihm zu folgen. Sie nickte überrascht und so gingen sie zusammen die Treppen hoch und durch helle Korridore, bis sie schließlich vor der Bibliothek standen. „Was wollen wir hier?“, fragte Angelica erstaunt. Graeme öffnete die Tür und hielt sie für seine Freundin auf, ehe er antwortete: „Hier ist es ruhiger als vor dem Schloss. Ich würde gern mit dir reden.“ Sie fragte sich, was er mit ihr besprechen wollte, ging aber bereitwillig an ihm vorbei in den stillen Raum. Sie setzten sich an einen kleinen Tisch in der Nähe der Tür.

Graeme war nervös. Zwar waren sie beide wieder zusammen, doch er wollte diese zweite Chance bei ihr nicht verwirken. Er musste das Thema behutsam angehen, denn auf keinen Fall wollte er Angelica verärgern. „Angelica, ich bin so glücklich, dass wir erneut zusammen sind, doch etwas liegt mir auf der Seele“, fing er vorsichtig an. Sie war verwirrt - worauf wollte er hinaus? Er stand auf und ging vor ihrem Tisch auf und ab. Dann setzte er sich wieder und sagte ruhig: „Ich habe etwas geplant. Wenn du nicht möchtest, musst du es nur sagen ...“ Angelica bat ihn, endlich zum Punkt zu kommen. Er lächelte und fuhr fort: „Wir sind in den letzten Tagen noch nicht dazu gekommen, über die Zeit nach dem Abschluss zu sprechen. In den Weihnachtsferien habe ich eine Wohnung gemietet, in die ich nach der Schule ziehen will. Möchtest Du mit mir dort leben? Angelica sah ihn erstaunt an, und antwortete nicht sofort. Schon öffnete Graeme den Mund, um eine Alternative vorzuschlagen, als sie zu sprechen begann: „Ich hatte eigentlich andere Pläne, aber ...“ Graeme unterbrach sie und sagte: „Das ist vollkommen okay, wir können so etwas auch später planen.“ Angelica legte ihm ihre Hand auf den Mund und fuhr mit ihrem Satz fort: „… ich möchte auch gerne bei dir bleiben. Wir können es also gerne so machen.“ Er sah sie überrascht an und strahlte dann vor Freude. „Meinst du das ernst?“, fragte er sie und nahm sie in seine Arme. Sie nickte und erwiderte seine Umarmung zärtlich.

Draußen auf den Ländereien setzte sich Connal zu seiner Freundin unter die Weide. Kitty trug heute ein leichtes Sommerkleid und er sah sie glücklich an. Sie war das schönste Mädchen der Welt! Connal dachte: Das ist mein Mädchen! Natürlich gehörte sie nicht ihm, aber sie gehörte zu ihm, und das machte ihn wunschlos glücklich. Er rückte ein wenig näher zu ihr und strich ihr über das Knie. Sie sah ihn an und lächelte: „Ist es nicht schön hier? Ich werde Hogwarts vermissen!“ „Das geht mir genauso“, erwiderte er lebhaft. „Ich kann mir mein Leben woanders noch gar nicht richtig vorstellen.“ Connal betrachtete Kitty nachdenklich. Eigentlich sollten sie unbedingt eine bestimmte Sache besprechen. Sie hatte seinen Gesichtsausdruck bemerkt und sah ihn fragend an. Er begann: „Ich würde gerne mit dir über unsere Zukunft sprechen.“ Ihr Gesicht wurde ernst und sie fragte: „Was liegt dir auf der Seele?“ „Hast du dich inzwischen entschlossen, was du nach der Schule tun wirst? Möchtest du vielleicht sogar irgendwann mit mir zusammenwohnen?“ Kitty dachte über beide Fragen nach und antwortete schließlich: „Ich bin jetzt ganz sicher, dass ich Auror werden möchte. Und irgendwann möchte ich auf jeden Fall bei dir wohnen. Nur wann, das müssen wir noch besprechen.“ Sie legte ihrem Freund nun einen Arm um die Schulter.

Am frühen Abend ging James gerade zufällig in die Bibliothek, weil er Lily suchte, und sah Remus zwischen vielen alten Büchern an einem Tisch in der Nähe sitzen. Er ging auf ihn zu und fragte: „Hey, Remus, was machst du denn hier?“ Sein Freund sah auf und erklärte, er wolle die letzten Tage in Hogwarts nutzen, um noch so viele Bücher wie möglich zu lesen. „So bald werde ich nicht wieder so viele interessante Bücher in meiner Nähe haben.“ James nickte und fragte: „Hast du im übrigen Lily gesehen?“ Remus schüttelte den Kopf: „Nicht mehr seit dem Abendessen.“ James wünschte ihm noch viel Spaß beim Lesen und suchte weiter. Er durchquerte gerade einen Korridor, als er von hinten angesprochen wurde: „Hey, James Potter.“ Er drehte sich um und sah einen Jungen mit langen dunklen langen Haaren auf sich zukommen. Er blieb stehen und fragte: „Du bist Graeme, richtig?

Der Angesprochene nickte und erklärte: „Ich würde gern kurz mit dir sprechen; hast du einen Moment?“ Den hatte James, und gemeinsam betraten sie einen leeren Klassenraum. Dort begann Graeme: „Es gab eine Zeit, in der ich geglaubt habe, dass du eine Beziehung mit Angelica hast.“ James zuckte zusammen und fragte, wo er so etwas gehört habe? Graeme lachte kurz auf und meinte dann: „Das war ganz allein meine Interpretation dessen, was ich gesehen habe. Ihr wart häufig zusammen zu sehen und schient euch blendend zu verstehen. Ich lag natürlich falsch, das weiß ich seit einiger Zeit. Meine Sicht war von meinen Gefühlen getrübt.“ James fragte, wie er das meine? Sein Gegenüber zögerte kurz und sagte dann: „Du weißt doch bestimmt, dass sich Angelica im letzten September von mir getrennt hat?“ James räumte ein, dass sie ihm davon erzählt habe. „Und in den Monaten nach dem Partnerprojekt, an dem ihr beide zusammen gearbeitet habt, konnte ich beobachten, wie ihr zuerst nicht so gut, doch mit der Zeit immer besser miteinander ausgekommen seid.“

James verstand. „Und dann hast du gedacht, wir hätten uns ineinander verliebt.“ Graeme nickte leicht: „Erst zu deinem Geburtstag habe ich gesehen, dass du eher an Lily Evans interessiert bist.“ James lachte auf und versicherte ihm: „Ich hatte nie romantische Gefühle für Angelica. Sie ist eine wunderbare und sehr gute Freundin, aber ich liebe Lily schon lange. Mit diesen Augen habe ich sie daher nie angesehen.“ Er fügte hinzu: „Du solltest wirklich mit Angelica reden; sie hängt noch immer sehr an dir.“ Diesmal lachte Graeme und sagte, dass er das wisse. Bevor James etwas erwidern konnte, fuhr er fort: „Wir haben uns vor einigen Tagen ausgesöhnt. Wir sind wieder zusammen.“ James war verwundert; das war ihm gar nicht aufgefallen. Hätten sie noch Unterricht gehabt, so wäre es ihm sicherlich ins Auge gesprungen.

Er gratulierte Graeme und äußerte seine Hoffnung, dass sie nun rundum glücklich seien. „Ich denke, dass es diesmal klappen wird“, antwortete Graeme und lächelte zuversichtlich. Dann fügte er hinzu: „Ich bin auch gekommen, weil Angelica meint, dass wir uns anscheinend sehr ähnlich sind. ‚Ihr beide seid hoffnungslose Romantiker!‘ Dies waren ihre Worte.“ James grinste und erwiderte: „Zu mir hat sie einmal etwas Ähnliches gesagt. Wir mögen es wohl beide gern, unsere Freundin oft um uns herum zu haben.“ Graeme gab ihm recht und fragte nachdenklich: „Was gibt es auch Schöneres?“ James fiel beim besten Willen nichts ein! Bevor sie sich verabschiedeten, fragte er auch Graeme, ob er Lily gesehen habe, doch auch der musste verneinen. Nachdem die beiden sich gegenseitig einen schönen Abend gewünscht hatten, suchte James also weiter.

Er hatte inzwischen fast das ganze Schloss abgesucht, sie jedoch nicht gefunden. Daher ging er zurück zur Schulsprecherwohnung; früher oder später würde sie sicher zurückkommen. Müde öffnete er die Tür und … sah Lily am Kamin sitzen. Er starrte auf ihren Rücken. Wahrscheinlich war sie die ganze Zeit hier gewesen! Ihm war nicht in den Sinn gekommen, zuerst in ihrer Wohnung zu nachschauen. Leise ging er auf sie zu und legte ihr von hinten die Hände auf die Augen. Sie griff nach seinen Händen, zog ihn zu sich herunter und küsste ihn. „Komm her und erschreck mich nicht so.“ James murrte ein wenig, worauf Lily ihn fragte, was los sei? „Ich habe dich im ganzen Schloss gesucht, und dabei sitzt du einfach hier und ...“ Lily musterte ihn und fragte dann: „Soll ich mich dafür entschuldigen, dass du nicht einfach zuerst hier gesucht hast?“

James schüttelte lächelnd den Kopf, worauf sie augenzwinkernd fortfuhr: „Ich kann auch in mein Zimmer gehen, wenn dir das lieber ist.“ James setzte sich neben sie und sagte: „Nein, mein Schatz! Ich habe mich nur einen Moment über mich selbst geärgert. Ich bin völlig grundlos durch die ganze Schule gelaufen.“ Lily küsste ihn. „Mein armer Liebster. Lass uns jetzt den Abend zusammen genießen.“ James nickte und zog sie an sich. „Ich bin gespannt, wie die Hochzeit deiner Schwester sein wird.“ Lily sah ihn fragend an. „Naja, wir gehen immerhin zusammen hin und alles was wir als Paar tun ist wunderbar.“ Lily schmiegte sich ein Wenig enger an ihn. „Ich freue mich auch schon auf die Zeit nach Hogwarts, das Leben mit dir stelle ich mir schön vor“, murmelte sie. Diese Worte erfüllten ihn mit einem tiefen Glücksgefühl.

Die beiden Schulsprecher verbrachten einen gemütlichen Abend zu zweit. Viel später wollten sie sich gerade in James‘ Schlafzimmer zurückziehen, als es klopfte. Lily rief: „Herein“, und die Tür öffnete sich, und Remus trat herein. Kann ich kurz mit dir sprechen, Krone?“, fragte er. Lily gab James einen raschen Kuss und sagte: „Ich mach mich schon mal bettfertig. Bis gleich!“ Sie verschwand im Bad, und James wies aufs Sofa. „Setz dich, Moony. Was gibt‘s?“ Remus ließ sich in die Polster fallen und begann: „Ich habe etwas Interessantes herausgefunden.“

„Was denn?“, fragte James und sah ihn gespannt an. „Das Studieren alter Schriften bringt manchmal ganz unerwartete Schätze zutage! Vor Urzeiten hat es in Hogwarts eine Tradition zum Schulabschluss gegeben: Alle männlichen Schüler haben nach der bestandenen Abschlussprüfung die Statue einer jungen Frau geküsst und ihr eine Blume geschenkt. Hörte sich für mich nach einem Ritual an, das dir gefallen könnte“, endete Remus mit einem verschmitzten Lächeln. „Das klingt nett“, antwortete sein Freund. Dann ergänzte er nachdenklich, „Warum das wohl in Vergessenheit geraten ist?“ Auf diese Frage wusste Remus keine Antwort: „In dem Buch, in dem ich davon gelesen habe, stand dazu nichts.“ James nickte und sagte dann lebhaft: „Ich finde, das sollten wir wieder aufleben lassen! Wie wäre es, wenn einer von uns morgen Blumen aus Hogsmeade holt?“ Remus hielt das für keine schlechte Idee: „Ich erzähle Sirius und Peter davon, den Rest planen wir morgen.“ Er stand auf und ging zur Tür. „Gute Nacht euch beiden!“, sagte er noch und verschwand.

Bald löste James seine Freundin im Bad ab und kurze Zeit später lagen sie nebeneinander in seinem Bett. „Was wollte Remus?“, fragte Lily. James erklärte, dass Remus ihm etwas erzählt habe, was er in einem alten Buch gefunden habe. „Die Details siehst du morgen, es ist eine Überraschung.“ Lily legte ihren Kopf an seine Schulter und schloss die Augen. Er zog sie zärtlich an sich und nach einem müden Gute-Nacht-Wunsch schliefen die beiden ein.

Beim Frühstück am nächsten Tag fragte Sirius Remus, ob er eine Ahnung habe, wo sich diese Statue befände? Remus nickte kauend. Als er wieder einen freien Mund hatte, sagte er: „Diese steinerne Frau befindet sich inzwischen in einen abgelegenen Kerker. Wir sollten sie aber finden können.“ Peter erkundigte sich, wer denn dazu verdonnert werden sollte, die Blumen zu holen. „Das mache ich“, meldete sich James. Remus nickte: „Einverstanden.“ Dann schlug er vor, dass Peter alle Siebtklässler zur Mittagszeit in die Eingangshalle bestellen solle. „Sag ihnen, dass etwas Spannendes passiert, dann kommen sie sicher. Sirius und ich machen uns auf die Suche nach unserer Herzensdame und schaffen sie in die Eingangshalle. Dem Plan folgend, machten sich die vier gleich nach dem Frühstück an ihre jeweiligen Aufgaben.

In Hogsmeade traf James zunächst auf Connal, der gerade den Honigtopf verließ: „Hey Connal, was machst du denn hier?“, fragte er. Connal lachte: „Ich kaufe ein paar Süßigkeiten für Kitty. Und du?“ James grinste: „Das wollte ich dir gerade erzählen!.“ Er berichtete Connal von der Tradition, die er und seine Freunde wiederbeleben wollten. „Du musst unbedingt auch kommen!.“ Connal versicherte ihm, dass er es sich überlegen würde. Bevor James seinen Weg zum Blumengeschäft fortsetzte, rief er noch: „Wir rechnen auf dich!“

Als alle Vorbereitungen abgeschlossen waren, zeigte die Uhr schon halb zwölf. James hatte auf dem Rückweg noch Graeme getroffen und auch ihn eingeladen zu kommen. Inzwischen stand in der Mitte der Eingangshalle die Statue einer hübschen jungen Frau und auf einen Tisch daneben lagen etliche Rosen. James hatte Lily gebeten, in der Wohnung zu bleiben, damit er die Überraschung vorbereiten konnte. Peter hatte daran gedacht, die Erlaubnis des Schulleiters einzuholen, also stand dem Beginn der Aktion nichts mehr im Weg. Um kurz vor zwölf hatten sich bereits zahlreiche Schüler eingefunden; auch Lily, Kitty und Angelica waren gekommen. Um Punkt zwölf Uhr trat James nach vorn und verkündete mit lauter Stimme: „Wir haben uns heute hier versammelt, um eine alte Tradition wieder zum Leben zu erwecken. Nachdem ich sie vorgeführt habe, werde ich sie euch erklären.“ Er nahm eine der Rosen und legte sie der Statue in den leicht angewinkelten Arm. Dann legte er die Hände auf die kühlen Schultern und gab ihr einen herzhaften Kuss.

Als er sich zur Menge umdrehte erklärte er fröhlich: „Dieses Ritual soll den Absolventen Glück für die Zukunft bringen. Ein ganz altes Ritual aus den jungen Jahren unserer Schule!“ Lachend und tuschelnd beobachteten die anderen Schüler, wie zuerst die anderen Rumtreiber, dann weitere Schüler Rosen und Küsse ablieferten. Selbst der zurückhaltende Graeme brachte der Glücksbringerin eine Rose, beließ es aber bei einer knappen, wenn auch freundlichen Verbeugung. Er suchte Angelicas Blick, die ihm zunickte und nun ihrerseits der Statue eine Blume und eine Umarmung verehrte. James lächelte Lily an, die seinen Blick allerdings kühl erwiderte, sich auf dem Absatz umdrehte und auf der Treppe verschwand.

James sah ihr mit geweiteten Augen nach. Dann wandte er sich zu Sirius: „Ich muss kurz weg, bis später!“ Der Angesprochene wollte gerade etwas antworten, als Catherine ihn bat, den Weg zu den Rosen freizugeben. Sirius drehte sich zu ihr und sagte nach einem kurzen Blick: „Ich weiß ja, dass Milch schön macht, doch du musst wirklich Unmengen getrunken haben.“ James bekam die Antwort auf diese recht phantasielose Anmache nicht mehr mit, weil er die Treppen hoch eilte. War Lily wirklich beleidigt, weil er diese harmlose Tradition ausgegraben hatte?

James kam atemlos in der Wohnung an, und hier war auch sie. Er ging auf seine am Fenster stehende Freundin zu und wollte gerade seine Hand auf ihre Schulter legen, als sie sich plötzlich umdrehte und ihn anfuhr: „Wie kannst du es wagen?“ James sah sie verdattert an. So wütend hatte er sie nicht erwartet. „Ich habe doch nichts getan“, sagte er fassungslos er und wollte sie umarmen, doch sie entzog sich ihm und sagte: „Fass mich nicht an.“ Er begann eine Erklärung: „Es ist doch nur eine lustige Tradition! Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, als würde ich dich nicht gerne küssen.“ „Nein James! Ich sehe keine andere Möglichkeit, als ...“

Er erschrak. Wollte sie wirklich mit ihm Schluss machen, wegen so etwas? „Bitte tu das nicht, es tut mir leid!“, flehte er. Lilys Gesicht war ausdruckslos. Schließlich aber siegte ihre Menschenfreundlichkeit und sie brach in Gelächter aus. Nun sah James noch verwirrter aus. Warum lachte sie? War eine Trennung nicht ein ernstes Thema? Als sie seinen Gesichtsausdruck sah, hörte Lily auf zu lachen. „Willst du dich wirklich von mir trennen?“, fragte er vorsichtig. „Nein, du Dummkopf!“ James entspannte sich. „Warum warst du so sehr böse, Lily?“ Sie grinste: „Es war ein Scherz, James! Nicht so geschmackvoll – aber das war deine Idee mit dem Küssen der Statue eigentlich auch nicht, finde ich.“ James ließ sich auf das Sofa fallen und vergrub sein Gesicht in den Händen. Wie es schien, hatte er einen ausgesprochen schlechten Einfluss auf seine geliebte Freundin. Dann sah er zwischen den Fingern hervor in ihr Gesicht: „Strafe verstanden und akzeptiert!“ Lily lachte auf und meinte dann: „Ich gehe noch kurz runter und gebe dem Stein des Anstoßes auch ein Blümchen.“ James schwieg erleichtert und entspannte sich, um geduldig auf Lilys Rückkehr zu warten.

Kurz nachdem Lily den Raum verlassen hatte, betrat Sirius die Schulsprecherwohnung. „James, ich verstehe die Frauen manchmal nicht!“, klagte der Freund. Mittlerweile war James wieder ruhiger und bereit, sich Sirius‘ Problemen zu widmen. Der hatte eine blutende Nase und hielt sie sich mit einem Taschentuch. James ahnte, was geschehen war: „Das passiert, wenn man versucht, ein intelligentes Mädchen mit einem dummen Anmachspruch zu beeindrucken.“ Sirius richtete sich seinen Zauberstab auf die Nase, murmelte einen kurzen Spruch und die Nase war geheilt. James sah ihm dabei zu und wollte dann wissen: „Du magst sie wirklich, oder?“ Sirius fragte seinen Freund, von wem er rede. James lächelte leicht: „Catherine Morgan“ Sirius sah ihn erschrocken an und antwortete sehr schnell: „Nein, wie kommst du auf einen solchen Gedanken?“

„Du hast inzwischen schon mehrmals versucht, mit ihr zu flirten, obwohl sie dich immer wieder abblitzen lässt. Das ist gar nicht deine Art! Mehr als einmal versuchst du es sonst bei keinem Mädchen; es ist dir die Mühe nie wert.“ Sirius tat dies mit einer Handbewegung ab und meinte: „Das ist nur ein kleiner Kampf zwischen uns Beiden, nichts weiter.“ Er stand auf und verabschiedete sich. James lächelte leicht vor sich hin. Kurz nach Sirius kam Lily zurück. „Noch böse?“, fragte sie. Er lachte und erwiderte: „Das war ein ganz schöner Schreck! Aber ich hoffe doch, dass du dich nicht so einfach von mir trennen würdest? Ich liebe dich!“ Lily beugte sich zu ihm hinab und küsste ihn liebevoll. „Ich dich auch, mein Schatz. Aber sieh dich vor: Das Küssen anderer Frauen kann auch im Fall von Statuen gefährlich sein.“

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