Geschichten aus dem Leben eines Jungen namens Sam

Sam ist sechzehn (bald siebzehn) Jahre alt und spielt unglaublich gerne Fussball. Als er und sein Club am Ende der Saison nur Zweiter werden statt Erster, entfacht das zwischen ihm und seinem besten Freund Marco einen Riesenstreit. Doch Sam hat noch ganz andere Probleme, die er hier in diesem Buch auf seine eigene spezielle humorvolle Weise erzählt.

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2.

Während der ganzen Rückfahrt wechselte ich kein einziges Wort mit meinem Vater. Denn er war so dermassen sauer auf mich, dass ich es nicht wagte, ihn anzusprechen. Das Problem war, dass ich gar nicht wirklich wusste, was ich überhaupt falsch gemacht habe. Ich muss zugeben, dass es verständlich war, dass er wütend auf mich war, als er mich noch in den Sportkleidern angetroffen hatte, denn ich hatte wirklich genügend Zeit mich umzukleiden, bis er mich abholen kam. Danach habe ich mich aber so extrem beeilt, dass sogar Usain Bolt auf mich eifersüchtig geworden wäre und ausserdem habe ich mich auch noch entschuldigt. Ach, was soll es. Mein Vater wird sich schon irgendwann beruhigen. Aber bis dahin könnte es noch einige Zeit dauern, denn als er rückwärts in die Garage unseres Hauses fuhr, knallte er hinten in die Wand. Na gut, das Wort „knallte“ ist vielleicht etwas übertrieben, aber auf jeden Fall hat das Auto nun eine Delle. Ich versuchte meinen Vater etwas aufzuheitern, deshalb sagte ich ihm, dass das nur halb so schlimm sei. Das war einer meiner grössten Fehler meines Lebens überhaupt, denn darauf schrie er mich regelrecht an. Ich hatte mich noch nie so dermassen erschrocken, dass ich dachte, ich würde eines Herzinfarktes erliegen. Auf jeden Fall haben meine Mutter und meine grössere Schwester diesen immensen Schrei gehört, deshalb sind sie panisch nach draussen gestürmt. Sie dachten wahrscheinlich irgendwie, dass wir von einem Bären oder so angegriffen wurden, aber eigentlich war es nur mein Vater.

„Was soll denn dieses Geschrei da draussen?“, fragte meine Mutter. „Ach, das geht dich gar nichts an, Elena“, sagte mein Vater zu meiner Mutter. „Doch, eigentlich schon. Du kannst nicht einfach so ohne Grund hier in der Gegend herumschreien, Simon“. Auf diese Antwort hin verdrehte mein Vater seine Augen. „Dir ist schon klar, dass ich das gesehen habe“, rief meine Mutter nun mit erzürnter Stimme. Die beiden gerieten langsam in einen schweren Streit. Meine Schwester nutzte diese Gelegenheit und nahm mich beim Arm ins Haus. „Warum hat denn Papa so laut geschrien?“, fragte sie mich, währenddessen unsere Eltern immer heftiger stritten. „Weisst du“, fing ich an „er ist mit dem Auto hinten in die Garagenwand gefahren und...“ „Ach, deshalb ist er nun so wütend“, meinte meine Schwester. „Nein, er hat nicht mal deswegen angefangen loszuschreien, sondern vielmehr deshalb, weil ich ihm daraufhin gesagt habe, dass der Schaden gar nicht so schlimm sei.“ Meine Schwester antwortete nicht, sondern nickte nur. Für mich hatte es den Anschein, dass sie mir nicht so recht Glauben schenken wollte, deshalb rief ich: „Doch, du musst mir glauben. Ich sage die Wahrheit.“ „Ganz ruhig, ich glaube dir ja. Wieso sollte ich es nicht tun“ „Weiss auch nicht“, sagte ich und entschuldigte mich bei ihr für mein idiotisches Verhalten.

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