Rose

Maria erzählt über ihr tägliches Leben als 16 jährige. Ihre Gedanken erwachsen und sie beschreibt alles mögliche, das einem im Leben begegnet. Der Alltag steht im Fokus und sie geht auf viele Schichten im Leben ein.

0Likes
0Kommentare
133Views
AA

7. The underground

Ich sitze an der U-Bahn. Eine Bahn nach der anderen fährt an mir vorbei. Meine Gedanken sagen mir nicht mal, wieso ich hier sitze. Keine Ahnung wo ich bin und wie viel Uhr es ist. Ich sitze hier einfach nur. Nein, es sind keine Drogen im Spiel. Mein Körper steht bei der nächsten Bahn auf. Ich wusste nicht, dass es einer der schlimmsten Fahrten meines Lebens wird. Ein Platz war direkt neben dem Kartenautomaten frei. Ich mochte es dort zu sitzen. Keiner quetschte einen ein. Nicht die Sitzplätze oder die Menschen. Es war einer der leereren Bahnen, also ist es Nacht. Tagsüber sind viel mehr Menschen unterwegs. Je mehr Stationen ich fuhr, wurde mir bewusster, dass es echt Nacht sein musste. Wir waren höchstens 5 Menschen in diesem Waggon. Die eine Person war ein Mädchen. Sie sah sehr traurig aus, aber irgendwie gefiel mir ihr Style. Ihre Haare waren schwarz und ein paar Strähnchen waren rot gefärbt. Eine schwarze Brille trug sie auf der Nase und ein Lippenpiercing trug sie zu schönen Lederarmbändern an ihren Handgelenken. Sie hatte einen schwarzen Pulli mit weißer Aufschrift, jedoch erkannte ich nicht was genau auf ihrem Pulli stand. Sie trug einen karierten schwarz-roten Rock und Overknees, die ebenfalls schwarz waren mit Totenköpfen. Ihre schwarzen Winterstiefel, standen ihr gut und auch die Kopfhörer die sie trug, aus der laute Musik kam. Ich hörte nicht genau, was sie hörte da ich zu weit weg von ihr saß. Man sah nur was sie trug, da sie so saß dass jeder sie sehen konnte. Sie war echt hübsch mit ihrer hellen Haut und ihren roten Lippen.

Direkt vor mir saß ein alter Mann. Er roch stark nach Alkohol, was mein Nachdenken nach der Tageszeit beendete. Definitiv Nacht! Er schlief, da er ziemlich laut schnarchte. Ich holte meine Kopfhörer daraufhin hinaus, um Musik zuhören. Ich mochte nachts, aber nur wenn ich alleine war und niemand mich störte. In dieser Situation störte mich alles was lebt und bewegt. Pflanzen gehören daher nicht dazu. Sein verschwitztes und dreckiges Unterhemd ließ mich feststellen, dass er wohlmöglich etwas länger schon unterwegs ist. Da er kein Gepäck, wie eine Jacke und Decke hatte sondern nur die dreckige, etwas luftige Kleidung an hatte, ließ mich als nächstes ausschließen, dass er ein Obdachloser ist.  Die Bierflasche auf dem Boden trügt. Er sah normal aus, bis auf seine Kleidung. Sein Leben könnte aus einer großen Familie bestehen mit vielen Kindern. Vielleicht wurde er auch rausgeschmissen. Für mich wäre es vielleicht eher eine Erleichterung, wenn ich so eine große Familie hätte. Ich kann mit vielen Menschen auf einmal nicht gut umgehen.

Neben dem Automaten gibt es nochmals ein 2er-Platz. Dort saß ein nett aussehender Junge. Er war total mein Stil. Groß. Blonde Haare. Helle Haut. Grüne Augen. Schöne Hände. Er war echt interessant. Auch er hörte Musik und dachte sich nichts. Er wirkte leer und als wolle er Ablenkung. Nur keiner sprach von dieser Ablenkung, die wir gleich bekommen würden. Eine mit weitem Abstand sitzenden Frau, saß dort mit ihrem Aktenkoffer, ihrem stark zusammengebundenen Dutt, ihrer großen und runden Brille, und ihrem Wollkragenpulli, der eigentlich wie ein ganz Körperanzug aussieht. Sie wirkte einerseits, wie eine strenge, alte Frau, jedoch wirkte der Pulli anders. Mit dem Pulli sah sie jünger aus und sehr verschlossen. Sie war etwas älter, dass konnte man ihren Haaren erkennen, wo ein bisschen viel schon einfach graues Haar zusehen war.

Dann die letzte Person. Ich. Ich hier einfach, einsam, wie alle anderen. Ich sah einfach nur genervt aus. Es wurde dunkel. Die Bahn hielt an. Ich fuhr schon eine ganze Weile. Wir sind schon an über 100 Stationen stehen geblieben. Ich habe irgendwann bei 100 aufgehört zu zählen. Mein Rücken und Hinterteil taten vom Sitzen weh, aber ich wollte kein Aufsehen erregen nur durch mein Aufstehen. Erst jetzt wurde mir wieder bewusst, dass es dunkel war. Ich mochte die Dunkelheit nicht. Sie war angenehm, aber auch schmerzhaft. Ich hörte das Mädchen schreien. Sie schrie als würde sie Schmerzen, wie kein anderer, erleiden. Ich merkte wie sich eine Silhouette gegenüber mir sich bewegte. Der Mann ist aufgewacht. „Was ist das für ein Geschrei? Könnt ihr das Abstellen?“ nuschelte er und ich merkte jetzt erst die deutliche Fahne. Mir war das unangenehm, was kommt jetzt?

Das Licht ging wieder an und das Mädchen in schwarz, saß da nicht mehr. Ich erschreckte mich, denn neben mir saß ein Mädchen. Blond. Sie trug ein rosa enges Kleid. Eine schöne Figur hatte sie, nur war dieses Outfit nicht das Beste für diese Uhrzeit. Ich fragte mich wieder, wieso dass Mädchen nicht mehr da ist. Das Licht ging wieder aus und es viel nur auf den Mann und auf das Mädchen neben mir. Der Mann schrie. Er schrie so laut er konnte. Das Mädchen schrie er mit Tochter an und sie blutete überall. Neben mir verblutete sie und der Mann ertrank an seinen eigenen Tränen, denn er trank immer mehr. Es war auf einmal keine Bierflasche, sondern purer Alkohol. Die Flasche wurde auch nicht leerer je mehr er trank. Er exte zu viel auf einmal. Ich denke als er gegen die Wand knallte und die Flasche zu Boden viel, dass er jetzt genauso wie seine „Tochter nicht mehr lebte. Es war mir nicht egal. Glaubte ich jedenfalls. Es wurde dunkel und irgendwas viel zu Boden. Diesmal ging das Licht wieder komplett an und die Frau mit dem Dutt, hatte ihre Haare offen. Die Stäbchen in ihren Händen, hackte sie auf sich ein. Auch sie starb an Blutverlust. Sie sah zumindest ziemlich tot aus. Das Licht ging wieder aus. Ich empfand null Angst. Die Menschen sind gerade alle gestorben, aber warum sollte ich Angst haben? Ich schloss meine Augen und hörte auch wie das Licht wieder anging. Mich interessierte es nicht. Ich hielt die Augen geschlossen. Im nächsten Moment merkte ich nur wie ich geküsst werde. Ich spürte nichts. Kein Adrenalin. Kein Ekel. Kein Herzrasen. Kein irgendwas. Ich habe keine Gefühle. Ich fühlte mich hilflos und im nächsten Moment wurde ich wach. Mein Körper war nass vom Schweiß. Generell fühlte ich mich elend. Es war ein Traum! Du fühlst! Mein Herz raste. Mir war warm. Meine Ängste machten mir im Traum nicht zu schaffen. Jedenfalls nicht die Angst im Dunkeln, aber eine andere Angst. Sie wirkt so komisch. Ich habe Angst vor Gefühlen, sei es sie zu fühlen oder sie gar nicht zu fühlen.

Melde dich bei Movellas anFinde heraus worüber alle reden. Registriere dich jetzt bei Movellas und teile deine Kreativität und deine Passion
Lade ...