En blutiges Tänzchen

  • von
  • Jugendschutz:
  • Veröffentlicht: 2 Jun 2018
  • Aktualisiert: 2 Jun 2018
  • Status: Fertig
Vampire: The Masquerade - Eine Toreador auf Abwegen

Die Neonatin Tara hat zu einem lockeren Abend eingeladen. Die Zusagen häufen sich und sogar der Prinz ließ anmerken, gegebenfalls vielleicht zu erscheinen. Ihre Nerven liegen blank. Den Abend vor der Feier zieht sie los, um sich abzulenken.

0Likes
0Kommentare
59Views
AA

6. Geschäfte

»Genau da liegt mein Problem, Mädchen.«
Sie lachte leise. Gut, sie sah jünger aus, wie er, doch warum meinten Männer eigentlich immer, alle Frauen mit Mädchen ansprechen zu müssen? Hatte das etwas mit dem Beschützerkomplex zu tun? Oder war es ein Vatergefühl? Sie würde es nie verstehen.
»Was für ein Problem sollte das sein?«, fragte sie und drehte sich zu ihm um.
»Warum kauft jemand für 100 Euro Opiate, nur um sie dann gratis an irgendwelche Suchtis abzugeben und sich dazuzulegen? Sex kann es nicht sein, die kriegen ja kaum mehr nüchtern einen hoch. Was soll das?«
»Warum interessiert es Sie?«
»Weil ich ein Geschäftsmann bin. Ich würde es verstehen, wenn Sie denen als Almosen Kohle abziehen. Ich würde es verstehen, wenn Sie das Zeug teuer an der Uni verhökern. Aber eine Samariterin?«, er schüttelte den Kopf, schnippte die Asche in den Aschenbecher und sah sie mit seinen kalten grauen Augen an. »Nein, das sind Sie nicht. Sie sind auch keine feine Dame. Der protzige Schlitten da draußen ist vielleicht ihr Ding, soll aber auch nur ablenken.«
»Na dann, Sie haben mich durchschaut. War das alles?«
Er beugte sich vor, drückte die Kippe aus und runzelte die Stirn. »Nein, aber ich glaube, ich werde auch keine weiteren Antworten bekommen, oder?«
»Ich sehe, wir verstehen uns. Das macht Sie zum Boss mit der schicken Wohnung und den kleinen Daniel zum Verkäufer am Bahnhof.«
Der Mann erhob sich und trat auf sie zu, baute sich vor ihr auf, die Daumen lässig in die Taschen gehakt. Der Mann wusste sein Geld nicht nur für Möbel auszugeben. Seine Kleidung war ordentlich, er roch geduscht, hatte ein angenehmes Aftershave. Zu einer anderen Zeit wäre sie durchaus an ihm interessiert. Jedoch nicht dieses Wochenende.
»Was machen Sie mit dem Zeug? Wollen Sie die Leute gefügig machen und dann heimlich wegschaffen? Sie wären nicht die erste Scheinheilige, die hinterrücks Penner von der Straße säubert. Da hört man immer wieder von.«
»Sehe ich für Sie so aus, als würde ich ... die Straße säubern wollen, von ihrem Schmutz und dem Elend? Den Sünden und Vergehen? Der blinden Menschheit das Licht der Erkenntnis zeigen wollen? Falsche Priester in dunklem Gewand?« Sie schüttelte den Kopf und lachte amüsiert. »Man sagt mir eine Menge nach, aber das ist neu.«
Plötzlich packte er sie bei den Haaren und riss ihren Kopf zurück. »Ich lass mich nicht veralbern Schätzchen! Was willst du hier?«
»Sie wollten mich doch sprechen. Hier bin ich. Glauben Sie mir oder nicht, aber lassen Sie mich los.«
Er lachte abfällig. »Was sonst?«

Melde dich bei Movellas anFinde heraus worüber alle reden. Registriere dich jetzt bei Movellas und teile deine Kreativität und deine Passion
Lade ...