Die Killer des Paten - Die Wölfe II

Seit gut einem Jahr arbeitet Enrico nun schon für die italienische Mafia und kann sich noch immer nicht an seinen Job als Killer gewöhnen. Dafür ist alles andere genau sein Ding:
Schnelle Motorräder - super
Klauen was nicht niet und nagelfest ist - kein Problem
Beim Pokern betrügen - leichteste Übung
Im Midnigtsclub von den hübschen Frauen verführen lassen - nein Danke
Sein heißer Leibwächter Antonio ist ihm lieber. Wenn da nur nicht der Mist mit der Alibi-Freundin wäre. Ob die Tochter des Paten zu schwängern, da wirklich eine gute Idee ist?

Nicht abgeschlossen - in Arbeit:
10. Kapitel: ~Böses Erwachen~ [in Planung ...] - Status: 0%

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5. 5. Kapitel ~Tanzen~

Warm scheint ihm die Sonne ins Gesicht, doch noch lange weigert sich Antonio die Augen zu öffnen. Es ist gerade so friedlich und ruhig. Immer wieder blinzelt er nur kurz in den neuen Tag, um nachzusehen, ob sein Freund noch da ist. Enrico liegt genau so auf seinem Oberkörper, wie er dort am Abend zuvor eingeschlafen ist. Beruhigt döst Antonio wieder ein, bis ihn schließlich ein Klopfen an der Zimmertür, endgültig aus dem Schlaf reißt. 
„Miss, da ist immer noch abgeschlossen!“, sagt eine zierliche Stimme vor der Tür. 
„Das gibt’s doch nicht. Ich glaube so langsam brauche ich noch eine Regel. Alle Gäste haben bis sechs Uhr Morgens das Haus zu verlassen.“ Wieder klopft es an der Tür. „Hey, wer auch immer ihr seid, die Party ist zu Ende und das schon seit Stunden.“
Robins Worte rauben Antonio die letzte Müdigkeit. Er will sich aufrichten, doch Enricos Körper lastet so schwer auf ihm, dass es ihm nicht gelingen will. Sein Freund schläft so fest, dass er auch jetzt nicht wach wird. Antonio hebt ihn vorsichtig von sich und legt ihn auf der leeren Bettseite ab. Enrico dreht sich murrend von einer auf die andere Seite, schläft aber friedlich weiter. Den Anblick genießt Antonio einen Moment lang, dann erinnert ihn erneutes Klopfen, an Robin. Zügig schiebt er sich aus dem Bett und öffnet die Tür. Überrascht mustert Robin ihn von oben bis unten und auch die Putzfrau, in der weißen Schürze, betrachtet ihn eingehend. Besonders lang verweilen ihre Blick an seinem nackten Oberkörper. Robin liegt bereits ein Tadel auf den Lippen, doch er kommt ihr zuvor: „Tut uns leid. Wir sind einfach eingeschlafen.“ Er tritt in den Flur und sieht noch einmal zum Bett zurück. Enrico liegt reglos im Kissen. Es ist lange her, dass er so lange am Stück geschlafen hat. Leise schließt Antonio die Tür und wendet sich wieder an Robin: „Bitte, kann er noch ein bisschen so liegen bleiben? Er hat seit Tagen kein Auge zu gemacht. Ich bin ganz froh, dass er jetzt mal ein bisschen schläft.“
Robin seufzt hörbar, dann wendet sie sich an ihr Dienstmädchen: „Lass das Zimmer aus, Nina.“
„Sehr wohl!“, entgegnet diese und knickst, dann verschwindet sie in einem angrenzenden Zimmer. 
Robin Aufmerksamkeit richtet sich auf Antonio. Sie mustert ihn einen Moment lang stumm, dann stellt sie fest: „Du siehst aber auch nicht besonders munter aus.“
Antonio fährt sich durchs Gesicht und die Haare. Er gähnt herzhaft, dann entgegnet er: „Geht schon. Wie spät ist es denn?“
„Kurz nach Neun.“ 
„Wow, dann habe ich ja mal ganze acht Stunden gepennt.“ Noch einmal überkommt Antonio ein langer Gähner. Sein Magen schließt sich mit einem lauten Knurren an. 
Robin lächelt verstehend. „Willst du mit Frühstücken?“, will sie wissen. 
Dankbar lächelt er. Antonio kann sich gar nicht erinnern, wann seine letzte Mahlzeit gewesen ist. Den ganzen vergangen Tag, ist er mit Enrico unterwegs gewesen. Mit dem Kerl hat er nicht mal die Zeit zum Essen gefunden. „Sehr gern!“, antwortet er Robin. 
„Gut, dann tu dir einen Gefallen und zieh dir was über. Sonst wirst du mein Frühstück.“ Gierig betrachtet Robin seinen nackten Oberkörper. Fragend sieht Antonio an sich hinab. Ihm wird erst jetzt bewusst, dass er sein Hemd bisher nicht wieder angezogen hat. Er nickt verstehend und schleicht ins Zimmer zurück.

Wenig später sitzt er mit Robin am Frühstückstisch und lässt sich das erste Stück Brot schmecken. Robin beobachtet ihn aufmerksam. Sie sagt kein Wort, bis er sein drittes Brot verschlungen hat. „Du bist ganz schön ausgehungert. Alles okay bei euch Beiden?“ Besorgnis spiegelt sich in ihrem Gesicht. 
Antonio atmet tief durch und würgt den letzten Bissen hinunter. Er schaut in den Flur, als wenn er seinen Freund dort sehen könnte. Lange ringt er mit sich, bis er endlich sagt: „Um ehrlich zu sein, nein. Enrico treibt mich noch in den Wahnsinn. Mir geht es ja schon beschissen, wegen der Sache in der Lagerhalle, aber er ist noch viel krasser unterwegs.“
Fragend betrachtet Robin ihn und nippt an ihrer Kaffeetasse: „Aber du bist es doch, der dort gefoltert wurde, nicht er.“
„Erzähl ihm das mal. Ich meine, ich hab auch Alpträume, aber schlafen muss ich trotzdem irgendwann mal. Wenn es nach ihm gehen würde, wären wir den Rest unseres Lebens wach und würden uns in einen Adrenalinrausch nach dem Anderen stürzen, um ja nicht müde zu werden. Er lässt uns nicht mal die Zeit, was anständiges zu essen.“ Antonio schmiert sich sein viertes Brot und ist froh, dass das Stechen in seinem Magen endlich nachlässt. 
Nachdenklich betrachtet Robin den Inhalt ihrer Tasse. „Ich habe nicht geahnt, dass ihm das so zusetzt. Er macht nach außen hin immer einen so gefassten Eindruck.“
„Das täuscht. Sperr ihn mal für fünf Minuten in einen leeren Raum, dann dreht er frei. Mich wundert es, dass er noch nicht wieder wach ist und bei deinem Vater auf der Matte steht, um bei ihm nach einem neuen Auftrag zu betteln. Kannst du da nicht mal was drehen? Wenn ich versuche ihn auszubremsen, zieht er einfach allein los.“
Robin wendet sich ihrer Tasse zu, sie nimmt einen großen Schluck und schaut nachdenklich vor sich hin. „Es gibt da tatsächlich ein paar Dinge, mit denen ich ihn beschäftigen könnte, eigentlich sogar müssten.“
Misstrauisch betrachtet Antonio ihre angespannte Haltung. Irgendetwas ist da, gegen das sich Robin sträubt. „Wie meinst du das?“
„Da gibt es etwas, dass ich bisher noch nicht mit euch besprochen habe, weil ich gehofft habe, Vater noch umstimmen zu können.“ 
Jetzt wird Antonio erst recht hellhörig. Er lässt das Brot zurück auf den Teller sinken und sieht sie forschend an. „Was will Aaron denn noch von uns? Wir erledigen doch schon die Drecksarbeit für ihn.“
„Nicht von euch, von Enrico“, entgegnet sie geheimnisvoll. 
„Robin, jetzt lass dir nicht alles aus der Nase ziehen!“
Sie schweigt lange und sieht zur Seite weg. Antonio betrachtet sie auffordernd, doch sie lässt sich unerträglich viel Zeit, bis sie endlich sagt: „Ich soll ihn vorbereiten.“
„Worauf?“
„Vater will ihn in die höhere Gesellschaft einführen, sobald er volljährig ist.“
Irritiert sieht Antonio sie an. „Was soll das heißen? Wozu?“
„Ich weiß es nicht. Er hat irgendwas großes mit ihm vor, aber er lässt sich nicht in die Karten schauen.“
„Aber warum? Wer sagt denn, dass wir das wollen? Wie wäre es, wenn er mal Enrico fragen würde, was er dazu sagt?“
Robin lächelt hilflos. „Es geht nicht mehr nach euch. Das geht es schon lange nicht mehr.“
„Das sollte es aber vielleicht!“, schimpft Antonio aufgebracht und steht auf.
Robin hebt beschwichtigend die Hände: „Krieg dich wieder ein! Ich hab versucht das abzuwenden, aber Vater sieht irgendwas in ihm, dass ich ihm nicht ausreden kann. Das Gute daran ist, ihr könnt euch seinem Schutz sicher sein. Das Schlechte: Ihr müsst ganz schnell sehen, dass ihr irgendwie Normalität vortäuscht. Enricos Leben wird in Zukunft davon abhängen, wie man euch als Geschäftsmänner wahrnimmt. Eigentlich dürftet ihr nicht mal mehr auf meine Partys kommen. Das Risiko ist einfach zu groß, dass das Mal gegen euch verwendet wird.“
„Aber ich dachte, was hier passiert soll auch hier bleiben?“
„Ja, so ist die Regel, aber wenn doch jemand quatscht, reicht es nicht mehr ihn einfach nur umzulegen. Dann ist es für euch schon zu spät.“
Seufzend lässt sich Antonio auf seinen Stuhl sinken. Gedankenverloren meint er: „Aber Enrico liebt deine Partys und ich um ehrlich zu sein auch. Hier können wir einfach mal nur wir selbst sein.“
„Ich weiß“, sagt Robin mitfühlend und schweigt einen Moment, bevor sie ein anderes Thema anschneidet, „Wie läuft's eigentlich mit der Alibi-Freundin?“
Antonios Laune sinkt auf einen neuen Tiefpunkt. Er legt die Ellenbogen auf den Tisch und stützt den Kopf mit den Händen. „Um ehrlich zu sein, habe ich das Thema gekonnt verdrängt.“
„Und Enrico? Hat er es auch verdrängt? Bei ihm wäre das bald noch wichtiger.“
Antonio seufzt hörbar. „Keine Ahnung. Wir haben nie drüber gesprochen. Robin ich will ihn nicht teilen, auch nicht zum Schein.“
„Ich verstehe dich ja, aber wir können das Thema nicht ewig ignorieren. Vater hat schon Andeutungen in der Richtung gemacht, dass ich ein Auge auf eine standesgemäße Partnerwahl haben soll.“
„Zum Kotzen!“, knurrt Antonio und kaut lustlos an seinem Brot herum. Im Augenwinkel nimmt er eine Bewegung wahr. Erschrocken richtet er seine Blick in den Flur.
„Ich bin nicht der Spielball des Alten und ich lass mich auch nicht dazu machen!“, motzt Enrico und reibt sich verschlafen über die Augen. Er gähnt herzhaft und bleibt im Türrahmen stehen. „Darf ich auch?“ Sein Blick richtet sich auf den Tisch mit dem Frühstück. Robin lädt ihn mit einer ausfallenden Handbewegung ein, sich zu ihnen zu setzen. Enrico lässt sich in einen Stuhl neben Antonio sinken, doch anstatt sich ein eigens Brot zu machen, nimmt er sich das angebissen seines Freundes. Genervt sieht Antonio ihn an und gibt ihm eine Schelle auf den Hinterkopf. „Macht dir selbst eines!“, schnauze er und versucht sich das Brot zurück zu holen, doch Enrico stopft es sich im Ganzen in den Mund und grinst ihn frech an. Genervt davon schlägt Antonio ihm hart auf den Hinterkopf. Sein Freund verschluckt sich, an dem viel zu großen Bissen und beginnt heftig zu husten. Strafend sieht Enrico ihn an und boxt ihm auf den Oberarm.
Robin beobachtet sie Beide aufmerksam und muss immer wieder schmunzeln, doch nur all zu schnell wird sie wieder ernst. „Ihr seid schon drollig zusammen, aber trotzdem steht Vaters Plan und wir müssen, langsam darauf reagieren.“
Enrico zwingt den großen Bissen hinunter, dann fragt er: „Was genau will Aaron denn von mir?“
„Aus dir einen Edelmann machen.“
Enrico bekommt ein breites Grinsen im Gesicht, dann muss er lachen. „Ja, klar!“
Robin verzieht keine Mine, ernst schaut sie, bis  Enrico das Lachen im Hals stecken bleibt.
Deutlich gefasster sagt er: „Robin, ich bin nur ein Straßenkind mit einer Gang. Wer soll mir das denn abnehmen?“
„Genau deswegen, soll ich dich ja unterrichten.“
„Ach und in was? Wie man Papas Geld ausgibt oder geschwollen daher quatscht?“
Robin lächelt amüsiert, sagt dann aber ernst: „Fürs erste könnte ich dir das Tanzen beibringen.“
„Tanzen?“, will Enrico ungläubig wissen.
"Ja! Ihr habt doch heute nichts vor, oder?" Robin wechselt eine viel sagenden Blick mit Antonio. Der bedankt sich mit einem flüchtigen Lächeln. Wenn sie heute bei Robin bleiben und Enrico das Tanzen lernen muss, wird das zur Abwechslung vielleicht mal ein ruhiger Tag. 
"Wozu muss ich denn als Geschäftsmann tanzen können?", protestiert Enrico und schmiert sich ein Brot. Als er es fertig hat, stiehlt Antonio es ihm. Auf den vorwurfsvollen Blick seines Freundes entgegnet er: "Was denn? Du hast mir meines doch auch geklaut." 
Enrico brummt in sich hinein, lässt ihm aber seinen Willen und macht sich ein Neues.
Robin schüttelt über die beiden Freunde nur mit dem Kopf, dann ringt sie sich eine Antwort ab: „Du wirst auf Partys, Bälle und Veranstaltungen der höheren Gesellschaft gehen müssen. Geschäftspartner werden dich dort treffen, da musst du auf der Tanzfläche eine gute Figur abgeben. Vielleicht finden wird dort ja auch eine Frau für dich. Da kann es im übrigen auch nicht Schaden, wenn du weißt was du tust. Frauen lassen sich ziemlich leicht auf der Tanzfläche beeindrucken, wenn der Mann sich gut bewegen kann.“
Enrico rollt mit den Augen und isst sein Brot. 
„Hast du überhaupt schon mal getanzt?“, will Robin wissen.
„Nein!“, entgegnet Enrico mit vollen Backen. 
Ihr Blick wandert auf Antonio. „Und du?“
„Ich hatte es in meiner Ausbildung, also ja!“, entgegnet er emotionslos.
Erstaunt dreht sich Enrico nach ihm um. „Du kannst tanzen?“
Antonio zuckt mit den Schulter und nickt. 
„Wozu musstest du dass denn lernen? Du solltest Auftragskiller werden.“
„Um möglichst nah an eine Zielperson auf einer Party heran zu kommen“, erklärt Robin kurz. Antonio nickt zustimmen. Sein Freund rollt genervt mit den Augen und wendet sich kopfschüttelnd seinem Brot zu.
„Nun gut, dann brauche ich ja nur das weiße Wölfchen Unterrichten. Ich ahne schon, dass das ohne Vorkenntnisse, für eine mittelschwere Katastrophe reichen wird“, fügt sie seufzend an.
Enrico schlingt seinen letzte Bissen hinunter, dann streckt er ihr breit grinsend die Zunge heraus. 

...~*~...

Wenig später hat Robin den Salon von uns freiräumen lassen und legt auf dem Plattenspieler eine Schallplatte auf. Ich begreife noch immer nicht, wofür das alles gut sein soll. Tanzen, das habe ich noch nie probiert, schon gar nicht mit einer Frau. „So und jetzt?“, will ich wissen, um die bedrückende Stille zu beenden. Ein sanfter Walzer dringt aus dem Plattenspieler. Robin dreht sich nach mir um und lächelt gehässig. Sie kommt zu mir und betrachtet mich herausfordernd. Antonio bleibt abseits von uns stehen und verschränkt die Arme. Aufmerksam beobachtet er uns. Ich bekomme einen fetten Kloß im Hals und muss heftig schlucken. Ich bin mir nicht sicher, was ich jetzt tun muss. Robin nimmt sich meine Arme und legt einen auf ihre Schulter und den Andere um ihre Taille. Scheu sehe ich ihr ins Gesicht. Das ist mir viel zu nah. 
„Eigentlich muss ja der Mann führen, aber der willst du ja erst mal werden“, lacht Robin mich aus. Ich rolle  nur mit den Augen. Robin beginnt sich im Takt der Musik zu bewegen. Verwirrt betrachte ich ihre Füße, über die ich immer wieder stolpere und versuche vergeblich mich ihren Bewegungen anzupassen. 
„Du musst mit dem rechten Fuß anfangen“, tadelt sie, „Noch mal von vorn!“
Wieder soll ich anfangen, wieder komme ich mit meinen eigenen Beinen durcheinander. „Eins, zwei, drei“, zählt Robin mit. Ich komme schon bei der Eins durcheinander. 
„Das lerne ich nie!“, murre ich ungeduldig. Mein Blick bleibt an Toni hängen. Er hat ein breites Schmunzeln auf den Lippen und beobachtet uns belustigt. „Sag nichts!“, murre ich ihn an. Er grinst noch breiter und bemüht sich still zu bleiben. Das Lied der Platte verklingt, Robin hält inne. Sie dreht sich nach Toni um. „Legst du noch mal neu auf?“, bittet sie ihn. Toni geht zum Plattenspieler und schiebt die Nadel auf Anfang. Der Walzer ertönt von vorn und wieder schleift mich Robin durch den Salon. Ich gebe mir alle Mühe und komme doch jedes mal durcheinander. Wenn ich nicht über meine eigenen Beine stolpere, dann trete ich ihr auf die Füße. Bei jedem falschen Schritt bricht sie ab und lässt uns von vorn beginnen. 
„Spürst du deine Füße überhaupt noch, Robin?“, wirft Toni belustigt ein. Ich sehe ihn bitterbösen an. Das lässt ihn für zwei Runden verstummen, dann meint er wieder: „Das wird doch nie was.“
Genervt unterbreche ich den Tanz und wende mich ihm zu: „Wenn du's so viel besser kannst, dann mach du doch weiter!“ Toni stößt sich von der Kommode ab, und kommt zu uns. Ich bin heil froh über die Pause und lasse Robin los. Einen Schritt weiche ich zurück, um ihm Platz zu machen. Toni drängt sich zwischen uns, ich will mich von beiden wegdrehen, als er nach meiner Hand greift. Er zieht mich zu sich und legt seinen Arm um meine Taille. Irritiert betrachte ich ihn. Sein Blick richtet sich auf Robin, auffordernd sieht er sie an. Sie nickt ihm zu und geht zum Plattenspieler. Die Nadel legt sie wieder auf Anfang. Tonis Aufmerksamkeit richtet sich wieder auf mich. Er lächelt liebevoll und zieht mich noch ein Stück enger an sich heran. Er gibt den ersten Schritt vor. Als ich an uns hinab, auf meine Füße sehen will, hebt er meinen Blick. Seine grünen Augen strahlen mich fröhlich an. Ich vergesse ganz, dass ich keine Ahnung habe, wohin meine Füße beim nächsten Schritt müssen, es passiert einfach. Kein zählen, kein immer wieder stoppen und neu anfangen. Ich folge einfach seiner Führung, Schritt für Schritten im Rhythmus der Musik. Je länger wir tanzen, um so einfacher erscheint es mir. Es beginnt fast Spaß zu machen, als das Lied schon am Ende ist. Enttäuscht richte ich mich an Robin. Sie versteht wortlos und lässt das Lied von vorn Beginnen. Kopfschüttelnd sieht sie uns zu und verschränkt die Arme.  
Ich versinke ganz in der Musik und der Bewegung und kann einfach nicht aufhören, in Tonis schöne Augen zu blicken. Seine Lippen ziehen mich wie magisch an. Je länger wir tanzen, um so stärker wird der Drang in mir. Schließlich kann ich mich nicht länger zurückhalten und küsse ihn. 
Robin rollt mit den Augen und lehnt sich an die Kommode. „Wie soll ich nur jemals eine Frau für euch beide finden“, murmelt sie in sich hinein, doch weder Toni noch ich hören ihr zu. Die Sache mit der Alibi-Freundin haben wir längst wieder verdrängt. Alles was ich brauche, habe ich an ihm. Da ist kein Grund, nach jemand anderem Ausschau zu halten.

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