Um Leben und Tod

Über das irgendwie aufregende Leben von Lucy Penning.
Sie ist jung, ehrlich, mutig und versucht das richtige zu tun.

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1. Der Anfang

Gedanken. Jedem gehen jeden Tag hundertausende durch den Kopf. Wie viele Gedanken wohl an einem Tag gedacht werden? Zu viele um sie zählen zu können. Aber worum drehen sie sich? Vergangenheit? Zukunft? Angst? Freude? Liebe? Trauer? Ich sitze hier und mache mir Gedanken über die Gedanken derer die ich noch nicht einmal kenne. Eigentlich mache ich mir auch Gedanken darüber, was andere Leute über mich denken. Vor allem, weil ich dieses Jahr Abitur mache und mein Jahrgang mich als Mensch nicht so schätzt. 

Nein du musst schlafen. Morgen musst du wieder in die Schule. Du hast es fast geschafft. Du hast deine Freunde wo anders. Die DLRG hat mir immer Rückhalt gegeben. Mich wieder aufgebaut, wenn die Schule mich mal wieder fertig machte. Aber das zählte gerade nicht. Was gerade zählt ist nur, dass morgen. 

Also lege ich mein Handy weg, versuche meine Gedanken auszustellen und zu schlafen, nur ich und mein Herzschlag. 

06:00. Mein Wecker klingelt wie jeden morgen. Ich bin dankbar für eine traumlose Nacht. Sonst träume ich noch davon, aber darüber würde ich mir jetzt nicht noch einmal Gedanken machen. Ich steh also auf, gehe duschen und mache etwas zu essen. Gehe aus dem Haus. Musik. Das einzige was mir im Moment hilft. Musik an, Welt aus. 

Ich komme bei der Bushaltestelle an und sehe schon die üblichen dort stehen. Die nervigen kleinen Kinder, die möchtegern coolen, die noch eben eine Zigarette rauchen mussten bevor sie in den Bus einstigen, die gutaussenden Jungs, die sich im Kreis noch übers Wochenende unterhielten und die beliebten Mädchen aus meinem Jahrgang, die denken jemand anderen runter zu machen ist witzig.

Ich stelle mich also in das kleine nach Bier stinkende Bushäuschen um nicht zu frieren, denn es ist kalt, obwohl es schon auf Ostern zu geht. Aus meinem sicheren versteck und weiter mit Musik in den Ohren mustere ich die Beliebten. Ach stimmt es ist Mottowoche. Ich hab mich nicht verkleidet, wozu auch. Niemand kann mich an diesem gottverdammten Ort leiden, wem will ich gefallen?

Endlich kam der Bus. Jetzt ging das Gedängel wieder los. Ich hab es irgendwie geschafft mich durch eine Horde nerviger kleiner siebtklässler zu schlängeln. Da war noch ein freier Platz. Ich setzte mich ans Fenster, starre  nach draußen und fange wieder an mir Gedanken zu machen. Ich denke wieder an viel zu viel. Es fing an zu regnen. In der Schule angekommen nehme ich gar nicht erst die Kopfhörer raus. Ich denke gar nicht daran mich mit jemandem zu unterhalten. Bald hätte ich es geschafft. 

Es laufen viele absichtlich schlecht verkleidete möchtegern Models an mir vorbei. Irgendwie bin ich eifersüchtig, möchte auch dazu gehören und dann fällt mir wieder ein, was sie mir angetan haben. 

Der Gong. Unterrichtbeginn. Okey kein Problem du kannst das schaffen. Am Klassenraum angekommen standen vor mir drei zu stark geschminkte Cheerleader mit zu kurzen Röcken und fünf besoffene und pöbelnde Baskettballspieler. Ich halte lieber Abstand. Nicht das jemand denkt ich wolle mich in ihre Angelegenheiten einmischen. Ich bin sowieso unerwünscht also bleibe ich auch so gut es geht unsichtbar. 

Die Jungs scheinen aber irgendein ernsthaftes Problem zu haben. Sie werden immer lauter. Auch die drei möchtegern Cheerleader gehen ein paar Schritte zurück. Die Lager teilen sich. Irgendjemand hat sich über den anderen lustig gemacht. Dieser ist besoffen wohl auf streit aus. 

Ich stehe immernoch mit meiner Musik in den Ohren da und überlege was sie wohl gesagt haben können, aber dann denke ich mir es ist doch auch egal. Ich schaue auf mein Handy, überspringe ein paar Lieder. Da muss es passiert sein. Jemand hat zugeschlagen. Während die einen ihren Kumpel zurück halten, pushen die anderen ihren Kumpel und die Lage droht zu eskalieren. Wo bleibt nur ein Lehrer wenn man ihn mal braucht? 

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