Vampire Dreams

In dieser Geschichte geht es um das Vampirmädchen Julie, das in eine neue Schule gehen wird, die extra für Vampire gemacht ist. Dort trifft sie einen Reinblüter, den sie anfängt zu mögen und findet einige Dinge heraus (vor allem über sich selbst).

0Likes
0Kommentare
96Views
AA

1. Der Vampir

Müde öffnete ich meine blutroten Augen. Rasch zuckten sie zusammen als mich die Grelle der Sonne blendete. Ich tastete vorsichtig um mich und spürte das weiche, feuchte Gras, auf dem ich lag. Das abendfüllende, orange Glühen der Sonne erinnerte mich daran, wie spät es langsam geworden war. Allmählich aber zögernd stand ich schwankend auf. Ein kühler Windzug wehte mir direkt in mein bleiches Gesicht, sodass mein bis zur Hüfte reichendes, gelocktes Haar und mein bodenlanges, weißes Kleid schwankend daher wehten. Ein Hauch von wunderschönen Kirschblütenblätter ließen sich von dem Wind mitziehen. Ich warf beeindruckt einen Blick auf die große Wiese, auf der ich stand. Sie war mit violetten Leberblümchen und mit hellen Elfensporn beschmückt und war bedeckt von hellrosa Kirschblüten. Ein kurzer Blick nach oben genügte, und ich merkte, dass ich unter einem großen, wunderschönen Kirschbaum stand.“Schwesterchen!”, hörte ich eine schüchternde, kleine Stimme rufen. “Oh, Ana…”, flüsterte ich, immer noch vertieft in die schönen Farben der Kirschblüten. “ Julie! Mama hat Abendessen gemacht!”. Ana war meine kleine Schwester, sie hat schulterlanges hellbraunes Haar, und ihre himmelblauen Augen starrten mich erhellend an. “Oh, stimmt ja Abendessen!”, erinnerte ich mich schnell wieder. Langsam folgte ich Ana und öffnete in unserem kleinem Haus die hölzerne Tür. “Da bist du ja! “, hörte ich Mutter erfreut rufen, “Komm, das Essen wird schon kalt. Es gibt Kartoffelsuppe, das isst du doch so gern.” Kartoffelsuppe war mein Lieblingsgericht, denn so wie es Mutter kochte, konnte es niemand nachmachen. Mutter legte ihre schmutzige Schürze ab und ihr braunes Kleid kam zum Vorschein. Ihre rötlichen Haare hielt sie mit einem schwarzen Band zurück und ihr weißes Gesicht war mit Sommersprossen befleckt. Um ihren Hals trug sie Vaters Kette.
Alle saßen nun an ihren Stühlen und aßen schweigend ihre Suppe. 
Vater war vor einem Jahr verstorben. Ein grausamer Unmensch biss ihn und er starb. Es war ein Vampir. Seitdem leben wir in Armut und müssen sehr viel bei der Arbeit mithelfen… “ Und wie schmeckt´s?” , riss es mich aus meinen Gedanken.” Köstlich “, antworteten ich und Ana grinsend. Später gingen alle erschöpft ins Bett... Alle, außer ich. Ich packte meine Sachen; meine Kleider, Bilder von hier, und alles was ich brauchte, denn ich würde morgen für eine lange Zeit verreisen.  Ich setzte mich auf mein hartes Bett und schaute mich wahrscheinlich das letzte Mal in meinem Zimmer um. Für genau fünf Jahre werde ich nicht mehr in diesem Zimmer schlafen. Ich werde in einer wildfremden Umgebung sein. Ich werde in einem Zimmer schlafen ohne jegliche Erinnerung. Vor lauter Nachdenken fielen mir erschöpft die Augen zu. Das letzte, was ich noch bemerkte war, wie der Wind, der durch das Fenster hineinströmte, die Kerze ausblies.
Es war bereits Morgen und ich öffnete langsam meine blutrot glänzenden Augen und blickte noch vernebelt nach links, auf meine Kommode.“ Oh nein, schon halb zehn und um zehn holt mich die Kutsche ab.”, erschrak ich auf die Uhr schauend. Sofort schlüpfte ich in mein schönstes Kleid, das ich besaß und rannte in die Küche. Ruckartig setzte ich mich vor den Esstisch. Vor mir lag ein geschmiertes Butterbrot “ Danke !“ ,sagte ich kurz und verschlang es gleich darauf. Mutter kämmte mir mein hellblondes, gelocktes Haar. “ Putz dir noch schnell deine Zähne!“. Ich nickte, raste schnell ins Bad und nahm mir die Zahnbürste, um mir die Zähne zu putzen. Die Reißzähne ragten sofort heraus, sie musste ich besonders gründlich putzen. Warum ich Reißzähne besaß? Ganz einfach, weil wir alle… “Schwesterchen, du kommst noch zu spät!”, unterbrach mich Ana, “du willst doch zu dieser coolen Vampirschule, oder?”. Wie waren alle Vampire, Wesen der Hölle, geboren um zu Töten. Unser blutrünstiger siebter Sinn kann uns unseren letzten menschlichen Verstand rauben, selbst wenn wir dagegen ankämpfen. Jeder stärkste Wille kann nicht gegen diesen Durst ankämpfen... Gegen das Gefühl, wenn dir menschliches Blut durch die Kehle fließt. Auch mich hat dieses Gefühl jenes Mal den Verstand beraubt, und mich dazu gebracht meinen eigenen Vater an jenen Abend umzubringen...

Melde dich bei Movellas anFinde heraus worüber alle reden. Registriere dich jetzt bei Movellas und teile deine Kreativität und deine Passion
Lade ...