My last day on Earth

Finn steht an der Schwelle seines Todes unbemerkt und alleine gelassen auf dem riesigen Kirchturm seiner Stadt. Kurz vor dem Ende erinnert er sich zurück an seine Missetaten und die grausige Vergangenheit die er geführt hat.

Wie seine Entscheidungen und Fehler ihm zu diesem Punkt führen konnten.

Die Frage die er sich bis zu seinem Ende stellt, ist er ein guter Mensch? hat er trotz seine Missetaten vor dem Ende noch etwas gutes tuen können? Waren die Morde gerechtfertigt? Hat er es aufhalten können? geplagt von den Schmerzen und der qualvollen Vergangenheit erzählt er in seinen letzten Atemzügen wie alles begann..

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4. III.

Es hörte nicht auf zu fließen das rote Blut das aus meinem Rücken hinunterlief und eine große Lache aus einem tiefen dunkelrotem ton bildete. Es war nicht das erste mal das mir so etwas passiert, jedoch das erste mal das ich zu zittern begann. Ein schlechtes Anzeichen für so jemanden wie ich es bin, ein kalter und herzloser Mensch und doch vibrierte mein ganzer Körper. Dort oben auf dem Kirchturm lag ich, ein bemitleidenswertes zusammengekrümmtes Wesen das sich jetzt nach allem, was bis jetzt geschah nur noch nach dem Tod sehnte. Mein Name ist Finn. Ich lebe schon solang ich mich erinnere in Réole und hätte niemals damit gerechnet, dass das nun hier Enden würde. Ich lächelte und sah zum Himmel hinauf, als ich mir meine wahrscheinlich letze Zigarette in den Mund steckte. Ich sah auf mich herab während ich nach dem Feuerzeug kramte, das ich mir noch am Vorabend in die Hosentasche steckte. Die Marke des Zippo’s war unbekannt, doch ich liebe dieses Feuerzeug, weil es trotz seinem tiefen dunklen Blau in der Sonne grünlich schimmerte und mich an die Augen eines kleinen Welpen erinnerten. 

 

Nicht nur irgendeinen Welpen, es war ein ganz bestimmter, einer den ich niemals vergessen werde. Seine name war Inu, ein ziemlich unorigineller Name, da es einfach Hund auf Japanisch heißt. Es erfüllt mich immer mit Traurigkeit an Ihn zu denken, wie jung und unerfahren ich noch war. Im alter von 14 fand ich Ihn, wie er an den verdreckten Mülltonnen der Straßen abgemagert nach etwas essbarem suchte. Er führte seine Zunge an einen grünen schleim, der vor Monaten eimal halbwegs nach Nahrung aussah. Ich nahm ihn mit und Pflegte ihn gesund. Doch ich verbrachte nur 6 Monate mit Ihm, tolle 6 Monate, bis ich mich dazu entschied Ihn zu töten. Ja es war meine Idee, ganz allein meine.  Seitdem habe ich jedesmal wenn mein Zippo diese grüne Farbe annahm nur einen Gedanken, 'was wäre wenn?'. Ja was wäre könnte ich die Zeit zurückdrehen und würde wieder vor Ihm stehen? Würde ich Ihn töten? Würde er Weiterleben? Was wäre mit mir...

Eine Wolke aus dunklen Erinnerungen füllte meinen Körper und drohte ihn zu verschlingen, jedoch ehe ich mich versah erzeugte dies eine Wärme, die ich niemals verstehen könnte.

 

 

Wären ich daran dachte brannte mein Körper vor Schmerz und ich hatte das Gefühl als ob mein ganzes Inneres auf dem Boden ausgeweidet wurde. Ich fand es nun endlich und umfasste das Feuerzeug mit einer Hand während ich mir mit der anderen meine Brust hielt die ein riesiges Loch aufwies. Bei dem Versuch meine rechte Hand zu heben und meine Kippe anzuzünden versagte ich kläglich doch ich versuchte es immer und immer wieder. Nach dem sechsten versuch klappte es dann auch. Ich genoss Sie richtig obwohl ich mir am Vortag wie an jedem anderen Tag geschworen hatte aufzuhören. Während ich hinaufsah fragte ich mich wie all dies bloß geschehen konnte. 

 

Tief in diesem einen Gedanken versunken, tastete ich am Boden herum. Ich versuchte mich möglichst wenig zu bewegen, während ich am Boden endlang tastete. Ich wusste wovon ich sprach, bei meinem letzten Versuch aufzustehen, fiel ich direkt rückwärts hin und knallte mit so einer Wucht an die steinige Wand, sodass ich eine menge Blut verlor das aus meinem Rücken spritze. Ich konnte sogar zusehen wie es langsam die Wand hinunterlief und sich vor einem kleinem Mädchen zu einer großen Lache formte. Ich konnte nicht erraten wer es war, denn die Entfernung zwischen mir und dem Kind war einfach zu groß. Man konnte nur das hellblonde Haar erkennen, das von oben auf mich hinaufstrahlte. Ich tastete noch weiter, doch außer Blut und Fleischresten konnte ich nichts ertasten das sich nach dem anfühlen sollte das ich suchte. 'Noch ein kleines bisschen, es muss hier irgendwo sein', dachte ich und tastete weiter. 

 

Ich kam auf Widerstand, es war ein rauer Griff mit einer beeindruckenden Gravur. Ich kannte diese beeindruckende Gravur, ein Vogel der sich dem Himmel zuwendet und fliegen möchte, jedoch keine Flügel besitzt. Es ist wie ein Traum den ein jeder hat. Ein jeder träumt davon etwas zu erreichen das unnahbar scheint und so sah ich sehsüchtig zum Himmel hinauf und stellte mir vor fliegen zu können. Mein Blick fiel wieder auf das Schwert, es war ein Katana, ein japanisches Schwert geschmiedet in der Meiji-Ära. Trotz seines Alters verlor er seine Schärfe nicht; ein Stolzes Schwert das mir in meinen Kämpfen oft beiseite stand. Ich tastete auf mein Katana das überraschenderweise seinen Schliff verloren hat, ein schlechtes Zeichen, gerade jetzt. Doch ich konnte mir darüber zurzeit keine Gedanken machen, dachte ich und konzentrierte mich wieder auf mein eigentliches Ziel. Endlich ertastete ich etwas das sich nachdem Anfühlte nachdem ich suchte. Es war eisig kalt, obwohl um mich herum etwa 30 Grad herrschten. Man musste schon genauer hinsehen um zu erkennen was es war. Hinter all dem Blut und Fleischresten die sein Gesicht verbergen erkannte ich die Gestalt meines einst besten Freundes. Sein Name war Aaron.  Früher rettete er mir schon mehr als einmal das Leben. Jedes Mal stand er mit einem  breitem lächeln vor mir und sagt immer dasselbe: "Keine Angst, ich werde dich beschützen damit du nie wieder weinen musst." Ein jedesmal wiederholte er dies. Selbst als er dank mir 2 Finger und auch ein Auge verlor, er lächelte immer mit einem Lachen das so unschuldig und gleichzeitig rein war und ein jedesmal vergrößerte sich meine Schuld Ihm gegenüber. Seitdem habe ich nicht eineinziges mal geweint. "Doch jetzt, nach so langer Zeit bin ich nicht mehr in der Lage meine Schuld zu begleichen, warum nur? Konntest du nicht warten? Jetzt bin ich ganz allein. Du wolltest doch nicht das ich weine oder, wieso bist du dann Tod?", stotterte ich während mir zum ersten mal seitdem ich ihn kennengelernt habe, seitdem er mir gezeigt hat was es heißt aus vollem Herzen Freude zu empfinden, die Tränen von der Wange liefen die das mittlerweile verkrustete Blut auf meiner Wange wegwischten. Ich sah zum Himmel hinauf und stotterte „Wie konnte dies geschehen ich wollte mein Ganzes Leben lang doch nur ein einziges mal ein Mensch sein, Glück empfinden, Freude.." Plötzlich versagte meine Stimme. Ich konnte kein einziges Wort mehr herausbringen. Ich sah nur zum Himmel hinauf und betete...

Der brennende Schmerz in meinem Bauch zog nun durch meinen ganzen Körper, mit der letzten Kraft die mir geblieben ist, biss ich mir auf die Lippen um nicht laut aufzuschreien.

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