The Weak Prince

Nach dem Tod des alten Königs bricht ein blutiger Bürgerkrieg zwischen seinem Bastard und der Königin um den Thron von Cameron aus. Intriegen sind an der Tagesordnung. Diese Geschichte beinhaltet Romanzen, blutige Schlachten, Sex und Magie.

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1. Der König ist gestorben

Die Glocken der Kirche von St. Robert wurden geschlagen. Ihr Klang ertönte in der gesamten Stadt welche von Trauer befallen war.
Der König ist gestorben.

Dunkle Wolken und starker Regen fiehlen auf die Häuser und Straßen herab und prasselten langsam die Fenster der Bewohner hinunter. Die Wege waren nass und rutschig, voller schlamm und dreck welchen der Regen herbei führte. Sonst voll von Händlern, Kaufleuten und anderen Bewohnern oder Besuchern, heute leer und einsam. Die meisten befanden sich in oder vor der großen Kirche, versammelt zu einer engen, trauernden Menge. Manche weinten, andere beteten, die meisten jedoch standen stumm an ihren Plätzen.
Der König ist gestorben.

Fünfzig Soldaten standen vor den Stufen, welche zur Kirche führten. Sie trennten das einfache Volk von dennen welche die erlaubnis hatten an der Beisetzung des Königs teilzunehmen.
Dem Adel.

Mit Kurzspeeren in der linken und Langschilden in der rechten standen sie still, sich nicht bewegend an ihren Plätzen und behielten die Bauern im Auge.

Sie waren die Eltite des Landes, die sogenante „Cameroti“.
Leibwachen des Königs wie auch die Stadtwache.

Bekleidet mit einem dunklen Kettenhemd über welchem ein roter Surcote hing und das Wappen der Köngilichen Familie trug.
Ein schwarzer Fuchs auf Blut rotem Hintergrund.

Das Wappen der Familie Murien.

Die Murien´s waren die herrschende Adelsdynastie welche die Stadt vor fünfhundert Jahren erbauten und brachten acht Könige hervor. Die Könige übertrugen die herrschaft an ihre Söhne, jedoch anders als in anderen Königreichen wurden nur die Söhne erwählt, welche sich als würdig für die Thronfolge erwiesen. Dies bedeutete das selbst Bastarde einen anspruch auf denn Thron hatten, wenn auch nur selten sie diesen Anspruch erhoben.

Ihr Herrschaftsgebiet erstreckte sich über Cameron und die kleineren Ländereien um die Stadt herum welche von Loyalen Lords beherscht wurden. Alle weiteren Gebiete außerhalb der Grenzen gehörten anderen Adeligen Familien. Der Kontinent auf dem sie sich befanden wurde Lodron gennant von dem jeder Teil von einem herrschenden Adelshaus und ihren untertannen in anspruch genommen wurde. Es gab keine Königreiche welche von einem einzigen König regiert wurden, nur Städte mit den jeweiligen Burgen um sie herum welche von Soldaten bewacht waren. Diese Burgen bildeten die Grenzen eines Landes. Jede Hauptstadt hatte kleinere Städte um sie herum. Diese kleineren Städte, welche meistens stark befestigt waren, dienten den Herrschern der Hauptstädte und entsandten im falle eines Krieges Soldaten zur unterstützng ihrer Herren an die Front.

Im Norden befand sich ein riesiger Wald der an die eiserne Gebirgskette anschloss und einen großen Teil von Lodron unbewohnt machte. Nicht weil es unmöglich war dort Häuser zu Bauen oder weil es nicht genügend Rohstoffe gab, im Gegenteil davon gab es reichlich. Der wahre Grund hatte mit der Tatsache zu tun das niemand wirklich wusste was in diesem Wald lauerte. Bekannt war das sich ein großer Teil von Mördern und Ausgestoßenen dort aufhielt die jeden tötete oder überfiehlen der ihnen über denn Weg lief. Der Rest des Waldes sorgte in der Bevölkerung für Stoff von Legenden und Balladen. In der vergangenheit gab es mehrere Könige die mit einer Armee hineinmarschierten um das gebiet für sich zu beanspruchen oder von Banditen zu säubern. Doch wurden sie nie wieder gesehen denn kamen sie nicht mehr zurück.

Die Eisengebirge waren eine kalte und schwer zu überquerende Gebirgskette welche sich in Form einer Linie vom Westen bis zum Süden im Norden erstreckte. Ewiger Winter mit knietiefem Schnee plagte sie und die kälte war kaum auszuhalten. Aus der entfernung schimmerten die spitzen der Berge wie Eisen, daher der Name. Geschichten zufolge sollen sie von einem Gebirgsvolk bewohnt worden sein welche Menschen frassen und in höllen lebten. Zu Gesicht hat sie jedoch noch nie jemand bekommen. Das Land hinter den Bergen war unbekanntes Gebiet, noch nie hat jemand aus Lodron den Ort betreten.

Wieder ertönten die Glocken.

In der Kirche von St. Robert standen mindestens einhundert Personen vor dem König welcher in Leinen gewickelt in seinem Sarg lag. Auf ihm sein Schwert das vor vielen Jahren von den besten Schmieden angefertigt worden war. Der Sarg bestand aus massiven weißem Stein mit wunderschönen vergoldeten Verzierungen um ihn herum. Die Platte, mit welcher er in kürze versiegelt werden würde, hatte das Bild eines Ritters auf erhobenem Ross in sich gemeißelt. In der Mitte war das Wappen der Muerien Familie zu sehen. Der Sarg lag auf einem Podest welches sich direkt über dem dahinter stehenden Jesuskreuz befand.

Die Menchen in der Kirche standen still auf ihren Plätzen, die Köpfe auf den in Leinen gewickelten toten König. Sie waren alle anders gekleidet als der Pöbel welcher sich vor der Kirche aufhielt und im Regen auf neuigkeiten wartete.

Der Adel.

Geglieder in ihre Ränge standen sie in langen Reihen, an ihrer Spitze die königliche Familie, dahinter ihre engsten Berater, dann die Senatoren gefolgt von Bankiers und Offizieren der königlichen Armee. Sie alle sind gekommen um ihren letzten Respekt zu erweisen.

In Cameron war es üblich die Menschen am selben Tag zu begraben an dem sie gestorben sind. Für die Reichen stellte dies kein Problem dar, für die armen leider ein großes. Denn kosteten bestatungen Geld und mussten laut Gesetz durchgeführt werden, wer nicht bezahlen konnte musste sich einen anderen Weg suchen. Dies führte dazu das die Verstorbenen des einfachen Volkes in die Kanalisationen geworfen wurden, den raten zum fraß.

Das fünfte und letzte mal ertönten die Glocken und ein Priester stellte sich vor den König. In der einen Hand hielt er ein Kreuz, in der anderen das heilige Buch. Er öffnete es und fing an, langsam einige Zeilen auf lateinisch zu lesen während er das Kreuz auf den Sarg gerichtet hielt.

Als er fertig war, drehte er sich um und bat jeden der gewillt war, eine kurze Rede zu halten. Von der königlichen Familie war jedes Mitglied bis auf eines Anwesend. Die Königin und ihre beiden Söhne Titos Merus Murien und Markus Merus Murien. Merus war der Name ihres verstobenen Vaters gewesen und nach cameronischer Tradition kam der Name des Vaters, bei männlichen Kindern, nach dem eigenem.

Einer der Söhne war jedoch nicht anwesend.

Lucius Murien. Das schwache Glied der Familie.

 

                                                          *****

Lucius stand stand vor dem Fenster und beobachtete die Menschen, welche sich vor der Kirche versammelt hatten. Er befand sich im Thronsaal und hinter ihm stand der Thron, kalt, verlassen und einsam.

Der regen prasselte durch das offene Fenster herei und einzelne Tropfen landeten auf seinem roten gewand. Ein Blut rotes Wamps mit einer engen schwarzen Hosen und schwarzen stiefeln. Von seinen Schultern hing ein Schwarzer umhand welcher bis zu seinen Knien reichte jedoch nicht denn Boden berührte. Das Wamps wurde von einem dunkle Ledergürtel umringt an dessen linker Seite ein Bastardschwert hing. An seinem Rücken hatte er eine versteckte Klinge zu sicherheits zwecken hängen. Der König war tot, er hatte wenig Freunde im Senat und die Murien Famile hatte ihn noch nie gemocht. Eine versteckte Waffe zu besitzen war dementsprechend keine schlechte Idee gewesen.

Lucius war ein Bastard. Über seine Mutter wusste er wenig da er sie nie zu

Gesicht bekommen hatte, wahrscheinlich eine der vielen Liebhaberinnen des Königs, so nahm er an. Tatsächlich war es ihm ein Rätsel wieso sein Vater ihn nicht getötet oder im Wald ausgesetzt hatte.
Die Murien Familie, bis auf seinen Vater, verabschäute ihn. Vom Tag seiner Adoption ( anerkennung ) als er noch ein kleines Kind gewesen ist, bis hin zu seinen ersten Worten und Schritten. Titos und Markus fühlten sich hintergangen, ungewollt und ungeliebt. Die Königin, Maria Neville Murien, warf ihrem Mann vor sie betrogen zu haben und schenkte dem kleinem Kind ihren Hass und ihre verachtung. Genauso wie ihre Söhne welche denn neuen Bruder von früh auf hänselten und aus der eigenen Geselschaft ausschlossen. Bei jeder kleinigkeit, jedem kleinen Fehler wurde er streng bestrafft und in seinem Gemach eingeschlossen bis sein Vater ihn herausholte und sich für das Verhalten der restlichen Familie entschuldigte. Sein Vater allerdings, distanzierte sich immer stärker und stärker vom neu Adoptierten Kind, nachdem sich herraustellte das Lucius an einer fürchterlichen Knochenkrankheit leidet. Die Mediziner sagten seine Knochen wären „erweicht“ worden und er hätte starke Schmerzen beim gehen oder dem schwingen eines Schwertes. Ihm wurde ein Rohlstul angefertigt doch er weigerte sich darin zu fahren und lernte im laufe der Jahre mit den Schmerzen zu leben und sie zu ignorieren.
Leider bedeutete dies das er nicht in der Lage war die Kunst des Schwertkampfes zu erlernen als auch die Kunst des Bogenschießens oder der Selbstverteidigung. Stattdessen fand er großes Interesse in Büchern. Während seine Brüder das Kämpfen erlernten, lass Lucius hunderte von Büchern welche die Geschichte von Cameron als auch die des Landes seines Vaters sowie die von ganz Lodron erzählten. Sein Wissen stieg mit der Zeit und schon bald hatte er seine Brüder auf intellektueller Basis weit überhollt. Eine regelrechte Sucht nach Wissen durchströmmte seine Adern wie Blut welches in wallung gebracht wurde.

Sein Vater war nicht erfreut über die entwicklung seines Sohnes, schließlich hatte er großes in dem kleinen Bastard gesehen welcher vor vielen Jahren geboren wurde. Er hatte den Jungen nicht nur bei sich aufgenommen, er hatte ihn sogar annerkannt als offizieles Familienmitglied des Hauses Murien. Es war ein schwerer Schlag zu sehen wie eines seiner Kinder nicht in der Lage war das Schwert zu führen oder sich vor angreifern zu schützen.
Lucius war eine Blamage für die Königliche Familie.

Doch waren die Alternativen im Bezug auf die Thronfolge eine Katastrophe. Titos und Markus waren zwar talentiert im Führen einer Klinge, doch zeigten sich vollkommene unfähigkeit wenn es um Regierungsarbeit ging. Beim einfachen Volk waren beide schrecklich unbeliebt denn hatten sie ein aufbrausendes Temprament und waren leicht provoziert. Bauern welche im Streit mit den Brüdern lagen, wurden meistens ermordet.

Königin Maria war eine schrecklich strenge Frau und bestraffte ihre Söhne als auch die Bauern bei vergehen kleinster Natur. Sie lebte im Luxus und war dafür bekannt die schönsten Kleider der stadt zu tragen, genauso wie sie dafür bekannt war die Kasse des Staates zu leeren. Sie hatte ein ausgesprochen gutes Talent was dies anging.

Dementsprechend blieb dem König nichts anderes übrig als seinen Bastard Sohn zum Erben zu ernnenen. Denn war der Junge das einzige Familienmitglied welches nicht auf Blut oder Macht aus war und die angelegenheiten des Staates sowie der Politik verstand. Ein würdiger Nachfolger.
Bedauerlicherweise starb der König noch bevor er Lucius zum offizielen Nachfolger ernennen konnte.

 

Lucius hörte Schritte.
Sie kammen aus dem Flur welcher sich vor dem Thronsaal befand. Eine hölzerne Tür, so groß wie ein ausgewachsener Mensch, trennte die beiden Räume von einander.

Die Schritte wurden lauter und kammen näher.

Soldaten.

Er konnte zweifelsohne die schweren, aus Eisen bestehenden Stiefel von Soldaten hören welche nun vor der Tür stehengeblieben waren und sich Befehle zu riefen.

Die Tür öffnet sich und drei Männer kammen in die Halle des Königs herein. Ihr Anführer hob die rechte Hand und seine beiden untergeordeten stellten sich jeweils an die linke und rechte Seite der Tür.
Sie trugen die Rüstung der Camerotti und waren mit einem Speer, einem Schild, welchen sie auf dem Rücken hängen hatten und einem kurz Schwert ausgerüstet. Ihre Gesichter wirkten emotionslos, steinhart, als hätte sie die lust und freude am Leben verlassen.

Lucius starte weiterhin aus dem Fenster und bemerkte das die Menge vor der Kirche anfing sich zu lösen. Die Menschen gingen Heim, Arbeiten durften sie am Toddestag des Königs, laut Gesetz, nicht. Tatsächlich stand er bereits seit einer gesamten Stunde am selben Ort, gedankenverloren über die weitere Zukunft seines Lebens und der Stadt. Die Menschen, welche im Regen vor der Kirche gewartet hatten, bekammen nichts zu sehen. Niemand kam zu ihnen heraus, niemand versicherte ihnen die weitere Zukunf ihrer Leben.

Wer wird den Thron erben ?

Wie gerecht wird die neue Regierung sein ?

Erhöhen sich die Streuern ?

Wird es Krieg geben ?
Stattdessen wurden sie vom Adel ignoriert und vom Platz vor der Kirche verscheucht. Der Adel hatte keine Zeit um sich mit den Problemen von einfachen Bauern zu beschäftigen. Nein, die sorgen der Oberschicht lagen ganz wo anders.
Wer kommt auf den Thron ?

Wem sollte man seine Loyalität schenken ?

Er hörte wie der Anführer der Camerotti auf ihn zukam, machte sich aber nicht die Mühe sich umzudrehen. Seine Knochen schmerzten und er versuchte seine Bewegungen auf ein Minimum einzuschränken.

Der Mann hielt zwei schritte vor dem jungen Prinzen und räusperte sich bevor er sprach.
„Ihr wart beim Begräbnis eures Vaters nicht anwesend, mein Lord.“ Seine Stimme klang gebieterisch und autoritär, wenn auch ruhig und respektvoll.

Lucius blieb stumm.

„Mein Herr“, fuhr der Offizier fort. „ Eure Mutter---“

„Stiefmutter“ fiehl ihm der Prinz ins Wort.
„Siefmutter,“ korrigierte der Soldat. „ Verlangt eine Entschuldigung von euch.“

Der Prinz seufzte. „ Ich habe nicht vor mich zu entschuldigen. Mein Vater war ein Tyrann und zu sehr damit beschäftig einen Erben zu erwählen, als sich um seine Familie zu kümmern. Und meine Stiefmutter möchte mich lediglich demütigen. Wahrscheinlich schmiedet sie bereits Pläne wie sie die Macht ergreifen könnte.“
Der Offizier blickte dem Jungen ins Gesicht welcher seinen Kopf zum reden in seine Richtung gedreht hatte. Starke Augenringe und dunkle Schatten an seinen Augengliedern gaben ihm eine unausgeschlaffene Expresion. Dennoch schadeten diese Dinge seinem äußeren nicht, tatsächlich ließen sie ihn attraktiver erscheinen als er es ohnehin schon war. Er war nicht herausragend gut oder schlecht aussehend, seine dunklen aber markanten Gesichtszüge gaben ihm jedoch eine besondere attraktive Anziehung welche viele Menschen nicht besaßen. Sein Körper war weder muskulös noch besonders dünn. Seine besondere Anziehung verhalf ihm im laufe der Jahre zu viele erfahrungen was das weibliche Geschlecht anging, wenn auch die meisten dieser Frauen käuflich waren.

„Mein Herr, wieso sprecht ihr in solchen Tönnen von eurem Vater ? Er war immer gut zu euch und hat sich stetts um euch gekümmert. „
„Das ändert rein gar nichts an seinen Taten, tut es ? Er hat das Volk bis zum verhungern getrieben und jeden anders denkenden ermorden lassen. Er herrsche mit eiserner, ungerechter Hand. Ich werde um einen Machthungrigen Menschen nicht trauern.“

„Mein Herr--“
„Genug, ich möchte nichts mehr von meinem Vater hören.“. Er blickte dem Soldaten in die Augen und sein Blick zwang sein gegenüber zum Wegsehen.

„Eure Stuiefmutter hat eine Versammlung des Senates einberufen, kurz nachdem der König in seinem Grab lag. Sie möchte über die Thronfolge abstimmen lassen und hat mich gebeten euch zum Senatsgebäude zu begleiten.“
Lucius lächelte kurz auf. „ Sie hat dir befohlen mich zu töten falls ich mich wiedersetze.“
„In der Tat, das hat sie, mein Lord.“
„Und würdest du es tun ?“

„Nun, das hängt ganz davon ab.“

„Wovon ?“

„Ihr schulde mir fünf Florine, werde ich die jemals wieder sehen ?“

Der Prinz grif in seine Tasche und hollte fünf goldene Münzen heraus, alle hatten das Wappen der Muriens eingraviert, und übergab sie dem Soldaten. „Nun in diesem Fall, mein Lord, würde ich eurer Mutter sagen sie könne sich ihre Befehle in den Allerwertesten schieben.“ Die beiden Männer starrten sich einige Augenblicke intensiv an, bis sie gleichzeitig anfigen zu lachen.
„Tristan scheiß Ambrosinius. Wie lange ist es her ? Fünf Jahre ? Sechs ?“

„Genau sechs Jahre. Ich muss zugeben, du hast dich verändert Lucius. Als ich dich das letzte mal gesehen habe hattest du noch nicht mal Haare am Sack, hahaha.“ Beide lachten.
„Noch immer der selbe Bastard wie vor einigen Jahren. Es ist schön dich zu sehen alter Freund.“ Der Prinz legte seine rechte Hand auf Tristans Schulter.

 

                                   

                                                           *****

Tristan Ambrosinius war der einzige Freund gewesen, welchen Lucius besaß. Sie hatten sich in jungen Jahren auf den Straßen von Cameron kennengelernt. Damals hatte er sich alleine und ohne Wachen durch die Gassen der Stadt gewühlt, neugierig über das Leben der Bewohner auserhalb des königlichen Palastes, als sich ihm eine Grupppe von Dieben in den Weg stellte. Sie ließen ihn nicht vorbeigehen und einige hatten sich hinter ihm aufgestellt und blockierten jeden Fluchtweg. Ihr Anführer trug ein weißes kurz Hemd und eine braune, enge Hose mit gleichen Stiefen. Sein Körper war deutlich breiter und muskulöser als die seiner Komplitzen und man konnte einen drei Tagebart sehr gut erkennen. Die mittellangen, dunklen Haare hingen mit vereinzelten Stähnen vor seinen Gesicht und waren mit Dreck vermischt wie auch Teile seiner Arme. In seinen tätoowierten Händen hielt er einen hölzernen Knüpel an dessen Spitze getrocknetes Blut zu erkennen war. Wie seine Gefolgsleute, hatte er einen ledernen Gürtel der mehrere Messer beinhaltete und mit einem dunkel blauem Stück Stoff, ähnlich aussehend wie ein Schaal, umringt war. Sie alle trugen Schwarze Zylinder, ebenfalls mit blauem Stoff versehen

Der Mann mit dem Knüpel trat vor.
„Sieht so aus als hätte sich das jüngchen hier verlaufen“. Die Diebe fingen an zu lachen.
„Du wirst deine gesamten Taschen leeren, uns alles geben was du hast und dich anschließend von hier verpissen.“ Bedrohlich stellte er sich mit seinem Knüpel vor den Prinzen.
Falls die Angst Lucius Körper durchfuhr, so konnte man dies in keinster Weise von seinem Gesicht ablesen. Er stand gerade und ruhig und blieb stumm.
„ Bist du Taub du kleiner Scheißer ? Wenn du nicht von Kopf bis Fuß aufgeschlitzt werden willst, leerst du deine beschissenen Taschen. JETZT !“

Lucius gab ein Lächeln von sich.

„Ich werde nichts dergleichen tun“.

Der Blick des Mannes verdunkelte sich zu einer steinernen Miene. In Sekundenschnelle schlug er dem Jungen mit einem heftigen Schlag seines Knüpels in denn Bauch und zwang ihn keuchend und nach Luft hollend auf die Knie.

„Du willst es nicht freiwillig herausrücken ? Dann nehmen wir es uns eben auf die harte Tour.“ Er zückte eines seiner Messer und legte es seinem Opfer auf die Kehle.
„Ein Paar letzte Worte ?“

„Ja“
„Die wären ?“
„Wer konnte nur einen so hässlichen Bastard wie dich zur Welt bringen“, sprach der Junge und spuckte seinem Angreifer ins Gesicht.
Rot vor Zorn machte er sich auf ihm die Kehle durch zu schneiden als er einen Ring am Zeigefinger des unter ihm liegenden bemerkte. Der Ring trug das königliche Siegel und war zweifelsohne keine Fälschung.
Als Gesetzloser lernt man recht schnell die Fälschungen von ihren Originallen zu unterscheiden.
Sein Opfer war einer der drei Söhne des Königs.
Einer der Prinzen.
Seine Komplizen verschwanden leise aus der Gasse als sie begriffen wer der Junge auf dem Boden war und was für Konsequenzen sein Tod nach sich ziehen könnte.

Um genau zu sein, Köpfe würden rollen oder Kreuze vor die Stadt gestellt.

Kreuze mit angeschlagenen, lebenden Menschen.

Der Dieb schob das Messer in seinen Gürtel und trat einen Schritt zurück. Dann reichte er dem auf dem Prinzen die Hand. Lucius zögerte kurz, ließ sich schließlich aber hochziehen.
„Was hat dich davon überzeugt mich am Leben zu lassen ?.“ Seine Knochen schmerzten schrecklich, Arme, Beine und Rippen gaben einen entsetzlichen schrei der Quallen von sich. Wahrscheinlich waren einige seiner Rippen sogar gebrochen da er einien starken Schlag dagegen kassiert hatte. Er unterdrückte seine physischen Gefühle so gut es ging.

„Um ehrlich zu sein, habe ich noch nie einen Burschen deines alters gesehen, dessen Eier dick genug waren um mich einen Bastard zu nennen und mir ins Gesicht zu spucken.“ Er gab ein kurzes, etwas erzwungenes, vollkommen heuchlerisches Lächeln von sich.

„Du meinst, dir ist bewusst geworden wer ich bin und hattest keine Lust deinen Kopf auf zu verlieren..“
„So kann man die Situation ebenfalls beschreiben. Die Stadt behandelt ihre normalen Bürger grausam und ich hoffe, das ihr versteht, dass es manchmal keinen anderen Weg gibt als gutes Geld auf diese Weise zu verdienen.“
„In der Tat, ich verstehe sehr wohl.“ Die Beine des Prinzen fühlten sich stumm und blutleer an.
„Ich habe nicht vor euch hinrichten zu lassen.“ Sagte er und öffnete den Mund um weitere Worte zu sprechen als er spürte wie die Kraft seinen Körper verließ. Die Welt fing an sich um ihn herum zu drehen, wie ein Taifun welcher alles in den dunklen untergang zieht. Er stürtze auf den dreckigen, ungeplasterten Boden und die Sicht seiner Augen verdunkelte sich bis er das Bewustsein verlor und nichts mehr sah oder hörte.
Der Mann blickte auf den vor ihm liegenden Prinzen.
„Oh Fuck.“

 

 

 

                                                            *****

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