Der verschollene Erbe

Die Königstocher Derya wird aus der Thronfolge ausgeschlossen, doch das bringt eine gefählrliche Situation mit sich, denn ihre Geschwister, die Drillinge, erheben alle gleichermaßen Anspruch auf die Krone. Das kleine Inselreich hat auch so schon mit wachsenden Bedrohungen von außen zu kämpfen. Nur die überlgene magische Stärke und die Einheit hat es bis jetzt vor dem Untergang bewahrt. Um diese Einheit wiederherzustellen macht sich Derya auf die Suche nach ihrem verschollen großem Bruder.

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1. Thronfolge

Die Blätter fiehlen bereits von den Bäumen. Es wurde Herbst. An solchen Tagen fragte sie sich immer, ob ihr Bruder grade die Blätter betrachtete und daran denken musste wie sie hier zusammen gesessen hatten. Ihre Mutter wollte ihr immer noch nicht verzeihen, dass sie ihn nicht aufgegeben hatte, obwohl er sich entschieden hatte seine Pflichten als Thronfolger aufzugeben und stadtdessen durch die Welt zu reisen. Sie war grade mal fünf gewesen, als er gegangen war. Und es war ihr sechster Geburtstag, als er zum ersten Mal auf ihre Briefe antwortete. Sie hatte die Briefe immer versteckt und er erzählte ihr von einem wundervollen Land in dem Magier nicht mehr gejagt sondern geachtet wurden, wo sogar die Königsfamilie von Magiern gestellt wurde. Größer als die Insel auf der sie sich verseckten, ein Weltreich. Früher waren Magier gejagt und gefürchtet worden überall auf der Welt Ihre Leherer hatten ihr von dieser schrecklichen Zeit erzält und erklärt,dass es immernoch nicht viel besser geworden sei. Die Insel war der einzige Ort wo Magier sicher leben konnten. So hatten sie es ihr erklärt, aber ihr Bruder schrieb etwas ganz andres. Er schrieb von großen Städten erbaut durch die Hilfe von Magiern mit einer bunten Masse an Bevölkerung und Kulturen. Dort gab es weniger und schwächere Magier sodass sogar er zu den stärksten dort gehörte. Zuhause war er oft damit konfrontiert gewesen, dass er schwächer war, als seine Geschwister. Doch dort wurde er geachtet und es dauerte nicht lange da fand er eine Frau und er verliebte sich Hals über Kopf. Ein Jahr später war die Hochzeit und als sie zehn wurde kam sein Sohn zur Welt. Sie wäre gern zu ihm gekommen, aber er meinte sie müsse warten bis sie älter sei. Das hatte sie sehr geärgert, weil sie doch mit sieben die Hürde gemeistert hatte. Früher als je einer zuvor, war sie unsterblich geworden. Damit man im Kreis der Unsterblichen aufgenommen wird muss man sich aber beweisen. Fünf Jahre nicht altern. Sie würde also nicht elf  sondern fünfzehn Jahre warten müssen bis er erlaubte ihr zu folgen. Sie hatte grade die Prüung gemeistert abgeschlossen, da kam ein Brief ihres Bruders der anders war. Er bat um Hilfe, meinte sie dürfte keinem was erzählen, müsse zu ihm kommen. Ihn beschützen. Er sagte nicht wovor, aber das war unwichtig. Sie vergaß alles, sogar den Brief zu zerstören, wie sie es sonst immer tat, sie hielt ihn einfach in der Hand und rannte aus dem Palast, die Straße entlang und als nächstes wäre sie wohl zu den Schiffen, aber da bemerkte sie ihr Bruder. Er drückte dem Mann mit dem er redete, einen Beutel in die Hand und fasste sie am Arm. Sie zappelte, warf sogar einmal mit Magie nach ihm, die wehrte er ab und begann wütend zu werden, schrie sie an. Zerrte sie mit ihm zum Palast. Dann nahm er ihr den Brief ab. Er brauchte keine Sekunde um die Schrift zu erkennen, dann schrie er nur noch mehr zerstörte den Brief und brachte sie zu ihren Eltern. Ab da wurde sie Tag und Nacht von Wachen begleitet und es kamen keine Briefe mehr von ihrem Bruder. Eines Nachts als die Wachen unaufmerksam wurden, baute sie eine Art magische Decke über sich und verbarg damit wie sie ihre Magie austreckte, weiter als sie es je getan hatte. Sie nahm die komplette Insel war, jedes einzelne Lebewesen und sie ging weiter, da waren weniger Tiere im Meer, aber das Wasser war wie immer voller schöner Magie. Sie ging weiter bis da wieder Land war und sie strich über die Städte auf der Suche nach einem Magier, der ungefähr so stark war wie er, und an einem Punkt, einer großen Stadt wurde sie fündig. Da waren viele Magier, aber keiner war ihr Bruder. Sie nahm unglaublich viel war und es fiel ihr schwer den Zustand aufrecht zu erhalten, aber sie sah einen Magier der fast wie ihr Bruder war, etwas stärker vielleicht, das musst sein Sohn sein.  Wo war er warum ließ er seinen Sohn allein? Dann brach sie ab, sie atmete schwer und die Beunruhigung wollte nicht nachlassen. Sie suchte noch oft nachts und sie konnte ihn nie finden. Und ihre Eltern die verziehen ihr nie. Sie war das Musterkind gewesen, sie war stärker, lernte schneller, als ihre Geschwister, aber jetzt war sie die Verräterin. Ihr 21. Geburtstag stand an, eigentlich ihr 15, aber das interessierte ja keinen mehr.  Momentan drehte sich alles nur um ihre Mutter, nach dem Tod ihres Vaters hatte sie allein geherrscht und jetzt war sie unter dem Druck zusammengebrochen. Sie lag todkrank im Bett. Jetzt bereute sie es, dass sie die Regeln gebrochen hat. Während ihr Geschwister vor dem Bett ihrer Mutter standen und ihr Beistand leisteten, musste sie draußen warten. Nachdem sie die Hoffnung aufgegeben hatte zu ihr zu dürfen, hatte sie sich in den Garten verzogen. Wie immer folgte ihre persönliche Wache ihr. Als ihr Bruder aufgeregt angerannt kam, wunderte sich niemand mehr als sie. „Sie will dich sehen, sie will dich sehen!“, rief er ihr schon von weitem zu. Sofort sprang sie auf und folgte ihm durch die langen Gänge. Er sagte nichts und sie auch nicht. Sie eilten beide so schnell es ging durch die langen Korridore des Palasts. Als sie vor der Zimmertür stand wurde sie kurz nervös, doch dann ging sie schnell hindurch. Neben ihren Geschwistern und einem alten Mann in weiter Robe, vermutlich der Arzt, war niemand im Raum. Früher war sie oft in dem geräumigen Zimmer gewesen und hatte mit ihren Eltern geübt. Jetzt war sie schon seit Jahren nicht mehr dort gewesen.  Viel verändert hatte sich nicht. Die großen Fenster sorgten noch immer dafür das der Raum komplett hell war und die Pflanzen standen noch immer überall in den Töpfen und bildeten einen kleinen Urwald. Der Schreibtisch und das Bücherregal an der Wand und in der Ecke voller Papier und das große Himmelbett in der Mitte. Ihr Herz pochte als sie langsam auf das Bett zuschritt. Ihre Schwestern wichen zurück an die Wand, wie es sich gehörte wenn eine höhergestellte Person kam und ihr Bruder stellte sich zu ihnen. Sie und ihr großer Bruder waren schon immer anders gewesen, als die Drillinge. Jetzt wo sie so distanziert und aufgereiht ihr gegenüberstanden wurde ihr das erneute bewusst. Sie schluckte. Das war nicht der richtige Moment für Selbstmitleid, ihre Mutter wartete. Sie neigte ihren Kopf. Dann sprach sie leise, flüsterte fast, vor Nervosität: „Mutter.“ Es war eine einfache Begrüßung und trotzdem merkte sie dem Gesicht ihrer Mutter an, dass sie etwas falsch gemacht hatte. Ihr Mund zuckte leicht vor Verachtung, wie er es immer tat, wenn sie etwas Dummes machte. „Sprich lauter.“, fuhr die Königin ihre Tochter an, „Du bist eine Königstochter und ich will das man das merkt, verstanden?“ Das Mädchen nickte. „Gut.“, fuhr ihre Mutter fort, „Ich habe dich hergerufen, weil ich mich nicht heilen werde. Ich habe dieses Land fast 100 Jahre regiert. Ich bin nicht unsterblich und das ist lange genug. Bei deinem Bruder habe ich den Fehler gemacht ihn nicht aus der Thronfolge auszuschließen, als ich es noch konnte. Jetzt ist er weg, aber er wird keinen Anspruch erheben. Der Fehler wird keine Folgen haben. Trozdem will ich ihn wieder gutmachen.“ Sie machte eine Pause. Wiedergutmachen das konnte nur eins bedeuten, sie würde zur offiziellen Thronfolgerin erklärt, warum sonst hätte sie sie sehen wollen. Außer um sie auszuschließen. Die Erkenntnis durchzuckte sie wie ein Blitz und ihr Gesicht wurde aschfahl. Sie könnte die Drillinge grade nicht sehen, aber sie wettete das sie grade grinsten, wie noch nie. „ Dea du warst schon immer schnell. ", sie lächelte kurz stolz. Obwohl das bedeutete das sie Recht hatte, erfüllte sie die Tatsache das sie sie gelobt hatte und bei ihrem altem Spitznamem ,Dea,genannt hatte sie mit Freude. Als ihre Mutter weitersprach erstarb diese Freude sofort: "Derya Cey Teracyr hiermit schließe ich dich offiziell aus dieser Familie und damit aus der Thronfolge aus. Der Ausschluss gilt unverzüglich. Wachen, eskortiert dieses Mädchen bitte aus dem Palast.“ Das Gesicht ihrer Mutter zeigte keine Regung. Sie trauerte nicht. Die Wachen waren bereits bei ihr, doch ihre Füße wollen ihr nicht mehr gehorchen ihre ganze Welt drehte sich, sie konnte es nicht fassen. Sie blinzelte und noch bevor die Wachen etwas tun konnten, wurde sie ohnmächtig.

Als sie die Augen wieder öffnete lag sie am Hafen. Außer ihrer Kleidung hatte man ihr nichts gelassen. Sie sammelte all ihre Energie und probierte etwas das sie bis jetzt noch nie probiert hatte. Sie reiste mit Magie. Die ganze Welt zog sich um sie zusammen und sie schob die Trauer und Verzweiflung beiseite, um sich konsentrieren zu können. Es hatte etwas beruhigendes Magie zu nutzten. Tausende von unbekannten Orten zogen an ihr vorbei und pötzlich war da die Stadt. Die Stadt wo sie den Sohn ihres Bruders immer wieder sah. Sie hielt den Ort fest. Wollte dorthin. Ihre Magie war fast aufgebraucht, doch sie schaffte es, stolperte auf einen Platz voller Menschen. Und dann... Was jetzt? Sie hatte keine Ahnung.

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