Wenn es passiert, passiert es

Die 24-jährige Sandra hat es endlich geschafft, sich von ihrem Ex zu lösen. Nachdem sie ein neues Leben anfängt, verbringt sie Zeit mit ihrer Affäre Thomas, verliebt sich in ihn und beendet es daraufhin, da Thomas kein Beziehungsmensch ist.
Als Sandra allerdings den gutaussehenden Marcel kennen lernt, wird Thomas eifersüchtig und will Sandra zurück. Für wen soll sie sich entscheiden? Den romantischen Marcel oder ihre Affäre langjährige Affäre Thomas?

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2. Man soll gehen, wenn es am schönsten ist

Dort angekommen hörte man schon von draußen laute Musik und viel Gelächter. Als Thomas an der Tür klingelte, öffnete uns eine braunhaarige, Mitte zwanzigjährige Frau die Tür und bat uns herein. Thomas umarmte sie gleich stürmisch, während ich ihr nur die Hand reichte und wir uns gegenseitig vorstellten. Schließlich folgte ich Thomas ins nächste Zimmer, indem mehrere Personen entweder zu der lauten Musik tanzten, zusammen saßen und sich betranken oder irgendwas rauchten.

Verunsichert setzte ich mich zu Thomas, der es sich schon bei seinen Kumpels auf dem Sofa gemütlich gemacht hatte.

„Und das ist also deine süße Perle?“, fragte einer der Männer. Ich sah ungläubig zu Thomas. ´Süße Perle. So sieht es also aus´, dachte ich mir und fragte mich dennoch, was die Männer noch so alles wussten. Und wieder grinste Thomas nur und legte seinen Arm um meine Schultern.

Nach wenigen Stunden waren einige schon fast betrunken, zumindest Thomas. Während sie sich über Dinge wie Fußball, Arbeit und Familie unterhielten, kam auch das Thema Frauen zum Vorschein. Einer der Männer erzählte, dass er seine Traumfrau gefunden hatte und sie bald um seine Hand anhalten wolle. Der ein oder andere reagierte darauf skeptisch und machte Bemerkungen wie: „Geheiratet wird erst, wenn man das Geld für die Scheidung hat.“

„Ich hab mein Baby auch gefunden“, kam es plötzlich aus Thomas heraus. „Und sie werde ich heiraten, weil sie mir alles bedeutet und ich sie mehr als alles andere liebe. Und weil ich dann endlich diesen schrecklichen Nachnamen los bin“, fügte er noch hinzu.

Alle Blicke wandten sich plötzlich zu mir. ´Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich, dass ich damit gemeint bin? ´wollte ich am liebsten sagen. Stattdessen erhob ich mich von der Gruppe und holte mir ein neues Getränk aus der Küche. Thomas Freundin schien denselben Gedanken gehabt zu haben, denn sie stelle sich gerade eine Mischung aus Bacardi und Wodka her. „Du bist Sandra, oder? Die, die Thomas mitgebracht hat“, sagte sie. Ich nickte nur und mischte mir ebenfalls ein Getränk an. „Du musst was besonderes für Thomas sein. Solche Worte wie eben, kommen nur aus ihm heraus, wenn er wirklich verliebt ist“, fuhr sie fort.

Ich legte die Stirn in Falten. „Wieso bist du dir so sicher, dass ich diejenige bin? Es kann genauso gut jede andere sein. Ich bin nur diejenige, die er ab und zu mal flachlegen darf“, sagte ich und sah sie dabei fragend an. „Da wäre ich mir nicht so sicher“, sagte sie, zwinkerte mir zu und verließ den Raum.

Warum sollte ich mir da nicht so sicher sein? Wenn man bedenkt, wie viele Frauen Thomas schon im Bett hatte, konnte man sich doch nicht sicher sein, dass er sich ernsthaft verliebt. Und warum sollte ausgerechnet ich diejenige sein, in die er verliebt ist? Ich nahm einen großen Schluck von meiner Wodka-Energie-Mischung und ging wieder zu den anderen.

 

 

Nachdem die Party sich dem Ende neigte, verabschiedeten Thomas und ich von allen Freunden von Thomas. Auf dem Weg zu meiner Wohnung, schwankte Thomas immer wieder von links nach rechts. Dennoch versuchte ich zügig mit ihm nach Hause zu kommen. „Ui, ich fühle mich wie auf der Titanic. Es schaukelt hin und her. Eisberg voraus!“, schrie er plötzlich heraus. Ich verkniff mir das Lachen und zog ihn schneller hinter mir her, bis wir an meiner Wohnung ankamen. „Und jetzt sind wir ganz leise“, flüsterte ich und sah dabei Thomas ernst an. Ich ging die Treppe hoch und Thomas folgte mir, hielt dabei seinen Finger vor seinen Lippen und sagte immer wieder: „Psst, wir müssen leise sein.“

Nachdem ich meine Wohnungstür aufschloss, begab Thomas sich gleich auf mein Bett. Da er kaum noch in der Lage war, versuchte ich Thomas auszuziehen. „Du gehst aber schnell ran. Warum müssen wir denn immer Sex haben? Kuschel dich doch lieber zu mir, das ist viel schöner“, nuschelte er vor sich hin. Zum ersten Mal hörte ich so etwas aus seinem Mund. Dementsprechend zog ich mich um und legte mich zu Thomas, der schon eingeschlafen war.

 

Am nächsten Morgen setzte ich mich mit einem heißen Kaffee und einer Decke auf den Balkon und ließ die ersten Sonnenstrahlen auf mein Gesicht prallen. Die halbe Nacht verbrachte ich mit einem Kopfzerbrechen, wie es zwischen mir und Thomas nun weiter laufen sollte. Stimmte es denn wirklich, dass er etwas für mich empfand? Und wenn, warum hatte er nie darüber gesprochen?

Nach diesen tausend Fragen wusste ich, ich musste einen Entschluss fassen.

In dem Moment kam Thomas auf dem Balkon. „Guten Morgen, Babe“, begrüßte er mich und küsste mich. „Was ist los mit dir?“

Ernst sah ich ihn an. „Das, was zwischen uns ist, kann nicht mehr weiter gehen. Ich will, dass wir das beenden“, sagte ich. Erst sah er mich schockiert an, dann etwas gelassener. „Okay. Das kommt jetzt zwar etwas plötzlich, aber ich nehme es so hin“, sagte Thomas. „Ist gestern irgendwas vorgefallen?“ Ich schüttelte den Kopf. „Ich möchte das zwischen uns einfach nicht mehr.“

„Okay. Aber lass uns wenigstens noch befreundet sein“, sagte er entschlossen.

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