13:37 - Deine Zeit läuft ab

Hanna ist 16 Jahre alt und sie weiß, dass sie sterben wird. Doch gibt es eine Chance dem "Joker" zu entkommen?
Hanna James ist ein ganz gewöhnliches Mädchen, bis zu ihren 17 Geburtstag zumindest. An diesem besonderen Tag bekommt sie anonym weiße Lilien geschickt, was nicht ungewöhnlich ist, doch es sind nicht nur die Lilien, die sie geschenkt bekommt...

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5. Kapitel 5

Noch 11 Stunden und 30 Minuten:

Nachdem ich mich umgezogen hatte, versuchte ich - wie ich es Thomas versprach - etwas zu schlafen. Aber nicht nur ich wusste, dass das unmöglich war. Immerhin war in meinen Gedanken wie verankert, dass ich vielleicht bald tot sein werde. Aber um einer unnötigen Diskussion aus dem Weg zu gehen, beschloss ich es einfach zu versuchen. Tatsächlich beobachtete ich Thomas, der eine Zeit direkt hinter der Tür stand und sich kein Millimeter bewegte um mich nicht aufzuwecken. Ich war gerührt von seiner Rücksichtsnahme. Nach kurzer Zeit als er sicher war, dass ich schlafen würde, ging er zu meinem Fenster und schloss alle Vorhänge. Danach setzte er sich an meinen Schreibtisch und begann mit seinem Laptop zu arbeiten. Mir war bewusst, dass es etwas mit dem Fall zu tun haben musste, da es zu wichtig für ihn war um sich mit etwas anderem zu beschäftigen. Meine Gedanken über Thomas beruhigten mich und lenkten mich so von meinen tatsächlichen Problemen, dass ich einschlief.

 

An das Nächste, an das ich mich erinnere, war dass ich durch den Klang der Vögel aufwachte. Thomas musste mein Fenster geöffnet haben. aber Thomas war verschwunden nur mehr sein Laptop stand geöffnet auf dem Schreibtisch. Ich erkannte die Seite die geöffnet war sofort. Es war eine der Seiten, die von den Eltern des 3.Opfers erstellt wurden. Auf diesen Seiten baten die Eltern und Angehörigen verzweifelt um Hinweise und Informationen. Aber eines kam mir neu vor, ich sah schon von weiten, dass ein neuer Kommentar hinzugefügt wurde. Es kam mir komisch vor, da ich erst vor ein paar Stunden auf dieser Seite recherchierte und ich mir sicher war, dass der letzte Kommentar vor über 3 Jahren geschrieben wurde. Ich wollte mein gemütliches und warmes Bett nicht verlassen, weil ich in diesem Bett ein Gefühl von Sicherheit verspürte. Aber letzten Endes überkam mich die Neugier und ich stand auf um mir den Kommentar genau anzusehen. Als ich den Kommentar las traute ich meinen Augen nicht. 

 

<<ER IST HIER!>>

 

Wie so oft an diesem Tag überkam mich die Angst erneut. Ich schrie um Hilfe, aber nicht wie erwartet stürmten Polizisten in mein Zimmer, sondern es passierte nichts. Rein gar nichts. Ich ging zu dem Fenster, dessen Vorhang Thomas zugezogen hatte. Mit meiner zitternden Hand schob ich langsam und vorsichtig den Vorhang beiseite. Aber wieder zu meiner Überraschung war weit und breit kein Polizist mehr zu sehen. Das alles kam mir sehr merkwürdig vor. Obwohl ich mit Angst nur so vollgestopft war ging ich zu meiner Zimmertür und drückt den Klinken hinunter. Ich hörte das Quietschen dieses Mal viel lauter als sonst. Mit einem Ruck drückte ich die Tür auf. Aber es dauerte deutlich länger bis ich die Angst überwand und einen Schritt aus dem Zimmer machte. Zuerst ging ich den Gang entlang und dann die schmale Treppe nach unten, aber nirgends war eine Person zu sehen. Ich rief nach meinen Eltern und nach Mike, aber ich bekam keine Antwort. Als ich das komplette Haus durchkämmt hatte, sah ich aus dem Augenwinkel, dass in unserem Wintergarten Licht brandte. Seit Tagen war ich nicht mehr dort gewesen, da meine Mutter diesen Platz immer für sich beansprucht, wenn sie nicht will, dass wir sie in ihrem schlechten Zustand sehen. 

Um nach zusehen ob meine Eltern in unsrem Wintergarten sind, musste ich unser Haus verlassen und von außen durch einer versteckten Tür eintreten. Als ich näher kam sah ich es. Eine Karte darauf ein Joker aber dieses Mal stand keine Zahlen darauf, sondern in wunderschöner Schrift <<Deine Zeit ist abgelaufen.>> 

Angsterfüllt öffnete ich die Tür und was ich vorfand werde ich meine Leben lang nicht vergessen. Der ganze  Raum war mit weißen Lilien vollgestellt. Der Duft war penetrant und aufdringlich. Aber als wäre das nicht genug gewesen, lagen auf dem Boden in der Mitte des Raumes meine Bruder Mike, mein Dad und meine meine Mum. Sie sahen so friedlich aus wie schon lange nicht mehr. Ihre weißen Kleider ließen sie unschuldig aussehen. Auf den ersten Blick dachte ich sie würden Schlafen, aber als ich näher trat um sie zu wecken und sie sich nicht bewegten, griff ich Mums Arm und schrak zurück.  Ihr Arm war eiskalt und ich realisierte, dass sie tot sind. Ich fühlte mich leerer, einsamer und schrecklicher als je zuvor in meinem Leben. Das Gefühl zu wissen, dass man die Menschen, die man und die einen am meisten auf dieser großen Welt lieben, verloren zu haben, ist unbeschreiblich. Der Gedanke ein Leben ohne meine Familie zu fühlen tat so weh, dass ich mir den Kopf darüber zerbrach, ob es nicht vielleicht eine Lösung dafür gibt. Und dann wurde es mir klar, sie sind nur vorgegangen, wir werden uns wiedersehen und ich allein konnte bestimmen wann dieser Zeitpunkt kommen sollte. Aber ich entschied, dass der Zeitpunkt noch nicht jetzt gekommen war. Mein Tod war wahrscheinlich das letzte, das sie sich nun gewünscht hätten. Ich sah aber nun nur mehr einen Sinn in meinem Leben. Ich musste meine Familie rechen und den <<Joker>> zur Rechenschaft ziehen. Ich musste über die Karte nachdenken und darüber was er mir damit sagen wollte, dass meine Zeit abgelaufen sei. Immerhin hat er mich nicht getötet. Das musste also bedeuten, dass die Zeit meiner Familie abgelaufen war. Aber wieso MEINE Zeit? Der <<Joker>> hatte mich nicht erwischt. Aber wie konnte das sein? Ich war in meinem Zimmer und schlief und dann... Ach ja ich schlief! Bedeutete das etwa, dass ich die ganze Zeit geschlafen habe als meine Familie die schlimmste Zeit ihres Lebens erlebt haben? Meine Augen füllten sich mit Tränen und ich begann erneut zu weinen. Plötzlich hörte ich hinter mir ein lautes Geräusch als ich mich umdrehte sah ich Thomas, der eine Pistole auf mich gerichtet hielt. Mein Blick fiel sofort wieder auf meine Familie. Ich riss das Hemd meines Bruders auf. Als ich es sah brach eine Welt für mich zusammen. Sie wurden erschossen. Wie konnte ich nur so dumm sein. Jetzt verstand ich warum der <<Joker>> ihnen immer einen Schritt voraus war, er hatte Insider-Wissen. Ich drehte mich wieder zu Thomas und schrie in an. Wie konnte er nur. Das Letzte, an das ich mich erinnern kann, ist, dass er abdrückte. 

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