13:37 - Deine Zeit läuft ab

Hanna ist 16 Jahre alt und sie weiß, dass sie sterben wird. Doch gibt es eine Chance dem "Joker" zu entkommen?
Hanna James ist ein ganz gewöhnliches Mädchen, bis zu ihren 17 Geburtstag zumindest. An diesem besonderen Tag bekommt sie anonym weiße Lilien geschickt, was nicht ungewöhnlich ist, doch es sind nicht nur die Lilien, die sie geschenkt bekommt...

0Likes
0Kommentare
226Views
AA

4. kapitel 4

Noch 11 Stunden und 57 Minuten:

Ich musste das alles erst einmal verarbeiten. Ich wunderte mich, dass Alice mir nie davon erzählt hat, immerhin kennen wir uns schon lange und sie ist meine beste Freundin. Aber vielleicht war das ihr Weg damit abzuschließen. Indem sie nicht mehr daran dachte. Ich konnte nicht antworten, auf das was er mir erzählt hat. Ich wollte ihn trösten, aber was hätte ich sagen sollen. So sehr es mit Leid tat, was passiert ist, konnte ich mich nicht auf die Vergangenheit konzentrieren, sondern musste mir über mich und meine Familie Gedanken machen.

 

Ich wollte nicht sterben, ich wollte noch so viel erleben.  Aber ich konnte meine Familie das nicht antun, sie können nicht ihr ganzes Leben lang unter dem Schutz der Polizei stehen und hoffen das dieser Albtraum endlich ein Ende hat. Oder schlimmer noch der <<Joker>> bekommt sie in die Finger und tötet sie. Ich kann mich einfach nicht auf die Polizei verlassen. Bei den beiden Mädchen vor mir, hat die Polizei es auch nicht geschafft den <<Joker>> von ihren Familien fernzuhalten. Wieso sollten sie es dann dieses Mal schaffen? Thomas hat selbst gesagt, immer wenn sie den Hauch einer Spur hatten verschwand der <<Joker>> wieder. Ich glaube nicht daran, dass es dieses Mal anders sein wird. Der <<Joker>> muss mich töten. Ich könnte es mir niemals verzeihen, dass meine Eltern und mein Bruder wegen mir sterben. Das einzige was ich möchte, ist sie in Sicherheit zu wissen. Aber wie kann ich den <<Joker>> auf mich aufmerksam machen, wie wird er bemerken, dass ich nicht mehr in meinem Zimmer sitze, sondern von zu Hause weglaufe, um mich ihm zu stellen. Und wie in aller Welt sollte ich das anstellen? Wie sollte ich unbemerkt an so vielen Polizisten vorbeikommen, ohne dass sie bemerken, dass ich gegangen bin? 

So viele ungeklärte Fragen die ich in so kurzer Zeit lösen musste.

Ich würde das niemals alleine schaffen, ich brauchte einen Verbündeten, aber wen? Mein Bruder würde das nie zulassen, auch wenn wir uns oft streiten wird er mir nicht helfen mich zu opfern. Mum und Dad konnte ich ausschließen. Vielleicht bestand eine geringe Chance, dass mir Thomas helfen würde, aber wenn nicht wird er es seinem Vater berichten und ich werde nicht mehr den leisesten Versuch haben zu entkommen. Aber was bleib mir anderes über? Wenn ich mich auch nicht auf Thomas verlassen konnte, musste ich es alleine schaffen wegzulaufen. 

Ich wusste Thomas wird es verstehen, aber ich zweifelte daran, ob er mich unterstützen wird. Vielleicht lässt er mich gehen, wenn ich ihm erkläre, dass ich nur meine Familie retten will. Ich bin mir sicher, er würde das gleiche für seine Familie machen. Ich musste mich entscheiden, entweder ich versuche mich nachts raus zu schleichen oder ich bitte Thomas um Hilfe.  

Überall in unserem Haus standen Polizisten und auch vor unserem Haus, wie sollte ich das alleine schaffen? Ich hatte keine andere Wahl ich musste Thomas bitten mir zu helfen.

<<Das tut mir wirklich Leid, was mit deiner Schwester passiert ist.>>

<<Danke>>

<<Vielleicht gibt es eine Möglichkeit den <<Joker>> endlich zu schnappen, aber dazu brauche ich deine Hilfe.>>

<<Was meinst du damit und außerdem darf ich dir nicht helfen, selbst wenn ich wollte. Ich muss mich strikt an die Anweisungen halten. Du hast ja gesehen, wie mein Dad ausrastet, wenn ich einen Fehler mache.>>

<<Dein Dad muss nie hiervon erfahren und für meine Eltern sollte das Gleiche gelten.>>

<<Na schön, lass mal hören. Ich entscheide dann, ob ich dir helfen kann.>>

<<Ich muss von ihr verschwinden - ohne meine Familie und ohne Polizei. Ich muss mich dem <<Joker>> stellen, ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn wegen mir Meschen sterben.>>

<<Ich bin Polizist, ich kann dir doch nicht helfen zu flüchten. Ich bin dazu da dich zu schützen und dir nicht bei einer Himmelfahrt zu Seite zu stehen.>>

<<Das sollst du auch nicht, ich möchte, dass du mit mir kommst, vielleicht können wir den <<Joker>> in eine Falle locken und du schnappst ihn, dann wird dir dein Dad sicher verzeihen.>>

<<Du kennst meinen Dad nicht, außerdem sind wir nur zu zweit, während der <<Joker>> es drei Jahre lang geschafft hat Dutzenden Polizisten zu entwischen.>>

<<Aber bisher hattet ihr auch noch keinen Lockvogel. Es gibt nur ein Problem, wie wir den <<Joker>> aufmerksam darauf machen, dass ich nicht mehr hier bin.>>

<<Moment mal, ich habe nicht gesagt, dass ich mitmachen werde. Ich werde meinen Job verlieren wenn das ganze hier falsch läuft. Vorausgesehen wir leben dann noch. Und abgesehen davon ist es viel zu unsicher für dich, wenn du von hier abhaust.>>

<<Bitte, du musst mir helfen, ich kann nicht einmal den Gedanken ertragen, dass meine Familie wegen mir stirbt. Was würdest du tun, wenn du in meiner Lage wärst? Ich bin mir sicher, wenn deine Schwester gewusst hätte, dass ihr sterben müsst, wenn sie überlebt, hätte sie das Gleiche getan.>>

<<Hör auf, du weißt nichts über meine Schwester!>>

Ich bekam Angst, so hatte ich ihn noch nie erlebt. Er brauchte etwas Zeit um sich zu beruhigen und die lies ich ihm, ich hatte immer noch Hoffnung, dass er mir helfen würde.

<<Ok, ich helfe dir, aber du hältst dich an meine Regeln und ich möchte nur, das das klar ist, ich tue das nicht für dich sondern für meine Schwester.>>

<<Einverstanden, wir müssen irgendwie hier raus kommen, ohne das es jemand bemerkt.>>

<<Nein es muss so ausschauen, als wären wir gezwungen worden, dass wir von hier verschwinden. Sonst brauchen wir erst gar nicht mehr zurückkommen, wenn sie wissen, dass wir freiwillig gegangen sind, wandern wir sofort hinter Gittern. Es muss so ausschauen, als hätte der <<Joker>> uns aufgespürt und mit Gewalt dazu gebracht mit ihm mitzugehen.>>

Erst jetzt merkte ich wie aufgeschmissen ich ohne ihn gewesen wäre. Ich hätte alles falsch gemacht. Auch wenn es auf diese Weise schmerzhafter für meine Eltern wird, da sie denken ich sei in der Gewalt des <<Jokers>>, muss es so sein. Gerade als ich mir Gedanken darüber machte, wie wir die anderen täuschen konnten, ging Thomas zu meinem Schreibtisch, nahm eine Schere und rammte sie sich in seinen Oberarm. Ich wusste nicht was das sollte, ich lief zu ihm und drückte mit meinem Schal auf die Wunde - meine Mutter arbeitete als Krankenschwester bevor sie diese schlimme Krankheit bekam - ich fühlte, dass es ihn weh tat, aber er schrie nicht er wollte keine Aufmerksamkeit auf uns ziehen.

<<Wieso hast du das getan? Warte hier, ich hole einen Verband aus dem Bad?>>

<<Nein, geh nicht, überall in eurem Haus sind Polizisten, wenn sie dich mit dem Verband sehen werden sie Verdacht schöpfen und dich keine Sekunde mehr aus den Augen lassen. Außerdem muss es echt wirken, wenn sie mein Blut finden werden sie es auf unser beider DNA testen und wenn der Test positiv ausfällt werden sie keine Zweifel mehr haben, dass wir entführt wurden.>>

<<Du hättest dich aber nicht verletzen müssen, wir hätten sie auch anders davon überzeugt.>>

<<Nein, hätten wir nicht und das weißt du auch. Kannst du deinen Schal eng über der Wunde knoten? Ich darf nicht zu viel Blut verlieren, sonst bin ich zu schwach für unsere Flucht.>>

<<Ja klar, mache ich. Wie geht es denn jetzt weiter? Du kannst dich ja immerhin so nicht mehr blicken lassen.>>

<<Ja, das stimmt, aber wenn mein Dad und deine Eltern denken, dass du eingeschlafen bist, werden sie nicht in dein Zimmer kommen und mit mir werden sie über Funk sprechen. Heute Nacht müssen wir verschwinden. Gegen zehn Uhr ist Schichtwechsel der Beamten, das ist unsere Chance unentdeckt zu fliehen. Von deinem Fenster in den Garten sind es vielleicht zwei Meter, dort müssen wir hinunterspringen.>>

<<Aber was ist mit dem <<Joker>> wird er überhaupt bemerken, dass wir verschwinden?>> 

<<Ja, das wird er. Er beobachtet seine Opfer permanent vor und nach der Tat, wenn er nicht rechtzeitig an sie heran kam.>>

<<Du meinst er beobachtet uns gerade in diesem Moment? Dann wird er doch herausfinden was wir vorhaben und niemals in unsere Falle Tappen.>>

<<Er kann uns zwar sehen, aber er weiß nicht was in unseren Köpfen vor sich geht. Er wird dich aber nur angreifen, wenn du alleine bist. Wenn wir am Ende der Straße sind müssen wir uns trennen, ich habe noch etwas zu erledigen. Um elf treffen wir uns beim alten Spielplatz am Waldrand, er ist ungefähr 20 Minuten mit dem Auto von hier entfernt, wenn du schnell gehst schaffst du es. Du darfst niemals stehen bleiben und zeig dich keinem. Du darfst auch nicht auf der Straße gehen, dort ist die Gefahr zu groß, dass einer der Polizisten dich sehen könnte. Geh am Waldrand so hast du einen großen Überblick über die Straße und die Häuser. Jetzt geh dich umziehen,  du muss immer bereit sein aufzubrechen und dann schlafe ein wenig wir müssen gestärkt sein für heute Abend.>>

 

Melde dich bei Movellas anFinde heraus worüber alle reden. Registriere dich jetzt bei Movellas und teile deine Kreativität und deine Passion
Lade ...