13:37 - Deine Zeit läuft ab

Hanna ist 16 Jahre alt und sie weiß, dass sie sterben wird. Doch gibt es eine Chance dem "Joker" zu entkommen?
Hanna James ist ein ganz gewöhnliches Mädchen, bis zu ihren 17 Geburtstag zumindest. An diesem besonderen Tag bekommt sie anonym weiße Lilien geschickt, was nicht ungewöhnlich ist, doch es sind nicht nur die Lilien, die sie geschenkt bekommt...

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3. Kapitel 3

Noch 12 Stunden und 13 Minuten:

Nach meinen neuen Erkenntnissen wurde mir bewusst, dass wenn der <<Joker>> mich nicht in 12 Stunden und 13 Minuten tötet, wird er mein ganze Familie ermorden. Ich lief ohne Mr. Baker bescheid zu geben aus meinem Zimmer hinunter in die Küche. Er reagierte sofort und folgte mir. Meine Eltern sprachen mit Mr. Baker senior. Als sie mich sahen, schwiegen sie. Ich wusste genau, dass sie über mich sprachen, aber als ich sie darauf ansprach verneinten sie meine Vermutung. Obwohl sie wussten wie sehr ich es hasse, wenn sie mir die Wahrheit verschweigen, konnte ich es ihnen nicht übel, weil sie mich bloß beschützen wollten. Mir kam erstmals in den Sinn, dass sie eine mindestens genau so schwere Entscheidung treffen müssen wie ich. Da sie wussten, dass wenn sie mich von den Polizisten beschützen lassen, werden sie und mein Bruder nie ein normales Leben führen können. Wollen sie sich und Mike für mich opfern? Aber wieso sollten sie das tun, sie lieben Mike genau so wie mich. Sie würden niemals zwischen uns entscheiden. Tatsächlich aber haben sie sich ab dem Moment, als sie die Polizei informierten, dafür entschieden mich zu retten. Bis zu diesem Zeitpunkt nahm ich mir nicht  eine Sekunde lang die Zeit darüber nachzudenken. Immerhin hätten wir unser Leben wie gewohnt weiterleben können bis zu dem Zeitpunkt an dem ich ermordet werden würde und meine Familie wäre nie in Gefahr gewesen.  Aber sie entschieden sich dazu mich nicht im Stich zu lassen. Das hört sich selbstverständlich an seine Kinder nicht sich selbst zu überlassen, aber mit dieser Entscheidung haben sie nicht nur ihr Leben sondern auch das unserer restlichen Familie gefährdet. Plötzlich verflog die ganze Wut die ich auf die ganze Welt hatte und ich spürte für einen kurzen Moment wieder das Gefühl einer Familie, bis mich Dad aus meiner Gedankenwelt entriss.

<<Wolltest du dich nicht etwas ausruhen, Laura?>>, fragte mein Dad.

<< Ja, wollte ich aber ich konnte nicht schlafen und um die Zeit tot zu schlagen entschieden ich selber über den <<Joker>> zu recherchieren. >>

Mum brach, obwohl ich versuchte ihr so schonend wie möglich beizubringen, dass ich alles wisse, in Tränen aus. Anstatt einer Erklärung, wieso sie mir nichts davon erzählt haben, fuhr Mr.Baker seinen Sohn an:

<<Hast du nicht aufgepasst, sie sollte nichts darüber im Internet suchen.>>

Sein Sohn, der sichtlich von seinem Dad eingeschüchtert war, schwieg. Erneut versuchten mich meine Eltern und der Kommissar zu beruhigen, aber dieses Mal half nichts davon. Ich wollte nur eine Erklärung. Der Kommissar versprach:

<< Zuerst werden wir den <<Joker>> von dir fern halten und dann natürlich auch von deinen Eltern und deinem Bruder. Wir nehmen Sie so lange in Schutzgewahrsam, bis wir den <<Joker>> fassen.>>

Obwohl ich nicht zufrieden war mit dem was ich hörte, beruhigten mich die Worte des Polizistens. Ich wollte weiter recherchieren, aber ich wusste, dass meine Eltern und Mr. Baker senior mir das niemals erlauben würden. Also beschloss ich mich wieder hinzulegen, um mich entwas von diesem anstrengenden Tag auszuruhen und fragte, ob mich Mr. Baker junior begleichten könnte.

Zurück in meinem Zimmer war Thomas Baker mit seinen Gedanken nicht bei der Sache, was mir zu gute kam. So konnte ich weitere Informationen über den <<Joker>> finden. Ich las jeden Artikel den ich finden konnte. Ich erstellte sogar Steckbriefe über die Opfer, doch Nichts. Keines dieser Mädchen hatte in irgendeiner Hinsicht Ähnlichkeiten mit mir, sie waren ganz normale Mädchen. Natürlich nur bis sie durch ihren Tod oder der ihrer Familien ungewollt berühmt wurden. Trotz alle dem ging mir das erste Opfer nicht mehr aus dem Kopf. Sie war anders als die Anderen. Sie lebte in Miami, normalerweise tötete der <<Joker>> nur in der Umgebung von New York.

Ich erinnerte mich an alte Geschichten meiner Eltern, in denen sie uns erzählt hatten, dass sie früher auch in Miami gelebt hatten, doch sie haben immer betont, dass mein Bruder und ich zu dieser Zeit noch nicht geboren wurden. Dad hatte erzählt, dass sie als Mum schwanger geworden ist nach New York gezogen sind.

Trotz den ganzen Informationen war mein Kopf leer, ich wusste nicht auf was ich achten soll oder ob es überhaupt Zusammenhänge zwischen den Mordfällen gab. Ich suchte Gemeinsamkeiten zwischen den getöteten Mädchen und mit mir, aber außer unserem Aussehen hatten wir nicht viel gemeinsam. Ich beschloss mich vorerst nur auf das erste Opfer, Lucy Baker zu konzentrieren. 

 

Natürlich Baker wie konnte ich das nur die ganze Zeit übersehen. Es wäre schon ein sehr großer Zufall, wenn das erste Opfer nicht mit den Kommissaren verwandt war. Das würde erklären, warum sie so engagiert versuchten diese Mordfälle zu lösen. Sie waren ein Teil von ihnen.

Ich konnte nicht mit meinen Eltern darüber reden, sonst würden sie bemerken, dass ich weitere Recherchen angestellt habe. Meine einzige Möglichkeit war Mr. Baker selbst zu fragen. Doch da ich mir sehr sicher wahr Mr. Baker senior würde nicht auf meine Fragen antworten und meinen Eltern davon erzählen, musste ich Thomas Baker befragen. Aber wie? Ich konnte nicht einfach fragen, ob er eine Verwandte hatte, die von dem <<Joker>> ermordet wurde. Ich musste taktisch klug vorgehen, ich hatte nur diesen einen Versuch.

<< Erinnerst du dich an mich?>>

Er war so in seine Gedanken vertieft, dass er meine Frage nicht wahrnahm, also versuchte ich es erneut.

<<Erinnerst du dich an mich?>>

Dieses Mal hörte er meine Frage, aber er brauchte etwas Zeit um zu verstehen was ich von ihm wollte.

<< Verzeihung, kennen wir uns?>>

<<Ja, wir haben uns auf der Geburtstagsparty deiner Schwester kennengelernt, erinnerst du dich?>>

<<Ja, stimmt. Jetzt erinnere ich mich.>>

<<Hör zu, ich habe, wie du vorher mitbekommen hast, über den <<Joker>> recherchiert und zuerst ist es mir nicht aufgefallen, aber das erste seiner Opfer heiß Lucy Baker. Kanntest du sie?>>

Zuerst antwortete er nicht und ich dachte ich hatte meinen einzigen Versuch etwas mehr über Lucy Baker herauszufinden, das die Journalisten nicht erfuhren, vermasselt. Aber als ich gerade dabei war meinen Laptop wieder zu öffnen, hörte ich ein leises aber überzeugendes <<Ja>>.

<<War sie mit euch verwandt?>>

<<Ich darf dir hiervon nichts erzählen.>>

<<Das verstehe ich, aber könntest du einmal eine Ausnahme machen, ich muss es wissen. Ich möchte meine Familie vor ihm schützen.>>

<<Na schön. Mein Vater darf niemals erfahren, dass ich es dir erzähle.>>

<<Verstanden>>

<<Sie war meine Schwester. Früher lebten wir in Miami und meine Eltern beschlossen, am Wochenende ihres Geburtstags mit mir und meiner kleineren Schwester Alice einen Ausflug zu machen. So konnte sie ungestört mit ihren Freunden feiern, doch am Vorabend ihres Geburtstags bekam sie das gleiche Paket wie du.>>

Seine Augen füllten sich mit Tränen, ich wollte ihn trösten, aber er begann weiterzuerzählen.

<<Sie nahm es nicht ernst - wieso auch - sie war das erste Opfer. 13 Stunden und 37 Minuten nachdem sie das Paket bekam, wurde sie ermordet. Unsere Mum konnte so nicht weiterleben und beging Suizid. Dad fiel in ein tiefes Loch, er begann zu trinken und es geriet außer Kontrolle. Er verlor seinen Job. Aber ich musste stark bleiben, jemand musste auf Alice aufpassen. Sie war erst 10 Jahre alt. Es ist schwer für ein kleines Kind ohne Mum und ihr Dad kümmerte sich auch nicht um sie. Als ich 16 war brachte ich Dad dazu mit uns umzuziehen. Wie zogen nach New York und er fand eine Stelle als Polizist, er hörte auf zu trinken und ich und Alice konnten endlich ein halbwegs normales Leben führen. Aber dann haben diese schlimmen Morde wieder angefangen. Ich wollte diesen Mistkerl endlich schnappen und ein für alle Mal hinter Gitter bringen. Aber er ist uns immer einen Schritt voraus. Wenn wir auch nur den Hauch einer Spur haben, verschwindet er wieder.>>

Seine Tränen haben sich in Hass umgewandelt. Kein Wunder, da dieser Mann sein ganzes Leben zerstört hat.

<<Dieses Mal muss alles klappen, ich schaffe es nicht noch eine junge Leiche zu sehn, die mich jedes Mal wieder an meine Schwester erinnert. Ihr schaut ihr so ähnlich.>>

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