Der verlorene König

Ein Königreich, das seinen König verloren hat. Eine alte Geschichte von der Niemand im Land mehr sagen kann, ob sie wahr ist oder erfunden wurde. Ein Bauernjunge, elternlos und allein, des Diebstahls angeklagt, gefoltert und für vogelfrei erklärt. Ein wegloser Wald in dem sich eine Bande Vogelfreier versteckt, die auf der Suche nach dem verschwundenen König sind. Wenn ihr Louis auf ein mittelalterliches Abenteuer voller Verschwörungen, Wirren und Herzschmerz begleiten wollt, dann seid ihr hier ganz herzlich Willkommen.[Larry-AU]

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44. Einander ganz nah sein

Das Bett hier war viel weicher und schien mit ganz feinem Stroh gefüllt zu sein. Außerdem lagen dichte Felle auf der Matratze, sodass man weich liegen konnte. Harry ließ es zu, dass Louis ihn auf die Felle hinunterdrückte. Er küsste sich über Harrys Kiefer, zu seinem Hals entlang und ließ die Hände über den weichen Stoff gleiten und strich über die Hornknöpfe, die das Wams verschlossen. „Woher ist diese Kleidung?“ fragte er, setzte sich auf Harrys Schoß und öffnete vorsichtig einen Knopf. „Gwydion hat mir die Sachen gegeben. Er sagt, sie seien noch von meinem Vater und waren in einer Holztruhe verstaut.“ antwortete Harry und sah ihm dabei zu, wie er den nächsten Knopf löste und das Wams sich langsam öffnete. Der Stoff war recht steif und fest und ließ sich nur schwer abstreifen, weshalb Louis es erst einmal dabei beließ die Knöpfe geöffnet zu haben. Harry hatte die Augen geschlossen, seine Hände auf Louis Knie gelegt und strich mit den Fingern konstant über den Stoff der Hose. Es kitzelte angenehm und Louis beugte sich wieder vor, um seine Lippen auf Harrys zu pressen. Er achtete sorgfältig darauf, sein Gewicht nicht ganz auf den König zu verlagern, wusste er doch, dass es ihm noch nicht gut ging. Der Kampf mit Jonathan war noch nicht lange her. „Wie geht es deiner Verletzung?“ fragte Louis und öffnete den letzten Knopf. Ein schmutzig, grauer Stoffverband kam zum Vorschein, der um Harrys Taille geschlungen war. „Ich hab es mir nicht angesehen, aber es schmerzt kaum noch, das ist gut.“ antwortete der Lockenkopf, setzte sich auf und kämpfte sich aus den engen Ärmeln seines Oberkleids, das mit Lederbändern geschnürt war, sodass er aus eigener Kraft kaum herauskam. „Wenn du die Bänder löst, geht es sicherlich besser...“ lächelte Louis, amüsiert über Harrys Versuch und ging ihm zur Hand. Er lockerte die Bänder und schließlich war Harry in der Lage, die Ärmel über die Hände zu ziehen und sich so dem Wams zu entledigen. Das Kerzenlicht schmeichelte seiner Haut und seinem Körper, doch Louis sah trotzdem, dass er noch einige dunkle Flecken vom Kampf trug. „Du bist so dünn…“ murmelte Louis und sein Blick schweifte über Harrys flachen Bauch und die Rippen, die sich bei jedem Atemzug unter der Haut abzeichneten. „Das bist du auch….siehst du, ich kann deine Handgelenke mit einer Hand umfassen.“ Gesagt getan. Schneller, als Louis hätte entwischen können, umschloss Harry mit einer Hand seine Handgelenke, zog sie über seinen Kopf und küsste ihn erneut hungrig. Mit der anderen freien Hand, öffnete er den einzigen Knopf, den Louis´ Hemd besaß und ließ ihn erst wieder los, als er ihm den Stoff über den Kopf streifen wollte.
Als dann auch Louis Hemd zu Boden geglitten war, wurden auch seine Verletzungen sichtbar, die ihm der Henker bei seiner Strafe zugefügt hatte, nachdem er es gewagt hatte, Jonathan auf das Essen zu spucken. Harry erstarrte und ließ Louis sofort los, doch seine Hände schwebten noch dicht über den Hämatomen, als würde er es nicht wagen, diese zu berühren. „Lass mich wissen, wer dir das angetan hat.“ hauchte er. „Ich werde dafür sorgen, dass er dafür bezahlt.“ - „Das hat er schon. Es war der Henker, den Zayn erschossen hat...“ murmelte Louis, dem zuerst eine andere Antwort auf der Zunge gelegen hatte. Wenn man es ganz genau nahm, war es Prinz Nialls und Harrys Schuld, dass es ihm so ergangen war, doch er hatte Harry vergeben und küsste ihn stattdessen nochmals liebevoll. „Es fühlt sich so gut an, in deiner Nähe zu sein.“ seufzte der Lockenkopf und drückte sich gegen Louis Körper.
Lag es am Feuer im Kamin, Louis konnte es nicht sagen, aber bei den Worten überkam ihn eine unglaubliche Hitze und er beschloss, sich nun ganz seinen Instinkten hinzugeben, als er mit den Fingern über Harrys Rücken kratzte. Ein Stöhnen als Antwort, zeigte ihm, dass dieser es als sehr angenehm empfunden hatte und auch er bekam angenehm, prickelnde Kratzer ab. Harry näherte sich Louis Hals und seine Zähne hinterließen feine Male auf der Haut. „Du gehörst nur mir und ich werde nicht zulassen, dass wir uns jemals wieder trennen...“ Mit flinken Fingern wurde der Gürtel gelöst, der die  Hose des Königs hielt. Sie war aus feinem, weichen Leder gefertigt und ließ sich gut abstreifen. Weil er dazu aufgestanden war, zog sich Louis die Stoffhose ebenfalls aus und platzierte sich dann wieder auf Harrys Beinen.

Zum ersten Mal, seit er mit Harry so nah war, wagte Louis einen Blick nach unten und musterte die Erregung des jungen Königs. Sie war fest und einzige Adern zeichneten sich unter der dünnen Haut ab. Die Spitze war rosa und glänzte im Licht des Feuers. Louis hob den Kopf und bemerkte, dass auch Harry ihn musterte. „Ich will dir zeigen, wie sehr ich dich liebe...aber ich weiß nicht, wie das gehen soll...“ gab der König zu und kniff die Augen zu, als Louis seine Hand um ihn schloss. Gerade hatte er sich an einen Vorfall in seiner Kindheit erinnert: damals hatte er zwei Erntehelfer seines Vaters im hohen Gras dabei entdeckt, wie sie miteinander zugange waren. Damals war er noch viel zu jung gewesen, um zu erkennen, was sie taten, doch jetzt, wo er Harry auch so nahe sein wollte, kam ihm diese Erinnerung klar in den Sinn und Louis wusste, was er zu tun hatte. Die Hitze waberte wie flüssige Flammen durch seine Adern und breitete sich in ihm aus. Er wusste, was er tun musste, spuckte in seine Hand und strich damit über Harrys Erregung. Dieser kniff die Augen zu und ihm entwich ein tiefes, animalisches Knurren. „Lou...in Gottes Namen...was tust du?“ - „Vertrau mir...“ das war alles, was Louis hervorbrachte, als er sich langsam auf Harry herabsinken ließ. Augenblicklich wurde er von Harry umschlungen und er presste sein Gesicht gegen seine Brust. Er schien überwältigt von dem Gefühl zu sein und rollte das Becken weich nach vorn.

Louis schloss die Augen, warf den Kopf in den Nacken und genoss Harrys Atem, der seine Brust streifte, seine großen Hände, die sich in seine Hüfte krallten und ihn gegen sich drückten. Mit geöffneten Lippen reckte Harry den Hals und stahl sich so von Louis einen Kuss. Ihre Bewegungen passten gut zueinander, als wären sie vom lieben Gott füreinander auf diese Erde gesetzt worden. In Louis´ Rücken baute sich ein Druck auf, der immer heißer und heftiger wurde, bis er sich mit einem Mal zuckend in das schönste Gefühl von Freiheit verwandelte und er sich in Harrys Haaren festkrallte. Sein Atem ging stoßweise und er öffnete langsam die Augen, nur um Harrys glühenden Blick direkt vor sich zu finden. Auf seiner Haut glänzte ein dünner Schweißfilm und der Blick in den grünen Augen war fiebrig, doch gleichzeitig entspannt und friedlich. „Kannst du...dich noch einmal bewegen...bitte?“ fragte er und als Louis seiner Bitte nachkam, presste er die Augen zusammen, zog die Beine an und drückte seine Lippen auf Louis Brustbein, dann fiel er nach hinten und landete auf den weichen Fellen, die das Bett bedeckten. Jetzt, da sie sich nicht mehr bewegten, fühlte sich Louis seltsam und löste sich vorsichtig von Harry.

Er kuschelte sich in seinen Arm, legte eine Hand auf seiner nackten Brust ab und strich mit den Fingern kleine Kreise auf seine Haut. Das Holz im Kamin knackte laut und ein paar Funken stoben heraus, verglommen aber noch in der Luft. Trotz des Feuers in ihrer Nähe, zitterte Louis ein wenig und kuschelte sich noch enger an Harry heran. „Lass uns unter die Decke schlüpfen...du zitterst ja...das erinnert mich an unsere zweite Nacht auf der Eiche...weißt du noch? Damals war dein Hemd nass und du hattest deine Decke Liam gegeben.“ Harry stützte sich auf einen Ellbogen und lächelte Louis an. „Ja, das weiß ich noch. Du hast mich mit unter deine Decke gelassen.“ - „Ja und ich bereute es keinen Moment.Weißt du, ich habe mich in deiner Gegenwart wohl gefühlt und war sehr froh darüber, eine Gelegenheit zu bekomme, mich dir ein wenig zu nähern. Du wirktest so verletzlich und ich hatte das Bedürfnis, dich zu beschützen. Und das habe ich immer noch...“ Harry ebbte ab und verlor sich einen Moment in Louis Augen, strich mit der Hand über seine Wange und zog ihn in einen Kuss.“Ich möchte, dass du weißt, dass du mir immer wichtig sein wirst, egal welche Verpflichtungen ich als König eingehen werden muss. Hörst du? Ich weiß nicht, was alles auf mich zukommen wird, aber du wirst immer derjenige sein, dem mein Herz gehört. Egal, wie es nach Außen hin auch aussehen wird.“ - „Wieso sagst du das?“ fragte Louis, der von Harrys Worten gerührt, aber auch verunsichert war. Wusste Harry vielleicht schon, ob er demnächst etwas würde tun müssen, das Louis verletzte? Augenblicklich machte sich Unsicherheit in ihm breit und Louis suchte in Harrys Augen nach der Wahrheit.

„Sieh mich nicht so misstrauisch an, Louis.“ bat ihn Harry und erhob sich vom Bett. Er löschte die Kerzen, die an den Wandhalterungen steckten und kam dann zurück zum Bett. Er schlug die Decke zurück und schob sich dann neben Louis auf die weichen Felle. Louis schmiegte sich an Harry und zog die Decke über sie beide. Das Fell war weich und stammte sicherlich von Füchsen und Kaninchen und kitzelte angenehm auf der Haut. Die Nase in Harrys Achselhöhle vergraben und seinen Duft auf nehmend, lag Louis da und ließ sich vom Schlaf übermannen.

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„Oh, sieh an, wer wieder da ist!“ rief Cuthbert erfreut, erhob sich und strahlte Louis an, als dieser am nächsten Tag den Thronsaal betrat. Bereits in den frühen Morgenstunden hatte Harry sich aus dem Bett begeben, war in seine Kleidung geschlüpft und hatte dann das Zimmer verlassen. Louis war wenig später ebenfalls aufgestanden. Er wollte nichts vom Tag versäumen und da stand man am Besten schon bei Sonnenaufgang auf.

Im Thronsaal fand er einen langen Tisch vor, an dem schon einige der Merry Men saßen und offenbar in eine Beratung vertieft waren. Harry saß zwischen Cuthbert und Veland, ihm gegenüber hatte sich Prinz Niall gesetzt und war gerade damit beschäftigt, ein langes Pergament auszurollen. Louis schenkte dem Prinzen keine Aufmerksamkeit, er war immer noch ein wenig sauer und sah stattdessen Cuthbert an, der mit ausgebreiteten Armen auf ihn zukam und ihn begrüßte. „Wir haben schon gehört, dass Harry aufgrund eines Missverständnisses dachte, du hättest uns verlassen.“ sagte er und drückte Louis an sich. Er freute sich sehr über diese Begrüßung und setzte sich dann neben Veland an den Tisch. Prinz Niall hatte das Pergament auf beiden Seiten mit einem Kelch beschwert, damit es sich nicht wieder zusammenrollte und sah dann in die Runde: „Ich habe meine Boten in die Dörfer geschickt und sie haben mir Bericht erstattet. Hier, diesen Dörfern geht es nicht gut. Sie konnten im letzten Jahr kaum Erntevorräte zurücklegen, weil die Abgaben so hoch waren und auch dieses Dorf im Norden ist  nicht gut für den Winter gerüstet.“ - „Was schlagt Ihr vor, sollen wir tun?“ fragte Harry und sah Niall an. Louis musterte den jungen König ein wenig irritiert: wieso überließ er Prinz Niall das Kommando? „Ich habe mir die Vorräte durchrechnen lassen, die hier in den Kammern liegen. Für die Versorgung der Burg müsste das Korn und Obst noch mindestens ein Jahr lang halten. Wir haben sogar einen Überschuss. Um dem Volk wieder Kraft zu geben, halte ich es für das Beste, wenn sie von den Abgaben etwas zurück erhalten. Nur so können wir sie vor dem Winter schützen und diese Geste würde dir noch zusätzliche Sympathien einbringen.“ sagte der Prinz und verwies beim Sprechen auf kleinere Dörfer, die auf der Karte eingezeichnet waren. Harry nickte langsam und sagte dann: „Gut, dann lasst uns die Vorräte zusammenpacken und uns auf den Weg machen.“ - „Ich kann das machen und ich nehme mit Prinz Nialls Soldaten als Geleitschutz mit.“ meldete sich Zayn und auch Buck war bereit, bei der Auslieferung zu helfen. Den ganzen Vormittag verbrachten sie damit, die Vorräte auf die Dörfer zu verteilen und sich dann von einem Schreiber eine Liste erstellen zu lassen, damit genug Lebensmittel eingepackt und verladen werden konnten.
Es fühlte sich gut an, zu wissen, dass es dem Volk bald wieder besser gehen würde.    
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