Der verlorene König

Ein Königreich, das seinen König verloren hat. Eine alte Geschichte von der Niemand im Land mehr sagen kann, ob sie wahr ist oder erfunden wurde. Ein Bauernjunge, elternlos und allein, des Diebstahls angeklagt, gefoltert und für vogelfrei erklärt. Ein wegloser Wald in dem sich eine Bande Vogelfreier versteckt, die auf der Suche nach dem verschwundenen König sind. Wenn ihr Louis auf ein mittelalterliches Abenteuer voller Verschwörungen, Wirren und Herzschmerz begleiten wollt, dann seid ihr hier ganz herzlich Willkommen.[Larry-AU]

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48. Ein Abendessen im Thronsaal

Er klopfte an die Tür, bevor er sie öffnete und in die Kammer trat. Sie war leer. Natürlich. Es schien Louis absurd, dass er geglaubt hatte, Harry könnte schon zurück sein. Also stellte Louis den Bogen in eine Ecke, legte den Köcher auf die Kleidertruhe und verließ das Zimmer wieder.
Er würde im Thronsaal nach Harry sehen. Sicherlich war er noch dort.

Je näher Louis dem Thronsaal kam, desto nervöser wurde er. Wusste er doch nicht, was Zayn und Harry besprochen hatten und ob dieses Gespräch Harrys Haltung ihm gegenüber verändert hatte. Der Duft von gebratenem Fleisch waberte durch die Flure und erst jetzt fiel Louis auf, dass er den ganzen Tag nichts gegessen hatte. Sofort begann sein Magen zu knurren und ihm lief das Wasser im Mund zusammen.
Vor der schmalen Tür, durch die man den Thronsaal betreten konnte, wenn man nicht über die Freitreppe hereinkam, stand ein Wachmann und blickte stur gerade aus. „Ist der König da?“ fragte Louis und bekam ein Nicken als Antwort. Er packte den eisernen Ring an der Tür, zog sie auf und betrat den Thronsaal. Die Tür befand sich im Schatten der hölzernen Säulen und so blieb Louis unbemerkt, nachdem er die Tür geräuschlos hinter sich geschlossen hatte. An dem langen Holztisch waren einige Frauen zugange, die Schalen und Kelche für mehrere Personen aufstellten. Sie verrichteten ihre Arbeit so leise wie möglich, um Niemanden zu stören. In den hohen Leuchtern waren Kerzen entzündet worden und auch im offenen Kamin brannte ein Feuer. Harry stand zusammen mit Zayn, Cuthbert und Prinz Niall davor und unterhielt sich leise mit ihnen. Der blonde Prinz machte einen recht zufriedenen Eindruck, denn er lächelte. „...gut, dann mach dich morgen bei Sonnenaufgang auf den Weg...“ seufzte Harry und er klang so, als stimmte er gerade einer Aktion zu, die er eigentlich nicht hatte gutheißen wollen. Er nickte Cuthbert zu, der das Nicken erwiderte und den jungen König aufmunternd anlächelte: „Glaub ich, es ist gut Soldaten zu rekrutieren.“ - „Cuthbert hat recht. Du wirst um diesen Schritt nicht herumkommen.“ pflichtete Zayn ihm bei und bestärkte Harry so in seiner Entscheidung. Prinz Niall war der erste der Vier, der Louis bemerkte und er grüßte ihn freundlich. „Hallo Louis.“ Er jedoch sprach Harry an, ohne auf den Prinzen einzugehen. „Du willst Soldaten rekrutieren?“ - „Ich muss. Wir haben nicht genug Männer, um die Burg im Falle einer Belagerung verteidigen zu können und da wir noch nicht wissen, ob der Machtwechsel gut aufgenommen wird, haben mir alle dazu geraten, vorbereitet zu sein. Mir bleibt keine andere Wahl.“ seufzte Harre, streckte die Hand nach ihm aus und strich kurz über Louis Finger. „Lass uns essen. Der Schreiber wird gleich hier sein und uns die Taten der Gefangenen erläutern.“ bemerkte Zayn und sie gingen zusammen zu dem langen Holztisch.

Alle Merry Men, sowie Gwydion und der Prinz aßen gemeinsam. Louis bemerkte, dass dem Druiden offenbar tatsächlich entgangen war, dass er und Harry in der vergangenen Nacht nicht auf der Burg gewesen waren, denn er machte einen gelösten Eindruck und war guter Stimmung. Es gab Suppe und Hühnchen, sowie ein wenig Brot und Louis erfuhr durch die Gespräche, die am Tisch geführt wurden, was die anderen Jungs auf der Burg so trieben. Leofwine und Flint hatten in den letzten Tagen viel Zeit im Wald verbracht und sämtliche Verstecke der Merry Men geleert. Schließlich konnte das Silber aus den Beutezügen nicht unbewacht in kleinen Höhlen liegen bleiben. Das Gold und die Waffen, die dort gelagert hatten, waren nun sicher in der Schatz- und Waffenkammer der Burg untergebracht. Veland, der früher einmal Schmied gewesen war, ging nun dem Burgschmied zur Hand und hatte viel zu tun. Draca hatte sich einen Überblick über die vorhandenen Waffen gemacht und alle Armbrüste, Schilder und Schwerter auf ihre Tauglichkeit geprüft. Alle schiene eine Aufgabe zu haben, wie es Louis schien; nur er selbst hatte seinen Platz noch nicht gefunden. „Louis, was ist los, du siehst so nachdenklich aus?“ fragte Leofwine, der neben ihm saß und blickte ihn an. „Ach, ich habe nur gerade bemerkt, dass ich meinen Platz hier noch nicht gefunden habe.“ gab Louis geknickt zu und seufzte. „Aber du bist doch von Harry als Berater und Begleiter eingesetzt.“ Leofwine klang erstaunt darüber, dass Louis offenbar noch nichts davon wusste. Mit gerunzelter Stirn blickte er seinen Sitznachbarn an, der nickte: „Ja, Harry hat uns allen bereits vor einigen Tagen mitgeteilt, dass er dich von alltäglichen Aufgaben entbinden möchte, damit du ihm Gesellschaft leisten und ihn überall hin begleiten kannst...“ Leofwine wurde von einem der Wächter unterbrochen, der den Thronsaal betreten hatte und mit lauter Stimme sagte: „Eure Majestät: der Schreiber ist da.“ - „Lasst ihn eintreten.“ gestattete Harry und der Mann, der zusammen mit Jonathan Louis´ Anklageschrift verfasst hatte, betrat den Thronsaal. Er trug ein in Leder gebundenes Buch bei sich und ging mit schnellen Schritten, die auf dem Holzboden klackten, auf ihren Tisch zu. Vor Harry blieb er stehen, neigte den Kopf und sagte: „Ihr wolltet mich sprechen, Herr.“ Harry sah von seinem Teller auf, fing dabei kurz Louis Blick auf und sagte: „Ja, ich muss wissen, aus welchem Grund die Gefangenen im Kerker festgehalten werden.“ Der Schreiber schlug das Buch auf, das er bei sich trug und blätterte einen Moment darin herum. Seine Augen huschten über die Buchstaben, die darin geschrieben standen und er sagte schließlich: „Nun, wir haben zwei Männer wegen Diebstahl königlichen Eigentums, Drei wegen versäumter Zahlung der Steuern und Einen, weil er es gewagt hat, auf dem Markt zu betteln. Alle warten auf ihr Urteil. Es liegt nun an Euch, dieses zu fällen.“ sagte er und Harry sah den Druiden an. „Meines Erachtens, sind das keine Gründe, einem Menschen die Freiheit zu rauben. Teilst du meine Meinung?“  Gwydion nickte sofort: „Wir alle wissen, dass Jonathan ein Herrscher war, der sein Volk mit harter Hand regiert hat. Ich halte deine Entscheidung für richtig, diese Männer frei zu lassen. Sie haben nichts Schlimmes getan und verdienen es nicht, in einem dunklen, feuchten Kerker sitzen zu müssen.“ Harry wandte sich dem Schreiber wieder zu: „Da habt Ihr meine Antwort. Ich will, dass die Männer freigelassen werden. Lasst sie alle gehen, damit sie zu ihren Familien zurückkehren können.“ Der Schreiber machte sich eine Notiz in das Buch, klappte es zu, verneigte sich tief vor Harry und ging dann wieder hinaus. „Ich hoffe, die Männer haben ihren Familien nicht zu lange gefehlt.“ murmelte Harry und schob seinen Teller von sich. Er schien sein Mahl beendet zu haben und erhob sich von der Tafel. Prinz Niall zog Harrys Teller zu sich heran und nahm sich den Rest Fleisch, den der König übrig gelassen hatte. Leofwine beugte sich wieder zu Louis und flüsterte mit einem Lächeln: „Jetzt genau der richtige Augenblick um deiner neuen Aufgabe, als persönlicher Begleiter des Königs nachzugehen. Los, geh zu ihm.“ Er nickte zu Harry hin, der vor dem Kamin stand und dessen Umrisse sich scharf vor dem Feuer abzeichneten. Louis schob seinen Stuhl zurück und ging zu dem König hinüber.

Wortlos stellte er sich neben Harry und blickte ebenfalls in die Flammen hinein. Sie knackten und knisterten und ab und zu entzündete sich ein kleiner Tropfen Harz, der noch am Holz klebte und glühte weiß auf. „Ich entscheide über Leben und Tod...ist das nicht unheimlich?“ wisperte Harry, ohne dabei den Blick von den Flammen zu heben. „Nun, es ist deine Aufgabe, das zu tun. Du wirst dich daran gewöhnen, auch wenn es dir jetzt gerade unvorstellbar erscheinen mag.“ antwortete Louis und wagte einen Seitenblick zu Harry hin. Wider seiner Erwartung, machte er einen ruhigen Eindruck und schien nicht mehr ganz so verängstigt zu sein, wie er es noch in der Nacht gewesen war. Hatte Zayn ihn vielleicht einfach nur mit Worten aufgebaut und ihm Mut gemacht, sodass Harry sich nun nicht mehr ganz so überfordert fühlte? Wenn ja, dann hatte er gute Arbeit geleistet. „Du machst deine Sache gut, Harry. Und du hast deine Freunde und Gwydion, die dich in allem unterstützen, was du tust.“ - „Ja, das hat Zayn mir heute Morgen auch gesagt. Ich hatte immer gedacht, ich müsste all das allein machen, aber ich habe so viele Menschen um mich, die mir helfen, das tut wirklich gut. Cuthbert und Zayn wollen sich um die Ausbildung der Soldaten und die Verteidigung der Burganlage kümmern und Prinz Niall hat mir sein Wort gegeben, mir immer mit Rat zur Seite zu stehen, sollte ich welchen benötigen...und dann habe ich ja noch Gwydion, der mit seinem Wissen viel Hilfe sein kann...ich bin nicht allein.“ Zum ersten Mal seit Tagen lächelte Harry, sodass die kleinen Grübchen auf seinen Wangen wieder zu sehen waren, hob den Blick und sah Louis in die Augen. „Und ich habe dich...der du mir alles bedeutest...“ seufzte er und in seinem Blick lag so viel  Zuneigung, dass Louis sich sicher war, nicht von Harry verstoßen zu werden.

Zayn hatte wirklich ganze Arbeit geleistet, denn Harry war an diesem Abend nicht mehr so nachdenklich, machte sogar einen recht entspannten Eindruck, als sie gemeinsam in seiner Kammer im Bett lagen und die Nähe des Anderen genossen. „Sag mal, was macht ein König eigentlich den ganzen Tag?“ fragte Louis und strich Harry verträumt mit den Händen durch die Locken, was mit einem entspannten Brummen quittiert wurde. „Ich weiß es nicht genau, wenn ich ehrlich sein soll. Vielleicht sitze ich den ganzen Tag auf diesem Thron und drehe Däumchen.“ er gluckste, drehte sich zu Louis um und schlang die Arme um ihn: „Aber dafür habe ich ja dich. Du kannst mich dann bespaßen.“ Louis kicherte, als Harrys Locken seine Haut streiften und erwiderte ein wenig herausfordernd: „Und was schwebt Ihrer Majestät denn vor?“ - „Ich könnte alle Wachen aus dem Thronsaal schicken und dann würde ich veranlassen, dass ein weiches Fell vor dem Kamin liegt, auf dem wir uns vergnügen könnten.“ Louis wurde ganz rot, wenn er sich vorstellte, dass er und Harry im Thronsaal allein waren. „Du wirst ganz rot, mein Lieber….ist es dir unangenehm, wenn ich solche Dinge sage?“ fragte Harry und strich mit der Nase über Louis Brustbein, sodass sich dort eine Gänsehaut bildete. „Ein wenig...wenn ich ehrlich sein soll..“ gab er zu und Harry gluckste: „Ich würde dich genau so hinlegen, wie du jetzt gerade liegst, mich an deinem Körper entlang küssen...“ Harry unterstrich seine Worte, indem er genau das tat, wovon er sprach und küsste sich langsam über Louis´ Bauch nach Oben zu seinem Hals. „H...Harry….“ keuchte Louis und drückte den Rücken durch. Alles in ihm kribbelte und sein Herz zitterte nervös bei jeder Berührung, die Harry ihm gab. „Ich würde dich mit jeder Faser meines Körpers lieben Louis und Niemand kann mich je davon abhalten, genau das zu tun.“ Die Finger des Königs krallten sich in seine Seiten und er zog Louis eng an sich heran, schob ein Knie zwischen seine Beine und drückte sie auseinander. „Dir Tür ist abgesperrt, mach dir keine Gedanken.“ brummte er, als er bemerkte, dass Louis einen prüfenden Blick dorthin warf. Louis glaubte Harry und ließ sich fallen. Die warmen Hände waren überall, strichen an seinem Körper entlang und schlichen sich unter seine Kleidung. Das Hemd war er schnell los und auch die Hose streifte Harry ohne Umschweife ab, sodass Louis entblößt vor ihm lag. Die Kratzer, die die Dornenhecken auf seiner Haut hinterlassen hatten, waren noch gut zu sehen und bildeten ein seltsames Muster auf seiner Haut, was Harry dazu veranlasste, jeden Striemen mit der Zungenspitze zu verfolgen, bis er an einer ganz empfindlichen Stelle angelangt war. Louis kniff die Augen zusammen, als sich die warmen Lippen seines Geliebten um ihn legten und ihm ein Gefühl der Wohligkeit und Entspannung bescherte. Gleichzeitig zitterte er unentwegt, wusste nicht so recht, wohin mit seinen Gedanken und seinen Händen und krallte sie schließlich ich Harrys Haare. Er hob die Hüfte an, um noch mehr von der angenehmen Wärme zu spüren, die Harrys Mund ihm bereitete und in dem Augenblick, als Louis glaubte, ohnmächtig zu werden, weil er nicht mehr in der Lage war, einen Atemzug zu tun, entlud sich die ganze Anspannung und er warf zitternd den Kopf in den Nacken. Von Harry kam ein überraschter Laut und er ließ von ihm ab. Louis hob den Kopf, als die Sterne vor seinen Augen verschwunden waren und blickte seinen Geliebten an, der sich Louis Hemd vor den Mund drückte. „Ich wusste nicht, dass...“ stammelte er überrascht und spuckte eine milchige Flüssigkeit auf den Stoff. „Ist das von mir?“ fragte Louis und Harry nickte, lächelte aber und legte dann das Hemd beiseite, ehe er sich auf ihn schob: „Bist du bereit, mir dasselbe Gefühl zu verschaffen?“    
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