Der verlorene König

Ein Königreich, das seinen König verloren hat. Eine alte Geschichte von der Niemand im Land mehr sagen kann, ob sie wahr ist oder erfunden wurde. Ein Bauernjunge, elternlos und allein, des Diebstahls angeklagt, gefoltert und für vogelfrei erklärt. Ein wegloser Wald in dem sich eine Bande Vogelfreier versteckt, die auf der Suche nach dem verschwundenen König sind. Wenn ihr Louis auf ein mittelalterliches Abenteuer voller Verschwörungen, Wirren und Herzschmerz begleiten wollt, dann seid ihr hier ganz herzlich Willkommen.[Larry-AU]

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69. Der Vollzug der Ehe

Harry und Taylor saßen beieinander am Fenster, als er den Raum betrat. Die Königin hatte Gwydions Becher in der Hand und sah Harry unsicher an. „Und dieser Trank soll wirklich helfen?“ fragte sie und blickte in das Gefäß in ihrer Hand. „Der Druide hat es mir so gesagt. Wenn wir Glück haben, dann bleibt es bei einer einmaligen Vereinigung.“ antwortete Harry und nickte ihr aufmunternd zu: „Trink das.“ Sie nippte vorsichtig daran und hob dann überrascht den Kopf. „Was ist?“  - „Es schmeckt gut.“ gab sie zu. Vermutlich hatte sie erwartet, ein ekelhaftes, oder bitteres Getränk zu bekommen. Doch der unerwartet gute Geschmack, schien Lady Taylor ein wenig mutiger zu machen und sie nahm einen erneuten Schluck. Harry sah Louis und erhob sich, um zu ihm zu gehen. Bei Louis neigte er ein wenig den Kopf, damit sie sich leise unterhalten konnten und sagte: „Sie ist bereit, es heute Nacht zu tun. Ich habe ihr alles erzählt. Zwischen uns gibt es nun keine Geheimnisse mehr und wir spielen beide mit offenen Karten.“ - „Ich war gerade bei Thomas.“ platzte Louis heraus, ohne auf Harrys Aussage einzugehen. „Harry, sie haben ihn in eine Zelle unterhalb der Falknerei gesteckt. Eine Wandseite ist komplett der Wetterseite zugewandt und der Wind bläst unbarmherzig hinein. Er kann nicht lange dort gewesen sein, als ich ihn gefunden habe und er hat schon vor Kälte gezittert.“ Verständnislos blickte der junge König ihn an und Louis fuhr hastig, aber leise fort: „Wenn er durch die Kälte krank wird und daran sterben solltet, dann hast du das zu verantworten und das willst du ihr doch sicherlich nicht antun, oder?“ Louis nickte zu Lady Taylor hin, die noch immer mit ihrem Becher beschäftigt war und den Trank Schluck für Schluck zu sich nahm. Auch der König sah zu ihr hin. Wie sie so am Fenster saß, die Schultern unsicher hochgezogen, sah sie nicht mehr so aus, wie die selbstbewusste Frau, die sie bei König James am Hof kennengelernt hatten. Jetzt sah man deutlich, dass sie eben erst 17 Jahre zählte und eigentlich noch ein junges Mädchen war. Er seufzte: „Gut, ich werde veranlassen, dass man ihn wieder herausholt.“ Harry ließ Louis stehen, ging mit schnellen Schritten durch das Zimmer und trat hinaus auf den Flur, wo er einem Wachmann leise Anweisungen gab. „Er wird einen Tag Arrest in seiner Kammer haben. Sie holen ihn aus diesem Loch.“ teilte er Louis mit und schloss dann die Tür wieder hinter sich. Lady Taylor hatte in der Zwischenzeit ihren Becher gelegt, stellte ihn auf einem Tischchen ab und erhob sich. Louis hielt sich im Hintergrund, während Harry auf seine Frau zuging und nah vor ihr stehen blieb. Sie hob den Blick und sie sahen einander an. „Wollen wir es wagen?“ fragte sie leise und machte den Eindruck, als stünde sie ein wenig neben sich. Ob das die Wirkung des Trankes war? Louis erinnerte sich daran, dass die Gerüche in Gwydions Kammer ihn ein wenig benebelt gemacht hatten. Vielleicht hatte der Zauberer ja auch etwas beigemischt, dass die junge Königin ein wenig entspannter und gleichgültig werden ließ. Sie griff Harrys Hand und zog ihn ins Schlafzimmer nebenan. Louis folgte leise und schloss dann die Tür hinter ihnen.

Im Schlafgemach war es behaglich. Das Feuer im Kamin spendete Wärme und Licht und auch einige Kerzen in den Wandhalterungen brannten. Taylor strahlte eine enorme Ruhe aus, die sich auf Harry zu übertragen schien, denn auch er wirkte ganz und gar nicht nervös. Ganz im Gegenteil zu Louis, dem das Herz nervös zu schlagen begonnen hatte. Ab wann sollte er sich einmischen? Sollte er selbst den Moment bestimmen, oder warten, bis Harry ihm ein Zeichen gab? Er beschloss, erst einmal einen Moment abzuwarten und sah weiter zu. Vorsichtig schnürte Harry das Gewand seiner Frau auf, lockerte den Stoff und streifte ihr das schöne Kleid von den Schultern. Es fiel schwer auf den Boden und die junge Frau stand ganz nackt vor ihrem Mann. Sie hob eine Hand und löste ihre Lockenpracht, die sich sofort in langen Wellen über ihren Rücken, sowie ihre flache Brust legte. „Lou...“ hauchte Harry, ohne dabei von Taylor wegzusehen. Louis trat vor, stellte sich hinter Harry. Er griff unter seinen Armen hindurch und löste das Lederband, das Harrys Wams vorne zusammenhielt. Es war ein Leichtes, ihm das Kleidungsstück abzustreifen und Louis liebkoste wärendessen ständig Harrys Hals und Nacken. Die Berührungen ließen ihn beinahe vergessen, dass da noch Jemand bei ihnen stand. Der König hatte seine Frau jedoch nicht vergessen und strich mit den Händen vorsichtig über ihren Körper. Der Trank schien sie empfänglicher für Berührungen gemacht zu haben und sie wölbte sich Harrys großen Händen entgegen. Er strich ihr mit großen Bewegungen über den ganzen Körper und zog sie nahe an sich, bis sie Haut an Haut standen. Das Trio bewegte sich vorsichtig zu Bett und als sie es erreicht hatten, ließ sich die Königin langsam darauf sinken. Sie legte sich auf die weichen Felle und beobachtete sie einen Moment. Louis hatte Harry zu sich gedreht und ihn in einen Kuss gezogen. Ein letztes Mal musste er ihm einfach klarmachen, wie sehr er ihn liebte, bevor er sich mit der Frau vereinigte. Kräftige Hände umschlangen ihn und zerrten Louis das Obergewand über den Kopf. Die Küsse wurden hungriger und Louis machte sich an Harrys Gürtel zu schaffen, öffnete ihn und half ihm aus der Hose. Obwohl es ihm sehr schwer fiel, drehte er Harry danach um und schob ihn bestimmt zum Bett. Er durfte seine Pflicht jetzt nicht vergessen, ganz egal, wie gern sie sich einander gewidmet hätten. Der König wandte sich widerwillig wieder der jungen Frau zu, die in den Fellen lag und sich von ihm berühren ließ. Louis krabbelte ans Kopfende des Bettes, hielt kurz inne, dann nahm er allen Mut zusammen und bettete den Kopf der Königin in seinem Schoß. Sie schien nichts dagegen zu haben und ließ es zu, dass er seine Finger durch ihre Haar gleiten ließ, das wie flüssiges Gold um ihr Gesicht floss. Harrys Hände waren überall an der Frau, doch seinen Blick zu Louis unterbrach er dabei kein einziges Mal. Hungrig musterte er seinen nackten Oberkörper und seine Handgriffe wurden kräftiger. Fast wirkte es so, als habe er vergessen, dass es nicht Louis war, der unter ihm war. Genau das, was sie bezwecken wollten. Louis beugte sich vor und vereinter ihre Lippen wieder miteinander. Ein Seufzen entwich ihnen beiden und sie gaben sich ganz einander hin. „Sie scheint uns ganz vergessen zu haben...“ Louis sah nach Unten. Die Königin hatte die Augen geschlossen. Vielleicht dachte sie gerade auch an einen anderen Mann und ersetzte im Geiste, die Hände Harrys mit denen von Thomas. Harry löste eine Hand von ihrem Körper und strich Louis über die nackte Brust. „Du bist so schön...“ seufzte er zu ihm gewandt und beugte sich dann vor, presste seine Lippen allerdings auf Taylors kleine Brust, um dort über die helle Haut zu lecken. Sie seufzte leise und hob die Hüfte ein wenig an. Vorsichtig und etwas unsicher, tastete sich Harry mit den Händen weiter vor und warf Louis einen Blick zu, als würde er um Erlaubnis bitten. „Tu es….“ flüsterte Louis und Harry holte tief Luft. Er schloss die Augen, tastete seine Frau vorsichtig ab und drang dann in sie ein.

Die Augen zusammengekniffen und die Unterlippe zwischen den Zähnen, hielt er inne. Sie gab einen kurzen gequälten Laut von sich. Hatten sie beide Schmerzen? Schwer atmend sah Louis auf die Frau unter sich. Sie zeigte kaum eine Reaktion. Ob der Trank sie bewusstlos gemacht hatte? „Louis...sieh mich an.“ bat Harry und er hob den Blick wieder. „Oh Gott...“ keuchte der König und bewegte sich vorsichtig. „...wie schaffst du das nur? Ich muss dich nur ansehen….und werde beinahe von meinen Gefühlen überwältigt...küss mich bitte.“ Natürlich kam er dieser Bitte nur allzu gerne nach, beugte sich wieder nach vorn und drückte Harry einen liebevollen Kuss auf die Lippen. Mit einer Hand strich er ihm über den Hals, dann hinunter zur Brust, während ihre Zungen miteinander tanzten und Harrys Bewegungen schneller und fahriger wurden. Er hatte sich rechts und links neben dem schmalen Körper der Frau aufgestützt und bewegte sich mit geschlossenen Augen vor und zurück. Unentwegt strich Louis ihm dabei über den Kopf, die Schultern und überzog sein Gesicht mit sanften Küssen. Es dauerte nicht lange, da wurde Harrys Atem flacher und öffnete die Lippen zu einem stummen Ausruf. Alle Muskeln angespannt, hielt er inne und sackte dann leise knurrend auf die Unterarme. Die Königin öffnete die Augen und blinzelte Harry an, als erwachte sie gerade aus einem sehr erholsamen Schlaf. Als er sich aus ihr zurückzog, kniff sie kurz die Augen zusammen. „Habe ich dir wehgetan?“ fragte Harry und sah seine Frau besorgt an. „Ein wenig, aber ich habe gehört, es soll wohl normal sein, wenn man noch unberührt ist.“
Harry küsste sie auf die Stirn, rollte sich dann von der jungen Frau herunter und blieb auf dem Rücken neben ihr liegen. Seine Brust hob und senkte sich noch immer rasch und er schloss die Augen, sicherlich um zu verarbeiten, dass er seine bisher schwerste Aufgabe geschafft hatte. Louis saß am Kopfende und blickte auf die beiden hinab: die Königin zitterte leicht und als Louis genauer hinsah, konnte er eine Träne auf ihrer Wange glitzern sehen. Zwar gab sie keinen Laut von sich, sondern weinte stumm, doch sie zitterte leicht und schien sich sehr beherrschen zu müssen, nicht laut zu schluchzen. Es war herzzerreißend mit anzusehen und Louis wandte den Blick stattdessen Harry zu, der sich gerade aufrichtete und Louis erleichtert anlächelte. „Danke...“ war von seinen Lippen abzulesen und Louis nickte. Seltsamerweise fühlte er sich gut, obwohl er damit gerechnet hatte, nach dieser Nacht verletzt zu sein. Doch irgendwie schien es in seinem Kopf angekommen zu sein, dass Harry keine andere Möglichkeit gehabt hatte und es nunmal seine Pflicht gewesen war. Vorsichtig hob er Taylors Kopf von seinen Beinen und rutschte ein wenig zur Seite, dann krabbelte er aus dem Bett, angelte sich sein Hemd vom Fußboden und schlüpfte wieder hinein. Draußen vor dem Fenster war es bereits dunkel geworden und sicherlich würden die Jungs im Thronsaal schon zu Abend essen. „Wo gehst du hin?“ fragte Harry, der noch immer neben seiner Frau saß und zu ihm sah. „Ich gehe zum Abendessen. Du kannst ja nachkommen, wenn du soweit bist.“ sagte Louis. „Bist du wütend?“ fragte Harry sofort, der ihn wohl ein wenig falsch verstanden hatte. Louis schüttelte den Kopf: „Nein ich bin nicht wütend. Ich weiß, dass ihr keine andere Wahl hattet – ihr beide...ich würde es nur schlimmer machen, wenn ich dir daraus auch noch einen Vorwurf machen würde.“ Er lächelte, schloss den obersten Knopf an seinem Hemd und verließ dann das Schlafgemach. Kaum hatte er die Tür hinter sich geschlossen, war ein herzzerreißendes Schluchzen der Königin zu hören. Louis blieb stehen und drückte das Ohr an die Tür. Harry sagte etwas zu ihr, seine Stimme klang ruhig und tröstend, obwohl man nicht verstehen konnte, welche Worte er wählte.

Louis konnte nicht sagen, was mit ihm geschehen war, aber es machte ihn nicht mehr tieftraurig, wenn er darüber nachdachte, dass Harry und Taylor gemeinsam ein Kind bekommen würden. Vielleicht lag es daran, dass sie von Thomas Liebe zu der Königin wussten, oder dass er selbst bei der Ehe dabei gewesen war und gesehen hatte, wie schwer es Harry gefallen war, sich der Dame zu nähern und er es ohne ihn nicht geschafft hätte. Wie auch immer, Louis hatte sich mit dieser Situation abgefunden und verspürte in sich einen Frieden, der ihn ruhig werden ließ. Zum ersten Mal seit er einen Fuß auf diese Burg gesetzt hatte, ging es ihm gut. Diese Erkenntnis traf ihn wie ein Blitz und er konnte es nicht verhindern, dass auch ihm die Tränen in die Augen stiegen. Hastig wischte er sie weg und ging mit schnellen Schritten aus den königlichen Gemächern.  Direkt gegenüber befand sich Thomas´ Schlafkammer und Louis hielt einen Moment davor inne. Lady Taylor lag in ihrer Kammer und weinte. Vielleicht sollte man Thomas zu ihr lassen. Er war der einzige Freund, den sie hier wirklich hatte und Harry sollte in diesem Fall seine Strafe für den Vertrauten vielleicht noch einmal überdenken und die Bedürfnisse seiner Frau über seinen Stolz stellen. Sobald Harry im Thronsaal auftauchte, würde er ihn darum bitten, Thomas zur Königin vorzulassen.    
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