Die Wölfe ~Patenmörder~

Der 15-jährige Enrico, lernt im Central Park, einen seltsamen Jungen kennen. Der schüchterne Antonio, gefällt ihm, also freundet er sich mit ihm an. Er ahnt ja auch nicht, in welch dunkle Machenschaften der Kerl verstrickt ist, bis er ihm neugierig auf das Dach eines Hochhauses folgt. Den Mord, denn er dort oben mit ansehen muss, bringt die beiden Freunde in Lebensgefahr und zwingt Enrico in ein Leben zwischen Bandenkrieg, Drogen und Mord.

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5. 5. Kapitel ~Raphaels Entschuldigung~

Er ist gar nicht so schlimm, wie alle behaupten, eigentlich ist er sogar ganz lustig. Sein überraschtes Gesicht, als er das Eis gegessen hat, war einfach zum Schreien komisch gewesen. Schade, dass er heute Abend wahrscheinlich keine Zeit hat, in den Park zu kommen. Die Jungs aus der Zehnten, mit denen ich mich verabredet habe, würden sicher über sein Können staunen und dann auch nicht mehr so schlecht von ihm sprechen. Ob ich ihn wohl mal wieder im Park treffen werde? Bisher habe ich ihn da noch nie gesehen. 

Gedankenverloren zeichne ich den Drachen seiner Jacke nach. Den Block habe ich auf meine Sporttasche gelegt und mich auf die Treppe vor dem Schulgebäude gesetzt. All meine Freunde sind schon auf dem Heimweg. 
Während ich das Maul des Drachen ausmale, öffnet sich die Tür hinter mir, ein Schatten legt sich über mein Blatt. 
„Hey, das sieht gar nicht mal schlecht aus. Zeichnen liegt dir eindeutig besser, als Basketball spielen“, spricht mich eine vertraute Stimme an. Als ich aufschaue, sieht mir Taylor, der Kapitän der Basketballmahnschaft, über die Schulter. Ich lächle verlegen. Mir fehlt wohl wirklich noch etwas Übung, in dem Spiel, in dem er schon ein Ass ist. Nach ihm verlassen seine Freunde das Gebäude, auch sie schauen sich die Zeichnung an. 
„Ist das nicht der Drache, von dem unheimlichen Knirps, der immer vor unserer Schule herumlungert?“
„Jab!“, entgegne ich und radiere die überflüssigen Bleistiftstriche weg, „Und er ist nicht unheimlich, sondern ganz lustig!“ Der Kapitän sieht mich mahnend an und setzt sich zu mir auf die Stufe. 
„Hab ich dir nicht gesagt, dass du dich von dem fernhalten sollst. Der hat Dreck am Stecken.“ Eindringlich betrachte ich Taylor, als ich ihn wissen lasse: „Das haben mir die Jungs aus der Neunten über euch auch geraten.“ Er und seiner Freunde schmunzeln, sie verlieren kein schlechtes Wort mehr.
„Toni kann unglaublich gut Körbe werfen. Ich hab ihn für heute Abend eingeladen. Vielleicht hat er ja doch Zeit und kann vorbei kommen.“
„Ach ja? Dann bin ich ja mal gespannt. Wenn du so große Stücke auf ihn hältst, könnt ihr ja mal zu zweit gegen uns antreten.“ Herausfordernd betrachtet Taylor mich. Ich schaue zuversichtlich zurück. Mit Tonis Treffsicherheit, nehmen wir es doch locker mit den großen Jungs auf. 
„Abgemacht!“, erwidere ich und entlocke dem Kapitän damit ein amüsiertes Schmunzeln. 
„Du bist echt Größenwahnsinnig, weißt du das?“ Jetzt bin ich es, der über ihn schmunzeln muss. 
„Na dann, bis heute Abend, Kurzer“, mit diesen Worten erhebt er sich. Als er geht wuschelt er mir durch die Haare. 
„Hey!“, schimpfe ich und stoße seine Hand weg. Ich hasse es wenn er das macht und so klein bin ich nun auch wieder nicht, dass er mich immer Kurzer nennen muss. Taylor lacht nur amüsiert und schließt zu seinen Freunden auf, gemeinsam treten sie den Heimweg an. Vergeblich versuche ich das Chaos in meinen Haaren zu richten, als ein Motorrad auf mich zuhält und direkt vor der Treppe zum Stehen kommt. Raphael? Woher hat er die Maschine? Ist das etwa der Schrotthaufen, an dem er schraubt, seit er Mechaniker geworden ist? Das Teil fährt endlich? 
Er nimmt die Schutzbrille ab und sieht den Jungs aus der Zehnten nach. Sein verwirrter Blick wechselt zu mir. 
„Bist du etwa mit denen befreundet? Sind die nicht eine Stufe über dir?“ 
„Ja, wieso?“ 
„Ach, schon gut.“
„Was machst du hier?“, will ich von ihm wissen und packe meinen Zeichenkram in den Rucksack. 
„Ich komm dich abholen“, entgegnet er und kramt aus seiner Jackentasche eine Schutzbrille heraus, die er mir zuwirft. Verständnislos betrachte ich ihn.
„Aber ich hab doch noch Training.“
„Das wirst du heute mal schwänzen. Los komm, steig auf!“ Raphael setzt sich seine Schutzbrille wieder auf und klopft auf den Sitz hinter sich. Irritiert erhebe ich mich und lege mir meine Sporttasche um, dann gehe ich die wenigen Stufen hinab. 
„Darf ich fahren?“, will ich wissen, als ich ihn erreiche und die Brille aufsetze. Er lacht spöttisch.
„Du hast nicht mal nen Führerschein.“ Na und ich kann es trotzdem schon. Der große Bruder von Alex hat es mir gezeigt. 
„Ach bitte!“
„Jetzt hör auf zu quengeln und steig auf!“ Naja, ein Versuch ist es wert gewesen. Hinter meinem Bruder steige ich auf die Maschine. Als er das Motorrad zurück auf die Straße lenkt, will ich von ihm wissen: „Musst du heute nicht arbeiten?“
„Ich hab verschlafen und mein Chef meinte, dann kann ich auch gleich daheim bleiben. Ich soll erst heute Abend die Schicht für Maike übernehmen, er hat sich wohl an der Hebebühne verletzt.“ Erst heute Abend? Das heißt ich habe den ganzen Nachmittag mit meinem Bruder? 
„Außerdem habe ich was wieder gut zu machen“, fügt er grinsend an. 
„Ja hasst du! Ich hab mir voll Mühe mit dem Frühstück gegeben“, murre ich. 
„Ich weiß, tut mir leid. Dafür habe ich ein Überraschung, wenn wir zu Hause sind.“  

Raphael nimmt den kürzesten Weg nach Hause. Schon von Weitem fällt mir ein großer Haufen Dachschindeln auf, der neben dem Haus aufgetürmt liegen. Ist das die Überraschung? Ein Haufen Arbeit? Irgendwie habe ich mir mehr erhofft, als ein Wochenende auf unserem Dach zu verbringen. Einen Dachdecker können wir sicher nicht bezahlen, die Schindeln werden teuer genug gewesen sein. Ich seufze.
„Was hast du?“, will er wissen. 
„Hast du unser ganzes Geld für das Dach rausgeworfen?“, will ich wissen. Wir hätten damit auch mal was schönes machen können, mal essen gehen zum Beispiel. Ein anständiges Mittagessen, ist schon Wochen her. Ich könnte mal was besseres, als angebrannte Schnitzel und Omelett vertragen. Raphael seufzt ergeben. 
„Ja, schon, aber das ist nicht die Überraschung.“ Erwartungsvoll schaue ich meinen Bruder an, als er das Motorrad in unserer Einfahrt parkt und wir absteigen. Sein breites Grinsen ist geheimnisvoll, er wird nichts sagen, ich muss es selbst herausfinden. Neugierig gehe ich zur Haustür und schließe auf. Der muffige Geruch, der mir sonst immer entgegen kommt, bleibt aus, stattdessen riecht es nach Reinigungsmittel. Verwirrt betrachte ich den sauberen Boden. Als ich eintreten will, keift Raphael: „Zieh gefälligst die Schuhe aus!“ Die Vorschrift ist neu, aber in Anbetracht des sauberen Bodens verständlich. Gehorsam ziehe ich die Schuhe aus und schlüpfe ins Haus. Mein erster Blick geht in die Küche. Das dreckige Geschirr ist verschwunden, man kann den Offen und die Spüle erkennen. In den Schränken und Regalen stapelt sich saubere Tassen und Teller. Unser Esstisch hat eine blanke Oberfläche, die Ringe und Flecke unserer Mahlzeiten sind verschwunden. Auch der Boden, der sonst mit unterschiedlichen Punkten gesprenkelt war, ist nun wieder weiß, die Fließen gescheuert. Mir bleibt der Mund offen stehen. Wie hat Raphael das in so kurzer Zeit alles geschafft? Allein die Küche muss ihn Stunden gekostet haben. Ob das Wohnzimmer auch so ordentlich ist? Ich laufe den Flur entlang und biege in den zweiten Raum links ab. Die Tür lässt sich leicht öffnen, ich muss nicht wie sonst, gegen die Wäscheberge ankämpfen, die sich auf dem Boden türmen. Alle verteilten Kleidungsstücke, sind verschwunden. Der Teppich ist gefegt und auch unser Couchtisch ist sauber. Nichts ist mehr übrig von dem ganzen Chaos. Ob er auch mein Zimmer? Verstohlen sehe ich durch den Spalt meiner Zimmertür. Natürlich nicht! Abgesehen von den Wäschebergen tobt dort das übliche Chaos. Als ich auf meinen Bruder zurück schaue, meint er sofort: „Dein Zimmer kannst du selber aufräumen!“ Na gut. Er hat wirklich schon genug gemacht. Als ich nicht sofort losstürme, betrachtet Raphael mich mahnend. 
„Was ist? Du kannst gleich damit anfangen. Ich mach uns in der Zeit was zu essen.“ Ehrlich? Er kocht? Wenn er nicht gerade tot müde von der Arbeit heim kommt, kann Raphael ganz vernünftig kochen. 
„Okay, einverstanden!“ Motiviert laufe ich los. Meine Sporttasche und meinen Rucksack werfe ich aufs Bett, dann fällt mein Blick aus dem Fenster. Auf etlichen Wäscheleinen hängen alle Kleidungsstücke, die sich zuvor in unserem Haus verteilt haben. Hat er etwa alles gewaschen? Ganz allein? Das ist einfach unmöglich! Aber um so besser, so kann ich mir das am Wochenende sparen. Was kann es schöneres geben? Das bisschen Zimmer aufräumen, ist dagegen doch ein Witz. Von mir aus kann Raphael ruhig öfter verschlafen, wenn unser Haus dann so ordentlich ist. Während ich noch über all das nachdenke, kommt Raphael zu mir, in der Hand hält er einen Eimer mit Wasser und einen Lappen.
„Wenn du schon mal dabei bist, dann mach es ordentlich!“, fordert er. Ich nicke fröhlich und nehme ihm den Eimer ab. 
„Und vergiss die Fenster nicht!“, mahnt er. 
„Aye, aye, Sir!“, entgegne ich spöttisch und mache mich ans Werk. 

Während meine Möbel langsam unter all dem Chaos zum Vorschein kommen und das Licht nun ungehindert durch meine sauberen Fensterscheiben dringt, duftet es bereits köstlich aus der Küche. Irgendetwas brät Raphael an. Es wird also Fleisch geben? Neugierig geworden beeile ich mich die letzten Bücher ins Regal zu räumen und die Schallplatten vom Boden aufzuheben. Als auch sie im Regal verstaut sind, muss ich nur noch mein Bett richten und den Boden wischen. Der köstliche Duft wird immer intensiver. Jetzt bin ich mir fast sicher, dass es Hase gibt. Mein absolutes Lieblingsgericht, aber der braucht doch länger als ein paar Minuten. Hat Raphael auch den schon vorbereitet? Er muss Hilfe gehabt haben, eindeutig. Ich nehme mir fest vor, ihn danach zu fragen und wische den letzten Fleck auf dem Boden weg. Jetzt kann man wieder gefahrlos mein Zimmer betreten, ohne über irgendetwas zu stolpern oder kleben zu bleiben. Stolz betrachte ich mein Werk, dann frisst mich die Neugier auf. Den Putzlappen werfe ich zurück in den Eimer und laufe in die Küche. Verstohlen luge ich um den Türrahmen herum. Raphael holt tatsächlich einen Hasenbraten aus dem Offen. Der ist sicher teuer gewesen, aber zumindest gibt er mal sein schwer verdientes Geld, nicht nur für das Haus aus. Auf unserem Tisch sind bereits zwei Plätze eingedeckt. In einer dampfenden Schüssel liegen Kartoffeln und auf den Tellern häuft sich jeweils ein Berg Rotkraut. 
"Bist du schon fertig?", will er von mir wissen, als er mich in der Tür stehen sieht. Mir läuft bei dem Anblick das Wasser im Mund zusammen. Ich vergesse ganz zu antworten und setze mich auf meinen Platz.
"Enrico?"
"Ja, bin fertig, jetzt schneide an, ich hab Kohldampf!", entgegne ich ungeduldig. Rasch greife ich mir Messer und Gabel und sehe meinen Bruder erwartungsvoll an.
"Du bist wahrlich eine zehnköpfige Raupe", murrt er und holt ein Messer und eine große Gabel. Ich grinse nur breit und fische mir ein paar der Kartoffeln aus der Schalle. Ein von den kleinen schiebe ich mir im Ganzen in den Mund.
"Kannst du nicht warten?" Ich grinse nur breit, mit vollen Backen und schüttle mit dem Kopf. Die ganze Zeit habe ich diesen leckeren Geruch in der Nase, da kann ich einfach nicht anders. Raphael schüttelt nur mit dem Kopf und schneidet eine Keule vom Hasenbraten ab. Erwartungsvoll sehe ich ihm dabei zu. Mein Bruder mustert meinen gierigen Blick einen Moment lang, dann gibt er mir seufzend die erste Keule. Ja! Als er die zweite abschneidet schaue ich ihn trotzdem weiter gierig an. Ohne ein Wort sagen zu müssen, gibt er mir auch die Zweite. Zufrieden lächle ich ihn an und bemühe mich zu warten, bis er sich ebenfalls etwas auf seinen Teller gepackt hat, doch es fällt mir so schwer, dass ich auf meinem Stuhl hin und her rutsche. Wieder schüttelt mein Bruder mit dem Kopf. Als er endlich Platz nimmt, stürze ich mich, wie ein ausgehungertes Tier, auf die Mahlzeit. 
"Das Tischgebet können wir uns wohl sparen, was?" Als wenn wir seit Vaters Tod je eines gesprochen haben. Ich lasse mich von seinem Einwand nicht beim Essen stören. Er kann ja eines sprechen, wenn er will, aber ich habe Hunger. 

"Wie war die Schule!", will er irgendwann wissen. Es ist lange her, dass wir zusammen sitzen und uns unterhalten können. Da gibt es so vieles, was ich ihm noch nicht erzählt habe. 
"Ich bin der Basketballmannschaft beigetreten!", berichte ich als erstes, " und heute Abend treffe ich mich mit den Jungs aus der Zehnten im Park, ach ja und Toni kommt vielleicht auch vorbei."
"Toni?", will mein Bruder wissen. Stimmt ja, der Name ist neu für ihn. Es gab noch keine Gelegenheit ihm von meinem neuen Freund zu berichten.
"Eigentlich heißt er Antonio, aber das war mir zu lang. Ich habe ihn heute Morgen im Park kennen gelernt. Ab und zu habe ich ihn auch schon bei uns vor der Schule gesehen. Er hat ne echt coole Lederjacke und kann wahnsinnig gut Basketball spielen. Die anderen Jungs halten ihn alle für gefährlich, aber er ist okay und voll lustig", plaudere ich munter drauf los.
„Warum halten sie ihn denn für gefährlich?“ Ich zucke mit den Schultern. 
„Keine Ahnung! Vielleicht weil er immer so grimmig schaut.“ Ich stopfe mir ein großes Stück der Keule in den Mund und lasse meinen Blick durch die Küche schweifen. Raphael hat sogar die Fenster geputzt und alle Schränke abgewischt. Wieder kann ich mir nicht vorstellen, dass er das alles allein gemacht hat. 
„Sag mal, du hattest doch Hilfe beim Aufräumen, oder?“ 
„Ja, Simone und ihre Mutter haben sich angeboten“, erklärt er. Die hübsche Blonde von nebenan, hinter der er schon seit einem Jahr her ist? Na wenn das Putzen nicht mal ein Vorwand war, ihr näher zu kommen. 
„Aha!“, entgegne ich lediglich und setze einen vielsagenden Blick auf. 
„Was denn?“ Raphaels Wangen werden rot, ich habe ihn ertappt. 
„Also wenn sie dir freiwillig bei dem Saustall hier geholfen hat, dann solltest du sie wirklich mal nach einem Date fragen. Das macht doch keine Frau freiwillig, wenn sie nicht etwas von dir will.“ Raphaels Blick wird nachdenklich. Einen Moment grübelt er über meine Worte, dann schaut er grimmig drein.
„Seh ich so aus, als wenn ich Beziehungstipps von meinem kleinen Bruder brauche?“ Und wie er die braucht. Während ich mich vor Liebesbriefen nicht retten kann, hat er noch nie eine Freundin mitgebracht und das obwohl er sieben Jahre älter ist, als ich. 
„Du brauchst dringend ne Freundin Bruderherz“, sage ich gerade heraus. Raphael zieht eine Augenbraue fragen in die Höhe und mustert mich verständnislos.
„Wie kommst du darauf?“
„Naja, wenn du ne Freundin hast, die uns im Haushalt hilft, bleibt nicht mehr so viel an mir hängen und du bist kein verbitterter Griesgram mehr.“
„Idiot, ich schleppe dir bestimmt keinen Mamaersatz an.“ 
„Warum nicht?“
„Weil meine Freundin, wenn überhaupt, nur für mich putzen und kochen soll.“ Wir schauen uns einen Moment lang schweigend an, dann müssen wir beide Lachen. Als wenn sich in unseren Männerhaushalt tatsächlich ein Frau verirren würde. Hier hält es doch kein weibliches Wesen auch nur eine Woche aus. Wir brauchen einen gefühlte Ewigkeit, bis wir uns wieder beruhigen, dann schaut Raphael so ernst wie immer. 
„Mal was anderes, kannst du in deinem Freundeskreis nachfragen, ob jemand am Wochenende Zeit hat?“ 
„Zeit, wofür?“
„Laut Wetterbericht soll es nächste Woche regnen, ich wollte das Dach bis dahin fertig haben.“ Er brauch also jemand für die Sklavenarbeit?
„Was ist denn mit deinen Leuten?“, will ich wissen. Die sind doch alle viel älter und stärker, als meine Freunde.
„Die haben alle schon was vor, oder sind nicht schwindelfrei.“ Stimmt ja, seine Freunde kommen höchstens mal zum Party machen vorbei, weil wir hier immer sturmfrei haben, aber wenn es um Arbeit geht, sind sie selten zu gebrauchen.
„Ich höre mich mal um.“ Kein Ahnung ob sich einer meiner Freunde das Wochenende auf diese Art versauen will. Es ist Freitag, etwas kurzfristig, um da jemanden zu mobilisieren, die meisten sind um diese Zeit schon verplant. Damit hätte Raphael wirklich früher kommen können. Wahrscheinlich sitzen wir das ganze Wochenende allein auf dem Dach.  
„Gut, ich hab mir zwar extra frei genommen, aber wenn wir eher fertig werden, können wir ja endlich den Ausflug in den Park machen, der schon so lange aussteht.“ Freudig überrascht schaue ich meinen Bruder an. Er sieht mit einem breiten Lächeln zurück. Das ganze Wochenende hat er frei? Das ist seit gut einem Jahr nicht mehr vorgekommen. 
„Ich finde jemanden, der uns hilft!“, verspreche ich schnell.

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