Stark - nur für mich

Ich arbeite und genieße das Leben in einer der tollsten Städte der Welt - New York. Alles ist toll, bis zu dem Moment als ich in einen Terroristischen Anschlag gerate und vom narzisstischsten Superhelden der Welt gerettet werde. Von nun an ist nichts mehr wie es mal war.

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37. Martyrium

Eine gefühlte Ewigkeit fliege ich in diesem verdammten Helikopter mit diesen Mistviechern.

Ich kann noch immer nichts sehen, da ich diesen verdammten Sack auf dem Kopf habe und gefesselt bin. Meine Handgelenke schmerzen, der Kabelbinder schneidet mir ins Fleisch.
"Warum nur habe ich meinen Kommunikator oder nicht zumindest mein Headset mitgenommen?" ärgere ich mich immer wieder, während ich hier sitze und abwarte was passieren wird.
"Wir gehn jetzt runter." sagt der eine. "Wo sind wir?" frage ich.
Ich weiß die Frage ist sinnlos, doch ich musste sie einfach stellen.
Aber ich werde einfach überhört.
Der Helikopter landet, die Türen öffnen sich und ich werde heraus gezerrt. Ich falle auf die Knie, werde aber sofort wieder auf die Beine gestellt.
"Na komm! Gleich kannst du dich ausruhen." raunt der eine mir zu. Er zerrt mich hinter sich her.
Ich stolpere immer wieder, meine Beine sind wohl vom langen sitzen eingeschlafen. Eine Tür wird geöffnet und ich hindurch gezogen. Es geht eine Treppe hinunter. Als ich erneut ins straucheln gerate, nimmt der Kerl mich einfach über seine Schulter. Noch durch eine Tür geht es dann werde ich auf eine Matratze geworfen.
"Au. Du Schwein!" brülle ich ihn an und ernte dafür sofort wieder eine schallende Ohrfeige.
Der Schmerz ist beißend, aber ich will mir nicht die Blöße geben und weinen.
Plötzlich reißt er mir den Sack vom Kopf, ein paar Haare gleich mit und funkelt mich böse an.
"So, Schätzchen. Hier kannst du jetzt brüllen so viel du willst. Es hört dich eh keiner. Wenn du dich benimmst bleibst du am Leben und..." Er beugt sich über mich. Ich weiche nach hinten aus bis ich mit dem Rücken an eine Wand stoße. Sein Gesicht bleibt direkt vor meinem stehen und er meint "...wenn du nett zu mir bist, dann geht's dir richtig gut."
Mir wird schlecht.
"Lieber sterbe ich." brülle ich und spucke ihm ins Gesicht.
Das hätte ich nicht tun sollen, er schlägt mir mit der Faust ins Gesicht. Mein Kopf knallt gegen die Wand und mir wird schwarz vor Augen.

Als ich wieder aufwache bin ich allein. Allein in einem dunklen Fensterlosen Raum. Von der Decke baumelt eine nackte Glühbirne und spendet spärliches Licht. Ich sitze auf einer schäbigen Matratze, neben mir liegt eine raue Decke. Ein Kissen habe ich nicht. In einer Ecke steht eine Toilette und ein Eimer.
Man hat mich meiner Fesseln befreit. Ich massiere mir die Handgelenke.
Im trüben Licht kann ich erkennen wie zerschunden und blutverschmiert meine Haut ist.
Ich stehe auf. Es gelingt mir nicht gleich. Meine Beine fühlen sich taub an. Irgendwann schaffe ich es aber dennoch.
Ich stütze mich an der Wand entlang und gehe zu der Toilette.
Alles ist so eklig! Ich würde mich nicht gerade als verwöhnt bezeichnen, aber das hier ist Menschenunwürdig!
Ich setze mich wieder auf die Matratze und weine hemmungslos. Ich habe jegliches Zeitgefühl verloren. Ich weiß nicht wie spät es mittlerweile ist und durch meine Ohnmacht weiß ich auch nicht ob es mittlerweile schon ein neuer Tag ist. Ich weiß nur das ich eine Platzwunde am Hinterkopf, eine aufgeplatzte Lippe und etliche weitere Wunden habe. Dazu kommen unglaubliche Kopfschmerzen und wahnsinnigen Durst.
Ich stehe wieder auf, gehe zu der Metalltür und trommle dagegen. "Hey, Arschlöcher! Hallo!" brülle ich so laut ich kann. "Hört mich einer?"

"Ach Prinzesschen ist aufgewacht." meint der eine Kerl zum anderen. "Hm. Gehst du?" erwidert dieser nur und sieht gar nicht von seinem Comic auf.
"Ja gut, aber das nächste Mal du! Nicht das sie mich erkennt."
Und damit steht er auf , zieht sich die Sturmhaube über die dunklen Haare, so das nur noch seine blauen Augen zu sehen sind und macht sich auf den Weg nach unten.

Es kommt jemand, ich höre Schritte. Wenn es wieder der große breite Kerl ist bin ich lieber zahm. Ich ertrage keine weiteren Schläge mehr.
Doch herein kommt ein schmalerer Mann mit Sturmhaube auf dem Kopf. Er trägt ein T-Shirt und eine Jeans. Durchtrainiert ist auch er, das sehe ich an seinen muskulösen Oberarmen. Ich gehe ein paar Schritte zurück.
"Was ist?" fragt er und seine Stimme klingt merkwürdig verstellt.
"Ich habe Hunger und Durst, meine Wunden müssen versorgt werden und ich bräuchte eine Asperin." zähle ich leise auf.
"Moment." sagt er und verschwindet wieder.
Einige Zeit später kommt er mit einer 1 1,5 L Flasche Wasser und ein paar eingepackten Hamburgern von Mc Donalds zurück. Er stellt mir alles Wortlos auf den Boden. Dann sieht er mich an und wirft mir plötzlich einen Blister mit Kopfschmerztabletten vor die Füße. Dann geht er wieder.

Sobald die Tür hinter ihm ins Schloss fällt stürze ich mich auf die Hamburger. Ich reiße das Papier ab und werfe es achtlos zu Boden. Eigentlich hasse ich Essen von Mc Donalds doch heute beiße ich herzhaft hinein. Ich bin am verhungern. Gierig nehme ich einen großen Schluck von dem Wasser. Es schmeckt fade, das ist mir aber egal. Anschließend drücke ich zwei Asperin aus dem Blister und schlucke sie mit einem weiteren Schluck Wasser.
Als alles aufgegessen ist kauere ich mich auf der Matratze zusammen und weine wieder.

Was haben die mit mir vor? Wollen sie Lösegeld erpressen von Tony? Und kann mich Tony hier überhaupt finden? Und wo verdammt bin ich hier eigentlich? Grübelnd schlafe ich irgendwann ein.

"Leg dich mal eine Weile hin! Es nützt gar nichts wenn du zusammen klappst." schlägt Rhody vor.
Auch er war, als er von Susans Entführung gehört hat, sofort hergekommen.
"Ich soll schlafen während meine Frau irgendwo gefangen gehalten wird?" Ich bin entsetzt.
"Ja, ganz genau! Denn wie will der Held seine Prinzessin retten wenn er auf dem Weg da hin wie ein Stein vom Himmel fällt?"
"Okay, okay. Ihr sucht aber weiter! Und gebt mir sofort bescheid wenn ihr was raus findet!" fordere ich und gehe langsam zu meinem Schlafzimmer.
"Na klar. Verlass dich auf uns!" ruft er mir noch nach.
Ich schließe hinter mir die Tür und gehe zum Bett auf das ich mich niederlasse. Ich streichle mit der Hand über Susans Bettseite. Das Bett ist unberührt.
Ich sehe mich um, auf dem Stuhl neben der Badezimmertür liegen Susans Sachen die sie vorgestern auf Arbeit getragen hatte. Ich stehe auf, gehe hinüber und nehme ihre Bluse. Ich sauge ihren Duft ein.
"Wo bist du Süße?" denke ich und eine einzelne Träne rinnt meine Wange herunter.
Dann lege ich mich mit der Bluse im Arm auf das Bett, schließe meine Augen und versuche zu schlafen. Müde bin ich ja, schließlich bin ich seit fast drei Tagen durchgängig wach.
Ich gleite in einen Dämmerschlaf der nicht erholsam ist. Ich träume, dass Iron Man ein altes Militärgelände durchsucht und dort in einem Hangar eine zerschundene Frauenleiche findet. Sie ist es.
Schweißgebadet schrecke ich hoch und sitze kerzengerade im Bett. Die Bluse halte ich fest in meinen verkrampften Fäusten.
"Das darf nicht passieren! Es muss doch für ein Team wie die Avengers möglich sein eine entführte Frau zu finden! Und ich, ich bin einer der genialsten Menschen der Welt, ich erfinde mal so eben Kampfanzüge oder Intelligente Lebensformen und kann aber meine eigene Frau nicht finden?" denke ich verzweifelt.
Da trifft es mich wie ein Hammerschlag.
Ich bin ja so blöd! Warum habe ich nicht eher daran gedacht.
Ich springe aus dem Bett, renne aus dem Raum, immer noch halte ich Susans Bluse fest umklammert als ich in den Wohnbereich gestürzt komme. Alle sehen mich verwundert an.
"Na lange hast du ja nicht ge..." beginnt Rhody, doch er bricht ab als er mein entschlossenes Gesicht sieht. Ich rufe "Jarvis, zeig mir nochmal Susans Entführung." "Selbstverständlich, Sir."
Und zum hundertsten Mal müssen wir mit ansehen wie meine sich heftig wehrende Susan in den Wagen geworfen wird.
Doch das ist es nicht was ich sehen will - worauf ich aus bin.
Kurz nachdem die Wagentüren geschlossen und der Wagen losgefahren ist, zischt etwas durch das Bild und knallt gegen das Auto. Susan hatte sich Hilfe von ihrem Anzug holen wollen. Doch leider kann dieser nicht durch Wände fliegen. Durch Glas ja, aber nicht durch die Metallaußenwände eines Autos. Susan hat also ihre Armbänder an. Ihr Headset und Kommunikator hatte sie ja zu Hause gelassen, das hatten wir gleich als erstes kontrolliert.
"Sie hat ihre Armbänder an." schreie ich.
Eine Last fällt von mir ab und ich muss lachen.
Die anderen sehen mich mitleidig an, bestimmt denken sie ich bin verrückt geworden vor Kummer.
"Tony, ist alles okay?" fragt Clint der gerade dazu gekommen ist.
"Ja na klar. Ich war so blöd! Wir finden sie. Das heißt wenn sie noch immer die Armbänder um hat."
Ohne ein weiteres Wort renne ich hinunter in meine Werkstatt.
"Jarvis, orte Susans Armbänder."
"Ich bin schon dabei." antwortet dieser.
Auf dem Bildschirm erscheint eine Karte von Amerika.
Ein roter Kreis, der immer kleiner und kleiner wird und schließlich in einem roten Punkt über Kentucky endet.
"Sir, ich habe sie gefunden." verkündet Jarvis.
"Kentucky. Da ist sie." rufe ich,
stelle mich gerade hin und strecke meine Arme aus um mir meinen Anzug anzuziehen.
"Moment, wir machen uns auch fertig." ruft Clint und gemeinsam laufen sie zum Fahrstuhl um in die Etage mit dem Hangar zu fahren.
Ich ziehe meinen Anzug an, fliege aus dem Gebäude und fliege schon einmal dem Signal nach.
Kurz darauf sehe ich neben mir den Quinn Jet. Hawkeye grüßt durch die Frontscheibe.
Ich starte den Turbo und mit extra Schubkraft fliege ich noch schneller meiner Su entgegen.
Der Jet beschleunigt auch und hält mit mir mit.

"Was waren das eigentlich für Dinger die du der Schlampe abgenommen hast?" fragt der große Mann den schmächtigeren der beiden.
"Ihre Armbänder?" fragt dieser.
"Ja. Was waren das für Dinger?"
"Mit diesen Armbändern kann sie den Iron Man Anzug rufen. Und wer weiß was die noch so alles können?" erklärt er.
"Dann war es ja gut das du sie ihr abgenommen hast! Ich hätte keine Lust es mit Iron Man aufnehmen zu müssen!" sagt der Große erleichtert. "Hm. Das musst du aber wenn er uns hier findet."
"Ach, hier findet uns niemand. Nicht einmal der Große Stark. Ich hab das Versteck ausgesucht, das ist Bombensicher." Er lacht "Sogar im doppelten Sinn."
Er scheint ziemlich stolz auf seinen Plan zu sein.

Ich lande mitten im Nirgendwo und sehe mich um.
"Wo soll denn hier Susan sein? Hier ist keine Menschenseele." überlege ich.
Der Jet kann hier nicht landen und kreist einfach in der Luft hoch über mir.
"Also ich sehe nichts. Siehst du etwas?" fragt Clint.
"Rein gar nichts." gebe ich zurück. "Jarvis, was soll das?"
"Sir, genau drei Schritte neben Ihnen kommt das Signal."
Ich sehe mich deutlicher um, ist da was? Ich gehe in die Hocke und hebe es auf. Tatsächlich, Susans Armbänder.
"Scheiße!" schreie ich und werfe sie weit weg.
"Was ist?" fragt Clint.
"Wir wurden verarscht. Hier sind nur ihre Armbänder." erkläre ich. "Alles umsonst."
Ich bin verzweifelt,
da meint Clint: "Sie müssen doch zumindest hier entlang geflogen sein. Und wenn sie die Armbänder unterwegs raus werfen konnten, müssen sie mit einem Helikopter unterwegs gewesen sein. Also ist der Radius nicht all zu groß."
Er schweigt kurz. "Nur so Nord/Ost Amerika."
"Scheiße! Ich bin so wütend! Ich finde diese Schweine und werde sie so ficken!" schreie ich.

Ich wache von einem kratzenden Geräusch auf. Ein Schlüssel wird im Schloss umgedreht und langsam öffnet sich die Tür zu meinem Gefängnis.
Wie lange hatte ich geschlafen? Ist des Tag oder Nacht?
Ich stelle mich schlafend, liege auf der Seite mit dem Gesicht zur Tür. Schwere Schritte kommen meinem Lager immer näher.
Ich habe Angst das mein lauter Herzschlag und meine beschleunigte Atmung mich verraten.
Es ist der Große Kerl, ich fühle es.
Er fährt mit einem Finger die Kontur meines Beines nach bis hoch zum Hosenbund. Mit zwei Fingern schiebt er mein Shirt nach oben bis mein BH zu sehen ist.
Ich bleibe still liegen, aber mein Herz rast.
Ein dumpfes Grollen kommt aus seiner Kehle.
"Was soll ich nur machen?" denke ich verzweifelt.
Plötzlich packt er meine Handgelenke und dreht mich ruckartig auf den Rücken. Mit einem mal sitzt er rittlings auf mir.
Es ist mir unmöglich mich zu wehren. Er schaut belustigt in meine weit aufgerissenen Augen.
"Das hast du nicht kommen sehen, was? Aber ich sagte doch, wenn du lieb zu mir bist, dass geht es dir gut." raunt er.
Ich schüttle den Kopf.
"Du willst nicht?" er scheint echt erstaunt. "Ich würde dafür Sorgen das du was Süßes bekommst oder willst du lieber mal an die Frische Luft?" "Nach draußen? Ja! Vielleicht kann ich irgendwie Hilfe holen oder auf mich aufmerksam machen?" denke ich.
Ich nicke mit dem Kopf. "Ja, ich möchte gerne mal wieder frische Luft atmen." flüstere ich.
"Das denke ich mir, schließlich bist du schon drei Tage hier drin."
"Was so lange schon? Wo bleibt nur meine Rettung?" denke ich weiter. "Okay, dann bist du jetzt ein klein wenig nett zu mir und dann nehme ich dich auf einen Spaziergang mit hinaus." sagt er.
Ich presse die Lippen aufeinander und nicke stumm.
"Na also, braves Mädchen!"
Sein Gesicht nähert sich meinem, er küsst meinen Hals.
Es piekst, scheinbar hat er hier draußen auch nicht die Möglichkeit zur ausgiebigen Körperpflege.
Sein Mund gleitet über meinen Hals, das Schlüsselbein, setzt kurz ab und presst sich dann auf meine Brust. Seine Zunge umspielt meine Brustwarze.
Mir ist speiübel, ich würde mich so gerne wehren, doch er hält mit einer Hand meine Hände gefangen und sein Körpergewicht hindert mich daran ihn zwischen die Beine zu treten. Ich bin ihm völlig ausgeliefert. Mir bleibt nur zu wimmern.
Er bearbeitet meine Brüste, immer wieder und wieder. Trotz des Ekels kann mein Körper sich nicht verstellen und die Brustwarzen recken sich ihm entgegen.
"Na siehst du, du willst es auch." lacht er als er es bemerkt. Ich schüttle den Kopf.
"Da sagt dein Körper aber was anderes." sagt er und knetet mit der freien Hand meine Brüste.
Sein Mund nähert sich meinem und er presst seine Lippen auf meine. Forsch dringt seine Zunge in mich ein. Was mit Tony so schön ist, ist hier und jetzt eklig und abstoßend.
Mit einem Mal lässt er von mir ab, ergreift meinen Hosenbund und beginnt mir die Hose und das Höschen auszuziehen.
"Du bist zwar nicht frisch geduscht, aber darüber muss ich heute wohl mal drüber hinweg sehen." lacht er. Dann, als ich nackt vor ihm liege, erhebt er sich und beginnt sich die Hose runter zu ziehen. Sein kümmerlicher Schwanz peitscht mir entgegen.
Es ist wie ein Unfall, ich kann nur da hin starren.
"Na, gefällt dir was du siehst?" lacht er stolz. "So einen Prachtschwanz hat der alte Mann sicher nicht!"
"Da sei dir nicht so sicher." flüstere ich und lache.
"Du wagst es mich auszulachen?"
Er wird wütend. "Mist! Gleich wird er mich wieder schlagen." denke ich. Aber ich irre mich, er hat eine andere Strafe außersonnen.
Er legt sich auf mich, nimmt seinen Penis in die Hand und versucht ihn in mich einzuführen.
Ich strample mit den Beinen, trommel mit den Fäusten auf seinen Rücken. Bis es ihm reicht.
Frustriert weil er es nicht hinbekommt in mich einzudringen und durch meine heftige Gegenwehr gestört, rastet er aus.
Er schlägt mir fest mit der Faust ins Gesicht. Ich schreie laut auf.
"Das hast du jetzt davon, Schätzchen. Ich hol nur kurz was. Ich bin noch nicht fertig mit dir. Bleib liegen!" befielt er mir, steht auf und verlässt den Raum.
Der Trottel hat in seiner Wut ganz vergessen abzuschließen.
Ich rappel mich auf, raffe meine Hose und mein Shirt unter den Arm und laufe zu der Tür.
So leise es mir möglich ist öffne ich sie. Sie schleift nur etwas über den Boden.
Ich lausche hinaus. Kein Geräusch ist zu hören.
Vor mir befindet sich eine Treppe die nach oben führt. Langsam, Stufe für Stufe nehmend steige ich sie empor. Oben angekommen spähe ich erst einmal um die rechte Ecke.
Ich befinde mich in einem langen Flur von dem fünf Türen abgehen. Ich wurde damals nur durch zwei Türen hindurch getragen.
Eine habe ich schon hinter mir gelassen. Also eine dieser Türen hier muss ins Freie führen.
Plötzlich höre ich gedämpft Stimmen. Zwei Männer und sie scheinen sich zu streiten.
Die Stimmen kommen von rechts neben mir aus der Richtung.
Dann fällt mir ein das wenn hinter der Tür ja das Draußen liegt, vielleicht wird dann mit jedem mal öffnen etwas Schmutz hinein getragen? Ich sehe mir den Boden vor den Türen an. Vor keiner sehe ich verräterischen Schmutz liegen.
Ich verzweifle langsam. Wieviel Zeit habe ich noch bis der Typ zurück kommt?
Ich beschließe es einfach zu versuchen und schleiche aus meiner Nische nach links. Ganz leise und vorsichtig drücke ich die erste Türklinke nach unten. Verschlossen. Dann die nächste. Ebenso verschlossen.
Eine habe ich noch auf dieser Seite des Flures, doch die liegt recht weit hinten.
Ich renne so leise ich kann auf nackten Füßen zu ihr. Ich lege meine freie Hand auf die Klinke und drücke sie sacht hinunter.
Tatsächlich, sie springt auf.
Mein Herz macht einen Hüpfer, als ich sehe was dahinter liegt. Freiheit. Es ist Nacht und stockdunkel.
Ich schleiche raus und schließe die Tür lautlos hinter mir.
Ich sehe mich gehetzt um. Wo war ich nur?
Hinter mit ist eine Baracke, mit ein paar Fenstern, stelle ich erschrocken fest. Sofort ducke ich mich auf den Boden. Um mich herum kann ich im Dunkeln Bäume ausmachen. Aber es ist wirklich stock finster. Also keine Zivilisation in der Nähe. Denn wo eine Stadt ist kann die Nacht nicht dermaßen dunkel sein.
Ich nehme meinen Mut zusammen und laufe in geduckter Haltung zu einer Baumreihe hinüber.
Ich erreiche einen breiten Baumstamm. Erleichtert als wäre er mein Retter streichle ich die raue Rinde.
"Tatsächlich das ist ein Wald." denke ich.
Ich erinnere mich, wie ich als Kind in unserem Park mit dem Sohn des Stallmeisters meines Vaters immer auf Bäume geklettert bin. Das könnte mir jetzt helfen.
Ich laufe etwas weiter in den Wald hinein und sehe mich immer nach einem geeigneten Kletterbaum um. Im schwachen Mondschein kann ich schließlich einen Baum ausmachen dessen untere Äste in einer für mich erreichbaren Höhe hängen.
Ich bleibe kurz davor stehen ziehe mir so schnell ich kann Hose und Shirt an. Dann schwinge ich mich an den untersten Ast, umklammere diesen mit beiden Händen, stütze mich mit den nackten Füßen am Baumstamm und ziehe mich mit letzter Kraft nach oben auf den Ast. Ich stelle mich am Stamm festhaltend auf ihn drauf. Greife mit der linken Hand nach dem nächsten Ast weiter oben, während ich mit der rechten den Stamm umklammert halte. Dann das gleiche nochmal. So kämpfe ich mich immer ein Stück höher. Bis ich schließlich im dichten Blätterdach auf einem kräftigen Ast sitze.
"Damit rechnen die sicher nicht. Das ich auf Bäume klettern kann." denke ich böse.
Ich lehne mich mit dem Rücken gegen den Stamm und schließe kurz die Augen.
"Hier warte ich bis es Tag wird oder eben bis mir eine Lösung für den Fluchtweg einfällt." sage ich leise zu mir selbst.
Ein Uhu oder sowas schreit, in der Ferne hört man das stete Rauschen von Autos.
"Eine größere Straße muss in der Nähe sein." schließe ich.
Mit einem Mal wird die Ruhe von einem Knall gestört. Ich zucke zusammen. Meine Flucht ist wohl aufgefallen.
Sie haben Pistolen. Scheiße!
Ich spähe nach unten. Durch die Äste zwischen uns kann ich das Licht zweier Taschenlampen erkennen. "Wo ist die Schlampe?" brüllt der Große.
"Das wüssten wir noch wenn du sie nicht hättest ficken wollen." meckert der andere.
"Was denn? Wenn die Schlampe so heiß ist? Sie hat es doch drauf angelegt." versucht sich der Große raus zureden.
"Sie hat es gewollt?" Der kleinere bleibt stehen und lacht. "Die ist sowas von verschossen in Stark."
"Ach der Lutscher Stark. Ich hätte ihr das Gehirn raus gevögelt da hätte sie den ganz schnell vergessen." prahlt er.
"Ja, na klar. Das war aber gar nicht abgemacht."
"Na und? Das gehört dazu. Kidnapper ficken öfter mit den Geiseln." "Mensch, bist du ein Schwerverbrecher oder was?
Stark sollte doch nur einen Denkzettel verpasst bekommen. In dreieinhalb Wochen hätte er sein Schätzchen gesund zurück bekommen sollen." plaudert der eine frisch und frei ihren Plan aus.
"Ach reg dich ab. Jane meinte auch ihr sei es egal ob die Schlampe überlebt. Das Stark einen Denkzettel bekommt das ist das Wichtigste!"
Ich höre schweigend alles mit an. Vier Wochen sollte ich hier gefangen bleiben und mein Tod wurde missbilligend in Kauf genommen? Was sind das für Kerle und wer ist Jane?

Ich rase mit 150 über den Highway. Noch wurden die Cops nicht auf mich aufmerksam, und selbst wenn, dann würde ich sie wenigstens direkt zu den Verbrechern führen.
Stark habe ich nichts von meiner Entdeckung gesagt. Der und seine Heldenkumpel sind auch so schnell vorhin abgehauen.
Ich habe auf dem Video nämlich auch etwas entdeckt was die anderen unmöglich wissen konnten. Der schwarze Mercedes Sprinter. Ich kenne den Besitzer.
Klar, die Nummernschilder waren geklaut, aber der Wagen hat eine charakteristische Delle im Dach.
Da habe ich als Teenager ein Auto drauf fallen lassen.
Der Wagen gehört meinem Dad.
Aber ihm traue ich eine Entführung absolut nicht zu, er hat auch keinen Bezug zu Susan oder Stark. Der Fahrer musste mein Bruder sein.
Die größere vermummte Gestalt kommt auch der Statur meines Bruders nah.
Eben gerade war ich auf dem Schrottplatz meines alten Herrn, er war erstaunt das ich plötzlich wissen will wo Danny ist. Wir haben seit Jahren keinen Kontakt mehr.
Aber eine Erkenntnis brachte der Besuch bei meinem Vater doch, ich wusste nun ganz sicher das der Wagen noch unserer Familie gehört und Danny schon seit ein paar Tagen damit unterwegs sei.
Ich überlegte fieberhaft wo Danny stecken könnte. Mir fiel nur unser Trainingslager ein.
Ich rase über die Interstate 69 Richtung Michigan.
Dort in Battle Creek haben wie unsere Ausbildung zum Bodyguard absolviert.
Viel Wald, Schlamm und Hügel - ein perfekte Gelände für ein Drill Camp. Wir waren der letzte Lehrgang. Danach wurde das Camp geschlossen, wegen unhaltbarer Zustände gegenüber den Rekruten.
Es ist das perfekte Versteck wenn jemand nicht gefunden werden soll.

"Tony, was sollen wir tun?" fragt Wanda.
"Woher soll ich das wissen?" brülle ich sie an.
Sie zuckt kein bisschen zusammen. "Entschuldige Wanda." bitte ich aber dennoch. "Ich weiß es nicht. Ich werde noch verrückt! Amerika ist einfach zu groß. Zu viele Verstecke" murmle ich.
"Ist schon gut, Tony!" sagt sie und legt mir ihre Hand auf die Schulter.
Wir sitzen jetzt schon seit einem Tag untätig im Haus von Barton rum.
Es liegt in der Nähe von da wo wir uns befunden haben als wir leider feststellen mussten das die Spur mit den Armbändern ins Leere führte. Um mich abzulenken repariere ich den alten Traktor der Bartons.
Es ist ein heißer Morgen. Ungewöhnlich für den April. Ich wische mir das Gesicht mit meinem Shirt trocken.
"Wir werden sie finden, Tony. Das weiß ich einfach!" sagt sie noch bevor sie die Scheune verlässt.
"Ja klar." murmle ich tonlos. "Nur wann?"
Ich muss immer an meinen Traum denken.

Die Kerle haben es aufgegeben nach mir zu suchen, vorerst.
Ich bleibe dennoch in meinem Versteck auf dem Baum und verhalte mich ruhig.
Die Sonne war aufgegangen und ich sehe mich um. Weiter hinten sehe ich tatsächlich eine größere Straße, wo einige Autos fahren.
Da vorn sind einige Baracken als Wellblech, auch die in der ich gefangen gehalten worden bin.
Ein Steinhaus kann ich ebenfalls durch die Bäume sehen. Eine zerfetzte Amerikanische Flagge weht davor an einem Mast auf der Wiese. Rechts befindet sich so eine Art Spielplatz für Erwachsene.
Ich habe so etwas schon einmal im Fernsehen gesehen. Daran werden Soldaten trainiert. Unter mir läuft eine sandige Straße entlang.
"Ich bin auf einem alten stillgelegten Militärstützpunkt." überlege ich. "Aber in welchem Staat? Und wie komme ich hier weg?"

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