Stark - nur für mich

Ich arbeite und genieße das Leben in einer der tollsten Städte der Welt - New York. Alles ist toll, bis zu dem Moment als ich in einen Terroristischen Anschlag gerate und vom narzisstischsten Superhelden der Welt gerettet werde. Von nun an ist nichts mehr wie es mal war.

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21. Bekenntnisse

Am nächsten Morgen um 8 Uhr holt Su mich vor meinem Zimmer ab um mit mir gemeinsam nach unten in das Esszimmer zum Frühstücken zu gehen.
Das Abendessen hatten wir gestern nur mit harmlosen Geplänkel verbracht, doch heute müssen wir uns wohl dem Kreuzverhör ihrer Mutter stellen.
Diese sitzt schon, topp gestylt, am Frühstückstisch, wohingegen meine Süße lässig in Yogahose und Shirt rum läuft.
Ihr Vater tut es ihr gleich und hat eine legere Stoffhose und ein Polohemd angezogen.
Susan kommt nicht nur in dieser Hinsicht nach ihrem Vater. Sie sehen sich, jetzt wo ich mir selbst ein Urteil bilden konnte, auch sehr ähnlich. Das selbe rote Haar, die selben grünen Augen.
Mister Walters war mir vom ersten Moment an sympathisch!         
Aber Frauen wie ihre Mutter machen mir eher Angst als das ich ihre Gegenwart genießen könnte.
"Guten Morgen, ihr beiden!" ruft er und strahlt uns an als wir das Esszimmer betreten.                                                                         Su läuft zu ihrer Mutter, gibt ihr ein Küsschen auf die Wange, dann geht sie zu ihrem Vater und umarmt ihn herzlich.                             Ich grüße ganz allgemein mit "Guten Morgen allerseits."             "Setzt euch bitte." sagt Ms. Walters, greift nach einem Glöckchen das vor ihr auf dem Tisch steht und läutet damit.                     Wenige Augenblicke später betritt eine junge Frau in Zimmermädchenkluft den Raum.                                              "Agnes, Sie können jetzt das Frühstück herein bringen!" befielt Su's Mutter.                                    
Sie haben nicht nur einen Butler, sondern noch ein Zimmermädchen oder nennt man das Zofe? Ach du schreck! In was für einer Familie bin ich hier? Ich muss nachher Su fragen was sie noch alles für Angestellte haben.                                                                           "Sehr wohl, Madame." Die Zofe (?) macht einen Knicks und verschwindet wieder. Aber nur kurz. Gleich darauf trägt sie, gemeinsam mit dem Butler, etliche Teller, Schüsseln und Schalen in das Esszimmer und stellen diese vor uns auf den Tisch.
"Ich habe mir erlaubt ein Full English Breakfast zubereiten zu lassen. Damit Sie mal die Englische Lebensweise etwas näher kennen lernen, Mister Stark." flötet Ms. Walters.
"Das ist ja nett. Aber nennen Sie mich doch bitte Tony!" gebe ich gepresst hervor.
Das ich diese Art von Frühstück bereits von meinen Geschäftsreisen nach England kenne und nicht gerade mag, erwähne ich lieber nicht.
Su möchte ja das ich mich benehme und auch ich möchte einen guten Eindruck hinterlassen.
"Greift zu!" fordert sie nun alle auf. Besteckgeklapper, Zeitungsrascheln, lässige unbedeutende Plaudereien begleiten das Essen.
Das Kreuzverhör folgt also noch. Als wir alle fertig sind, stehen wir auf und gehen hinüber in den Salon.

Kaum haben wir uns alle einen Sitzplatz gesucht, beginnt meine Mum mit ihrem Verhör.
"Tony, Sie müssen uns unbedingt endlich erzählen wie Sie unsere Tochter kenngelernt haben!" flötet sie. "Sie hat sich doch nicht etwas wie ein verliebter Teenie an Sie ran machen wollen?"
Tony lacht. "Dann, Madam, würde ich hier jetzt nicht bei Ihnen in Ihrem wundervollen Schloss sitzen." gibt er charmant zurück.
Ich sehe ihn verwundert an, so kenne ich ihn ja gar nicht. Charmant zu sein, ist nicht gerade seine hervorragende Eigenschaft.            "Nein, ich habe ihr Leben gerettet."
Meine Mutter sieht ihn geschockt an. Das wusste sie noch nicht, ich hatte nichts von der Gefahr gesagt als ich mit ihr telefoniert hatte um ihr zu berichten wodurch ich arbeitslos geworden bin.
Mein Vater legt seine Zeitung beiseite und lauscht nun ebenfalls aufmerksam dem Gespräch.
"Ja, also, das Hochhaus neben Susans Arbeitsstelle wurde während eines Terroristischen Anschlags zu Fall gebracht. Durch die Druckwelle stürzte auch Susans Verlagsgebäude ein. Ich ortete eingeschlossene Personen im Treppenhaus, flog hin und rettete sie und die Frau die bei ihr war, indem ich sie nach draußen zu einem Rettungswagen geflogen habe. Augenblicke später stürzte das Gebäude in sich zusammen und begrub über 70 Personen die sich noch im Gebäude befanden. Ich habe ja noch versucht in den Trümmern Überlebende zu finden, doch meine Suche war nicht sehr erfolgreich." schließt Tony.
Meine Eltern starren ihn beide fassungslos an. Ach ja, sie wissen vielleicht gar nicht das er Iron Man ist.
"Sie sind geflogen? Haben Menschen gerettet?" stottert meine sonst so Wortgewandte Mutter.
"Ja natürlich. Das ist doch mein Job." erklärt Tony.                           "Ich bin Iron Man."

Er klopft sich stolz auf die Brust. Genau auf der Stelle wo früher einst der Arc Reaktor gesessen hat.
"Iron Man?" mein Vater ist verwirrt. "Sie sind Iron Man? Ich hatte davon gelesen, aber das Sie es sind, wusste ich nicht."
"Ja Daddy, ist das nicht cool! Deine Tochter angelt sich einen Superhelden." ich knuffe Tony in die Seite und versuche damit das Gespräch aufzulockern.
Daddy sieht mich mit einem verklärten Blick an. "Das ist wirklich cool!" sagt er schließlich.
Dann ist das Eis zwischen den Männern gebrochen.
Mein Vater erhebt sich, fragt "Tony, haben Sie Lust sich mit mir meine Waffensammlung anzusehen?"
Tony bejat "Ist das okay, Süße?" fragt er mich.
Als ich nicke und er mir noch einen Kuss gegeben hat, gehen sie gemeinsam in den Keller wo Daddy seine Waffen ordnungsgemäß lagert und seinen Schießstand hat.
Mum sitzt immer noch wie vom Donner gerührt da und sagt kein Wort.
"Mummy?" frage ich und gehe neben ihrem Sessel in die Hocke.
"Meine Kleine angelt sich nicht nur einen Multimilliardär. Nein er ist obendrein auch noch ein Superheld?" murmelt sie.
"Ja, das ist manchmal etwas anstrengend und man macht sich Sorgen wenn er mit den anderen unterwegs ist, aber es ist schon cool!" plaudere ich.
"Die anderen?" fragt sie.
"Ja, es gibt noch mehr. Sie sind alle sehr symphathisch! Du müsstest sie mal kennen lernen!"
Sie nickt abwesend.
"Komm, lass uns ein wenig im Garten spazieren gehen!" schlage ich vor.
Sie ist ganz blass, da hilft sicher frische Luft. Das Wetter heute Morgen ist herrlich! In der Nacht hatte es geregnet, die Luft ist wie gewaschen und es ist eisigkalt.
Vögel zwitschern auf den Ästen der kahlen Bäume als wir dick eingemummelt unter ihnen vorbei laufen.
"Und es ist was ernstes zwischen euch?" fragt Mum wenig später. Sie hatte sie bei mir eingehakt.
Ich bleibe stehen, sehe sie an und sage "Ja, ich denke schon! Wir sind sehr verliebt ineinander." Strahle ich sie an.
"Hoffentlich behältst du recht! Er soll ein ganz schöner Playboy sein, wie man so aus den Medien hört. Jeden Tag ne neue Frau an seiner Seite." gibt Mum mit ernstem Gesicht zu bedenken.
"Ja, das war der alte Tony. Er hat sich geändert. Oder hast du in den letzten Monaten noch mal etwas von anderen Frauen an seiner Seite gehört?" erkläre ich mit fester Stimme.
Sie schüttelt den Kopf. "Aber so schnell ändern sich die Menschen nicht, Liebes. Sei vorsichtig!"
Typisch meine Mutter! Ich verspreche es und wir gehen weiter.
Ich erzähle ihr von meinem Umzug und unserem Zusammenleben im Stark Tower, wie es sich anfühlt plötzlich jeden Wunsch von den Lippen abgelesen zu bekommen, von J.A.R.V.I.S., von meiner erfolglosen Job Suche und von Belle meiner besten Freundin die ich in letzter Zeit wirklich vernachlässigt habe. Aber der letzte Stand der Dinge war, dass sie sich ebenfalls einen reichen Mann geangelt hat. Es sieht wohl ganz gut aus bei ihnen. Mum stellt ab und an mal eine Frage hört ansonsten nur still zu. Wie es sich anfühlt viel Geld zur Verfügung zu haben, weiß sie selbst am besten. Und Bedienstete hat sie auch. Trotzdem findet sie Jarvis sehr interessant.
"Und wie ist es so in der Öffentlichkeit zu stehen?" fragt sie mich.
"Echt seltsam. Überall sind stets und ständig Journalisten, die jeden deiner Bewegungen kommentieren und filmen. Einfach mal so ins Kino gehen wird da schon mal zum echten Kraftakt." erkläre ich. "Aber wir haben ja Happy. Er ist immer bei uns.
Sie nickt wieder. "Hast du auch einen Leibwächter?"
"Ja, habe ich. Er heißt Ron. Er ist aber nicht mitgekommen nach London. Er sichert den Tower. Einer muss ja die Blumen gießen." witzel ich. "Nein, aber wir dachten, hier in London brauchen wir jetzt nur Happy." schließe ich.
"Ich wünsche euch jedenfalls alles Gute! Ihr seit ein hübsches Paar und was besseres als Tony konnte dir gar nicht passieren!" erklärt meine Mutter als wir wieder im Haus sind und unsere Mäntel ausziehen.
"Dieser Meinung bin ich ebenfalls." hören wir plötzlich Daddys Stimme hinter uns. Er kommt gerade aus dem Keller.
Ich strahle ihn an. "Du hast einen ausgezeichneten Geschmack was Männer angeht, Susi! Tony ist sehr symphathisch!" sagt er.
Dieses Urteil bedeutet mir viel, ich falle ihm um den Hals und drücke ihn an mich.
Da kommt auch schon Tony die Treppe in die Eingangshalle empor. Ich gehe zu ihm, umarme ihn ebenfalls und drücke ihm einen Kuss auf die Wange. "Du scheinst dich gut benommen zu haben. Mein Daddy ist begeistert von dir." flüstere ich ihm ins Ohr.
"Was denkst du denn? Natürlich zeige ich mich bei meinen zukünftigen Schwiegereltern von meiner besten Seite." er zwinkert mir zu.
Zukünftige Schwiegereltern? Habe ich etwas verpasst? Was hatten die beiden da unten gemeinsam besprochen?

"Heute wird die Tanne geliefert." verkündet Mum beim Mittagessen. Daddy nickt und sagt zwischen zwei Bissen "Dann sollen Hektor und Mark sie eben in der Halle aufstellen. So wie immer."
"Wer sind Hektor und Mark?" flüstert Tony in meine Richtung.
"Stallmeister und Stallbursche." flüstere ich zurück.
"Wieviele Angestellte haben deine Eltern denn noch?"
"Nur noch das Küchenpersonal, Gärtner und weitere zwei Zimmermädchen." erkläre ich. "Wow!" entfährt es Tony. "Jetzt muss ich es doch wissen. Die Neugierde ist zu stark. Wie kommt es das Sie in diesem Schloss wohnen?" fragt er gerade heraus.            Meine Eltern sehen ihn belustigt an und mein Vater antwortet "Die Vorfahren meiner Familie haben sich in den letzten 200 Jahren einen Namen gemacht unter der Krone Englands. Treue Dienste unter dem König bzw. Königin. Also schenkte man 1864 meiner Familie dieses Anwesen und 5000 Hektar Bodenfläche. Zudem waren unsere Vorfahren recht sparsame Menschen. Und wir beide..." Er deutet auf sich und Mum. "... haben mit unserer IT-Firma auch ein kleines Vermögen gemacht. Ich habe die Firma allerdings vor einigen Jahren verkauft und bin jetzt nur noch als Berater involviert. Ich gehe nun lieber ab und an wieder meinem alten Job nach. Ich bin Anwalt."   
"Ach so ist das." sagt Tony. "Nun wird mir einiges klar. Aber mit dem Britischen Königshaus sind Sie nicht verwandt?"                           "Nein und wie ich hinzufügen darf, Gott sei Dank nicht!" sagt mein Vater mit eine Augenzwinkern.

Vorhin, im Keller, als Artur mir seine beachtliche Waffensammlung zeigte, ergab es sich so das ich ihn ganz offiziell um Susans Hand gebeten habe. Ich glaube es kaum das ich so etwas altmodisches getan habe, doch es erschien mir richtig. Man bittet doch den Vater der Zukünftigen Braut vorher um dessen Einwilligung zur Eheschließung. Ich scheine in seinen Augen eine gute Partie zu sein, denn er sagte mit Freuden zu.
Nun war der Weg frei, ich könnte nun jederzeit Su fragen ob sie nun bereit wäre meine Frau zu werden. Doch noch ist nicht der richtige Zeitpunkt gekommen.

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