Weltenmaler & Rückbringerin

Auch diese Geschichte spiel in der von mir ausgedachten Stadt Shangri La, denn dort ist alles möglich...

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1. Susi

Der Weltenmaler und die Rückbringerin

Der Weltenmaler stand vor dem aufgeklappten Kopf von Susi. Seinen Pinsel schwingend malte er ihr Engel, Elfen, Nixen, Dryaden und Regenbögen in die Gehirnwindungen. Diesmal malte er ein besonders schönes Wunderland in das kleine Mädchen und verknüpfte alles mit ihrer Fantasie. Das war sein Job, er malte für jedes Kind eine eigene Welt. Sein größtes Problem war nur, dass die meisten Jungen und Mädchen mit dem erwachsen werden alles wieder vergaßen. Doch da kam seine Frau ins Spiel, die Rückbringerin. Ihr Job war es , in Stunden tiefster Dunkelheit, diese Welten, dieses Licht wieder in der Erinnerung zu platzieren. Sie waren ein gutes Team.

Doch bei Susi war etwas anders, etwas was der Weltenmaler schon kannte und das ihn jedes mal wieder leiden ließ. Ganz hinten ihrem Verstand war eine zweite Welt, eine Welt voller Angst und Verwirrungen. Der Weltenmaler seufzte. Susi würde bald Schizophren werden. Also versuchte er seine Farben dicker aufzutragen und sie zu versiegeln, damit sie seine schöne Welt möglichst lange zusammenhielten.

Eines Tages erwachte Susi in einer schlimmen Welt, gefangen in ihrem Kopf, die Seele schmerzte ihr.

Die Rückbringerin schraubte gerade Susis Kopf auf und platzierte die Erinnerung an die schöne Welt wieder in dem Mädchen. Die Welt war wieder schön, aber das Dunkle waberte um sie herum. Die Krankheit brachte große Verunsicherung, aber es gab auch gute Phasen.

Das ist das Schicksal jedes psychisch kranken Kindes.

Doch der Weltenmaler und die Rückbringerin taten alles um Shangri Las Bürgen ein Stück Glück zu bringen. Denn das ist ihr Job.

ENDE

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