Ein grässlicher Geburtstag

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  • Veröffentlicht: 9 Mai 2015
  • Aktualisiert: 9 Mai 2015
  • Status: Fertig
Ich habe eine Szene aus "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" weiter geschrieben

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1. Ein grässlicher Geburtstag

Ein grässlicher Geburtstag

Im Ligusterweg Nummer 4 war mal wieder bereits beim Frühstück Streit ausgebrochen. Ein lautes Kreischen aus dem Zimmer seines Neffen Harry hatte Mr Vernon Dursley in aller Herrgottsfrühe aus dem Schlaf gerissen. »Schon das dritte Mal diese Woche!«, polterte er über den Tisch hinweg. »Wenn du diese Eule nicht in den Griff kriegst, fliegt sie raus!« Harry versuchte, übrigens nicht zum ersten Mal, die Sache zu erklären. »Sie langweilt sich«, sagte er. »Sonst fliegt sie doch immer draußen rum. Könnte ich sie nicht wenigstens nachts rauslassen?« »Hältst du mich für blöde?«, raunzte ihn Onkel Vernon an, während ein Stück Spiegelei in seinem buschigen Schnauzbart erzitterte. »Ich weiß doch, was passiert, wenn diese Eule rauskommt.« Er wechselte finstere Blicke mit seiner Gattin Petunia. Harry wollte widersprechen, doch seine Worte gingen in einem lang gezogenen, lauten Rülpser unter. Urheber dessen war Dudley, der Sohn der Dursleys. »Mehr Schinken.« »In der Pfanne ist noch welcher, Schätzchen«, sagte Tante Petunia und wandte sich mit verschleierten Augen ihrem verfetteten Sohn zu. »Wir müssen dich päppeln, solange wir können ... Mir gefallen die Geräusche nicht, die die Schulkost in deinem Magen veranstaltet.«

 

Harry verdrehte genervt seine Augen und seufzte. Wenn es um Dudley ging, waren Tante Petunia und Onkel Vernon völlig blind. Wenn er genauer darüber nachdachte, waren wohl alle Eltern so, wenn es um ihre Kinder ging. Harry seufzte erneut lautlos. In solchen Momenten wünschte er sich einfach normal zu sein. Mit seinen Eltern am Frühstückstisch sitzen und seinen Geburtstag feiern. Doch das war ein Ding der Unmöglichkeit. Seine Eltern waren tot. Umgebracht von dem schlimmsten Zauberer der Geschichte. Von Voldemort. Und seinen Geburtstag konnte er niemals mit seinen Eltern feiern, dass machte ihn so grässlich. »Los mach schon Harry!« Dudley grinste fies, als er bemerkte wie Harry zusammen zuckte. Widerwillig stand er auf und ging zum Herd an der Ecke. Vorsichtig nahm er die Pfanne in die Hand und wollte gerade wieder zum Tisch gehen, als ihm etwas in den Sinn kam. Kurz blickte er zu seinen Verwandten herüber und sah, dass sie sich immer noch über Dudleys Gewicht stritten. Langsam drehte er sich um und griff nach dem Salzstreuer. Nach einer ordentlichen Prise, schnappte er sich noch den Pfefferstreuer und hielt ihn so das möglichst viel von dem scharfen Gewürz auf den Schinken kam. »Was dauert das so lange!« Dudley brüllte so laut, dass auch seine Eltern endlich auf ihn aufmerksam wurden. »Ja Ja ich komme schon.« Harry musste aufpassen das man sein schadenfrohes Grinsen nicht in diesen wenigen Worten raus hören konnte. Schnell eilte er zurück zum Tisch und Dudley griff sich natürlich das größte Stück was er kriegen konnte. Hastig brachte er die Pfanne wieder dahin wo sie hingehörte, denn er wollte das Schauspiel auf keinen Fall verpassen. Das war sozusagen ein Geschenk an sich selbst zu seinem Geburtstag. Ungeduldig schnitt Dudley ein großes Stück von dem Schinken ab und stopfte es sich in den Mund. Kurz kaute er an dem Stück bis er plötzlich zu röcheln anfing. Dudley stolperte zurück und schmiss den Stuhl um. Tante Petunia sprang erschrocken auf und stürzte zu ihrem Sohn. Panisch sah sie mit an wie Dudleys Kopf rot wie eine Tomate wurde. »Er war es ... Er hat gezaubert ... Harry war es:« Dudley brachte nur noch diese paar Wörter raus bevor er zur Spüle rannte und sein ganzes Gesicht unter dem kalten Wasserstrahl hielt. Tante Petunia hastete schnell ihrem Sohn nach, während Onkel Vernon mit ebenso hochrotem Gesicht auf Harry zu gestürmt kam. Mit einer ungeheuren Kraft zerrte er ihn an seinen Haaren direkt rauf in sein Zimmer. »Das wirst du noch bereuen. Damit kommst du mir nicht so davon.« Mit diesen Worten schlug Onkel Vernon die Tür zu und schloss von außen ab. Harry setzte sich langsam auf sein Bett und prustete lauthals los. Er konnte nicht mehr an sich halten. Es war einfach zu komisch gewesen.

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