Captured • Luke Hemmings

«Du gehörst jetzt uns, hast du verstanden?» Mein Kopf vollzog eine Tätigkeit, die nicht mehr meiner eigenen Willenskraft unterworfen war; er nickte. «Gutes, Mädchen, so gefällst du uns.» Die Stimme des Unbekannten verzweigte sich mit meinem Inneren und stieß ein Gefühl aus: Vertrauen. «Vᴇʀᴛʀᴀᴜᴇ ɴᴜʀ ᴅɪʀ sᴇʟʙsᴛ – ᴅᴇɴɴ ᴀɴᴅᴇʀᴇ ᴋᴏ̈ɴɴᴇɴ ᴅɪʀ ᴅɪᴇsᴇs Gᴇғᴜ̈ʜʟ ɴɪᴄʜᴛ ɢᴇʙᴇɴ.» Doch es war zu spät; es war hoffnungslos und unwiderruflich geschehen. ©Chrissyssecret, July 2014

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Kαмρƒ: єιηє Aυѕєιηαη∂єяѕєтzυηg zωєιєя σ∂єя мєняєяєя яιναℓιѕιєяєη∂єя Pαятєιєη 

….

Man sagt doch, der innere Kampf ist der schwerste Kampf, den man bestreiten kann und aus welchen man meistens als Verlierer hervor geht.

Wenn der Kopf und das Herz nicht im Einklang miteinander leben, kann es fatale Folgen haben. Man bewegt sich ständig in einem Teufelskreis, aus welchem ein Ausweg scheinbar ausweglos ist.

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Mir war übel. Mein Würgereflex ließ zwar mit jeder Minute nach, doch ich ekelte mich. Sein Geruch stieg in meiner Nase empor, ummantelte sie mit einem Mix aus Parfum und Aftershave. Er roch gut – zu gut.

Schon immer hatte er ein Händchen dafür, besondere Gerüche auszuwählen und wusste, wie er Mädchen schwach werden ließ.

Dieser Geruch erinnerte mich an den Abend, an den ich ihn das erste Mal sah: auf einer Party, eines Typen unser Schule. Liah wollte da unbedingt hin und so musste ich wohl oder übel mitziehen. Ganz zur Missgunst Luzies: sie topte und topte und drohte mir mit Sanktionen und Taschengeldentzug.

Doch das es mich nicht kümmerte, war ihr anscheinend nicht bewusst.

Allein die Erinnerung an jede seiner Berührungen, war der Auslöser dafür, dass ich mich erneut übergeben hätte können. „Lass mich los.“ Schrie ich in sein markloses Gesicht. „Verdammt Jacob, fass mich nicht an.“ Innerlich schrie ich, doch kein Laut wollte meiner Kehle entweichen. Einzig und allein eine kleine Vibrationen entwich ihr.

Auch die grässlichen Gerüche in diesem Raum, machen die Situation nicht besser: ganz im Gegenteil, sie wurden beißender und beißender. Mittlerweile war ich mir sicher, dass ich die Gerüche bereits in meiner Nase abgespeichert waren.

Verdammt konnte er mich nicht einfach wieder zurück in dieses Kellerloch befördern und mich in Ruhe lassen.

Doch anstatt den Griff zu lockern, wurde er verfestigt. Meine Hände prallten gegen seine harte Brust. Meine Augen schlossen sich wie automatisiert. Ich konnte es kaum ertragen in diese Reh-Augen zusehen. In diese Augen, die jedem den Verstand raubten und ihn fest in seinen Bann zogen und nicht mehr los ließen.

Genau diese Augen veranlassten mich jedes Mal dazu, doch noch das Gute in dieser gefühlskalten Person zu sehen. Ich war dumm. Verdammt dumm zu diesem Moment und in der Vergangenheit.

Warum hatte ich mich jemals auf ihn eingelassen? Genau – er war der charmante, gut aussende Junge, der keinen Hehl daraus gemacht hatte, sein Charisma perfekt in Szene zu setzten. Er war perfekt und somit das genaue Gegenteil von meiner Person.

Sein Aussehen war mehr als perfekt; es raubte einem den Verstand. Vielleicht betrachtete ich dies auch alles lediglich durch eine Rosarote-Brillen-Welt; es war subjektiv, jedoch konnte ich es nicht mehr verleugnen.  Es war geschehen und auch, wenn es mir schmerzlich bewusst war, dass er nie so fühlte wie ich, war ich stolz auf die gemeinsame Vergangenheit mit ihm.

Er hätte jedes andere Mädchen haben können, wählte aber mich: die kleine unscheinbare Hannah. Das ließ mich stolz wirken, auch wenn das Gefühl dümmer nicht sein hätte können.

Jacob verhieß nichts Gutes, doch das radierten seine Augen immer wieder aus und ließen mich in dem Glauben, er hätte sich geändert, zurück.

 „Fass mich verdammt noch einmal nicht an.“ Ich schrie die Worte mit einer Wucht gegen sein Gesicht und musste mich beherrschen, ihm nicht jede Faser seines Gesichtes einzeln zu zerkratzen. Seine Hände waren noch immer an meinen Hüften platziert.

Ich versuchte mit aller Kraft mich aus seinem Griff zu lösen; mich aus der Gefangenschaft zu befreien.

Seine Miene verfinstere sich schlagartig. „Du kleine Schlampe.“ Er ließ mich los, drängte mich aber dazu, meinen Körper noch fester an die Wand zu pressen, als dass ich es ohnehin schon gemacht hatte. Ich jedoch erwiderte keinerlei Emotionen; Gefühle hatte ich so gut wie möglich verdrängt, einzig allein die Lust überkam mich immer wieder.

Die Lust ihn zu spüren, wie ich noch nie zuvor getan hatte.

Ich war dumm, solche Gedanken gehörten aus meinem Unterbewusstsein verbannt. Er verhieß nichts Gutes, doch etwas in mir widersprach diesem Großteil.

Ich schüttelte den Kopf; jedoch der Versuch diese Gedanken heraus zu schütteln, scheiterte kläglich. Sie wollten einfach nicht verschwinden.

Jacob war ein gutes Stück größer als ich, sodass ich mich öfters auf die Zehenspitzen stellen musste, um annähernd eine vergleichbare Größe einzunehmen. Ich entsprach somit mit meinen kleinen 159 Metern weder der Norm eines Durchschnittsmädchens in meinem Alter, noch der Modelklasse.

Ich war alles andere als ein Model. Meine Nase war krumm und schief. Mein linkes Ohr stand etwas ab und auch meine Zähne waren nicht die geradesten; doch eine Zahnspange hatte ich immer vehement abgelehnt. Warum? Ja, das wusste ich selbst nicht wirklich.

Meine Statur war auch im unteren Bereich jeglicher Norm anzufinden: ich war ziemlich dünn – doch egal wie viele Essen ich zu mir nahm, ich blieb immer gleich. Natürlich, viele beneideten mich dafür, doch ich hasse meinen Körper und mein gesamtes Aussehen.

Ich hatte mir schon oft Gedanken darüber gemacht, warum eine Junge wie Jacob sich mit mir abgab, wo er doch jede in der Schule haben konnte: von den Cheerleader angefangen, bis hin zu den Nerds und Strebern. Ich gehörte keiner dieser Gruppen an und versuchte sie ständig zu meiden.

Was bei den Nerds der Schule einfach war – denn sie blieben ständig unter sich alleine; wollten keinen Kontakt zur Außenwelt – erwies sich bei den Cheerleadern als schwieriger. Sie hatten andauernd Kommentare und Bemerkungen auf den Lippen, die einen herunter machen sollten.

Sie waren dünn und gutaussendend – ihres Erachtens nach zu Mindestens: doch das wahre Schönheit von innen kommt, hatten diese Mädchen noch nie gehört.

Zum Glück hatten sie mich nie wirklich beachtet, da ich ‘dank‘ Marien und Paul (auch bekannt als Mum und Dad) zur eher gehoberen Schicht der Gesellschaft zählte. Geld war ja das Wichtigste, das durfte man nicht vergessen.

Aus diesem Grund war ich anfangs auch nicht wirklich verwundert, dass Jacob Interesse an mir zeigte. Ich fuhr einen etwas neueren Audi, hatte Markenklamotten (Mum musste ständig in Paris und London die Neuesten Boutiquen ausfindig machen und reichlich die Wirtschaft ankurbeln) und ein iPhone.

Doch was schärten mich all diese Dinge, ich hatte nie wirklich das Gefühl, eine Familie zu besitzen. Also Mum und Dad. Der einzige, der sich halbwegs für mich (die kleine Hannah oder Mäusebienchen) interessierte, war mein Bruder Louis.

Obwohl seine Kosenamegebung zu wünschen übrig ließ, fand ich im Laufe der Jahre Gefallen daran. Ich fühlte mich ständig als etwas Besonders, in erster Linie aber, wurde ich geliebt.

Auch bei Jacob hatte ich das Gefühl etwas Besonderes zu sein. Allein seine Blicke veranlassten mich zu diesem Gedanken. Seine Worte waren Balsam auf meiner Seele (ohne jetzt übertrieben zu klingen), doch sie berührten mich.

Doch diese Gedanken und Gefühle waren nun verschwunden; als wären sie nie da gewesen. Als wären sie eine Vatermorgana, nicht in Form einer mit Palmen umrundeten Wasserstelle, sondern in Form von Zuneigung: doch man konnte sich irren. Ja, Hannah Menschen haben zwei Gesichter.

Ich versuchte den mir unbekannten Jungen so gut wie möglich auszublenden und nicht mehr auf seine Spielchen einzugehen: es war nicht gut, weder für mich noch für ihn.

Auf die Frage, ob ich noch Gefühle hatte, konnte ich keine klare Antwort geben: es war eher die Lust die mich mit ihm Verband, die Lust ihm in einer Art und Weise zu verletzten, welche mich als Siegerin hervor brachte.

Doch auch der Gedanke daran ekelte mich an: allein die Tatsache, dass sich unsere Lippen vor einigen Minuten noch berührt hatten, ließ mich zittern. „Verdammt, was willst du von mir.“ Sagte ich in einem neutralen Ton, innerlich erhoffte ich mir eine Antwort auf die Frage.

Er wich einige Schritte zurück.

Wieso entfernte er sich?

Ich wagte mich kaum, mich zu rühren. Obwohl ich wusste, er würde mich nie schlagen, hatte ich Angst, er könnte seinen Kodex gegenüber Mädchen doch brechen.

Im Augenwinkel erkannte ich wie sich die Türe öffnete. Mein Herz begann wieder schneller zu rasen. „Was macht die kleine Schlampe hier, Jacob?“ da war sie wieder diese herrschsüchtige erwachsene Männerstimme.

Ich traute mich kaum, einen Blick auf diese Person zu werfen. Wer war er? Seine kurzgeschorenen braunen Stoppelhaare, der dominante Bartwuchs und die durchdringlichen braunen Augen.

Joseph…

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„Glaub mir hier bist du in Sicherheit.“ Vorsichtig ließ er mich auf ‘meinem‘ Bett, in ‘meinem‘ Kellerverlies, niedersinken. Ich hatte jegliches Zeitgefühl verbannt, ich wusste nicht mehr wie lange ich oben verbracht hatte.

Meine Magen schmerzte, es fühlte sich an, als hätte ich schon eine Ewigkeit nichts mehr zu essen aufgenommen; getrunken hatte ich auch schon lange nichts mehr. Wie lange konnte man ohne Nahrung überleben? Kürzer als ohne Flüssigkeit, oder doch länger?

„Es tut mir leid.“ Er entfernte sich von mir, gleichzeitig bemerkte ich wie sich die Matratze unter der Last seiner Körpers wieder erhob und eben wurde.

Warum war er hier? „Warum bist du hier?“ ich hatte allmählich keine Kraft mehr, dennoch wollte ich eine Antwort auf meine Frage, egal was es kosten würde. Vorsichtig setzte ich mich auf, was sie schwieriger erwies, als gedacht. Ich war wirklich am Ende meiner Kraft angekommen; so elendig hatte ich mich noch nie zu vor gefühlt.

Und warum das alles?

Erwartungsvoll blickte ich in seine blauen Augen, die mich ständig an das Spiegelbild eines Ozeans erinnerten. Der Raum wurde zu meiner eigenen Verwunderung mit Licht erhellt, was mir noch einen schöneren Einblick in seine Augen ermöglichte.

Jedoch erwiderte er weder meine Frage, noch kam zurück zu mir. „Hast du Hunger?“ fragte er plötzlich und versuchte somit vom eigentlichen Thema gekonnt abzuschweifen. „Warum bist du hier?“ wiederholte ich meine Frage erneut.

Ich hatte Hunger, jedoch war es nur ein Gefühl, das konnte man gut nachrangig einordnen: ich kannte mich damit aus, Watte hilf mir Jahrelang dieses Empfinden zu unterdrücken.

„Hannah, hör mir jetzt mal zu.“ Er kam wieder näher an mich heran. Eigentlich sollte ich Angst bekommen, doch ganz im Gegenteil, ich mochte es, wenn er in meiner Nähe war. „Luke.“ Sagte ich vorsichtig und kaum hörbar. „Stell nicht solche Fragen, es ist nicht gut für dich.“ Er antwortete mir mit einem leichten Nachdruck von Besorgnis. „Ich hol‘ dir jetzt was zu essen.“ Mit diesen Worten verschwand er aus der Türe und verschloss sie dieses Mal aber.

Jetzt war ich wieder alleine in diesem grusseligen Raum, obwohl ich Licht hatte, hatte ich Angst, denn ich wusste nicht, was als nächstes so auf mich zukommen würde.

Würde er jemals wieder kommen?

Tausend fragen schwirrten in meinem Kopf umher: warum verhielten sie sich alle so, wie sie sich verhielten?

Was wollten sie von mir? Einem unscheinbaren Mädchen. Ich wurde einfach nicht schlau aus ihnen. Weder aus Jacob, noch aus Luke und schon gar nicht aus Joseph. Allein bei seinem Namen stellten sich meine Nackenhaare auf.

Er war der Grund für meine Gänsehaut auf meinem Körper. Ich musste mir selbst eingestehen, dass meine Eltern in einem Punkt recht hatten: Hannah komm ihm nicht zu nahe, er ist gefährlich. Damit hatten sie wohl oder übel recht, doch was wollte er? Von mir? Der kleinen Hannah?

Und was hatte Jacob damit zu tun?

 

Verdammt die ganze Situation wurde mir mit einem Mal zu viel. Plötzlich wurde es mir übel, wie schon lange nicht mehr.

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