Sie oder ich.

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Heute habe ich erst um 8:30 Schule, das heisst, ich muss für alle Frühstück machen. Ich gehe angezogen und frisiert in die Küche. Meine Mutter sitzt bereits am Tisch und liesst die Zeitung von heute morgen, die Postboten waren heute wieder einmal überaschend früh dran, denn als ich auf die Uhr schaue was es erst 7:00.

Ich gebe Mum einen Kuss auf die Wange und begebe mich in unsere offene Küche. Ich bereite mir und Finnia Rührei zu, Mum lasse ich einen Kaffe raus, ich weiss, dass sie Morgens nie etwas isst. Ich warte an der Herdplatte und beobachte meine Mutter.

Es ist mir nie aufgefallen, sie hat Haare wie ich, oder ich wie sie? Ich streite immer ab wen jemand sagt, das wir uns ähnlich sehen, doch jetzt muss ich mir eingestehen dass diese Leute gar nicht mal so unrecht haben. Aber wenn das stimmen sollte war ich lediglich eine hässliche Kopie, denn so wunderschön wie meine Mum war niemand. Ihre braunen Haare im Kontrast zu den grün, leuchtenden Augen und dem gebräunten Teint, einfach wundervoll.

Ich werde aus meinen Gedanken gerissen als plötzlich Finnia neben mur steht ubd laut ruft, das die Eier anbrennen. Ich schreie auf und versuche das letzte nich zu retten. Ich bin gerade dabei das Restöl aus der Pfanne zu schütten und da passiert was passieren muss, es schüttet über meinen grünen Hoodie, den ich gestern schon getragen habe.

Ich stelle Finnia einen Toast und die geretteten Eier hin und begebe mich in mein Zimmer. Genervt schaue ich auf meinen Hoodie und ziehe ihn aus. Ich öffne den Kleiderschrank, ziehe eine luftig, geblümte Bluse hinaus, ziehe sie an und gehe wieder in die Küche.

"Finnia Schatz, gehst du noch Zähne putzen und deine Schulsachen einpacken", sagt Mum bestimmt. Finnia steht ohne Wiederworte auf und geht. Ich nehme mir den leeren Teller und stelle ihn in die Spüle.

"Vicky komm her bitte", sagt Mum ganz ernst. "Ich wollte dir gestern noch von Lizzy erzählen." Ich nicke und sie beginnt: "Unterbrich mich nicht bis ich fertig bin, bitte. Lizzy ist tot." Ich bin geschockt, beginne zu weinen, doch folge ihrer Anweisung sie nicht zu unterbrechen. "Ihr Vater hat sie gestern abend gefunden, eine Überdosis Schlaftabletten. Sie kam nicht damit klar, dass ihr Freund sie betrogen hatte." Ich musste zwei mal schlucken. Ihr Exfreund Luckas, dieses Arschloch! Er ist weg gezogen und schon nach zwei Wochen hat er sie betrogen! "Schatz ich weiss das du sie echt mochtest. Du konntest es nicht zeigen, wegen Tami." Ich beginne ih ihnren Armen stärker zu weinen. "Nimm es mit Fassung Kleines." Sagt sie, steht auf und geht. Sie war noch nie gut in solchen Situationen.

Ich gehe heute nicht zur Schule. Jérome schreibe ich eine SmS:

Hey Jérome, es tut mir wirklich leid, aber es ist jemand in meinem näheren Bekanntenkreis gestorben. Ich hoffe du verstehst, das ich heute keine Kraft habe. Tut mir leid.

Vicky

Er schreibt schon nach wenigen Minuten zurück:

Hi Vicky, es ist sehr schade, doch ich verstehe genau was du meinst. Vieleicht ein andermal. Freue mich schon drauf.

Dein Jérome

Dein?

Ich mache mir keine weiteren Gedanken und gehe in mein Zimmer. Mum ist arbeiten, als es plötzlich an der Tür klingelt. Ich schaue auf die grosse Wamduhr. 16:20. Vieleicht bringt mir jemand meine Hausaufgaben. Ich öffne und davor steht ein kleiner Korb voller Schokolade. Ein Zettel ist auch dabei:

Eine kleine Aufmunterung. Vieleicht hilft es bei der Verarbeitung der Trauer. Dein J'

Jérome? Ich kann es nicht fassen, nehme die Schokolade und gehe hinauf in mein Zimmer. Den ganzen abend lang esse ich kein Stück Schokolade und schlafe auch ohne Abendessen ein.

Werde ich jemals wieder essen können?

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