Escape

Ich habe diese Geschichte angefangen und weis noch nicht wohin sie führen wird. sorry :)

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2. Sturm

Ich starre an die schräge  Decke meines Zimmers und höre dem Donner zu, der die drückende Hitze verschwinden lassen wird. Noch regnet es nicht, aber sobald ich daran denke fängt es draußen an, zu blitzen.

 

Ich weiß dass ich dank meiner Schlafstörungen noch einige Stunden wach sein werde, und schwinge mich aus dem Bett um durch das grün-weiß gestrichene Zimmer zu einem der Fenster zu gehen.

So stehe ich eine gefühlte Ewigkeit am Fenster und sehe den Blitzen zu die über meinem geliebten Wald zucken, bis es schließlich anfängt zu regnen. Jetzt besteht die Gefahr dass meine Eltern hereinkommen um die Fenster zu schließen, also gehe ich zurück zu meinem Bett. Doch am Fenster direkt neben dem Bett fesselt mich der Anblick der vielen Blitze in der schwarzen Nacht erneut. Der Donner grollt, ich sehe wie im Traum dem Gewitter zu. Als mich plötzlich ein Geräusch meiner Eltern im Stockwerk unter mir aus meiner Lethargie reist, lege ich mich schließlich zurück in mein Bett.

Das wird eine lange Nacht werden. Lang und schlaflos.

 

Es gibt Momente in denen hasse ich meine Mutter. Ich bin mir nicht einmal sicher ob sie das ist, meine Mutter meine ich. Ich sehe ihr überhaupt nicht ähnlich, und unsere Charaktere unterscheiden sich wie Feuer und Wasser.

Jetzt ist einer dieser Momente. Während sie mich anschreit balle ich meine Hand zur Faust und stelle mir vor was ich alles tun werde sobald ich achtzehn bin und endlich verschwinden kann. Es fordert meine ganze Selbstbeherrschung nicht zurück zubrüllen oder auf etwas einzuschlagen. Sie schreit weiter über meine Pflichten als Tochter und dass ich dankbar sein muss dass sie uns täglich etwas zu essen gibt und unsere Wäsche macht und immer so weiter.

 

Bei dem Tempo in dem sie meine wenigen Klamotten wäscht, ist es erstaunlich dass ich überhaupt noch was zum Anziehen habe. Ich muss zum Teil wochenlang dieselbe Hose tragen weil die anderen Hosen in der Wäsche warten. Außerdem war es ja ihre Entscheidung Kinder zu bekommen oder etwa nicht? Mich hat niemand gefragt ob ich geboren werden will, ob ich in so eine Familie will.

 

Wer Kinder hat, hat eben Verantwortung. Es ist ihre Pflicht dafür zu sorgen dass wir nicht verhungern. Er ist ihre Pflicht dafür zu sorgen dass wir etwas zum Anziehen haben. Ich bin ein Kind. Glaub mir, würde ich am liebsten schreien, glaub mir, wenn ich könnte wäre ich längst weg.

 

Aber ich kann nicht. Das Einzige was ich kann ist dastehen und trotzig nichts zu sagen und meine Hand zur Faust ballen bis sie endlich aus meinem Zimmer verschwindet und mich mit meiner endlosen Wut alleine lässt. Als sie endlich weg ist schlage ich so fest gegen den massiven Buchenholzschrank, dass meine Hand wehtut. Echt super, denke ich.

 

Mit Schlägen hat sie mir gedroht.  Wenn sie mich noch einmal anfasst, gehe ich zum Schulsozialarbeiter und sage ihm dass meine Mutter mich schlägt. Selbst wenn es nur wieder eine Ohrfeige ist. Sie zerstört mein Leben, aber das kann ich auch umgekehrt. Die Sachen am Boden die heute der Auslöser für den unangebrachten Wutanfall, den sicher die ganze Nachbarschaft mitbekommen hat, waren, lasse ich wo sie sind. Ich weiß genau dass ich damit die Lage nicht verbessere, aber ich gönne meiner sogenannten Mutter nicht den Triumph mich gebrochen zu haben.

Allein schon aus Prinzip.

 

Manchmal träume ich davon, abzuhauen. Alles was ich brauche in einen Rucksack zu packen und ab in den Wald. Ich könnte das schaffen, aber nicht alleine. Ich brauche jemanden der mich versteht, und der das Gleiche durchgemacht hat wie ich es grade tue. Nur leider scheint es solche Leute nur in Büchern zu geben.

 

Ich weiß sehr viel über das Überleben in der Natur. Ich weiß wie ich es anstellen könnte dass mich niemand findet, dass ich genug zum Essen, Trinken und Feuermachen habe, ich kann einen Unterschlupf bauen und mich verteidigen.

Aber ich weiß auch dass das alles eine Fantasie bleiben wird. Eine meiner vielen Fantasien, nur eine Geschichte die sich in meinem Kopf abspielt, nicht mal gut genug um sie aufzuschreiben.

Aber akzeptieren werde ich es wohl nie.

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