Escape

Ich habe diese Geschichte angefangen und weis noch nicht wohin sie führen wird. sorry :)

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4. Schlamm

Ich springe über den Zaun, der unseren Garten vom Wald trennt. Normalerweise lässt sich eine Lücke öffnen, aber mein Vater hat sie fixiert und verschlossen. Nicht um mich davon abzuhalten in den Wald zu gehen, er weis dass er das nicht kann, sondern um die Wildschweine aus unserem Garten zu halten. Schlamm spritzt auf als ich auf der anderen Seite des Zaunes lande, gestern Nacht hat es geregnet. Dafür, dass morgen Weihnachten ist, ist es viel zu warm, denke ich, meine Tarnjacke steht offen und der Messergriff schaut heraus.

 

"Run boy, run" kommt es aus meinen Kopfhörern, denn genau das habe ich vor. Ich war zwar viel zu lange nicht mehr im Wald, aber seine Wege und Pfade haben sich von vielen Stunden des Erforschens in mein Gedächtniss eingebrannt. Sobald der Wald das Haus meiner Eltern verschluckt hat bleibe ich einen Moment stehen und schalte die Musik aus.

Mein Äußeres mag sich verändert haben seit ich das letzte Mal hier war, aber im Inneren bin ich immernoch die Gleiche. Ich bin aus dem Haus geflüchtet nachdem meine Mutter mich mal wieder darauf hingewiesen hat dass ich zugenommen habe.

Danke, aber dass weis ich selber. Und ich werde es ändern, denke ich, warte nur.

Dann endlich zeigt die vertraute Umgebung Wirkung und meine Gedanken driften von meiner Problemfamilie weg und verlieren sich im Braun-grün des Waldes, der mich umgibt. Ich beginne zu laufen, stapfe durch das nasse Laub das den Boden bedeckt und die Luft mit seinem Geruch füllt, laufe querfeldein bis ich auf einen schmalen, überwucherten Pfad treffe. Die Sonne scheint durch den eher herbstlich als winterlich aussehenden Wald und beleuchtet träge die halb kahlen Birken und Buchen, und vorallem den Schlamm.

Sie steht schon ziemlich weit im Westen, ich habe also höchstens zwei Stunden Zeit bis es Dunkel wird. Trotzdem entscheide ich mich gegen meinen gewohnten Weg, und folge dem Pfad nach Osten. Meine Schuhe bleiben nicht mehr im Schlamm stecken, da der Boden hier sandiger ist als jenseits der Wege. Ich muss immer wieder Brombeerranken und Zweige aus dem Weg schieben, außer mir benutzt kaum jemand diesen Pfad. Ich weis nicht mal ob er auf irgendeiner Karte verzeichnet ist.

Ich folge einer schlammigen Autospur, die meinen Weg kreuzt. Nach einigen hundert Metern hat sich die Landschaft verändert und ich laufe durch einen Birkenwald, hartes Sumpfgras reicht mir bis zur Hüfte, und ich versuche auf dem leicht ansteigenden Weg nicht auszurutschen. 

Als ich schließlich stehen bleibe bin Ich am Ende eines Jägerpfades angelangt und Stehe auf einer ziemlich großen Lichtung, umgeben von Fichten deren harziger Duft mich an irgendetwas erinnert. Ich bin der Straße für meinen Geschmack zu nahe gekommen, ich kann die Autos rauschen hören. Ich suche mir eine junge Fichte aus und erkläre sie zu einem neuen Wegpunkt. Hierher werde ich zurückkehren.

 

Nach einigen Minuten verlasse ich die Lichtung und tauche in den nun schattigen Wald ein, meine Füße tragen mich zu einem zugewucherten Pfad, den offensichtlich nur noch die Wildschweine benutzen. Da er steil bergab führt muss ich aufpassen nicht im Schlamm zu landen. Der Pfad ist nicht einfach zu begehen, junge Birken sind auf ihr gewachsen, Bäume beim letzten Sturm auf ihn gefallen und versperren nun den Weg. 

Nach  zwei Drittel des Pfades bleibt mein Blick an einem Ast hängen, der abgesägt auf dem Boden liegt. Offenbar war also doch jemand hier außer den Wildschweinen, denke ich. Wer, interessiert mich im Moment nicht. Ich nehme den Ast mit und drehe um, laufe in Richtung meines Hauses. Aus dem Buchenast werde ich meinem jüngeren Brunder einen Langbogen bauen.

Beim Zaun zum Grundstück meiner Eltern angelangt, werfe ich den Ast auf die andere Seite, klettere auf eine junge Esche und springe selbst zurück in mein langweiliges Leben.

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