Die Marionettenspieler

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  • Jugendschutz:
  • Veröffentlicht: 22 Jul 2012
  • Aktualisiert: 1 Okt 2012
  • Status: Fertig
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5. Abschnitt

„Wo gehst du hin, Anton?“ Antons Mutters Stimme erklang hinter ihm. Der lange Applaus war geendet , und sie hatten sich gerade aufgestanden.

„Ich schaue nur kurz zu Cira,“ sagte er, und machte sich wieder schnell auf den Weg runter zu Bühne.

„Ok, aber brauch nicht zu lange,“ rief sie, und lächelte Kopfschüttelnd. „Diese Jugend.“

***

Cira merkte dass Anton kam, bevor sie ihn hörte. Er lief über die Bühne, so dass der Boden leicht vibrierte. Man kam leicht hinter eine Bühne durch eine schwarze Tür die im Dunkeln fast verschwand.

„Hallo,“ sagte er vorsichtig. Cira saß an einem Schminktisch. Unnötig, dachte Anton, denn sie war nur wenige Minuten auf der Bühne, und diese Minuten sah sie bestimmt genauso gut aus ohne. Sie drehte sich um. Es war ein kleiner Raum, die Wände ganz Schwarz. Sie stand auf, und obwohl es nicht ihre Meinung war, standen sie sich einander nah.

„Es war eine tolle Show. Du singst gut…“ murmelte Anton. Jetzt wo er endlich Cira gegenüber stand, schlug seine Zunge knoten.

Sie lächelte und sah im  Boden runter. Noch mehr Schwarz. „Danke.“ Es war fast ein flüstern.

„Wo….“ Er stockte, riss sich aber dann zusammen. „Wo habt ihr denn alles her?“

Sie schaute wieder in den Boden, und Anton hatte Angst er hätte eine falsche Frage gestellt. War es nur eine Einbildung, oder sah er eine Träne in ihrem Auge.

„Tut mir Leid, das geht mich nichts a…“

„Schon OK“, unterbrach sie ihm. Sie schaute wieder rauf, die Träne war verschwunden.

„Wir lebten bei unserem Onkel… Er hatte al dies, und lehrte es uns.“ Sie zog tief Luft. „Er starb letztes Jahr.“

Anton fühlte sich plötzlich dumm, und wünschte er hätte doch nicht diese Frage gestellt.

„Das… das tut mir Leid. Wo wohnt ihr den jetzt?“ fragte er vorsichtig.

„Wir haben seine alte Wohnung, über dem Geschäft. Oder“, fügte sie hinzu. „Kaz hat. Er ist zwei Jahre älter als ich, 19. Ich kann noch nicht meine eigene Wohnung haben.“ Sie klang als machte es sie sehr aus.

Also ist sie circa ein Jahr jünger als ich, dachte Anton stille. „Ach“, sagte er, unsicher was die richtige Antwort wäre. Cira sah ihn an, ihre blauen Augen leuchteten wie Diamanten im Licht der nackten Glühbirne die von der Decke hing, und das Schwarze beleuchtete. Vorsichtig rückte sie näher, soweit es ihm kleinen Raum möglich war. Er spürte ihren regelmäßigen Atem, und wie sich ihr Kopf näher rückte. Anton schloss die Augen, ihre Lippen wenige Zentimeter von seinen entfernt. Doch so bald ihre Lippen sich sanft berührten, zog Cira ihren Kopf weg. Antons Augen flatterten offen, verwirrt. Sie legte schnell einen Finger auf seinen Lippen, als Zeichen um Still zu sein. Dann merke er es auch. Der Boden vibrierte sanft, und man hörte dumpfe Schritte.

„Schnell!“ Sie schubste ihm weg von der Tür, so dass er neben dem Schminktisch stand. Dort war auch eine Tür, sah er jetzt. Cira öffnete sie. „Er darf dich nicht sehen!“ Und mit diesen Worten schubste sie ihn raus. Kurz danach öffnete sich die andere Tür. Das letzte was Anton sah, bevor Cira die Tür hinter ihm zuknallte war ein blonder Haarschopf. Blond wie Ciras Haare, nur kürzer. Es war Kaz.

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