Die Marionettenspieler

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  • Veröffentlicht: 22 Jul 2012
  • Aktualisiert: 1 Okt 2012
  • Status: Fertig
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1. Abschnitt

Paris am Abend war magisch. Die Lichter der Stadt strahlten mit den Sternen um die Wette. Touristen, die das Nachtleben der Stadt untersuchen wollten, irrten herum wie Ameisen. Doch im anderen Teil von Paris war es dunkel. Eine einsame Straßenlaterne badete die Rue de la Mort in ein fahles, orange Licht. Die Wohnungen türmten sich auf die beiden Seiten der Straße, dunkel und drohend. Es war keine Straße die Touristen oft besuchten, denn sie lag mitten im Labyrinth hunderten andere kleine Gassen. Es kamen selten Menschen dorthin, den es war eine Straße voller seltsamer Gestalten. Man stolperte nicht zufällig über Rue de la Mort: Es passierte einfach nicht.

Doch Emma tat es.

Ihre braune locken tanzten auf und ab auf ihre Schultern, währen sie die fremden Straßen auf und ab ran. Sie fror in ihrem grünen Sommerkleid, und tränen machten sich ihren Weg vom Augenwinkel runter auf das schöne Kleid. Wie sehnte sie sich doch nach zu Hause. Dan würde sie ihren rosa Pyjama anziehen –den mit den kleinen Prinzessinnen drauf, und Mama würde ihr heiße Schokolade machen. Plötzlich blieb sie stehen. Es war eine Weggabelung die sie zum stehen gebracht hatte. Vor ihr war eine große Hausmauer. Zum ersten Mal ihn ihrem Weg durchs Labyrinth blieb sie stehen und sah sich um. Es war unheimlich hier, fand sie. Ganz Menschenleer war es hier. Es war schon lange her, fand sie, dass sie Geräusche wie Autos oder Gelächter gehört hatte. Sie schaute wieder auf der wand, hoffte innerlich das jemand, irgendjemand, auftauchen würde um sie zu helfen. Sie schniefte, und der rotz lief ihr die Nase runter.

Dann wählte sie rechts abzubiegen. Hätte sie doch nur links gewählt. Oder wenigstens zurück gerannt. Dann hätte nichts passiert. Früher oder später würde jemanden sie gefunden haben, oder Anton hätte sie eingeholt. Doch sie wählte rechts.

Rue de la Mort war eine Sackgasse, doch das störte Emma nicht weiter. Denn am ende der Gasse war licht. Und es kam nicht von der einsamen Straßenlaterne, sondern vom Geschäft. Ihre kleinen Füßchen trugen sie die 10 Meter in die Gasse. Eine kleine Treppe führte runter zum Geschäft, 3 stufen die Emma runter lief.

Emma konnte nicht lesen. Deswegen wusste sie nicht dass die eleganten Buchstaben über der Tür lesen, die „Le Marionet“ schrieben –die Marionette. Doch sie konnte sich dazu denken, denn die Schaufenster waren gefüllt mit den kleinen Puppen. „Handgemacht“ verkündigtete ein schlichtes Pappschild, das auf der Innenseite des Schaufensters geklebt waren. Die Puppen sahen sie an, so fühlte es sich jedenfalls. Aber sie blieb nicht lange stehen um dieses Mysterium zu untersuchen. Sie stemmte ihren kleinen Körper gegen die Tür, denn sie war sehr schwer. Im Geschäft drinnen war es fast so unheimlich wie auf der Rue de la Mort. Sie waren überall: Puppen. Emma blieb fasziniert stehen. Das Geschäft war leer: Wie komisch!

Sie ging näher zu einer Puppe, die sie besonders faszinierte. Ihre haut war hell, mit zwei kleine Tupfchen Rouge auf die Wangen, und ihr Balletkostüm sah aus als hätte man es direkt von der Pariser Bühne im 19. Jahrhundert geholt.  Fasziniert ging sie näher. Ihre kleinen Hände streckten nach vorne, wollten das samtene Kleid berühren. Da klang auch schon eine Stimme von hinten.

„Was hast du den hier zu suchen?“

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